Russland greift Ukraine an

Vieles von dem, was Du bei mir als Binsenweisheit deklarierst wird aber in diesem Thread in Frage gestellt oder als trollig.

Nein, die Binsenweisheiten an sich sind kein Trolling. Das sind Aussagen, die ich auch schon hier getätigt habe, ohne dass ich dafür als Putin-Freund o.ä. bezeichnet wurde.
Es geht eben um das, was Trolle aus den Binsenweisheiten weiter rausdrehen, und was dann auch in anderen Beiträgen unterschwellig mitzuschwingen scheint. Ich habe ja einige Beispiele von unbestrittenen Aussagen (Binsenweisheiten) in grün, und was Putin-Trolle daraus weiter heraus-drehen, was aber eben falsch bzw. "strittig" ist, in rot dahiner aufgeführt. Das offene Trolling sind dabei eben nur die roten Textanteile, die aber definitiv keine Binsenweisheiten sind sondern falsche Schlussfolgerungen.

Und wenn im Kontext, in dem diese Binsenweisheiten genannt werden, mitschwingt, dass irgendwie die Entscheidungen der Regierung(en) der EU beizutreten oder sich weiter zu verteidigen delegitimiert wird, dann kann auch das manchmal als Trolling gewertet werden. Die roten Aussagen-Anteile stehen dann zwar nicht explizit dar, schwingen aber im Subtext mit, weil der Kontext es so hergibt und die Äußerung sonst davon gelöst keinen Sinn ergibt.

Warum wolltest Du mich zum Beispiel gestern drauf hinweisen, dass der Wille der ukrainischen Bevölkerung zur EU-Annäherung und -Beitritt nicht so eindeutig war, wie ich es "glauben machen will"? Die EU-Willigkeit war immerhin groß genug, dass es zum Volksaufstand ausreichte, als der damalige Präsident Wiktor Janukowytsch einen Rückzieher machte. Das ist denke ich durchaus groß genug, dass man vom "Willen des Volkes" sprechen kann, auch, wenn es sicher nicht 100% sind. Den Hinweis, dass es nicht eindeutig wäre, sehe ich dann eigentlich als irrelevant. Absolut eindeutige 100%-Zustimmung finden Regierungsaktionen sowieso nie. Der Hinweis ergibt eigentlich nur dann Sinn, wenn man irgendwie die Annäherungsbemühungen damals und heute künstlich delegetimieren will, als würde es eben nicht von einem signifikanten Anteil der Bevölkerung gutgeheißen. Und Putin-Trolle gehen nunmal auch direkt explizit so vor, dass sie sogar Verschwörungsmythen darüber spinnen, dass dieser Aufstand damals eine False-Flag-Aktion war, um weiter so tun zu können, dass das Volk ja eigentlich nie wirklich zur EU sondern leiber zu Russland gehören wollen würde... also um Annäherungs- und Beitrittbemühungen zur EU zu delegitimieren.

Was also wolltest Du mit dem Hinweis aussagen? In dem Hinweis und Kontext schwingt nunmal auch mit, dass Du die Bemühungen delegitimieren wollen würdest, als wenn Du auch denken würdest, dass doch sicher nur ein sehr kleiner Anteil der Bevölkerung das wollte. Und das kann dann mitunter auch als Putin-Trolling gelesen werden, auch, wenn Du es nicht so meinst. Erst Recht, wenn man eben diese Pseudo-Argumentation inklusive Verschwörungsmythos der Putin-Trolle mehrfach schon im Internet auf diversen Plattformen gelesen hat.

Ich lese ehrlich gesagt nicht viel über die AfD und bin in keinem sozialen Netzwerk, Twitter oder sonswas unterwegs. Ich lese sporadisch in verschiedenen Wochenzeitungen von links bis konservativ. Wenn da nun steht, es regnet und ein AfD ler oder Troll sagt ebenfalls es regnet, dann ist das halt so, kann ich nicht wissen.

Der AfD-ler sagt ja nicht nur: "Es regnet" (mitunter manchmal eine Binsenweisheit), sondern pseudo-argumentiert dann weiter, dass das doch sicher beweisen würde, dass der Klimawandel doch nur ein Schwindel wäre (Keine Binsenweisheit, sondern eine definitiv falsche Schlussfolgerung aus den Fakten).

