Thüringen/ Linke-CDU Regierung/Warum nicht mal was Neues?

Sollte es eine Koalition zwischen Linke und CDU geben?

  • JA

    Stimmen: 7 38,9%
  • NEIN

    Stimmen: 9 50,0%
  • WEIß nicht

    Stimmen: 2 11,1%

  • Umfrageteilnehmer
    18

Um ehrlich zu sein denke ich nicht das sowas eine Rolle spielen sollte, sondern einzig inwiefern man mit Aussagen konform geht. Das Problem ist doch nicht das er von Gauland gelobt wurde. Das Problem ist auch nicht das Spahn rechts ist. Der ist aber sehr konservativ. Das Problem ist auch nicht das diese Aussagen komplett falsch sind. Das Problem ist genau das Gegenteil, das sie wahr sind. Deutsche Parteien und Politiker können zum größten Teil leider nicht einfach nur rational damit umgehen. Könnten sie es gäbe es die AfD nicht, oder zumindest nicht so stark. Die AfD ist die extreme Gegenbewegung.
 
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Die heutige westliche Mentalität ist weit weniger ein Resultat der sogenannten Aufklärung oder der durchgesetzten westlichen Werte als vielmehr eine unmittelbare Folge des flächendeckenden Einsatzes von Schmerzmitteln.
(M Klonowsky)
 

kaum. ZDF ist doch ein CDU-Sender, wurde von LinksKatholischen in Mainz gegründet, wobei die CDU in den 60ern eine andere gewesen ist als die heutige .
Es ist aus meiner Sicht eine Stellungnahme, die die Männerriege stärkt und Alles Negative auf Merkel abwälzt.
(auch markus lanz ist nicht umsonst beim zdf)
 
Er [Friedrich Merz] ist wesentlich konservativer als es Merkel "war" und Laschet oder Spahn sind und könnte möglicherweise einige Stimmen von der AfD zurückholen.

Interessant daran ist: Sobald eine Partei wie die CDU konservativer wird, hagelt es sofort Vorwürfe. Das geht dann soweit das der Vorwurf kommt "die fischen am rechten Rand". Gleichzeitig ist man aber total überrascht und moralisch zutiefst beleidigt, dass eine Partei wie die AfD immer stärker wird. Das passt nicht zusammen.
Ich halte nicht viel von der Theorie, die CDU sei unter Merkel nach links gerückt, und die AfD fülle nun die dadurch am rechten Rand enstandene Lücke. Ich denke viel mehr, dass die Union es versäumt hat zu definieren, was es heißt, im 21. Jahrhundert konservativ zu sein. Die Welt ändert sich, Gesellschaftsstrukturen, Moralvorstellungen, alles ist im Wandel. Globalisierung, Digitalisierung, Klimawandel. Dinge, die man nicht aufhalten oder rückgängig machen, sondern nur versuchen kann, sie so weit wie möglich zu gestalten. Bevor man sagt, die CDU muss konservativer werden, sollte man erst mal definieren, was damit gemeint ist.
Was für Positionen von Friedrich Merz das sein sollen, die konservativer sind, als die von Angela Merkel, bzw. wofür dieser Mann - abgesehen von Bierdeckel und Leitkultur- überhaupt steht, habe ich jedenfalls noch nicht so ganz verstanden. Falls da jemand genaueres weiß, lasse ich mich gerne aufklären.

