Überarbeitung von Kinderbüchern - notwendig oder Zensur?

Stell Dir mal vor, ein Buch handelt von der Zeit als die Nazis an die Macht kamen. In dem Buch geht es um Deutsche und Juden und u.a. gibt es vielleicht eine Stelle wo ein Jude als "Scheiß Jude" beschimpft wird, oder eine Stelle wo eine Romanfigur eine Hetzschrift über Juden liest.

Kurz gesagt: Ein Buch, dass die Verhältnisse der damaligen Zeit in nicht beschönigender Form in einen Roman verpackt. Wärest Du dafür dass die Beschimpfungen und Hetze gegen Juden dann verändert werden sollten?

Nein, weil es ja auch klar deklariert ist , um was es in dem Buch geht und was es aussagen und darstellen soll, vermute ich mal, und Zeitgeschichte wird nicht umgeschrieben, sonst müsstest du Schulbücher umschreiben, den Unterrreicht bezüglich Geschichte verändern und das sehe ich eben nicht so, daher nicht im mindestens ein Vergleich für mich .

Nicht alles in einen Topf werfen ,ist meine Devise. ;)

LG Asaliah :)
 
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ich sag ja nicht, dass Busch schuld war, dass ich Witze über Dunkelhäutige lustig fand, oder ich es generell witzig fand jemanden Neger zu schimpfen! ich glaub auch eher, dass ich damit provozieren wollte, als jemanden zu beleidigen!

ABER, wenn ich heute das Wort Mohr, oder auch Neger höre und mir dazu ein Bild mache, dann hab ich immer das Bild des sogenannten "Mohrs" vor meinem geistigen Auge, dem bei busch (ich weiß nicht mehr welche Geschichte) die Nase am Nasenring langezogen wurde! das hat sich damals echt in mein Hirn gebrannt!

Worauf ich hinaus will ist: Auch Kinder können mit so etwas umgehen ohne zu Rassisten zu werden, wenn es nicht an anderen Stellen Missstände gibt, sie z.B. rassistische Bezugspersonen haben. Ich habe diese ganzen Kinderbücher gelesen und auch viel vorgelesen bekommen. Und es gibt viele, wo Schwarze eine Rolle spielen und die ist aus heutiger Sicht sicherlich nicht immer politisch korrekt. Entweder tauchen eben Begriffe wie "Neger" auf, oder es geht sogar so weit dass das Verhalten der Hauptfigur einer Geschichte eher rassistisch ist. Nimm etwa Robinson Crusoe... das ist nicht direkt rassistisch im Sinne von "Hey Nigger", aber immerhin gehts um Kannibalen und "Freitag" wird von Crusoe missioniert. Da wird also subtil ne klare "Gut - nicht so gut - Haltung" aufgebaut. Der Schwarze muss erst mal weiß gemacht werden sozusagen.

Der Punkt ist: Ich weiß noch, dass ich das vorgelesen bekam und es war einfach ne Geschichte. Ich habe von meinem Vater keinen Vortrag über latenten Rassismus bekommen oder Ähnliches. Aber meine Eltern waren ganz simpel nicht rassistisch. Ich brauchte gar keine Erklärungen oder Vorträge... ich wäre im Traum nicht darauf gekommen wegen Hautfarbe irgendwie auf Klassifizierungen zu schließen.

Und ich glaube nicht, das heutige Kinder blöder sind als ich damals. Dazu kommt, dass sie ja noch weit mehr in Kontakt mit Menschen aller Herkunftsländer haben. Das mit den Büchern ist m.A.n. daher ne komplette Scheindebatte die am Problem vorbeiläuft, geht an der Realität vorbei.

