Der Stiefvater passt nicht zu meiner Familie, er ist wirklich ein Problem... ich bemühe mich sehr mit ihm auszukommen aber er erwidert nichts.
Ich bin hellhörig geworden, als Du geschrieben hast, daß Deine Mutter sich sehr verändert habe, seit sie mit ihm zusammen ist.
Ausserdem werde ich hellhörig, wenn von Streit zuhause die Rede ist und wie bei Euch von Aggression und Gewalt. Es ist zum Beispiel Gewalt, einer 14-Jährigen kein eigenes Dasein in einem Badezimmer zu ermöglichen. Bei jedem Demenzkranken würden wir es als Gewalt erkennen, ihm sein Alleinesein auf der Toilette zu nehmen, und Dir wird das nicht zugestanden. Das kann nicht sein, das ist unmenschlich, zutiefst unmenschlich.
Und das auf ein Nichtwissen der Eltern herunter zu reden und auf ein "Sie meinen es nur gut und das Kind ist halt an einer schwierigen Stelle des Jugendalters" wird Dir und Deiner Situation nicht gerecht.
Ich traue Dir durchaus zu, jeden möglichen Weg gegangen zu sein, der Dich in Kontakt mit Deinem Stiefvater und vor allem auch wieder mit Deiner Mutter bringen könnte. Ich glaube nicht, daß eine Vermittlung von aussen da etwas ändern könnte.
Außerdem lebe ich ja nur noch zwei und ein halbes Jahr in der Familie zu Hause. Dieses Jahr noch, dann ein halbes. Dann bin ich fort, Auslandsjahr. Dann noch ein Jahr und dann werd ich ausziehen, so sehe ich das. Vielleicht eine Studentenwohnung oder ich ziehe zu meiner Tante und studiere dann in Wien, sie wohnt da ziemlich im Zentrum.
Das erinnert mich gerade an meine Nichte. Sie hat den 3. Mann ihrer Mutter nicht mehr haben wollen, weil sie den Wechsel leid war. Aber mittlerweile mögen sie sich gern. Und das liegt daran, daß der Mann grundsätzlich in Ordnung ist und eine gute Wahl für eine Familie.
Ganz anders scheint mir aber Deine Situation zu sein. Du willst die Situation Deiner Mutter verbessern, vor allem, stimmt's? Weil Du sie liebst und weil Du als 14-Jährige bemerkst, wie sehr sie leidet.
Ich will nicht davonlaufen, sondern ich will es besser machen. Meiner Mutter würde es ja nur wehtun. Ich mag sie sehr, bloß ihre idiotischen Momente hasse ich so sehr, die werden halt immer häufiger weil sie sich auch in der Arbeit grade schwer tut. Ich will was verbessern und nicht einfach davonlaufen, darum gehts mir...
Vreni, ich glaube nicht daran, daß Du als das Kind Deiner Mutter Deine Mutter verändern kannst. Wenn Du mal schaust: auch Deine Mutter kann Dich ja nicht verändern. Du hast trotz allem Deine Gedanken und Gefühle, so sehr sie auch das gleiche Verhalten an den Tag legt, wie Euer beider Erzieher.
Ich finde das auch unendlich traurig und mich macht es eben deshalb betroffen, weil Du Taten beschreibst, die mir in beruflichen Zusammenhängen als Gewalt in der Familie bekannt geworden sind. Und die Kinder ändern das in der Regel nie.
Deine Mutter wird gegebenenfalls leiden, solange sie mit dem Mann zusammen sein wird. Sie hat sich dafür entschieden. Sie würde sagen, daß sie ihn liebt - wenngleich das für Aussenstehende sicher schwer zu erkennen ist. Schon allein die Streiterei würde ich jetzt meinem Verständnis von Liebe nach nicht als Liebe bezeichnen, sondern als ein Zeichen von Abhängigkeit und Kommunikationslosigkeit. Wo die Stimme und die Hand erhoben wird, da will ich nicht sein. Und auch kein sonstiges Kind, kein Jugendlicher und auch kein Erwachsener. Manche kennen es aber nicht anders. Du kannst sehr froh sein, daß Du deinen wirklichen Vater hast und daß Du ihn liebst und daß er Dir ein gutes Vorbild ist.
Übrigens gibt es recht unschädliche Tabletten, die man gegen Katzenallergien erfolgreich einnehmen kann. Durchaus auch über die angegebenen Zeiten hinweg.
lg ,und danke daß Du mich noch nicht aufgegeben hast nach meinem zugegebenermassen etwas agitiertem Verhalten, für das ich mich entschuldige. Es sind die männlichen Gefühle... wenn ich so etwas lese, dann könnte ich...