Wenn dann im Kontext einer Klima-Diskussion jemand äußert: "Aber es regent doch...", so schwingt da auch mit, dass dieser jemand evtl. auch den Klimawandel anzweifeln wollen würde. Die Aussage: "Es regnet" wird dabei nicht als Trolling bezeichnet, aber die Implikationen, die die Äußerung und der Kontext mit tragen oder zumindest mit zu tragen scheinen.

Mag sein, das andere deutlich mehr Zeit haben als ich um in Netzwerken rumzuhängen, aber da ich zuverlässigere Quellen benutze und Du das weiterhin offen lässt , ob ich nach Deiner Wahrnehmung trolle ist das für mich hier kein respektvoller demokratischer Umgang.

Du willst wissen, ob Du meiner Wahrnehmung nach trollst?

Also: Auch in Deinen Aussagen und dem Kontext, in dem Du sie äußerst, treiben auch solche Implikationen mit, als wolltest Du z.B. die Bemühungen zum EU-Beitritt oder die Verteidigung des Landes als bloße Entscheidung der "Regierung und Generäle" deligitimieren wollen. Das was Putin-Trolle teilweise explizit äußern, scheint darum in einigen Beiträgen auch implizit mit drin zu stecken. Ob Du tatsächlich so denkst, weiß ich nicht. Aber dann will ich halt Dir und anderen gerne erklären, wie Putin-Trolle so agieren. Das kann Dir dann z.B. die Gelegenheit geben, darüber nachzudenken, was Du genau schreibst, und wieso es bei anderen möglicherweise in den falschen Hals kommt.

Und falls Du tatsächlich doch so denken solltest, dass eben die Menschen der Ukraine nie signifikant wirklich in die EU wollten, falls Du auch dem Verschwörungsmythos anhängst, der Sturz von Janukowytsch wäre eine False-Flag-Aktion gewesen, oder dass die Menschen in der Ukraine sich großteilig lieber sofort ergeben und zu Russland gehören würden, bist Du herzlich eingeladen, genau DAS mal offen zu schreiben. Auch das würde Deine Position dann mal deutlich definieren. Du würdest Dich zwar hier im Thread ordentlich unbeliebt machen und viel Gegenwind ernten, aber es würde dieses rumgeeiere beenden, was Du nun gesagt hast und was nicht bzw. was nur richtigerweise oder falscherweise reininterpretiert wurde.

Von Wagenknecht und Der anderen Lady habe ich auch noch nichts gelesen, keine Ahnung, wo die rumtwittern, meine zeitlichen Fenster sind begrenzt.

Du kennst Sarah Wagenknecht und Alice Schwarzer nicht? Ernsthaft?

Sarah Wagenknecht (https://de.wikipedia.org/wiki/Sahra_Wagenknecht) ist eine Politikerin im deutschen Bundestag, bis vor kurzem in der Fraktion der Linken, wo sie kürzlich ausgetreten ist um eine neue eigene Partei zu gründen.

Alice Schwarzer (https://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Schwarzer) ist eine bekannte Journalistin, Publizistin und Frauenrechtlerin, die u.a. die Feminismuszeitschrift Emma herausgibt. Mittlerweile ist sie über 80 Jahre alt, aber sie war vor allem in den etwa 1970er bis 2000er Jahren sehr sichtbar und in allen möglichen Printformaten und Fernsehdokus aktiv.

Beides durchaus bekannte Menschen, die auch den deutschen Intellektuellen zugerechnet werden, wie auch die Leute, die Du aufgeführt hast.

Die beiden haben im letzten Jahr einen offenen Brief an die Regierung verfasst, in dem sie dazu aufriefen, die Waffenlieferungen zu stoppen und so die Ukraine dazu zu "ermutigen" Friedensgespräche mit Russland einzugehen. Dieser Brief wurde von diversen prominenten Menschen dann noch mit unterzeichnet - u.a. übrigens auch von R. D. Precht, den Du selbst hier aufführst.

Und diese Aktion war nicht nur in sozialen Netzwerken sichtbar, sondern wurde auch in den Tages- und Wochenzeitungen und vielen anderen Printmedien rauf und runter behandelt und diskutiert.

