Überarbeitung von Kinderbüchern - notwendig oder Zensur?

ähhhh...warum es nicht möglich sein sollte, neben dem Original eine Ausgabe herauszubringen, die den jeweiligen sprachlichen Gegebenheiten angepasst ist, konnte mir bislang noch niemand sagen...einmal abgesehen davon, dass das sogenannte Urheberrecht (was immer das jetzt genau ist) verletzt sein könnte.

wenns zwei unterschiedliche Auflagen gibt, darf jeder zufrieden sein! das mit den Fußnoten geht natürlich auch, allerdings neigt man bei denen ja eher dazu sie nicht zu lesen, bzw. kann man auch argumentieren, dass der Lesefluss durch diese Nummern behindert wird und überhaupt kann man es wohl in Zweifel ziehen, ob Fußnoten für Kinder so ideal sind...

deinen Bananentanz darfst du also ruhig fortsetzen...aber wunder dich dann nicht, dass du keine Frau abkriegst...
es wird keine zwei Ausgaben geben, sondern nur noch die zensierte Fassung. ;)
 
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was ist das? ein Aphorismus, ein Wunsch, eine Glückskeksweisheit?

nein, das ist Fakt. Der Originaltext und die Originalübersetzung werden in Zukunft nicht mehr gedruckt werden.
Deswegen halte ich es für unsinnig darüber zu diskutieren, dass die Käufer ja entscheiden könnten, welche Fassung sie wählen, wenn es gar keine Wahl gibt.
 
nein, das ist Fakt. Der Originaltext und die Originalübersetzung werden in Zukunft nicht mehr gedruckt werden.
Deswegen halte ich es für unsinnig darüber zu diskutieren, dass die Käufer ja entscheiden könnten, welche Fassung sie wählen, wenn es gar keine Wahl gibt.


ich sage nichts anderes:
und diese Kommerzfragen machen nur unter einer Kapitalismuskritik Sinn...

allerdings ist Fakt eine andere Baustelle

wenn das was gedruckt wird, nicht mehr von Verkaufszahlen und Profiten abhängt, dann lassen sich hier ganz andere Dinge verwirklichen! deshalb immerschön Karl Marx lesen, da gibt jeden Band für 24,90 beim Dietz-Verlag!
 
Wenn man diese Zensurmaßnahmen aus Gründen der *political corectness" einmal als gültige Praxis akzeptiert hat, dann kann man aus konsequenzlogischen Gründen gar nicht mehr damit aufhören. Das hat die "Zeit" in einem exzellenten Artikel rausgearbeitet:

Wer da mit Korrekturen anfängt, darf gar nicht mehr aufhören. Das gilt erst recht für Pippi Langstrumpf . Der Antisemitismus- und Rassismusforscher Wolfgang Benz hat vor einiger Zeit entdeckt, Astrid Lindgrens Buch sei »mit Ressentiments befrachtet« und von »Kolonialrassismus« gezeichnet. Beweis dessen: Pippi behaupte, alle Menschen im Kongo lögen.

Ja, sie sagt das, und es kommt so: Pippi geht eines Tages auf der Straße rückwärts. Von den Nachbarskindern Thomas und Annika darauf angesprochen, antwortet sie: »Leben wir etwa nicht in einem freien Land? Darf man nicht gehen, wie man möchte?« In Ägypten zum Beispiel, wo sie schon einmal gewesen sei, gingen alle Menschen so, und in Hinterindien liefen sie auf den Händen. »›Jetzt lügst du‹, sagte Thomas. Pippi überlegte einen Augenblick. ›Ja, du hast recht, ich lüge‹, sagte sie traurig. ›Lügen ist hässlich‹, sagte Annika. ›Ja, Lügen ist sehr hässlich‹, sagte Pippi noch trauriger. ›Aber ich vergesse es hin und wieder, weißt du. Und übrigens‹, fuhr sie fort, und sie strahlte über ihr ganzes sommersprossiges Gesicht, ›will ich euch sagen, dass es im Kongo keinen einzigen Menschen gibt, der die Wahrheit sagt. Sie lügen den ganzen Tag. Sie fangen früh um sieben an und hören nicht eher auf, als bis die Sonne untergegangen ist.‹«

http://www.zeit.de/2013/04/Kinderbuch-Sprache-Politisch-Korrekt/seite-1

Daß in Ägypten alle Menschen rückwärts gehen, muß natürlich auch raus, das ist diskriminierend und könnte die Idee transportieren, daß alle Ägypter rückschrittlich sind. Und daß die Inder auf Händen laufen, macht die Einwohner Indiens lächerlich. Geht also überhaupt nicht.

Die "Zeit" hat aber auch Mitleid mit den Zensoren, denn ihnen gehen die *korrekten* Ersatzideen aus.

In Preußlers Buch Die kleine Hexe verkleiden sich Kinder als Neger, Chinesenmädchen und Türke. Diese Begriffe sollen nach Willbergs Willen verschwinden: »Die Kinder werden sich als etwas anderes verkleiden.« Ihre Auswahl schrumpft: Als Indianer, Zigeuner oder Eskimo können sie auch nicht gehen, das wäre diskriminierend, ein Dornröschen wäre sexistisch, ein Scheich islamfeindlich. Und Hexe geht ja schon lange nicht mehr.

:lachen:

Und dann wäre da noch das böse Pippi Langstrumpf Lied, das jeder kennt:

2 x 3 macht 4
Widdewiddewitt und Drei macht Neune !!
Ich mach' mir die Welt
Widdewidde wie sie mir gefällt ....

