Na, im großen und ganzen derf i eh ned klagen. I hab gnua zsambracht und kenna glernt und derf a bissl miad sei.
I derf mi ned am Mainstream und an den Standards der Gesellschaft messen, sondern alla an meiner eiganan Gschicht. A wenn a Wohnung ohne Innenklo in Wien ka Wohnung mehr is, sondern maximal a Notabsteige zur sozialen Integration, mei Bude hat ka Innenklo und a ka Mamorbad. I hab, seit i 15 bin, gsoffen, die Weichen in a ganz andere Richtung gstellt, ois durt hin, wo die materiellen Sicherheiten daham san, durt hin nämlich, wo nur a Sackgass`n is, sunst nix. Und i hab des Schüd ned gseg`n.
Aber heut fühl i mi so frei von dem Dreck, wie scho lang ned.
Die Überwindung von dera Sucht is für an wie mi unsagbar vü wert, wenn ma`s eigane Leben halbwegs versteh wü, a wenn`s in der Inkarnation ka Mamorbad mehr geben wird.
Die Gewissheit alla, die i auf dem Weg gwunna hab, dass der Tod a unberechenbare Realität is, augenblicklich zuaschlagen ka, schnö wie der Blitz oder langsam, wie a Sadist und dass des, wos wirklich zählt, si JETZT abspüd und ned gestern oder übermorgen, verlier i sowieso kaum an Tag völlig aus`n Aug.
Die afoche Erkenntnis is ma 1000mal mehr wert, als der Traum vom Ewigen Leben in ana bombensicher`n Burg, umzingelt von Nippes und Schrott, Glanz und Glimmer, an dem i im schlimmsten Fall hänga kennt, mit meiner ganzen Sö.
An Krebs hab i a scho haben und so des Gfüh kenna lerna dürfen, wias is, wenn ma da Fließbandmedizin ausgliefert is. A des war a bereichernde Erfahrung, die i ned zwingend no amoi brauch.
Die Liebe - die Liebe zu ana Frau man i - is ma ned oft im Leben begegnet. Und des is guad so, weu wenn des a Massenware warad, die wos ma an jeder Eck`n kriagt, scheißert i sowieso drauf. A paar wenige Begegnungen hat`s geben, die waren beeindruckend, intensiv und wichtig und kane mechad i missen.
Und dass i endlich den Oasch in`d Höh kriagt hab und in dera ogfuckt`n Bude was angreif, is a evolutionärer Schritt für mi, a wenn si ollas nur ganz langsam bewegt;
weu vur zwa oder drei Jahr hab i zweitweis no mit dem Gedanken gspüd, den ganzen, ölendich`n Füm afoch o z`drahn und mi durt hi z`hänga, wo i den Sandsack obe gnumma hab, weu zum Kämpfen hab i ned vü gseg`n.
Aber Gott sei Dank, Gott sei Dank, sag i heut...
schmeißt ma sei Leben ned ganz so afoch weg, is runderhum a no so im Argen.
Und seit i nix sauf, wird`s immer liachter um mi herum, bin i a oft no so miad.
Na, mir geht`s guad, i derf ned klagen. Solang i mi nur an mir selber mess und mir die gesellschaftlichen Standards am Oasch vorbei gengan, weu`s afoch nix mit mir z`tuan haben.
Und wenn ich`s jetzt no schaff, mei Wurschtbrot mit Liebe zu belegen,
dann hab i des Leben gwunna.