Meiner Meinung nach bringt es sowieso nichts, der AfD ihre Wähler abspenstig machen zu wollen, indem man sich ihr annähert. So weit kann man als demokratische Partei gar nicht nach rechts rücken, außerdem verliert man auf diese Weise ganz schnell mehr Wähler in der Mitte, als man rechts dazugewinnt. Die CSU kann ein Lied davon singen.
Der einzig richtige Umgang mit dieser Partei ist meiner Meinung nach, ihren Anhängern klarzumachen, dass die Postionen und Forderungen der AfD eben nicht die der Mehrheit bzw. des Volkes sind, das sie zu 80-90% eben nicht wählt. Dass vieles davon nicht mit unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft und dem Grundgesetz vereinbar, oder schlicht idiotisch ist.
Wie soll man Menschen entgegenkommen, die den menschengemachten Klimawandel abstreiten, für die Migranten so ziemlich an allem Schuld sind und die alles jenseit von RT und sputniknews für Lügenpresse halten? Wo soll ein Friedrich Merz, oder wer auch immer, die denn bitteschön abholen?
Nein, denen muss man ganz deutlich sagen, dass wir DemokratInnen uns von ihnen nicht unsere offene und freie Gesellschaft kaputtmachen lassen, und wir die Sprache und die Methoden der AfD verabscheuen. Wer diese Partei wählt muss wissen, dass er oder sie sich damit davon verabschiedet, die Zuknft unseres Lundes mitzugestalten, weil keine der anderen Partein mit ihnen zusammenarbeiten wird. Deshalb hätte auch nie passieren dürfen, was bei der Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen passiert ist.

Im Fall Thüringen zeigt sich auch, was für ein seltsames Demokratieverständnis in den Reihen der AfD-Anhänger offenbar vorherrscht. In einem RT-Kommentar, der hier verlinkt wurde, heißt es z.B.:

Jens Zimmer schrieb:
Was passiert eigentlich in einer Demokratie, wenn eine neue Partei erdrutschartig beinahe ein Viertel der Stimmen gewinnt? Gemäß dem Verhältniswahlrecht wäre davon auszugehen, dass diese Partei in Zukunft an den politischen Entscheidungsprozessen teilhat. Das entspräche der Logik und auch dem Gedanken des Systems.
Die AfD in Thüringen teilt das Schicksal aller Partein, die in Parlamenten in der Opposition sind, nicht mehr und nicht weniger. Die können natürlich über Gesetzesanträge abstimmen und selbst welche einbringen, Untersuchunsausschüsse einsetzen, Reden halten, sie sitzen in den Ausschüssen usw., aber das war es eben, wenn man nicht in der Regierung ist. Als die Grünen 1983 in den Bundestag eingzogen, hat man ihnen auch nicht direkt einen oder zwei Ministerposten zugesprochen, oder was auch immer der Kommentator mit der "Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen" meint.
Dass auch die Minderheit bzw. die Opposition gewisse Rechte hat, ist natürlich genaso Bedingung für eine funktionierende Demokratie, wie eine Verfassung, die den rechtlichen Rahmen setzt, aber die Entscheidungen trifft letztlich immer noch die Mehrheit. Und die hat die AfD eben nicht, auch nicht in Thüringen.
 
Ich halte nicht viel von der Theorie, die CDU sei unter Merkel nach links gerückt, und die AfD fülle nun die dadurch am rechten Rand enstandene Lücke. Ich denke viel mehr, dass die Union es versäumt hat zu definieren, was es heißt, im 21. Jahrhundert konservativ zu sein. Die Welt ändert sich, Gesellschaftsstrukturen, Moralvorstellungen, alles ist im Wandel. Globalisierung, Digitalisierung, Klimawandel.................

Genau das stärkt ja den rechten Rand in der Bevölkerung - es schürt Angst. Und in Umbruchszeiten wurden die Rechten immer gestärkt, wenn ich das richtig sehe.
Es wurde zu wenig gestaltet, die Volksparteien haben z. T. bis heute nicht verstanden, in welch tiefem Wandel Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sich befinden.
Die Tragödie ist, dass, wenn alles im Wandel ist, auch die politischen Strukturen sich verändern. Gleichzeitig muss man für (politische) Stabilität sorgen, grad in Zeiten des Wandels...... fast nicht machbar.....
 