Kann es angehen, daß den Kindern eine falsche Mathematik beigebracht wird?
Doch wohl kaum. Also: weg damit. :zauberer1
 
Zuletzt bearbeitet:
deshalb immerschön Karl Marx lesen, da gibt jeden Band für 24,90 beim Dietz-Verlag!

Aber erst auf die politisch korrekt überarbeitete Fassung warten. Vorher geht Marx-Lesen überhaupt nicht (Achtung festschnallen, kein Witz, O-Zitat Marx!)


"Der jüdische Nigger Lassalle, der glücklicherweise Ende dieser Woche abreist, hat glücklich wieder 5000 Taler in einer falschen Spekulation verloren... Es ist mir jetzt völlig klar, daß er, wie auch seine Kopfbildung und sein Haarwuchs beweist, von den Negern abstammt, die sich dem Zug des Moses aus Ägypten anschlossen (wenn nicht seine Mutter oder Großmutter von väterlicher Seite sich mit einem Nigger kreuzten). Nun, diese Verbindung von Judentum und Germanentum mit der negerhaften Grundsubstanz müssen ein sonderbares Produkt hervorbringen. Die Zudringlichkeit des Burschen ist auch niggerhaft." Marx an Engels, 1862 (MEW 30, 257).

http://de.wikiquote.org/wiki/Diskussion:Karl_Marx

Dein Kommentar, Sabbah? :D
 
Aber erst auf die politisch korrekt überarbeitete Fassung warten. Vorher geht Marx-Lesen überhaupt nicht (Achtung festschnallen, kein Witz, O-Zitat Marx!)




http://de.wikiquote.org/wiki/Diskussion:Karl_Marx

Dein Kommentar, Sabbah? :D

haha...die Stellen kenn ich zu Genüge! :D mir bleibt hier nicht vielmher zu sagen als, dass diese Briefe nicht für Kinder geeignet sind, bzw. dass Karl Marx selbst Jude war und sein latenter Antisemitismus Stoff für unzählige Diskussionen gegeben hat und in diesem Zusammenhang oft von Selbsthass die Rede ist!
 
haha...die Stellen kenn ich zu Genüge! :D mir bleibt hier nicht vielmher zu sagen als, dass diese Briefe nicht für Kinder geeignet sind, bzw. dass Karl Marx selbst Jude war und sein latenter Antisemitismus Stoff für unzählige Diskussionen gegeben hat und in diesem Zusammenhang oft von Selbsthass die Rede ist!

...nach diesem statement...sowohl Kinder als auch Erwachsene, die nicht gerade Marx heißen, können von Selbsthaß betroffen sein...da versteh ich echt nicht, wie gerade Du Dich hier seitenlang über das Wort "Neger" bzw. die, die es manchmal gar nicht bös gemeint verwenden, so aufregen kannst...schlag nach bei Marx...und schon isses anscheinend wieder salonfähig...bei bestimmten Leuten...


Sage
 
haha...die Stellen kenn ich zu Genüge! :D mir bleibt hier nicht vielmher zu sagen als, dass diese Briefe nicht für Kinder geeignet sind, bzw. dass Karl Marx selbst Jude war und sein latenter Antisemitismus Stoff für unzählige Diskussionen gegeben hat und in diesem Zusammenhang oft von Selbsthass die Rede ist!

Das ist ja mal ein Statement. Du gehst auf vermeintlichen Antisemitismus ein, den ich da jetzt nicht mal so sehe. Aber krasser Rassismus ist leicht zu erkennen. ;)
 
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Benutzt des Begriffs Politcal correctness in Deutschland ( wiki);

QUOTE Von rechten Autoren wird der Begriff abwertend verwendet. Die Kritik der Rechten an dem, was sie als „Politische Korrektheit“ bezeichnen, richtet sich vor allem gegen die Vertreter der 68er-Generation. Dabei geht es nach Martin Dietzsch und Anton Maegerle darum, „die Bemühungen von Liberalen, Linken, Feministinnen, Vertretern von Minderheiten und Befürwortern von Multikulturalismus um eine Öffnung der Gesellschaft, das Hinterfragen von überkommenen Tabus, Vorstellungen und Stereotypen zu karikieren und zu verfälschen. Heute dient PC dazu, Verachtung auszudrücken für diese Anschauungen und Zielsetzungen. Dabei werden etwa die Relativierung des Leistungsstandards, die angebliche Einschränkung der freien Meinungsäußerung und die Gefahren selbstzerstörerischer Separation heraufbeschworen.“ [25] Derart versuchen rechte Politiker sich volksnah zu geben und damit als die eigentlichen Demokraten zu gelten, die ganz bewusst gegen die sprachlichen Regelungen des öffentlichen Diskurses verstoßen. Zentrales Anliegen rechter Politik besteht darin, die „linksliberale Diskurshegemonie“ zu brechen und den „gesunden Menschenverstand“ als neue Basis für die politische Entscheidungsfindung zu legitimieren. Beispielhaft dafür ist eine Rede Christoph Blochers auf dem Jahreskongress der Schweizer Presse, in der er sagte, es gebe in der Schweiz eine Reihe von „Tabuthemen“, die von den Medien systematisch ausgeklammert würden. Als Ergebnis herrsche eine „feige Einheitsmeinung vor, diktiert von einer totalitär verstandenen ‚political correctness‘.“[26]

Als Kampfbegriff fungiert der Begriff gleichsam als Allzweckwaffe der Rechten, um Kritik an rechten Konzepten abzutun. Der pejorativ verwendete Begriff dient derart der Immunisierung der eigenen Position,[27] d.h. der Umgehung einer Debatte, wenn er in pauschal diskreditierender Form angewandt wird, ohne auf eine konkrete gegnerische Position inhaltlich einzugehen.ENDQUOTE
 
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