Das hier ist u.a. Realität und ne ganz aktuelle Meldung:

Deutsche Banken gegen Studenten: Iraner plötzlich unerwünscht

(...)
Viele Studenten, die aus Iran kommen, haben nun ein Problem: Die Deutsche Bank, die Commerzbank und andere Geldinstitute haben ihnen das Konto gesperrt oder weigern sich, eines für sie zu eröffnen.
http://www.spiegel.de/unispiegel/st...konten-fuer-iranische-studenten-a-883381.html


Oder Titelbilder wie diese:

http://koptisch.files.wordpress.com/2012/06/feindbild-islam-titel-3.jpg


Was mich in dem ganzen Kontext ganz einfach nervt ist eine gigantische Heuchelei. Wir haben jetzt schon über 10 Jahre lang Panikmache die dazu führt das "Muslim" zu "Islamist" zu "Terrorist" zu "Taliban" zu "Europa überrennen" zu "Frauen schänden" usw. gemacht wird. Und da machen fast alle mit. Da kommt kaum mal jemand drauf die Berichterstattung dieser Art zu hinterfragen. Denn mit dieser Scheiße wachsen Kinder auf. Wer jetzt gerade zwischen 12 und 15 Jahre ist... hat ne Menge davon abbekommen.
 
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Die Geschichte kannte ich noch nicht. Erinnert mich ein wenig an Max und Moritz: "Bist Du unartig, dann wird es Dir ganz arg übel ergehen!"

Auch der Struwwelpeter liest sich ähnlich, auch wenn es ein anderer Autor ist, so ist es dennoch in derselben Zeitepoche entstanden.

Diese beiden sind für mich eigentlich Beispiele einer geniale Ironie. Sie leben von völliger Überzeichnung, Übertreibung, und von beissendem Spott, der sowohl radikale Übeltäter als auch radikal Gesetzeskonforme trifft.

Kein fühlender Mensch würde jemals einen Lehrer mittels präparierter Pfeife verbrennen lassen.

Kein fühlender Mensch würde jemals zwei ungehorsame Kinder mit der Mühle mahlen.

Kein fühlender Mensch würde jemals irgend einem Kind die Finger abschneiden, nur weil es an den Nägeln kaut.

All das ist ironische, gesellschaftskritische Überzeichnung und eher für Erwachsene als für Kinder geeignet.

Ein Kind versteht naturgemäß keine Ironie.

Wenn aber die Weisheit der Eltern oder Großeltern, oder wer auch immer diese Bücher den Kindern vorliest, sie natürlich ggf. kommentierend, adäquat genug ist, kann man das durchaus auch tun, ohne ungleichgewichtige Ängste und Verklemmungen zu bewirken.

Denn was der Erwachsene versteht, teilt sich auch naturgemäß dem Kind mit, auch wenn dieses noch nicht in der Lage ist, die entsprechenden Abgrenzungsprozesse selbstständig durchzuführen.

Ich persönlich würde es nicht tun, obwohl ich auch mit diesen Zweien aufgewachsen bin und sie mir, dank elterlicher Weisheit, nicht ganz ungefiltert zukamen. Ich würde wahrscheinlich andere Literatur auswählen, um sie Kindern vorzulesen und mit ihnen darüber zu sprechen.

Zum Beispiel Hauff's "Das kalte Herz" oder auch Andersens Märchen, mit denen ich auch aufgewachsen bin. Oder viele der Grimm'schen Märchen, deren Botschaft viel tiefer ist, als der heutzutage völlig überbewertete analytische Verstand uns weiszumachen versucht.

Oder auch manche modernen Bücher, wenn sie aus einer fühlenden Seele heraus geschrieben wurden, zum Beispiel dieses hier:


http://www.buch.ch/shop/home/mehr-von-suche/BUCH/sa/regina_peterlunger.html
 
Worauf ich hinaus will ist: Auch Kinder können mit so etwas umgehen ohne zu Rassisten zu werden, wenn es nicht an anderen Stellen Missstände gibt, sie z.B. rassistische Bezugspersonen haben. Ich habe diese ganzen Kinderbücher gelesen und auch viel vorgelesen bekommen. Und es gibt viele, wo Schwarze eine Rolle spielen und die ist aus heutiger Sicht sicherlich nicht immer politisch korrekt. Entweder tauchen eben Begriffe wie "Neger" auf, oder es geht sogar so weit dass das Verhalten der Hauptfigur einer Geschichte eher rassistisch ist. Nimm etwa Robinson Crusoe... das ist nicht direkt rassistisch im Sinne von "Hey Nigger", aber immerhin gehts um Kannibalen und "Freitag" wird von Crusoe missioniert. Da wird also subtil ne klare "Gut - nicht so gut - Haltung" aufgebaut. Der Schwarze muss erst mal weiß gemacht werden sozusagen.