Genau das stärkt ja den rechten Rand in der Bevölkerung - es schürt Angst. Und in Umbruchszeiten wurden die Rechten immer gestärkt, wenn ich das richtig sehe.
Vielleicht sollte man damit aufhören zu versuchen, die Beweggründe der AfD-Anhänger zu analysieren, verstehen zu wollen, warum diese Menschen eine Partei wählen, die nur über alles und jeden schimpft aber keine eigenen Konzepte hat, und die bis in die obersten Führungspositionen mit rechtsnationalen, rassistischen Hetzern durchsetzt ist.
Offenbar gibt es einen gewissen Anteil in der Bevölkerung, der sich genau davon angesprochen fühlt. Leute, die grundsätzlich nationalistisch und antidemokratisch eingestellt sind, die was gegen Linke, Ausländer, Schwule und Greta Thunberg haben.
Aber statt denen nachzulaufen sollten sich die demokratischen Parteien meiner Meinung nach mit diesem Umstand einfach erst mal abfinden und Strategien entwickeln, wie man damit umgeht. Immerhin vertreten sie die 80-90 Prozent der Bevölkerung, die nicht AfD wählen, in Thüringen sind es auch noch 75%. Die müssten es doch hinbekommen, sich nicht von einer Minderheit rechter Extremisten auf der Nase herumtanzen zu lassen.

Es wurde zu wenig gestaltet, die Volksparteien haben z. T. bis heute nicht verstanden, in welch tiefem Wandel Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sich befinden.
Die Tragödie ist, dass, wenn alles im Wandel ist, auch die politischen Strukturen sich verändern. Gleichzeitig muss man für (politische) Stabilität sorgen, grad in Zeiten des Wandels...... fast nicht machbar.....
Aber auch nicht unmöglich. Nehmen wir mal als Beispiel die Familienpolitik. Man könnte den Standpunkt, dass Kinder lieber zu Hause bei den Eltern sein und von diesen Erzogen werden sollten, statt den ganzen Tag in der Kita oder in der Schule unter "staatlicher" Obhut zu stehen, vielleicht konservativ nennen.
Da würde ich als CDU sagen: wir wollen die Familien förden, indem wir dafür sorgen, dass das Gehalt eines Elternteils wieder ausreicht, um eine Famile zu ernähren, wie es früher selbstverständlich war. Welches Elternteil arbeitet, oder aus welcher Geschlechterkonstellation sich das Elternpaar zusammensetzt, ist uns dabei völlig egal, weil das heute selbstverständlich ist.
Das ist so ungefähr das, was ich mit konservativ im 21. Jahrhundert meinte.
 
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Ich halte nicht viel von der Theorie, die CDU sei unter Merkel nach links gerückt, und die AfD fülle nun die dadurch am rechten Rand enstandene Lücke. Ich denke viel mehr, dass die Union es versäumt hat zu definieren, was es heißt, im 21. Jahrhundert konservativ zu sein. Die Welt ändert sich, Gesellschaftsstrukturen, Moralvorstellungen, alles ist im Wandel. Globalisierung, Digitalisierung, Klimawandel. Dinge, die man nicht aufhalten oder rückgängig machen, sondern nur versuchen kann, sie so weit wie möglich zu gestalten. Bevor man sagt, die CDU muss konservativer werden, sollte man erst mal definieren, was damit gemeint ist.
Was für Positionen von Friedrich Merz das sein sollen, die konservativer sind, als die von Angela Merkel, bzw. wofür dieser Mann - abgesehen von Bierdeckel und Leitkultur- überhaupt steht, habe ich jedenfalls noch nicht so ganz verstanden. Falls da jemand genaueres weiß, lasse ich mich gerne aufklären.
Einerseits stimme ich zu, v..a betreffend "dass die Union es versäumt hat zu definieren, was es heißt, im 21. Jahrhundert konservativ zu sein.". Außerdem kann man dann noch darüber diskutieren was tatsächlich links bis rechts-konservativ ist im Sinne von handeln - also in der Praxis - und was nur Optik/Image ist. Merkel wird nachgesagt sie sei Pragmatikerin. Und auch wenn das sicherlich nicht komplett falsch ist, ist sie bei vielem eine Pragmatikerin die auf kurzfristige Erfolge und Optik und Image setzt. Letzteres meine ich nicht mal so abwertend, denn das ist durchaus wichtig. Aber sie hat der CDU ein SPD-GRÜN-Image gegeben, so dass nur noch politisch gut Informierte wirklich Unterschiede ausmachen konnten, denn bei den großen Themen gab es kaum noch Unterschiede.

