Schießerei in München

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Du hast nicht verstanden, dass vor 20 Jahren längst Ende mit der RAF war. Die meisten Terroraktivitäten von denen gab es in den 70er Jahren, was Du ja auch korrekt angemerkt hast.
Und zudem lässt sich das überhaupt nicht vergleichen. Die RAF mordete nicht wahllos, sondern gezielt politische Entscheidungsträger in Deutschland. In der Zeit vom 1971 - 1993 ermordeten sie 34 Menschen, schlimm genug und absolut zu verurteilen aber es stand keine weltunterjochungs Ideologie dahinter.
Im Gegensatz dazu der IS-Terror, der sich zum Ziel gesetzt hat, die ganze Welt von "Ungläubigen" zu befreien, aufgrund einer mittelalterlichen Islamauslegung und dabei bereits jetzt eine Unzahl von Morden begangen hat.
Jeder Vergleich zwischen diesen beiden Terrorgruppen hinkt.
 
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Ich habe hier einen interessanten Leserbrief im I-Net zum Thema gefunden, den ich inhaltlich unterstütze bzw. selber schon mehrere Male anmerkte, dass "Religion" und "Geisteskrankheit" oft ein und dasselbe ist bzw. das eine radikale Religion Geisteskrankheiten sogar noch verstärken können.

Textanfang:

Marcel Seiler / 23.07.2016

“Islamistisch” und “Geistig gestört” schließen sich keinesfalls aus. Es gibt geistige Störungen (etwa das Borderline Syndrom oder Schizophrenie), die sehr empfänglich für äußere Stimmungen und damit auch für gesellschaftliche Strömungen machen. Ein Klima, in dem islamische Terrorakte zum Alltag gehören und in gewissen Kreisen als gerechtfertigt angesehen werden, wird geistig Gestörte hervorbringen, die Aspekte davon übernehmen und Taten begehen werden, die sie in einem anderen gesellschaftlichen Klima nicht begangen hätten. Ob dies in München der Fall war, weiß ich nicht; im Moment ist ja über den Täter praktisch nichts bekannt. Sollte sich aber herausstellen, dass der Täter psychisch krank gewesen ist, so werden sicherlich viele Beschwichtiger behaupten, deshalb *könne* dies kein islamischer Anschlag gewesen sein. Ein solcher kategorischer Ausschluss ist falsch.

Textende.

Ich stehe mit meiner Meinung also nicht allein da.




Lg
Urajup

Ein kategorischer Ausschluss, dass eine psychische Störung ideologische Motive, etwa islamistische, ausschließt wäre natürlich falsch. Ich bin der Ansicht das ziemlich viele ne tendenzielle Störung brauchen um sich überhaupt in Ideologien zu flüchten. Der IS wird ne Menge Psychos in seinen Reihen haben, genau wie die Nazis einige echt kranke Gestörte ganz oben hatten.

Aber wenn es gar keine Hinweise auf irgendwelche religiösen Hintergründe gibt, dann liegt ein anderer Fehlschluss weit näher: Denn wir würden nicht über so etwas reden wenn der Junge nicht iranische Wurzeln hätte. Denn es gibt ja keine Hinweise auf besondere Religiösität. Falls die Info stimmt, dass er Breivik verehrte war der sogar tendenziell eher "christlich-extrem". De Maiziere sagte sogar, es gebe Hinweise (aber das sind noch keine Fakten) er könnte zum Christentum konvertiert sein. Er heißt ja auch "David Ali"... zwei Vornamen.

Grundlegend ist es m.A.n. so dass eine Art "psychische Störung", aus welchen Umständen auch immer, die Ursache ist und eine mögliche Ideologie dann nur da "draufgesetzt" wird. Es gibt ja viele Kids die auf der Suche nach etwas sind worüber sie z.B. ihr Selbstbewusstsein aufbauen wollen oder sich "heimisch" fühlen wollen. Es gibt viele Nazi-Kids die genau so gut in linken Gruppen sein könnten - die Nazis waren nur einfach näher. Und es gibt m.A.n. auch viele die wegen sehr persönlicher Probleme eine Faszination z.B. für den IS entwickeln.

Ich glaube, das persönliche Probleme fast immer Ursache sind und jede Form der Ideologie danach kommt. Das war m.A.n. auch bei Hitler. Oder nimmt Sektenführer und Sektenmitglieder - die geben sich gegenseitig das was sie persönlich(!) brauchen. Selbstbewusste/-sichere Menschen können in so etwas gar nicht hineingeraten glaube ich.
 
Und zudem lässt sich das überhaupt nicht vergleichen. Die RAF mordete nicht wahllos, sondern gezielt politische Entscheidungsträger in Deutschland. In der Zeit vom 1971 - 1993 ermordeten sie 34 Menschen, schlimm genug und absolut zu verurteilen aber es stand keine weltunterjochungs Ideologie dahinter.
Im Gegensatz dazu der IS-Terror, der sich zum Ziel gesetzt hat, die ganze Welt von "Ungläubigen" zu befreien, aufgrund einer mittelalterlichen Islamauslegung und dabei bereits jetzt eine Unzahl von Morden begangen hat.
Jeder Vergleich zwischen diesen beiden Terrorgruppen hinkt.

