Sanatana Dharma, die ewige Ordnung

Das Kastenwesen kann als natürlich gesehen werden, die Hierarchie innerhalb eines Kastenwesens m. M. n. aber nicht.
 
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Krishna sagt in der Bhagavad-Gita, was die Eigenschaften eines Brahmanen sind:


"Friedfertigkeit, Selbstbeherrschung, Enthaltsamkeit, Reinheit, Duldsamkeit, Ehrlichkeit, Gelehrsamkeit, Weisheit und Religiosität sind die Eigenschaften, die die
Handlungsweise der Brahmanen bestimmen."

(Bhagavad-Gita 18.42)

Damit sind wir wieder bei den vier religösen Prinzipen, denn ihre Einhaltung führt nach und nach zum Aufstieg im Kastensystem. Umgekehrt führt ihre Nichteinhaltung zu gesellschaftlichem Abstieg.

Das ganze Universum besteht aus den drei Erscheinungsweisen (Gunas)

  • Sattva (Tugend)
  • Rajas (Leidenschaft)
  • Tamas (Unwissenheit)

Auch die Kasten lassen sich ihnen zuordnen, wobei die Bahmanen Sattva, die Kshatriyas Rajas und die übrigen Tamas darstellen. Die Ansprüche für die oberen Kasten sind also hoch und es reicht nicht immer am Arbeitsplatz anwesend zu sein und sich durch Beziehungen allmählich nach "oben" zu mogeln.

Das vorherrschende Guna in sich selber kann man wiederum durch die Ernährung beeinflussen. Denn der Mensch ist, was er isst. Die Zuordnung sieht folgendermaßen aus:

  • Sattva - Ghee, Honig, Vollkorngetreide, frisches Obst und Gemüse
  • Rajas - Ingwer, Pfeffer, Chili
  • Tamas - Fleisch, Alkohol, Giftstoffe

Das sieht man wieder, dass alles zusammenhängt und insgesamt eine sinnvolle Ordnung ergibt. Ansetzen kann man am besten bei der Ernährung und der Einhaltung der vier religiösen Prinzipien um sich selber weiterzuentwickeln zu Befreiung von der materiellen Welt und Ausstieg aus dem Rad der Wiedergeburten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Unser Ziel sollte aber sein aus dem Rad der Wiedergeburten auszusteigen und Befreiung zu erlangen.
Ich kann in den Veden allerdings nichts von dieser Idee abgewinnen. Gefühlsmäßig würde ich sagen, das Rad der Wiedergeburten trifft nur auf manche zu, aber längst nicht mehr auf alle.
Außerdem empfinde ich die Vorstellung als lästig, mich immer nach geschriebenen Richtlinien - wie unter anderem die der Veden - zu orientieren, aber jedem das seine. :)
 
Ich kann in den Veden allerdings nichts von dieser Idee abgewinnen. Gefühlsmäßig würde ich sagen, das Rad der Wiedergeburten trifft nur auf manche zu, aber längst nicht mehr auf alle.

Das ist klar, die Vorstellung aus dem Rad der Wiedergeburten auszusteigen ist dem Europäer zunächst völlig fremd. Seine Ziele sind meist Geld, ein toller Partner, Häuschen, Porsche oder was auch immer. Aber aus der materiellen Welt aussteigen? Wohin denn?

Die spirituelle Welt gibt es ja in seiner Vorstellungswelt gar nicht, daher kann er auch nicht dorthin gehen, denkt er. Man kann nicht etwas anstreben, was man gar nicht kennt. Daher muß man in unserer Situation einfach den heiligen Schriften glauben, dass es einen Himmel gibt. In dem Maße in dem man ihren Anweisungen folgt erkennt man allmählich was Spiritualität ist.
 
Das ist klar, die Vorstellung aus dem Rad der Wiedergeburten auszusteigen ist dem Europäer zunächst völlig fremd.
Das meinte ich nicht. Ich glaube eher, dass schon sehr viele ausgestiegen sind - und nun freiwillig hier sind. Also keine Abhängigkeit vom Rad der Wiedergeburten. Früher mag dies anders gewesen sein.
 
Ich glaube eher, dass schon sehr viele ausgestiegen sind - und nun freiwillig hier sind.

Klingt ja, als ob das alles ganz einfach wäre. Dann könnte man die materielle Welt verlassen wann immer man will und dann zurückkehren, ganz nach Lust und Laune.

Der Überlebenstrieb des Körpers ist aber sehr stark. Stell dir vor du bist 1 m unter Wasser und willst den nächsten Atemzug holen. Dann wirst du alles tun um an die Wasseroberfläche zu kommen. Notfalls sogar den eingeklemmten Arm abschneiden. So stark ist der Überlebensimpuls.

Selbst wenn du dann den Körper endgültig verlassen hast hängst du immer noch an der materiellen Welt. Einerseits mit deiner Schuld (Karma) und anderseits mit deinen unerfüllten Wünschen (Kleshas).

Das Karma umfasst die unbezahlten Rechnungen, die noch offen sind und bezahlt werden müssen. Dabei gibt es auch Karma, das über viele Leben reicht.

Die Kleshas sind deine Identifikation mit einer menschlichen Existenz. Welches Geschlecht, welche Körpergröße, Hautfarbe, Schulbildung, was du alles besitzt und womit du dich identifizierst. Deine Vorlieben und Abneigungen. All das willst du nicht einfach aufgeben sondern weitermachen. Das führt dann zu Wiedergeburt, damit du wieder Fußballspielen, in die Kneipe gehen und all die Sachen machen kannst, die du mochtest. Oder die Sachen weiter bekämpfen kannst, die du nicht mochtest.

So einfach ist also nicht aus dem Rad der Wiedergeburten auszusteigen. Wir müssen vorher unser Karma und die Kleshas auflösen. Und das kann 500 Leben und länger dauern.
 
Klingt ja, als ob das alles ganz einfach wäre. Dann könnte man die materielle Welt verlassen wann immer man will und dann zurückkehren, ganz nach Lust und Laune.
Was hat das damit zu tun? Ich meinte, freiwillig inkarniert, ohne die vorherige Notwendigkeit, reinkarnieren zu müssen. Dabei unterwirft man sich denselben Regeln, wie ein Wesen innerhalb des Rades der Wiedergeburt.
Selbst wenn du dann den Körper endgültig verlassen hast hängst du immer noch an der materiellen Welt. Einerseits mit deiner Schuld (Karma) und anderseits mit deinen unerfüllten Wünschen (Kleshas).
Und gerade das trifft nicht auf jeden zu. Viele Menschen sind nämlich gar nicht ursprünglich von der Erde, was aber zur Zeit der Verschriftlichung der Veden und vieler anderer Glaubensinhalte noch nicht in dem Maße der Fall war.
So einfach ist also nicht aus dem Rad der Wiedergeburten auszusteigen. Wir müssen vorher unser Karma und die Kleshas auflösen. Und das kann 500 Leben und länger dauern.
Jetzt gibt es bereits Menschen mit mehreren Tausend hinter sich gebrachten Reinkarnationen. Aber das willst du mir sicherlich nicht glauben. :p;)

Die Schriften der Veden sind richtig, aber veraltet.
 
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Ich habe irgendwo gelesen - ich glaube, es war im Wikipedia - dass das Festhalten an Schriften, Worten oder Prinzipien eine Quelle des Leids sein kann.
... in Bezug auf Dharma.

Dennoch - oder gerade deshalb - erachte ich diese Prinzipien für gültiger für das menschliche Sein, als der Personenkult des Westens (Abraham, Moses, Jesus, Franz, ...).
 

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