Wenn man sich fragt was konservativ bedeutet, dann kann man Politik mit konservativem Investieren vergleichen: Eher keine zu großen Risiken eingehen, auf Bewährtes und dann langsame Evolution setzen als auf Abenteuer und Revolution. Der Schutz/Erhalt dessen was schon da ist, ist wichtiger als es einem Risiko auszusetzen um große Schritte nach vorne zu machen, möglicherweise in eine Zukunft die noch nicht durchschaut ist. Das Interessante daran ist: Psychologisch sind die allermeisten Menschen im persönlichen Leben eigentlich sehr konservativ und zwar auch jene, die es politisch-ideologisch bzw. von ihren Idealen her nicht sind.

Ein Kritikpunkt den ich Merkel betreffend schon lange habe: Sie regiert nach Umfragen, was einige male überdeutlich wurde. Ein Beispiel: Anfang der 00er Jahre kam das Gesetz zum Ausstieg aus der Atomkraft, beschlossen von Rot-Grün unter Schröder. Merkel nahm das in 2010 zurück. Dann passierte Fukushima, was gar nichts mit uns hier zu tun hatte. Aber Merkel drehte alles zurück - nicht mal ein Jahr später. Warum? Weil die Grünen einen Höhenflug hatten, mehr nicht. Und nun gibt es schon wieder CDU-Stimmen die einen Ausstieg vom Ausstieg fordern. Sie ist sehr oft wie ein Fähnchen im Wind aber ohne echten Kompass. Und das ist absolut gar nicht konservativ und es ist auch nicht wirklich pragmatisch in der Sache, während es höchst pragmatisch ist wenn es um Machterhalt geht. Natürlich sollte man sie nicht darauf begrenzen, aber das ist die große Schwäche die zu Recht kritisiert wird und die die AfD entstehen und stark werden ließ.

Grundlegend kann man sagen, dass der CDU ein ähnliches Schicksal wie der SPD winkt. Die LINKE wurde u.a. deshalb stark weil enttäuschte SPD-Politiker, allen voran Oskar Lafontaine, enttäuschte SPD-Wähler zur Linken brachten, nicht mehr nur im Osten sondern Deutschlandweit. Die AfD ist dem ähnlich und greift von rechts an wie die Linke von Links. In der Mitte kämpfen CDU und SPD und Grüne weitgehend um dieselben Wähler während die FDP um ihre Existenz kämpft und die Linke versucht sich als einzig wirklich soziale Partei zu etablieren. Genau wie die SPD unter Schröder ihren Markern-Kern verloren hat, hat die CDU ihren unter Merkel verloren.

Eines der größten Themen in diesem Zusammenhang ist jenes das hier zu diskutieren nicht erlaubt ist. Man kann als sicher annehmen, dass vor allem das der CDU Stimmen kostet und die AfD stark gemacht hat. Daran kann man auch "konservativ" definieren, denn die Öffnung der Grenzen und das Offenlassen war ganz sicher nicht konservativ sondern weitgehend Chaos. Natürlich gibt es viele die sagen, es habe keine Grenzöffnung gegeben, denn es gibt ja keine Grenzen mehr. Bei diesem Thema stimmt das aber nicht. Bei dem Thema hat sich auch Merkels große Schwäche sehr deutlich gezeigt, denn sie hat Entscheidungen getroffen während die Länder mit den Konsequenzen umgehen mussten. Schon der extreme Widerspruch aus den eigenen Reihen, und ganz sicher nicht von "rechten Politikern", zeigte das Problem.

Positionen von Merz kann man hier als Überblick nachlesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Merz#Politische_Positionen

Übrigens bin ich nicht für Merz im Sinne das ich den gut finde. Ich würde den nie wählen und mich für Merkel entscheiden wenn nur die beiden als Kanzler/in zur Wahl stünden. Er ist aber zweifellos konservativ und viel konservativer als Merkel. Was ich meine ist: Es wird vermutlich auf Merz hinauslaufen, denn die CDU hat Angst vor dem "SPD-Szenario". Und warum ich das auch nicht schlecht fände: Im besten Fall würde eine Merz-CDU die AfD schwächen und der SPD wieder mehr Raum geben.