Aktuell habe ich halt Urlaub und habe im Hotel genug Zeit. Ich dachte in dem Kontext eher an Schmidt, Scholl-Latour, Precht, den ehemaligen NATO-Generalsekretär, den Nahost-Sicherheitsexperten, der früher in der „Zeit“ geschrieben hat, ect., Merkel und den jüngst verstorbenen 100.Jährigen. Vielleicht nicht alles fehlerlose Menschen, aber garantiert alle klüger als wir hier im Thread.

Schmidt und Scholl-Latour sind mittlerweile tot und haben sich bezüglich dem Konflikt nur im Kontext des Einmarschs auf die Krim geäußert. Ich habe gerade nicht auf den Schirm, was Schmidt so dazu konkret gesagt hat, aber dem, was Scholl-Latour sagte, stimme ich nicht zu.

Precht ist sicher ein kluger Mensch, und ich habe seine Bücher gerne gelesen, die z.B. einen guten Überblick in die verschiedenen Richtungen in der Philosophie bieten. Was er über den Ukraine-Konflikt so gesagt hat, kann ich aber nichts abgewinnen. Auch er redet z.B. von Friedensverhandlungen und liefert keine konkret nachvollziehbare Antwort darüber, wie z.B. Putin dazu gebracht werden soll, dass er der Ukraine auch sicher deutliche Zugeständnisse machen würde. Wenn sich das nicht irgendwie abzeichnet, würden Verhandlungen nur darauf hinauslaufen, dass Putin sinngemäß sagt: "Ich höre nur auf zu schießen, wenn ALLE meine Wünsche erfüllt werden. Wenn Ihr keine Unterstützung mehr bekommt und Euch nicht mehr wehren könnt... umso besser." Das Ergebnis wäre nicht einmal ein Kompromiss sondern eben tatsächlich nur die komplette bedingngslose Kapitulation.
So klug ich Precht auch einschätze... so lange auch er auf diesen Punkt keine richtige und nachvollziehbare Antwort gibt, kann ich seine Ideen zur Lösung des Ukraine-Krieges nicht wirklich ernst nehmen.

Und da muss man sich schon fragen, wer hier trollig ist. Doch diejenigen, welche schnodtrig selbige missachten oder gar verachten. Es war zu Brands Zeiten normal und auch gut sich Russland anzunähern und war sicher bis zu Putins Rede im Bundestag sicher eine gute Sache, gemeinsam Probleme zu lösen oder gar zusammen zu wachsen.

An sich eine gute Sache. Wenn er sich aber dermaßen daneben benimmt und ein Nachbarland absolut ungerechtfertigt überfällt, weil ihm nicht gefällt, dass dieses Land Bündnisse sucht, die ihm nicht passen, dann ist ihm eben auch zu zeigen, dass dieses Verhalten NICHT toleriert wird.
 
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Und falls Du tatsächlich doch so denken solltest, dass eben die Menschen der Ukraine nie signifikant wirklich in die EU wollten, falls Du auch dem Verschwörungsmythos anhängst, der Sturz von Janukowytsch wäre eine False-Flag-Aktion gewesen, oder dass die Menschen in der Ukraine sich großteilig lieber sofort ergeben und zu Russland gehören würden, bist Du herzlich eingeladen, genau DAS mal offen zu schreiben. Auch das würde Deine Position dann mal deutlich definieren. Du würdest Dich zwar hier im Thread ordentlich unbeliebt machen und viel Gegenwind ernten, aber es würde dieses rumgeeiere beenden, was Du nun gesagt hast und was nicht bzw. was nur richtigerweise oder falscherweise reininterpretiert wurde.

Sic!
 
Ah. DER Klassiker "Niemand hat die Absicht..."


Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnet aktuelle Warnungen des US-Präsidenten Joe Biden vor einem russischen Angriff auf die NATO nach einem Sieg über die Ukraine als "völligen Unsinn".
Russland habe gar kein Interesse an einem Kampf mit der NATO. Biden hatte gesagt, Russland werde ein NATO-Mitglied angreifen, sollte es die Ukraine besiegt haben. Einen Beweis dafür hatte Biden nicht erbracht.
(Schaurig, dass alle Welt diesen Diktator immer noch als Präsident bezeichnet)

Wie war das nochmal, paar Tage vor putins Überfall in die Ukraine?
Don't believe anything until the Kremlin denies it.
Glauben Sie nichts, bis der Kreml es leugnet.
via
 
Nämlich weiiil - putin ein kleines, sehr beleidigtes Männeken ist, ruiniert er mal eben den Globus.

