Joey
Sehr aktives Mitglied
Ich denke tatsächlich, dass das zu früheren Zeiten bzgl. EU-Beitritt anders war . Erst mit dem Verhalten Putins und natürlich erst Recht mit dem Überfall hat sich das erledigt. Vor dem Krieg hat Olaf Scholz noch versucht zu verhandeln für die Gegend welche an Russland grenzt. Was wenig nützt werden die Geschichten einer Arbeitskollegin sein, weil das halt nicht nachweisbar ist. Da haben sich durchaus viele zu Russland zugehörig gefühlt und das Denken, die kleine Schwester von Russland zu sein -war- verbreitet. Das zählt für mich zum Thema „Regen“. Die Positionen in der Ukraine-waren- damals uneindeutig - weit entfernt von wenigen Prozenten, welche Du hier andeutest. Das ist ne deutliche Position gewesen. In dem Kontext machte dann auch Scholl-Latours Lösungsvorschlag Sinn.
Und nochmal: Was bedeutet bei Dir "uneindeutig"? Ich habe nicht behauptet, dass der Anteil der EU-unwilligen Bevölkerung in der Ukraine nur wenige Prozent betragen würde. Aber nochmal: Der Anteil der Menschen, die die Annäherung an die EU begrüßten, war groß genug, dass es zum Präsidentensturz ausreichte, als eben der damalige Präsident gegenüber der EU einen Rückzieher machte. Das ist nicht zu marginalisieren, wie Du es scheinbar versuchst, indem Du auf die Existenz der Gegenmeinung pochst. Dass es auch eine deutliche Position gegen die EU-Annäherung gab, ist unbestritten - es gibt aber fast immer und überall deutliche Positionen gegen alle möglichen Kurse und Entscheidungen.
Wenn ich das differenzierter sehe als Du und ich damit für Dich uneindeutig bin, dann ist das halt so. Einfache Antworten sind mir da zu billig.
Und wer sich nur mit Meinungen der Mehrheit lverbinden kann ist ein mindestens so übler Demokrat wie ein Verschwörer.
Nochmal: Der EU-Willen im Volk war groß genug, dass es zum Volksaufstand kam, als der damalige Präsident einen Rückzieher gegenüber der EU machte. Es ist nicht differenzierter, das zu ignorieren, in den Wind zu schießen und NIE auch nur einen Hauch darauf einzugehen, sondern darauf zu pochen, dass es ja auch eine Gegenposition gab. Das ist nämlich nur dahingehend eine Binsenweisheit, weil es derartige mitunter auch deutliche Gegenpositionen fast immer und überall gibt.
Natürlich kenne ich Sarah Wagenknecht und die Emma-Frau. Ich habe aber nur am Rande von diesem Brief mitbekommen und nicht genug gelesen oder gehört, um mir ein Bild zu machen. Das Wenige, was ich von Wagenknecht mitbekommen habe finde ich allerdings nicht schlecht. Eine Frau mit hohem IQ und realistischer als Die Linke.
Und ich habe diesen Brief und die Erklärungen dazu sehr genau studiert und verfolgt, weil ich den Grundtenor ja gut und nachvollziehbar finde: Ich wünsche mir auch schnellen Frieden, wie wahrscheinlich fast jeder Mesnch. Nun behaupten Wagenknecht und Schwarzer, dass es einen guten tragfähigen und faieren Frieden geben kann, wenn die militärische Unterstützung der Ukraine eingestellt wird und so das Land dazu "ermutigt" - eigentlich gezwungen - wird, in Verhandlungen mit Russland zu treten. Da habe ich nun genau gesucht, was Schwarzer, Wagenknecht oder andere Unterzeichner auf die Frage geantwortet haben, wie diese Verhandlungen denn fair verlaufen sollten - wie also Putin dazu gebracht werden soll, nicht einfach zu sagen: "Ich höre erst auf zu schießen, wenn ALLE meine Wünsche erfüllt sind." In dem Brief ist zwas salbungsvoll von einem "Kompromiss, mit dem beide Seiten leben können." die Rede, aber es gibt KEINE konkreten Anhaltspunkte dahingehend, wie auch Putin gezwungen würde, deutliche Abstriche in seiner Wunschliste zu machen. Und Schwarzer, Wagenknecht und diverse Mit-Unterzeichner wurden auch explizit gefragt, wie sie sich das vorstellen... eine konkrete nachvollziehbare Antwort gab es darauf nicht. Und so kann ich den Brief und die Forderungen darin schlussendlich doch nicht unterstützen, so verständlich und nachvollziehbar ich den Wunsch dahinter auch finde.