Meiner Meinung nach bringt es sowieso nichts, der AfD ihre Wähler abspenstig machen zu wollen, indem man sich ihr annähert. So weit kann man als demokratische Partei gar nicht nach rechts rücken, außerdem verliert man auf diese Weise ganz schnell mehr Wähler in der Mitte, als man rechts dazugewinnt. Die CSU kann ein Lied davon singen.
Warum kann die CSU ein Lied davon singen? Die Union muss sicherlich nicht zur AfD werden. Aber sie wird weiter nach rechts rücken und das passiert auch schon.

Worum es mir hier geht ist eigentlich sehr einfach: Die CDU hat sich unter Merkel ein SPD-GRÜN-Image gegeben und Politiker die eher konservativ sind wurden nach und nach entmachtet. Die Liste ist ziemlich lang, wenn man die letzten 15 Jahre nimmt. Viele in der Union waren damit nicht einverstanden und sind es noch immer nicht. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kehrt sich die Dynamik jetzt um, und meistens gehts dann zuerst mal in ein anderes Extrem. Damit meine ich nicht "CDUAFD", aber eben sowas wie Merz.


Der einzig richtige Umgang mit dieser Partei ist meiner Meinung nach, ihren Anhängern klarzumachen, dass die Postionen und Forderungen der AfD eben nicht die der Mehrheit bzw. des Volkes sind, das sie zu 80-90% eben nicht wählt.
Was soll das bedeuten? Dasselbe kannst Du dann den Wählern der drei schwächeren Parteien im Bundestag sagen: Grüne, Linke, FDP.

Und die Positionen der AfD sind teilweise mehrheitsfähig. Es gibt m.A.n. zwei Gründe warum die AfD nicht mehr Stimmen bekommt:

1) Sie hat zu Recht das Image einer rechtsextremen Partei, einfach weil sie zu viele Politiker in hohen Positionen sind die tatsächlich mindestens rhetorisch extrem sind. Insofern hat die AfD ein Image-Problem. Frauke Petry hatte das verstanden und eine Frauke Petry AfD wäre vermutlich noch stärker bzw. könnte noch stärker werden.

2) Die AfD ist im Bereich der Sozial-Politik alles andere als sozial.

Aber: Je mehr Menschen frustriert und enttäuscht und wütend werden, desto mehr Menschen werden die AfD einfach schon deshalb wählen. Die AfD schwimmt auf einer Anti-Establishment-Stimmung, genau wie es Trump tut. Und diese Stimmung ist zum Teil uninformiert aber nicht vollkommen unbegründet. Solange die etablierten Parteien eine Politik machen die die unteren 50% der Gesellschaft eher benachteiligt und einen großen Teil der Gesellschaft überfordert, wird die AfD stärker werden.
 
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Dass vieles davon nicht mit unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft und dem Grundgesetz vereinbar, oder schlicht idiotisch ist.
Wie soll man Menschen entgegenkommen, die den menschengemachten Klimawandel abstreiten, für die Migranten so ziemlich an allem Schuld sind und die alles jenseit von RT und sputniknews für Lügenpresse halten? Wo soll ein Friedrich Merz, oder wer auch immer, die denn bitteschön abholen?
Viele wählen die AfD ja nicht aus Überzeugung und Übereinstimmung mit allem was da gesagt wird. Viele wählen sie aus Wut. Die werden ja nicht weniger und weniger wütend wenn Du denen mit sowas kommst.

