K
Katarina
Guest
[/QUOTE]Was ich verallgemeinere ist folgendes: auch Kinder sind Persönlichkeiten, sie haben individuelle Bedürfnisse und Abneigungen. Wenn es um Zärtlichkeiten geht hat sich der Erwachsene daran zu halten und Übergriffe zu vermeiden. Oder lässt du jede/n an deine Haut?
Hier ist immer die Rede von Übergriffen von Erwachsenen auf Kinder. Ist Euch aber bewußt, dass auch Kinder übergriffig sein können und dass es auch Erwachsene gibt, die sich nicht in der Lage sehen, sich dagegen angemessen abzugrenzen. Nicht gleich aufregen! Ich rede nicht von den "vielgeliebten" sexuellen Übergriffen. Irgendwo hier im thread, - ich glaube lilaengel hat es geschrieben -, steht, dass der Missbrauch da anfängt, wo jemand etwas macht, was der andere nicht mehr will.
Ich schreibe das nicht, um die Diskussion weiter anzuheizen (also bitte LeBaron, halte dich mit potentiell verletzenden Bemnerkungen mir gegenüber zurück!), sondern um sie um eine weitere Facette zu bereichern.
Einer meiner Söhne z.B. ist extrem liebesbedürftig und will immer kuscheln. Ganz ehrlich, so lieb ich ihn habe und so gerne ich meine Kinder im Arm halte, mir wird das manchmal wirklich zuviel. Und wenn ich mich dann vorsichtig aus seinem Klammergriff (er ist 11 Jahre alt) befreien möchte, dann hält er nur noch fester. Mich bringt das in einen totalen Zwiespalt; einerseits will ich natürlich meinen liebesbedürftigen Sohn nicht zurückstoßen, andererseits aber überschreitet er eindeutig meine Grenzen. Ich bin zwar nicht körperlich zu schwach, mich dagegen zu verwahren, aber ich habe Angst davor, ihn zu verletzen, wenn ich mich abgrenze. Ist das nicht auch oft die psychische Situation bei Kindern, die Übergriffe aus dem Familienkreis erlebt haben? Bis zu einem bestimmten Punkt waren sie zum Zärtlichkeitsaustausch bereit, aber dann geht es darüber hinaus und aus Angst, lassen sie ihn oder sie gewähren und grenzen sich nicht ab, obwohl sie tatsächlich die Möglichkeit hätten?
Ich denke, in unseren "äußeren" spiegeln sich unsere "inneren" Kinder wieder und wenn und soweit wir mit diesen nicht ausgesöhnt sind, projizieren wir munter unsere Konflikte hinaus in die Welt. Ich war sicherlich auch so ein liebesbedürftiges Kind wie mein Sohn, aber da ich in der Kindheit die Erfahrung einer Grenzüberschreitung gemacht habe, für die ich mir - unbewußt - die Schuld gebe, habe ich mir dieses Kuschelbedürfnis verboten. Und deswegen habe ich auch so einen kuscheligen Sohn, der an meine Grenzen geht. Es gilt ,sich damit auszusöhnen und vor allem zu sehen, dass es immer zwei Seiten gibt.
Katarina