Wie im Link über die RAF auch zu lesen ist...
"Sie war verantwortlich für 34 Morde an Führungskräften in Politik, Wirtschaft und Verwaltung, deren Fahrern, an Polizisten, Zollbeamten und amerikanischen Soldaten sowie für die Schleyer-Entführung, mehrere Geiselnahmen, Banküberfälle und Sprengstoffattentate mit über 200 Verletzten."

Also völlig gezielt. :rolleyes:
Wobei - das ja schon wieder so ne nette Relativierung der Taten ist, ... sie machten es nur gezielt. Das wird die, die ungezielt davon betroffen waren, aber schwer erleichtern.:rolleyes:
 
Zb... er war aber neben depressiv auch noch Deutscher... und ist im christlichen Kontext sozialisiert worden. Was genau sagt dir das jetzt?
Diese klugscheisserische ansage kannst du dir sparen. Es ist eine Tatsache, dass is-Terroristen nun mal Moslems sind und der Islam ist auch eine faschistische Religion, schließlich wird zu Mord an ungläubigen aufgerufen.
was sagst du jetzt?
 
Na, dafür, dass es sich um ein islamistisch motiviertes Attentat handelt.

Einen Beweis gibt es nicht. Noch nicht. Im Grunde spekulieren hier doch alle. Der eine ist sich totaaaal sicher, es handelt sich "nur" um einen psychisch Kranken, andere - so wie ich - schließen einen religiös/konservativen Hintergrund als "Mittäter" nicht aus. Im Grunde sehe ich alle ultra-konservativen Religionen als böse Anstifter an. Wenn ich also einem Feindbild anhänge, dann dem, dass die Gehirne von ganz normalen Menschen mit religiösem Müll vernebelt werden und sich "Gläubige" - die sich erwachsene Menschen nennen - auf Texte eines Buches berufen, welche Männer vor Tausenden von Jahren geschrieben haben, die m.E. mit Sicherheit psychisch ebenfalls stark gestört waren und eigentlich einer Therapie bedurften.
Ich finde das alles tief, tief traurig.

Urajup
 
Amoklauf ist eine völlige Raserei. Unkontrollierte Wut. Das passiert öfter bei psychischen Störungen oder eben auch bei der Wahl von falschen Peychopharmaka.
Nein. Amokläufe werden geplant.

Das Wort ist ein Teekesselchen. Man benutzt es zwar auch, wenn ein Mensch spontan ausrastet, hier ist damit aber gemeint, dass ein Täter wohl geplant und organisiert "ausrastet". Und das bei vollem Verstand. Der Breivik wurde auch für zurechnungsfähig erklärt. Deshalb kann man due Bedeutung, die du hier versuchst zu suggerieren, nicht anwenden. Der Typ hier hat sein Vorhaben geplant, sich eine Waffe organisiert, wozu er bei klarem Verstand sein musste. Und auch auf dem Parkdeck konnte der sich noch klar artikulieren und mächtig schimpfen.
 
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Stimmt - gebe ich Dir voll Recht.
Aber der Einzelne Mensch in Europa kann nix dafür -
Deswegen versteh ich nicht - warum unschuldige Menschen tot geschossen werden.

Klar - unschuldig ist keiner von uns.

Aber ich verstehe es nicht welches Bild man von uns hat - dass man einfach wahllos Menschen töten kann - von denen man nix weiß, wo man nicht sagen kann - den - weil der hat.....

Da versteh ich eher Anschläge auf Konzerne.
Aber die sind e so abgesichert, dass es nicht möglich ist.

Weißt - wir könnten alle friedlich zusammen leben.
Warum funktioniert das nicht?

Zusammen hätten wir die Möglichkeit.



Es trifft bei dieser Art der Gewalt leider immer die Unschuldigen, denn genau da will man ja ansetzen. Damit die Bevölkerung verunsichert wird, dass man sich nicht mehr traut, seinem gewohnten Leben nachzugehen.

Vielleicht werden wir nun langsam mal nachvollziehen können, was die Menschen im Irak oder in Afghanistan fast täglich so mitmachen, bei ständig drohenden Bombenanschlägen. Gerade eben wurde gesagt, dass in Kabul heute wieder 60 Menschen ums Leben kamen. 60!

Solange der Mensch nicht lernt, seine Gier zu beherrschen, solange deshalb irgendwo auf der Welt ein Mensch leidet, wird es ein Traum bleiben, friedlich zusammen zu leben. Diese Hoffnung hege ich natürlich trotzdem auch. Und man kann in seinem eigenen Umfeld dazu beitragen, dass es friedlich ist und bleibt. Und hoffen, dass andere das sehen und sich ein Beispiel nehmen. Es dauert, aber möglich ist es. Meistens bin ich Optimist.:)
 
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