Einfach keine Waffen mehr liefern.
Dann wird es alles schön in der ehemaligen Ukraine.
Putin ist einfach ein guter Typ.
Sahra Wagenknecht lehnt Waffenlieferungen des Westens an die Ukraine ab und fordert Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten.
taz.de
Schauen wir uns mal einige Aussagen von Frau Wagenknecht im Detail an.
Schon am Ende der ersten Antwort sagt sie:
Der Westen sollte Russland anbieten, keine Waffen mehr zu liefern, wenn Russland dafür zu einem Waffenstillstand und Friedensverhandlungen bereit ist. Das setzt allerdings voraus, dass auch die Ukraine dazu bereit wäre.
Das ist schon ziemlich perfide. Eine wirksame Botschaft an Putin wäre: "Wir werden der Ukraine so lange Waffen liefern, wie Du schießen lässt." Einer derartige Drohung an Putin bzw. Versprechen an die Ukraine kann und will aber natürlich niemand geben. In der Form, wie Frau Wagenknecht es
anbieten will, serviert sie ihm die Ukraine auf dem Silbertablett.
In der Antwort auf die zweiten Frage sagt sie:
Die Frage ist: Was will Russland? Viel spricht dafür, dass Russland mit diesem Krieg vor allem einen absehbaren Nato-Beitritt der Ukraine, inklusive amerikanischer Militärstützpunkte und Raketenbasen, verhindern wollte. Die Russen wären bei den Verhandlungen in Istanbul im März 2022 dazu bereit gewesen, sich auf die Linien des 24. Februar 2022 zurückzuziehen. Das hat auch der ukrainische Vertreter bestätigt. Das könnte der anzustrebende Kompromiss sein: Neutralität gegen ein Ende dieses Krieges.
Russland will nicht nur den NATO-Beitritt sondern auch den gewünschten EU-Beitritt verhindern. Diese "Neutralität" wäre keine wirkliche Neutralität, sondern würde die Ukraine der Willkür Russlands - sowohl militärisch als auch wirtschaftlich überlassen - ein Land ohne Bündnisfreiheit, wobei Putin sicher nichts dagegen hätte, wenn dann wieder engere Wirtschaftverhältnisse mit Russland geknüpft würden.
Die Ukraine - und damit meine ich auch einen großen Anteil des Volkes und nicht nur die aktuelle Regierung - will aber der EU beitreten. DAS haben auch schon die Maida-Proteste anno 2014 gezeigt. Und der Angriff jetzt zeigt auch deutlich, dass die Ukraine ein Verteidigungsbündnis dringend nötig hat. Mit dem Angriff treit Putin die Ukraine quasi in die NATO.
Der "Kompromiss", der Frau Wagenknecht da vorschwebt, ist de Fakto kein Kompromiss, sondern würde ALLE Wünsche Putins erfüllen und der Ukraine die Bündnisfreiheit rauben - und das mindestens bezüglich dem EU-Beitritt entgegen dem gezeigten Willen des Volkes.
Selensky hat sich ja damals durchaus Kompromissbereit gezeigt, indem er erklärt hat, dass er (aus damaliger Sicht) auf den NATO-Beitritt verzichten könnte. Wenn es Putin nur darum gehen würde, ihm die Gebiete nicht so wichtig wären und er der Ukraine den Beitritt in die EU erlauben würde, dann wäre er auch schon damals auf diese Äußerungen von Selensky eingegangen. Das tat er allerdings nicht. Und durch den fortgesetzen Angriff hat sich die Priorität natürlich verändert, und es wird umso klarer, wie dringend die Ukraine auch ein militärisches Verteidigungsbündnis benötigt.
Es ist übriegns keineswegs so, dass NATO-Mitgliedschaft implizieren würde, dass US-amerikanische Armeestützpunkte und Raketenbasen in dem Land errichtet würden. Finnland ist beispielsweise soweit ich weiß mit der Prämisse eingetreten, dass das nicht passieren wird. Und auch die NATO-Mitgliedschaft des vereinigten Deutschlands hat für lange Zeit keine weiteren US-amerikanischen Basen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR beschert.
Besonders perfide finde ich folgende Aussage von ihr:
Kriegsverbrechen, wie grauenhaft sie immer sein mögen, sind doch kein Grund, das Bemühen um ein Ende des Krieges aufzugeben. Der Abbruch der Verhandlungen war auf jeden Fall ein Fehler. Die Möglichkeit, sich zu einigen, war damals größer als heute. Ob Russland heute noch bereit wäre, sich auf die Vorkriegslinie zurückzuziehen, ist fraglich.
Verhandlungen ergeben nur dann Sinn, wenn ein faires Ergebnis erkennbar ist, was auch den Namen Kompromiss verdient. Das ist sicher nicht der Fall, wenn derartige grausame Kriegsverbrechen bekannt werden und sich der Aggressor herzlich wenig Kompromissbereit zeigt. Es ist schon ein hartes Stück von Frau Wagenknecht, das der Ukraine und nicht Russland vorzuwerfen.
Und zur Erinnerung: Frau Wagenknecht meint die Frontlinie vom Februar 2022. Ihre Bezeichnung "Vorkriegslinie" ist ein Euphemismus, denn der Krieg begann aber schon 2014 mit dem Einmarsch auf die Krim und Dombass.
Frau Wagenknecht fasst zusammen:
Das ist Ihre These. Im Frühjahr 2022 gab es eine Chance, den Krieg zu beenden, wenn man kompromissbereit gewesen wäre.
Oder im Klartext: Im Frühjahr 2022 hätte der Krieg beendet werden können, wenn die Ukrtaine einfach Putin versprochen hätte, nie wiexder mit der EU und der NATO zu flirten und damit jegliche eigenständige Souveränität aufgegeben hätte und sich in einen Zombiw-Staat in der absoluten Willkür Russlands verwandelt hätte.
Meine Schlussfolgerung: Frau Wagenknecht ist ein waschechter Putin-Troll. Alles was sie sagt, läuft nur darauf hinaus, Putin alles vollumfänglich zu geben, was er will. Dass sie den Angriff verurteilt, ändert daran nichts - Putin und Putin-Trollen ist die Beliebthrig Russlands egal. So heucheln sie dann mitunter Mithefühl und verurteilen zwar den Angriff, aber billigen unterm Strich Russland alle Wünsche zu, der Ukraine aber keinerlei Freihriten mehr, die sie weiter verteidigen dürften. Das nennen sie zwar "Verhandlungen" und "Kompromiss", es wäre aber de Fakto unterm Strich nur komplette Kapitulation.