Es ist aber nicht unbedingt richtig das auf Religionen zu beschränken. Es geht immer um Ideologien. Und da gibt es ein interessantes Paradox: Von allen Ideologien hat der Kommunismus eigentlich immer noch das beste Image. Und Kommunismus ist allen Religionen sehr fern. Auch der Nationalsozialismus war ja eigentlich religions-fern.
Aber: Keine Ideologie hat so viele Opfer gefordert wie der Kommunismus.
Worauf ich aber hinaus will ist nicht was da besser oder schlechter ist, sondern: Es funktioniert psychologisch einfach alles gleich. Und am besten kann man das m.A.n. mit Sekten vergleichen, nur eben viel viel größer. Und diese Ideologien haben alle eines gemeinsam: Sie sind hochgradig manipulativ.
Es gibt noch eine die uns hier kaum auffällt: Kapitalismus/Neoliberalismus. Wir verehren das Kapital, monetäre Werte. Und das tun wir in einem Ausmaß das es ebenfalls viele Opfer fordert. Wir halten das für normal, aber das Ausmaß ist tatsächlich irre. Und wir haben das alle in unseren Köpfen - oder zumindest fast alle, mich eingeschlossen und jeden den ich persönlich kenne. Geld steht über fast allem und da werden Grenzen gesetzt die Beziehungen sprengen etc. Und als neoliberale Staaten, als kapitalistische Staaten, agieren "wir" höchst aggressiv. Und da spielt auch Propaganda eine ganz große Rolle, die übrigens zum Teil aus sich selbst heraus entsteht weil ja jeder glaubt dass es so richtig sei - auch die Journalisten.
Aber wenn man sich mal anschaut, wie viele Opfer dieses System fordert, im Inland und noch mehr im Ausland - das ist gewaltig. Und es ist eigentlich so extrem, dass es offensichtlich sein müsste. Wir stecken aber mitten in dieser Ideologie, haben sie in unseren Köpfen. Deshalb ist es nicht leicht das zu erkennen.
Man kann es aber, wie ich finde, an Kleinigkeiten erkennen:
1. Job ist für ganz viele wichtiger als Familie. Für uns ist es absolut normal und sogar ehrenwert, dass z.B. ein Mann so hart und viel arbeitet das er im Grunde 90% des Aufwachsens seiner Kinder verpasst.
2. Es ist für "uns" normal unsolidarisch zu sein - "Bei Geld hört die Freundschaft auf". Selbst in Familie und Verwandtschaft werden da oft glasklare Trennstriche gezogen. Das ist in anderen oft viel ärmeren Ländern sehr oft anders.
3. Reiche haben immer ein besseres Image als etwa Hartz4-Empfänger, und zwar egal wie sie zu Geld kamen. Und dabei sind "mafiöse" Geschäftskonzepte absolut nicht selten. Sie sind aber legal - was auch ne Menge über unsere Werte aussagt.
4. Wir beten allgemein "Reichtum" an - wir definieren darüber Erfolg. Alle unsere Stars sind reich und erfolgreich und zum Teil sind das doch Psychos. Trotzdem finden wir die weit faszinierender als Menschen die unscheinbarer aber doch tiefer sind und eben nicht mit so einem Fokus.
Es gibt viele Beispiele für das was ich meine. Und wenn man dann darauf schaut welche Länder am aggressivsten nach außen sind - es sind westliche Länder. Und der Grund ist v.a. die Sicherung unseres Wohlstands - Energie v.a. Und der nahe Osten ist das Hauptkriegsgebiet und das schon sehr lange.
Worauf ich hinaus will, und ich weiß dass das kontrovers ist: M.A.n. ist die Neigung den Islam sehr düster zu sehen Teil einer Propaganda unseres Systems. Denn es startete viel viel früher. Wer glaubt das sei gerechtfertig weil wir von Terroristen attackiert werden muss sich klar machen: Das erleben die da unten jeden Tag hundertfach. Wir nennen es nicht Terror sondern Krieg gegen den Terror. Aber Drohnen die ziemlich wahllos Menschen abknallen - das sind Terroranschläge. Kriege die auf der Basis von Lügen begonnen werden sind gigantische Terroranschläge. Und das sind Fakten.
Noch klarer wird es wenn man sich klar macht: Saudi Arabien wird nicht angegriffen obwohl das Land in 9/11 verstrickt war und IS-Finanzierung darüber läuft, im Grunde schon lange das ist was der IS sein möchte. Warum nicht? Sie folgen unseren Interessen, unserem Fokus auf monetäre Werte - die spielen unser Spiel mit.
Insofern: Wir sind nicht weniger in einer Ideologie gefangen. Es ist nur sehr schwer die eigene zu erkennen.