Wir schreiben das Jahr 2023, die Menschen waren auf dem Mond, könn(t)en Pandemien einhegen und letzlich besiegen - und immer noch ist es möglich,
dass eine kleine beleidigte Rumpelstilzchen Leberwurst es schafft, versucht,
die Welt wegen seiner miesen Kindheit und seines unausgeglichenen Emotionssatus' in Brand zu setzen.

Warum wird der Kreml einem Kompromiss in der Ukraine nicht zustimmen? Die Antwort liegt in Putins Motiven. Anfangs könnte es der Imperialismus und der Wunsch gewesen sein, die Ukraine zu kontrollieren. Das war schlimm genug und schwer genug, um aufzuhören. Aber nachdem die umfassende Invasion begann, änderten sich die Motive.

Der Grund dafür ist, dass das ukrainische Militär die Schwäche von Putins Regime aufgedeckt hat.
Russland wurde auf der Weltbühne gedemütigt.

Seitdem geht es nicht um die Herrschaft: Putin muss die Ukraine zerstören und den Westen demütigen, weil sie ihn offen herausgefordert und seine Schwäche aufgedeckt haben.

Putin kann die Ukraine damit nicht durchkommen lassen. Während seiner Zeit an der Macht hat er sorgfältig den Ruf gepflegt, diejenigen zu zerstören und zu demütigen, die ihn offen herausfordern. Entscheidend ist, dass diese Zerstörung ein Spektakel sein muss, schockierend und demoralisierend. Gesicht zu retten reicht nicht.

Langjährige Beobachter der russischen Innenpolitik wissen, wie wichtig dieser Ruf für Putins Griff nach der Macht ist. Nawalny sollte einen spektakulären und schmerzhaften Tod in einem Flugzeug sterben, überlebte aber durch Glück und FSB-Inkompetenz. Prigozhins Hinrichtung war ähnlich theatralisch.

Dies erklärt, warum fast alle Experten für russische Innenpolitik nicht an die Möglichkeit einer Verhandlungslösung glauben und auf mehr Unterstützung für die Ukraine drängen. Sie haben sich im Laufe der Jahre mit Putins charakteristischer Grausamkeit vertraut gemacht.

Diskussionen über "verhandelte Siedlungen" werden hauptsächlich von internationalen Beziehungen (oder "Geopolitik")-Experten geführt, die keinen starken Hintergrund in russischen inneren Angelegenheiten haben. Sie konzentrieren sich auf das erste Motiv: Russlands Imperialismus und der Wunsch, Europa zu dominieren.

Aber da sich die Motive des Kremls innerhalb weniger Tage nach dem 24.02.12 von der Herrschaft zur vollständigen Zerstörung der Ukraine entwickelt haben, gibt es keinen Raum für Kompromisse. Im Gegenteil: Für Putin ist es entscheidend, dass es nie den geringsten Hinweis auf einen Kompromiss mit der Ukraine gibt.

(PS: Ich habe die Experten, die immer noch über russische Sicherheitsinteressen im Kontext des Ukraine-Krieges sprechen, nicht erwähnt, weil es mir schwer fällt, sie an dieser Stelle ernst zu nehmen.)
via https://x.com/jakluge?s=20

 
Zuletzt bearbeitet:
Der kleine mann trampelt wütend durch die Gegend.

Jegliches Nicht-/Handeln hat Konsequenzen.

In diesem "Fall": Aus seinem Überfall in die Ukraine.
Und jetzt die übliche Täter-Opfer-Umkehr-Mimimi-Show.

Jahrzehntelang bewahrt sich Finnland seine militärische Neutralität. Doch nach dem russischen Angriff auf die Ukraine tritt das Land der NATO bei. Ein Schritt, der Kremlchef Putin offenbar wütend macht. "Wozu haben sie das gebraucht?", fragt er im Staatsfernsehen.
putin droht Finnland wegen derem NATO-Beitritt

Er kündigte an, im Nordwesten des Landes den "Militärbezirk Leningrad" aufzubauen und dort "eine gewisse Anzahl an Einheiten zu stationieren.
Fragt sich, wo er die Soldaten UND das Material dafür herholen will - .. ...