Der Punkt ist: Ich weiß noch, dass ich das vorgelesen bekam und es war einfach ne Geschichte. Ich habe von meinem Vater keinen Vortrag über latenten Rassismus bekommen oder Ähnliches. Aber meine Eltern waren ganz simpel nicht rassistisch. Ich brauchte gar keine Erklärungen oder Vorträge... ich wäre im Traum nicht darauf gekommen wegen Hautfarbe irgendwie auf Klassifizierungen zu schließen.

Und ich glaube nicht, das heutige Kinder blöder sind als ich damals. Dazu kommt, dass sie ja noch weit mehr in Kontakt mit Menschen aller Herkunftsländer haben. Das mit den Büchern ist m.A.n. daher ne komplette Scheindebatte die am Problem vorbeiläuft, geht an der Realität vorbei.

Das hier ist u.a. Realität und ne ganz aktuelle Meldung:




Oder Titelbilder wie diese:
http://koptisch.files.wordpress.com/2012/06/feindbild-islam-titel-3.jpg


Was mich in dem ganzen Kontext ganz einfach nervt ist eine gigantische Heuchelei. Wir haben jetzt schon über 10 Jahre lang Panikmache die dazu führt das "Muslim" zu "Islamist" zu "Terrorist" zu "Taliban" zu "Europa überrennen" zu "Frauen schänden" usw. gemacht wird. Und da machen fast alle mit. Da kommt kaum mal jemand drauf die Berichterstattung dieser Art zu hinterfragen. Denn mit dieser Scheiße wachsen Kinder auf. Wer jetzt gerade zwischen 12 und 15 Jahre ist... hat ne Menge davon abbekommen.

:thumbup:Was das betrifft , da gebe ich dir unumwunden recht . ABER der Spiegel ,ja ich weiß ist ein nur ein Beispiel , spricht schon alleine für sich . ;) Ist für mich ein sehr reisserisches Blattl,....das nicht meine Be /Achtung findet .

LG Asaliah :)
 
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Nein, weil es ja auch klar deklariert ist , um was es in dem Buch geht und was es aussagen und darstellen soll, vermute ich mal, und Zeitgeschichte wird nicht umgeschrieben, sonst müsstest du Schulbücher umschreiben, den Unterrreicht bezüglich Geschichte verändern und das sehe ich eben nicht so, daher nicht im mindestens ein Vergleich für mich .

Nicht alles in einen Topf werfen ,ist meine Devise. ;)

LG Asaliah :)

Ich sehe da den Unterschied nicht. Wo ziehst Du den? In beiden Thematiken geht es um Unrecht gegenüber "Menschen die anders waren", die zu Untermenschen erklärt wurden. Über beides gibts jede Menge Bücher, auch in Romanform. Wenn also in einem Buch von Mark Twain herumgepfuscht werden darf, warum also nicht auch in Büchern, die zu Zeiten spielen in denen Antisemitismus die Regel war und die das auch thematisieren?
 
Ich sehe da den Unterschied nicht. Wo ziehst Du den? In beiden Thematiken geht es um Unrecht gegenüber "Menschen die anders waren", die zu Untermenschen erklärt wurden. Über beides gibts jede Menge Bücher, auch in Romanform. Wenn also in einem Buch von Mark Twain herumgepfuscht werden darf, warum also nicht auch in Büchern, die zu Zeiten spielen in denen Antisemitismus die Regel war und die das auch thematisieren?

So , wie ich es ja eben erklärt habe , in meinem Beitrag :confused: Was ist da unklar ?

LG Asaliah :)
 
:thumbup:Was das betrifft , da gebe ich dir unumwunden recht . ABER der Spiegel ,ja ich weiß ist ein nur ein Beispiel , spricht schon alleine für sich . ;) Ist für mich ein sehr reisserisches Blattl,....das nicht meine Be /Achtung findet .

LG Asaliah :)

Ja, alle diese Titel und Bilder sind sehr suggestiv und unfreilassend. Nicht besser als "Bild" & co.
 