Ich glaube, dass es vor allem um ein Gefühl der Sicherheit geht bzw. den Mangel daran. Insofern würde alles was einen großen Teil der Bevölkerung mehr Sicherheit gibt die AfD vermutlich schwächen und umgekehrt. Dabei geht es lange nicht nur um objektive und konkrete Sicherheits-Themen, also etwa Kriminalität. Unsicherheit entsteht auch durch die großen Veränderungen im finanziellen Bereich, etwa betreffend Arbeitsplätze und ständig steigende Mieten. Die Sorgen sind vielfältig während das was mal als verlässlich galt es immer weniger ist.



Nein, denen muss man ganz deutlich sagen, dass wir DemokratInnen uns von ihnen nicht unsere offene und freie Gesellschaft kaputtmachen lassen, und wir die Sprache und die Methoden der AfD verabscheuen. Wer diese Partei wählt muss wissen, dass er oder sie sich damit davon verabschiedet, die Zuknft unseres Lundes mitzugestalten, weil keine der anderen Partein mit ihnen zusammenarbeiten wird. Deshalb hätte auch nie passieren dürfen, was bei der Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen passiert ist.
Egal ob Parteien mit der AfD zusammenarbeiten oder nicht, ist die Tatsache das die AfD im Bundestag und in Landtagen sitzt genau das, eine Tatsache. Damit nimmt sie Einfluss auf konkrete Politik und Thüringen zeigt wie vielfältig das sein kann. Diese ganzen ideologischen Dramen und diese Hysterie helfen nicht weil das an den Realitäten vorbeigeht.

Stell Dir mal vor Du würdest vor 100 AfD-Wählern stehen. Die sind oft sehr verschieden, einige von denen haben vorher Linke gewählt. Nun sagst Du denen was Du oben schreibst... was glaubst Du wie die Reaktionen wären?


Im Fall Thüringen zeigt sich auch, was für ein seltsames Demokratieverständnis in den Reihen der AfD-Anhänger offenbar vorherrscht. In einem RT-Kommentar, der hier verlinkt wurde, heißt es z.B.:


Die AfD in Thüringen teilt das Schicksal aller Partein, die in Parlamenten in der Opposition sind, nicht mehr und nicht weniger. Die können natürlich über Gesetzesanträge abstimmen und selbst welche einbringen, Untersuchunsausschüsse einsetzen, Reden halten, sie sitzen in den Ausschüssen usw., aber das war es eben, wenn man nicht in der Regierung ist. Als die Grünen 1983 in den Bundestag eingzogen, hat man ihnen auch nicht direkt einen oder zwei Ministerposten zugesprochen, oder was auch immer der Kommentator mit der "Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen" meint.
Dass auch die Minderheit bzw. die Opposition gewisse Rechte hat, ist natürlich genaso Bedingung für eine funktionierende Demokratie, wie eine Verfassung, die den rechtlichen Rahmen setzt, aber die Entscheidungen trifft letztlich immer noch die Mehrheit. Und die hat die AfD eben nicht, auch nicht in Thüringen.

Es geht aber doch nicht so sehr darum was jetzt ist, sondern wie sich das Ganze entwickelt. Die Grünen sind eigentlich ein gutes Beispiel. Auch die starteten ziemlich extrem und da waren einige dabei, von denen die Partei heute nichts mehr wissen will und die im Grunde totgeschwiegen werden. Irgendwann waren sie dann in der Opposition etabliert und dann waren sie Ende der 90er sogar Teil einer Bundesregierung. Einen ähnlichen Weg könnte die AfD nehmen, vermutlich aber schneller weil die Zeiten heute schneller sind. Und das wird sicherlich dadurch verhindert wenn man deren Wähler-Potential in die Irrelevanz erklären will.
 