PS.: glasklare Drohung Richtung Finnland: "WEIL Ihr nicht so tut, wie ICH will, seid Ihr als nächstes dran!!

 
Zuletzt bearbeitet:
Er soll an der finnischen Grenze aufbauen, was er will. :rolleyes:

Auf meinem Wunschzettel steht, dass es ihn pünktlich zu Heiligabend vom Schlitten haut. :)
 
Ausführliche Hintergrundrecherchen - war das schon irgendwo im Faden?
via https://x.com/SimplyonWorld?s=20

"Es gibt keine Separatisten im Donbass - es war eine ausgeklügelte ️RU List."


Dazu - Sammlung von Namen und Fakten (zu Donbass 2014)
 
putin droht Finnland wegen derem NATO-Beitritt

Ja, sehr ironisch, wenn man gleichzeitig erzählt, dass ein Angriff auf die NATO völliger Unsinn sein soll.

Natürlich ist ein Angriff auf die NATO nicht unbedingt zu erwarten, aber ist vollkommen klar, dass sich alle Nachbarländer, Europa und die NATO generell seit dem Ukrainekrieg auch zurecht bedroht fühlen. Unabhängig davon, dass Leute hier auch schlicht die Ukraine verteidigen wollen gegen einen brutalen Kriegstreiber, ist nachvollziehbar, dass man sich nicht mehr sicher fühlt.
 
Wer hat's gesagt?
Ein Ratespaß für die ganze Familie

"Dieser helle, geliebte Feiertag inspiriert die Menschen zu guten Taten und Bestrebungen und dient dazu, in der Gesellschaft unvergängliche geistliche Werte und moralische Richtlinien wie Barmherzigkeit, Mitgefühl, Güte und Gerechtigkeit zu bekräftigen."

Von wem stammt das Zitat?
 
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Nein, die Binsenweisheiten an sich sind kein Trolling. Das sind Aussagen, die ich auch schon hier getätigt habe, ohne dass ich dafür als Putin-Freund o.ä. bezeichnet wurde.
Es geht eben um das, was Trolle aus den Binsenweisheiten weiter rausdrehen, und was dann auch in anderen Beiträgen unterschwellig mitzuschwingen scheint. Ich habe ja einige Beispiele von unbestrittenen Aussagen (Binsenweisheiten) in grün, und was Putin-Trolle daraus weiter heraus-drehen, was aber eben falsch bzw. "strittig" ist, in rot dahiner aufgeführt. Das offene Trolling sind dabei eben nur die roten Textanteile, die aber definitiv keine Binsenweisheiten sind sondern falsche Schlussfolgerungen.

Und wenn im Kontext, in dem diese Binsenweisheiten genannt werden, mitschwingt, dass irgendwie die Entscheidungen der Regierung(en) der EU beizutreten oder sich weiter zu verteidigen delegitimiert wird, dann kann auch das manchmal als Trolling gewertet werden. Die roten Aussagen-Anteile stehen dann zwar nicht explizit dar, schwingen aber im Subtext mit, weil der Kontext es so hergibt und die Äußerung sonst davon gelöst keinen Sinn ergibt.

Warum wolltest Du mich zum Beispiel gestern drauf hinweisen, dass der Wille der ukrainischen Bevölkerung zur EU-Annäherung und -Beitritt nicht so eindeutig war, wie ich es "glauben machen will"? Die EU-Willigkeit war immerhin groß genug, dass es zum Volksaufstand ausreichte, als der damalige Präsident Wiktor Janukowytsch einen Rückzieher machte. Das ist denke ich durchaus groß genug, dass man vom "Willen des Volkes" sprechen kann, auch, wenn es sicher nicht 100% sind. Den Hinweis, dass es nicht eindeutig wäre, sehe ich dann eigentlich als irrelevant. Absolut eindeutige 100%-Zustimmung finden Regierungsaktionen sowieso nie. Der Hinweis ergibt eigentlich nur dann Sinn, wenn man irgendwie die Annäherungsbemühungen damals und heute künstlich delegetimieren will, als würde es eben nicht von einem signifikanten Anteil der Bevölkerung gutgeheißen. Und Putin-Trolle gehen nunmal auch direkt explizit so vor, dass sie sogar Verschwörungsmythen darüber spinnen, dass dieser Aufstand damals eine False-Flag-Aktion war, um weiter so tun zu können, dass das Volk ja eigentlich nie wirklich zur EU sondern leiber zu Russland gehören wollen würde... also um Annäherungs- und Beitrittbemühungen zur EU zu delegitimieren.