Ich habe nicht alle Statements hier gelesen.
Aber ich will meine Meinung dazu gerne sage!
Ich finde es äußerst bedenklich zu sage, Kinder könnten damit umgehen ohne gleich zu Rasisten zu werden. Ja, das können sie vielleicht.
Ich selbst hatte das Buch " Zehn kleine Negerlein" auch als Kind. Einmal kam ein Mann mit schwarzer Haut durch unsere kleine Straße gelaufen und ich habe mit dem Finger auf ihn gedeutet und ganz begeistert zu meiner Mutter gerufen..."Mama schau mal ein Neger". Meine Mutter wäre gern im Erdboden versunken! Und das zurecht. Hat sie mir den Scheiß ja schließlich vorgelesen! Auch sollte man sich mal in Erinnerung rufen woher das Wort "Neger" kommt. Nämlich aus der Kolonialbewegung/Sklaverei!.
Wenn man seine Kinder nicht zu gesellschaftlichen Idioten erziehen will, sollte man sich schon genau anschauen was man ihnen vorliest.
Kinder haben ein Recht auf BILDUNG!
 
:thumbup:Was das betrifft , da gebe ich dir unumwunden recht . ABER der Spiegel ,ja ich weiß ist ein nur ein Beispiel , spricht schon alleine für sich . ;) Ist für mich ein sehr reisserisches Blattl,....das nicht meine Be /Achtung findet .

LG Asaliah :)

Es betrifft ja nicht nur Spiegel... da machen ja alle mit. Auch im TV. Die Berichterstattung ist Teil einer Rechtfertigungskampagne für Kriege, die aus wirtschaftlichen Gründen geführt werden "müssen". Um das zu rechtfertigen braucht es Feindbilder und die werden gezielt aufgebaut. Da kommen noch ganz andere Mittel zum Einsatz, aber propagandistisch ausgeschlachtet wird alles. Und es wird auch sehr viel extrem verfälscht, je nachdem wie es passt. Das was in Afghanistan die Terroristen und Taliban sind, waren in Libyen und sind in Syrien die Freiheitskämpfer. Es wird gedreht wie es passt und nebenbei noch der Eindruck erweckt, deutsche Muslime warteten nur darauf ihre fanatische Natur offenzulegen, wenn der islamistische Oberboss endlich das Signal gibt Europa zum Gottes-Staat zu machen.

Es gibt natürlich auch Berichterstattung die differenzierter ist, sogar Medien die genau das kritisieren. Aber wenn man 1 Mio Menschen fragen was ihnen alles einfällt, wenn sie das Wort "Muslim" oder "Islam" oder "Koran" hören, dann sind die Assoziationen wohl nur in den seltensten Fällen neutral oder gar positiv.

Muslime sind die Feindbilder unserer Zeit... und weil das Feindbild schon so in die Köpfe gehämmert wurde, wird von vielen gar nicht bemerkt was da gerade abläuft. Es wird nämlich in weiten Teilen geglaubt.
 
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Ja. Auch Kinderbücher können "große" Werke sein.

Den meisten (nicht allen) geht es reflexartig um Worte, nicht um Zusammenhänge, die sie "entstaubt" sehen wollen.

Mal schauen, wie lang es dauert, bis sie das Wappen von Coburg als Zielscheibe entdecken...

***Bild aufgrund Copyrightfrage/Hotlinking entfernt***

Achso, das war ja schon mal Thema der Neurotiker. (Siehe "Der Fall Coburg")

Ja, es ist eine Kampagne aus Amerika, die natürlich hier einen fruchtbaren Boden fand, nach den 68 ern und der Geschichte, die dieses Land und Menschen erlebten.

Aber so wie zuerst in Amerika der Kommunismus bekämpft wurde, (jeder zweite war plötzlich Kommunist), so wird jetzt Rassismus bekämpft. An das wahre, ehrliche Ansinnen glaube ich aber nicht. Es ist wie eine Modeerscheinung, die eine Moral, die aber keine ist, vorne anstellt.

Der Lug im weißen Kleid eben.

Hier wurde gefragt an welchen Science-Fiction Film das errinnert. Ich denke da an Minority Report.

Ein Film der in einer Zukunft spielt, in der Kriminelle verhaftet werden, bevor sie das Verbrechen begehen können.

http://de.wikipedia.org/wiki/Minority_Report
 
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