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Vielleicht sollte man damit aufhören zu versuchen, die Beweggründe der AfD-Anhänger zu analysieren, verstehen zu wollen, warum diese Menschen eine Partei wählen, die nur über alles und jeden schimpft aber keine eigenen Konzepte hat, und die bis in die obersten Führungspositionen mit rechtsnationalen, rassistischen Hetzern durchsetzt ist.
Offenbar gibt es einen gewissen Anteil in der Bevölkerung, der sich genau davon angesprochen fühlt. Leute, die grundsätzlich nationalistisch und antidemokratisch eingestellt sind, die was gegen Linke, Ausländer, Schwule und Greta Thunberg haben.
Aber statt denen nachzulaufen sollten sich die demokratischen Parteien meiner Meinung nach mit diesem Umstand einfach erst mal abfinden und Strategien entwickeln, wie man damit umgeht. Immerhin vertreten sie die 80-90 Prozent der Bevölkerung, die nicht AfD wählen, in Thüringen sind es auch noch 75%. Die müssten es doch hinbekommen, sich nicht von einer Minderheit rechter Extremisten auf der Nase herumtanzen zu lassen.

Das halte ich für falsch sondern denke umgekehrt, dass man viel mehr Energie darauf verwenden sollte verstehen zu wollen. Verständnis ist nicht gleichbedeutend mit Einverständnis. Zum großen Teil ist das ein gesellschaftliches Problem, weniger ein Problem der Politik. Ich glaube, dass die meisten Profis im politischen Betrieb durchaus ein Verständnis für die grundlegenden Problematiken haben und die Gründe für den Aufstieg der AfD zumindest grundlegend durchaus verstehen. Man kann es ja auch in anderen Ländern, v.a. in den USA, sehen und analysieren.

Mit gesellschaftlichem Problem meine ich dieser extreme Kampf um Ansichten die dann moralisch bewertet und aufgeladen werden. Es geht dann nicht mehr nur um verschiedene Überzeugungen und Ansichten zu politischen Themen, sondern daraus werden oftmals extreme Werturteile abgeleitet. Menschen die sich verurteilt fühlen, oft genug auch insofern Recht haben weil sie moralisch verurteilt werden, nehmen das ja nicht einfach hin und drehen um und passen sich an. Vielmehr werden sie wütend und mindestens passiv-aggressiv. Das ist etwas das jede/r von uns kennt, aus vielen Bereichen, und es ist sehr natürlich.


In den USA kann man sehen wohin das führen kann. Das es soweit kam ist nicht die Schuld von Trump - er hat es nur genutzt. Das es soweit kam war und ist die Schuld jener, die Politik für einen kleinen Teil der Bevölkerung machten während der größte Teil vieles vielleicht nicht perfekt verstand, aber die (korrekte) Schlussfolgerung zog das sie dafür bezahlen. Gleichzeitig ist es auch wieder verkürzt zu behaupten, die Politiker seien Schuld, denn sie werden von Interessengruppen in Positionen gedrängt die nicht positiv für die Mehrheit der Bevölkerung sind und könnten sich nur wehren wenn sie breite Unterstützung hätten. Die haben sie dann wieder nicht, weil jene die die öffentliche Meinung zu einem großen Teil mitbestimmen ebenfalls instrumentalisiert wurden/werden: Medien.

Am Ende verlieren dann sehr viele Menschen ihr Vertrauen in Politik und Medien und sie haben Recht damit. Sie haben dann aber auch gar keinen Kompass mehr und dann kann sowas wie Trump passieren. Und das konnte u.a. auch deshalb passieren weil das Risiko nicht erkannt wurde und mit Clinton die denkbar schlechteste Kandidatin gegen Trump aufgestellt wurde und zwar INDEM B. Sanders die Kandidatur mit korrupten Mitteln gestohlen wurde.

Wir sind hier noch nicht soweit und wir haben ja zum Glück vieles worum US-Bürger hart kämpfen müssen. Die Frage ist aber was eine Rezession oder eine echte Krise mit der Stimmung machen würde. Wem würde eine weitere Finanzkrise Stimmen bringen? Die AfD könnte auf ihre Vergangenheit verweisen und behaupten: Wir haben genau davor gewarnt. Das Problem: Sie hätten sogar Recht damit.

Lange Rede kurzer Sinn: Die Prozentzahlen von heute sind fast bedeutungslos. Die entscheidende Frage ist wie es in 5-10 Jahren aussieht. Wenn nicht verstanden wir warum Menschen sich den Extremen zuwenden und aus Wut wählen, wird es ganz sicher schlechter.
 
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