Was also wolltest Du mit dem Hinweis aussagen? In dem Hinweis und Kontext schwingt nunmal auch mit, dass Du die Bemühungen delegitimieren wollen würdest, als wenn Du auch denken würdest, dass doch sicher nur ein sehr kleiner Anteil der Bevölkerung das wollte. Und das kann dann mitunter auch als Putin-Trolling gelesen werden, auch, wenn Du es nicht so meinst. Erst Recht, wenn man eben diese Pseudo-Argumentation inklusive Verschwörungsmythos der Putin-Trolle mehrfach schon im Internet auf diversen Plattformen gelesen hat.



Der AfD-ler sagt ja nicht nur: "Es regnet" (mitunter manchmal eine Binsenweisheit), sondern pseudo-argumentiert dann weiter, dass das doch sicher beweisen würde, dass der Klimawandel doch nur ein Schwindel wäre (Keine Binsenweisheit, sondern eine definitiv falsche Schlussfolgerung aus den Fakten).

Wenn dann im Kontext einer Klima-Diskussion jemand äußert: "Aber es regent doch...", so schwingt da auch mit, dass dieser jemand evtl. auch den Klimawandel anzweifeln wollen würde. Die Aussage: "Es regnet" wird dabei nicht als Trolling bezeichnet, aber die Implikationen, die die Äußerung und der Kontext mit tragen oder zumindest mit zu tragen scheinen.



Du willst wissen, ob Du meiner Wahrnehmung nach trollst?

Also: Auch in Deinen Aussagen und dem Kontext, in dem Du sie äußerst, treiben auch solche Implikationen mit, als wolltest Du z.B. die Bemühungen zum EU-Beitritt oder die Verteidigung des Landes als bloße Entscheidung der "Regierung und Generäle" deligitimieren wollen. Das was Putin-Trolle teilweise explizit äußern, scheint darum in einigen Beiträgen auch implizit mit drin zu stecken. Ob Du tatsächlich so denkst, weiß ich nicht. Aber dann will ich halt Dir und anderen gerne erklären, wie Putin-Trolle so agieren. Das kann Dir dann z.B. die Gelegenheit geben, darüber nachzudenken, was Du genau schreibst, und wieso es bei anderen möglicherweise in den falschen Hals kommt.

Und falls Du tatsächlich doch so denken solltest, dass eben die Menschen der Ukraine nie signifikant wirklich in die EU wollten, falls Du auch dem Verschwörungsmythos anhängst, der Sturz von Janukowytsch wäre eine False-Flag-Aktion gewesen, oder dass die Menschen in der Ukraine sich großteilig lieber sofort ergeben und zu Russland gehören würden, bist Du herzlich eingeladen, genau DAS mal offen zu schreiben. Auch das würde Deine Position dann mal deutlich definieren. Du würdest Dich zwar hier im Thread ordentlich unbeliebt machen und viel Gegenwind ernten, aber es würde dieses rumgeeiere beenden, was Du nun gesagt hast und was nicht bzw. was nur richtigerweise oder falscherweise reininterpretiert wurde.



Du kennst Sarah Wagenknecht und Alice Schwarzer nicht? Ernsthaft?

Sarah Wagenknecht (https://de.wikipedia.org/wiki/Sahra_Wagenknecht) ist eine Politikerin im deutschen Bundestag, bis vor kurzem in der Fraktion der Linken, wo sie kürzlich ausgetreten ist um eine neue eigene Partei zu gründen.

Alice Schwarzer (https://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Schwarzer) ist eine bekannte Journalistin, Publizistin und Frauenrechtlerin, die u.a. die Feminismuszeitschrift Emma herausgibt. Mittlerweile ist sie über 80 Jahre alt, aber sie war vor allem in den etwa 1970er bis 2000er Jahren sehr sichtbar und in allen möglichen Printformaten und Fernsehdokus aktiv.

Beides durchaus bekannte Menschen, die auch den deutschen Intellektuellen zugerechnet werden, wie auch die Leute, die Du aufgeführt hast.

