Ich stimme ihm zu, dass Europa da "Farbe bekennen" musste oder gemusst hätte. Wie weit das damals geschehen ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht.
Ich verstehe dabei aber seine Andeutung nicht, dass Europa der damaligen Regierung zur Macht verholfen hätte.
Die Geschichte war ja, soweit ich mich erinnere, dass bis 2013 der amtierende Präsident Janukowytsch mit der EU engere Handelsbeziehungen ausgehandelt hat, was von Putin offen missbilligt wurde. Aufgrund dieser offenen Missbilligung hat Janukowytsch dann sehr kurzfristig diesen Vertrag auf Eis gelegt. Daraufhin kam es dann zu großen Protesten in der Bevölkerung, Janukowytsch hat sich ins Exil vertschüßt und eine neue Übergangsregierung wurde gebildet und auch von der UN bestätigt.
Wie weit das im Völkerrecht verankert war, ist soweit ich weiß durchaus noch umstritten... aber so geschah es eben.
Das war dann der Anlass oder einer der Anlässe, dass Putin die Krim und die Ostukraine eingenommen hat. Also auch hier schon: Russland hat angegriffen und damit angefangen.
Seit dem herrscht in der Ostukraine mehr oder weniger Krieg. Und ja: Die Ukraine hat dabei auch Menschenrechts-Verstöße begangen. Das soll und darf nicht geleugnet werden.
Nun ist aber eine eine andere Regierung im Amt. Selenskyj wurde 2019 gewählt. Wie weit man ihm diese Kriegsverbrechen anlasten kann ist fraglich.
Er ist angetreten mit dem Wahlversprechen, die Korruption im eigenen Land zu stoppen und das Land weiter zu demokratisieren. Er bemühte sich auch wieder um Annäherung an die EU und allgemein "den Westen". Und bei diesem Angriff hat er und - also "den Westen" - aktiv um Hilfe gebeten. Das ist tatsächlich der Hauptgrund, warum ich für die Unterstützung/Hilfe bin.
Die Hilfe müsste dabei auch gar nicht mal die Form haben, die er erbeten hat... da mir aber keine bessere Hilfsmöglichkeit aktuell einfällt, und da auch Schwarzer und Wagenknecht und ihre Unterstützr da keine nachvollziehbare konkrete Sntworten geben, sehe ich gerade keinen anderen Weg als eben der, der auch realisiert wird gerade.
(Kriegs-)Vrrbrechen, die von der Ukraine begangen werden, müssen natürlich entsprechend behandelt und abgemahnt etc. werden. Das ändert aber nichts dran, dass Russland in diesem Konflikt der Aggressor ist. Russland ist völkerrechtswidrig in die Ukraine einmarschiert. Russland hat angegriffen. Kriegsverbrechen, die such von der Ukraine begangen werden, sollen nicht Anlass dafür sein, dass man sie deswegen in Stich lässt. Sie wiegen das Unrecht nicht auf.
Danke für deine Meinung, Joey. Mir geht es auch gar nicht darum, irgendetwas in diesem klaren Angriffskrieg zu relativieren, ich frage mich nur, ob hier wieder ein Volk bluten muss (leider im wahrsten Sinne des Wortes!), weil Regierungen mal wieder Mist gebaut haben.
Ich versuche nun, die Hintergründe dieses Krieges zu verstehen und dabei natürlich zuverlässige Quellen zu finden. Also kein Telegram, kein RT, kein Schwurbel-TV, kein Radio Moskau, und da würde ich aufgrund der Sprachbarriere eh nichts verstehen und sowieso nichts glauben.
Klar ist auf jeden Fall, dass massive Menschenrechtsverletzungen jahrelang begangen wurden. Ob die inzwischen aufgehört haben, kann ich natürlich nicht sagen.
Dann habe ich mich über das Asow-Regiment informiert und auch Fotos dazu gesehen, die ganz klar Hakenkreuze zeigen, Männer, die Hakenkreuze eintätowiert haben, den Hitlergruß zeigen, Reichsadler, usw.
Zumindest muss ich dann sagen, dass Putin in der Hinsicht nicht ganz gelogen hätte. Ob es ihm wirklich darum ging oder das nur ein willkommener Anlass war den Krieg zu beginnen, sei mal dahingestellt.
Mir geht es um Wahrheitsfindung, sonst nichts. Und ob man die so leicht finden kann, bezweifele ich mittlerweile. Das Ganze scheint mir doch wesentlich komplexer, als es auf den ersten Blick aussieht.
Das Volk in der Ukraine hat natürlich auch meine uneingeschränkte Solidarität. Die können nun wirklich nichts dafür. Nichts für die Korruption, und auch nichts für Monster-Bataillone, die dort Menschen niedermetzeln.
Heute bei Maybritt Illner wurde jedenfalls über ganz gute Ansätze diskutiert, wie man womöglich eine Friedensoffensive bilden könnte, und dafür müssten sämtliche Staaten mit ins Boot geholt werden. Zumindest muss man einfach darum ringen.
Ich hoffe, dass so etwas gelingt, denn dieser Abschlachtungskrieg, bei denen bis zum letzten Ukrainer gekämpft werden soll, verursacht mir große Beschwerden. Und ich denke auch nicht, dass das die Lösung ist, wenn das Land in Schutt und Asche liegt und alle Männer tot sind.