Schulpflicht pro/contra

@ꟼlutonia
Hinter allem, was einen Staat ausmacht, stehen Menschen. Und die sind von ihrer Geburt an gleich. Keiner gehört einem anderen.

Ich glaub, das zwischen uns war ein grammatikalisches Missverständnis.
Ich habe mich mit dem die auf die Menschheit ganz generell bezogen.
Und du hast aufgrund des vorherigen Satzes angenommen, dass ich mich nur auf jene Menschen beziehe, die hinter einem Staat stehen.

So war das gemeint:
Hinter allem, was einen Staat ausmacht, stehen Menschen. Und alle Menschen sind von ihrer Geburt an gleich. Keiner gehört einem anderen.
Und das ist doch das Gleiche, was du gesagt hast - oder?
 
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***Können wir hier so langsam zum Thema "Schulpflicht" zurückkommen? Wenn gewünscht, mache ich gerne zum Thema "frühere Leben" einen Thread auf und schiebe die bisherigen Posts dazu dort hin.***
 
Ich zumindest Frage mich ernsthaft, was das tatsächlich mit Schulpflicht im Heute zu tun hat. Wenn man mich fragt, nix
Da wird es immer welche gegeben haben, die dagegen waren, nicht nur heute, vielleicht aus anderen, nicht unbedingt ethischen Gründen.
Analphabeten kann man nun mal besser beschei?en.

Gruß

Luca
 
***Ich bin ja selbst schuld. Habe das Thema ja mit meinem Beitrag hier reingebracht. Hatte nur nicht damit gerechnet, dass es dann mit dem Thema hier weitergeht. Werde mich selbst bei OTs wohl zügeln müssen. :D ***
Also kein Thread über die skeptische Betrachtung von Reinkarnation? :(

Bin grad so schön in Fahrt gekommen:D
 
Grundsätzlich sprechen die Fakten ja auch für sich.

Es gab ja mal eine Zeit, da gab es keine Schulpflicht. Und das hat ganz offensichtlich nicht funktioniert, weil das Standesdünkel, Ungerechtigkeiten und gegensätzliche Lebensrealitäten erzeugt hat, bekam Humboldt den Auftrag, sich etwas Besseres einfallen zu lassen. Früher waren die Väter nicht nur die Herrscher im eigenen Haushalt, sie waren auch für die Bildung ihrer Kinder zuständig. Und weil die Wohlhabenden Herren darauf keine Lust hatten, wurde die Kinder in Privatschulen geschickt. Die Armen konnten sich das nicht leisten und der Pöbel wurde entsprechend als Pöbel indoktriniert. Früher war ein Schulbesuch ein Zeichen von Armut. Bildung hat die Menschen dividiert, eingeordnet und auf ewig verflucht.

Nicht de Sinn einer aufgeklärten Gesellschaft und deswegen wurde dies geändert. Gegen den Willen der Priveligierten, der Eliten, der Reichen...

2006 sagte das Bundesverfassungsgericht:"Die allgemeine Schulpflicht", so zunächst das bekannte Argument, "dient (…) der Durchsetzung des staatlichen Erziehungsauftrags. Dieser Auftrag richtet sich (…) auch auf die Heranbildung verantwortlicher Staatsbürger." Das Bundesverfassungsgericht nimmt - schultheoretisch plausibel - an, dass dafür Schulen "effektiver" seien, weil hier "Kontakte mit der Gesellschaft und den in ihr vertretenen unterschiedlichen Auffassungen nicht nur gelegentlich stattfinden, sondern Teil einer mit dem regelmäßigen Schulbesuch verbundenen Alltagserfahrung sind".Zur Auflösung der Fußnote[5] Hinzu kommt heute aber: "Die Allgemeinheit hat ein berechtigtes Interesse daran, der Entstehung von religiös oder weltanschaulich motivierten ,Parallelgesellschaften' entgegenzuwirken und Minderheiten zu integrieren. Integration setzt dabei nicht nur voraus, dass die Mehrheit der Bevölkerung religiöse oder weltanschauliche Minderheiten nicht ausgrenzt; sie verlangt auch, dass diese sich selbst nicht abgrenzen und sich einem Dialog mit Andersdenkenden und -gläubigen nicht verschließen (…). Dies im Sinne gelebter Toleranz einzuüben und zu praktizieren, ist eine wichtige Aufgabe der öffentlichen Schule."Zur Auflösung der Fußnote[6] Deshalb sei "die mit dem Besuch der Schule verbundene Konfrontation ihrer Kinder mit den Auffassungen und Wertvorstellungen einer überwiegend säkular geprägten pluralistischen Gesellschaft trotz des Widerspruchs zu ihren eigenen religiösen Überzeugungen grundsätzlich zuzumuten".




Wenn man sich überlegt, wer häufig die Abschaffung der Schulpflicht fordert (wie im Thread gesehen) dann erklärt das Zitierte auch warum es wichtig ist, sie nicht abzuschaffen.
 
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