Die beiden haben im letzten Jahr einen offenen Brief an die Regierung verfasst, in dem sie dazu aufriefen, die Waffenlieferungen zu stoppen und so die Ukraine dazu zu "ermutigen" Friedensgespräche mit Russland einzugehen. Dieser Brief wurde von diversen prominenten Menschen dann noch mit unterzeichnet - u.a. übrigens auch von R. D. Precht, den Du selbst hier aufführst.

Und diese Aktion war nicht nur in sozialen Netzwerken sichtbar, sondern wurde auch in den Tages- und Wochenzeitungen und vielen anderen Printmedien rauf und runter behandelt und diskutiert.



Schmidt und Scholl-Latour sind mittlerweile tot und haben sich bezüglich dem Konflikt nur im Kontext des Einmarschs auf die Krim geäußert. Ich habe gerade nicht auf den Schirm, was Schmidt so dazu konkret gesagt hat, aber dem, was Scholl-Latour sagte, stimme ich nicht zu.

Precht ist sicher ein kluger Mensch, und ich habe seine Bücher gerne gelesen, die z.B. einen guten Überblick in die verschiedenen Richtungen in der Philosophie bieten. Was er über den Ukraine-Konflikt so gesagt hat, kann ich aber nichts abgewinnen. Auch er redet z.B. von Friedensverhandlungen und liefert keine konkret nachvollziehbare Antwort darüber, wie z.B. Putin dazu gebracht werden soll, dass er der Ukraine auch sicher deutliche Zugeständnisse machen würde. Wenn sich das nicht irgendwie abzeichnet, würden Verhandlungen nur darauf hinauslaufen, dass Putin sinngemäß sagt: "Ich höre nur auf zu schießen, wenn ALLE meine Wünsche erfüllt werden. Wenn Ihr keine Unterstützung mehr bekommt und Euch nicht mehr wehren könnt... umso besser." Das Ergebnis wäre nicht einmal ein Kompromiss sondern eben tatsächlich nur die komplette bedingngslose Kapitulation.
So klug ich Precht auch einschätze... so lange auch er auf diesen Punkt keine richtige und nachvollziehbare Antwort gibt, kann ich seine Ideen zur Lösung des Ukraine-Krieges nicht wirklich ernst nehmen.



An sich eine gute Sache. Wenn er sich aber dermaßen daneben benimmt und ein Nachbarland absolut ungerechtfertigt überfällt, weil ihm nicht gefällt, dass dieses Land Bündnisse sucht, die ihm nicht passen, dann ist ihm eben auch zu zeigen, dass dieses Verhalten NICHT toleriert wird.
Ich denke tatsächlich, dass das zu früheren Zeiten bzgl. EU-Beitritt anders war . Erst mit dem Verhalten Putins und natürlich erst Recht mit dem Überfall hat sich das erledigt. Vor dem Krieg hat Olaf Scholz noch versucht zu verhandeln für die Gegend welche an Russland grenzt. Was wenig nützt werden die Geschichten einer Arbeitskollegin sein, weil das halt nicht nachweisbar ist. Da haben sich durchaus viele zu Russland zugehörig gefühlt und das Denken, die kleine Schwester von Russland zu sein -war- verbreitet. Das zählt für mich zum Thema „Regen“. Die Positionen in der Ukraine-waren- damals uneindeutig - weit entfernt von wenigen Prozenten, welche Du hier andeutest. Das ist ne deutliche Position gewesen. In dem Kontext machte dann auch Scholl-Latours Lösungsvorschlag Sinn.

Wenn ich das differenzierter sehe als Du und ich damit für Dich uneindeutig bin, dann ist das halt so. Einfache Antworten sind mir da zu billig.
Und wer sich nur mit Meinungen der Mehrheit lverbinden kann ist ein mindestens so übler Demokrat wie ein Verschwörer.

Natürlich kenne ich Sarah Wagenknecht und die Emma-Frau. Ich habe aber nur am Rande von diesem Brief mitbekommen und nicht genug gelesen oder gehört, um mir ein Bild zu machen. Das Wenige, was ich von Wagenknecht mitbekommen habe finde ich allerdings nicht schlecht. Eine Frau mit hohem IQ und realistischer als Die Linke.
 
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