Überarbeitung von Kinderbüchern - notwendig oder Zensur?

Sonnensüchtige;4067494 schrieb:
Ich habe nicht alle Statements hier gelesen.
Aber ich will meine Meinung dazu gerne sage!
Ich finde es äußerst bedenklich zu sage, Kinder könnten damit umgehen ohne gleich zu Rasisten zu werden. Ja, das können sie vielleicht.
Ich selbst hatte das Buch " Zehn kleine Negerlein" auch als Kind. Einmal kam ein Mann mit schwarzer Haut durch unsere kleine Straße gelaufen und ich habe mit dem Finger auf ihn gedeutet und ganz begeistert zu meiner Mutter gerufen..."Mama schau mal ein Neger". Meine Mutter wäre gern im Erdboden versunken! Und das zurecht. Hat sie mir den Scheiß ja schließlich vorgelesen! Auch sollte man sich mal in Erinnerung rufen woher das Wort "Neger" kommt. Nämlich aus der Kolonialbewegung/Sklaverei!.
Wenn man seine Kinder nicht zu gesellschaftlichen Idioten erziehen will, sollte man sich schon genau anschauen was man ihnen vorliest.
Kinder haben ein Recht auf BILDUNG!


Vielleicht solltest Du doch einmal die Posts hier lesen, damit Du verstehst, gerade das läuft einer echten Bildung hinterher und wird letztlich zu einer Verbildung!

http://evidentist.wordpress.com/2013/01/26/sollen-wir-pippi-verbrennen/
 
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ich sag ja nicht, dass Busch schuld war, dass ich Witze über Dunkelhäutige lustig fand, oder ich es generell witzig fand jemanden Neger zu schimpfen! ich glaub auch eher, dass ich damit provozieren wollte, als jemanden zu beleidigen!

ABER, wenn ich heute das Wort Mohr, oder auch Neger höre und mir dazu ein Bild mache, dann hab ich immer das Bild des sogenannten "Mohrs" vor meinem geistigen Auge, dem bei busch (ich weiß nicht mehr welche Geschichte) die Nase am Nasenring langezogen wurde! das hat sich damals echt in mein Hirn gebrannt!

vielleicht bist Du deswegen so empfindlich, wenn es um solche Wörter geht? Weil Du früher Dinge witzig fandest, die nicht in Ordnung sind?

Ich frage deswegen, weil bei Dir solche Wörter ja irgendetwas auslösen, was sie z.B. bei mir nicht auslösen - und das, obwohl ich Pippi Langstrumpf und die kleine Hexe inklusive heute verbotener Wörter gelesen habe.
Ich habe sogar das "zehn kleine N ... " lied gesungen, ohne mir etwas dabei zu denken - und habe aus diesem Lied auch keine Rückschlüsse auf irgendwelche Menschen gezogen, die immer weniger werden sollen.
Heute fände ich dieses Lied unpassend - und würde es weder singen noch irgendjemanden animieren, dass er es singen soll. Denn, wenn ich es recht überlege, ist die Aussage dieses Liedes alles andere als harmlos - im Gegensatz zu Pippis König.
Die Bösen waren doch die Räuber, die den Papa gefangen hielten.

ich sehe es ähnlich wie Condemn, dass noch einiges anderes schief laufen muss, bevor sich Kinder rassistisch verhalten. Ein Buch alleine vermag das nicht hervorzurufen.
 
So , wie ich es ja eben erklärt habe , in meinem Beitrag :confused: Was ist da unklar ?

LG Asaliah :)

Ich verstehe nicht den Unterschied. Stell Dir einfach vor, die Geschichte Huckleberry Finn sei auf die Nazi-Zeit bezogen. Huck ist nen Junge der mit einem Juden flieht und dabei so einige Abenteuer erlebt, aber eben auch die bittere Wahrheit des Antisemitismus an vielen Stellen deutlich wird, etwa durch Beschimpfungen. Und Huckleberry Finn ist in dem Buch durchaus auch antisemitisch, er hat durch seine Erziehung schon ein Bild von Juden das antisemitisch geprägt ist... gleichzeitig handelt er aber nicht antisemitisch sondern hilft und lernt den Juden als gleichberechtigten Menschen kennen und die "herrenrassische Gesellschaft" als verlogen und unmenschlich...

Wo wäre da für Dich der Unterschied?
 
Ich kann die gute volkspädagogische Absicht, die hinter dem Austausch von heute obsolet gewordenen Begriffen steht, durchaus nachvollziehen. Allerdings zeigt, wie Condemn gut herausgearbeitet hat, das Beispiel Mark Twain, daß das voll nach hinten los gehen kann. Twain war ein bedeutender Vertreter des amerikanischen Realismus, d.h. er wollte auf literarische Weise bestehende Verhältnise (in diesem Fall den ganz alltäglichen Rassismus der damaligen amerikanischen Gesellschaft) darstellen und kritisieren.

"Nigger" mit all seinen diskrimierenden Konnotationen gehörte damals zum festen Sprachgebrauch. Der Roman "Huckleberry Finn" ist ein einziger Versuch, diese Sprachrealität kritisch aufzulösen. "Nigger" zu ersetzen durch heutige korrekte Begriffe ist, da gebe ich Condemn recht, absolut dämlich und geschichtsklitternd. Twain würde sich im Grabe umdrehen, wenn er diese seltsamen Zensurmaßnahmen mitansehen müßte.

Bei anderen Kinderbüchern, wie etwa Pippi Langstrumpf, wo der "Negerkönig" vorkommt, könnte ich mir, um auch die Pädagogen zufrieden zu stellen, etwa eine Fußnote vorstellen, wo den Kindern erklärt wird, daß man heutzutage nicht mehr "Neger" sagt, da mit diesem Wort negative Assoziationen verknüpft sind.

Das fände ich einen vernünftigen Kompromiss.:)
 
Bei anderen Kinderbüchern, wie etwa Pippi Langstrumpf, wo der "Negerkönig" vorkommt, könnte ich mir, um auch die Pädagogen zufrieden zu stellen, etwa eine Fußnote vorstellen, wo den Kindern erklärt wird, daß man heutzutage nicht mehr "Neger" sagt, da mit diesem Wort negative Assoziationen verknüpft sind.

Das fände ich einen vernünftigen Kompromiss.:)

Damit gebe ich mich zufrieden. Vernünftige Lösung.

Formulierung der Fußnote für Negerlein-Zielgruppe müßte ausgefeilt werden, oder sollte man notfalls auf andere Zählreime umsteigen.
Warum hast Du Tommy bloss 1217 Posts lang damit zugewartet? ;)

Ich kann die gute volkspädagogische Absicht, die hinter dem Austausch von heute obsolet gewordenen Begriffen steht, durchaus nachvollziehen. Allerdings zeigt, wie Condemn gut herausgearbeitet hat, das Beispiel Mark Twain, daß das voll nach hinten los gehen kann. Twain war ein bedeutender Vertreter des amerikanischen Realismus, d.h. er wollte auf literarische Weise bestehende Verhältnise (in diesem Fall den ganz alltäglichen Rassismus der damaligen amerikanischen Gesellschaft) darstellen und kritisieren.

Bei Twains Geschichten stehen die Hauptfiguren für eine andere Haltung, Kinder können da schon selbst reflektieren, und anhand der Handlung zwischen Gut und Böse unterscheiden.
 
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