Wieso? Es ist eine starke Überspitzung davon, was Wagenknecht und Schwarzer fordern - bzw. eine Übertragung ihrer Forderungen auf eine andere Situation.
Ein Mann vergewaltigt eine Frau. Es ist klar, dass Frau Schwarzer und Frau Wagenknecht in dieser Situation niemals vorschlagen würden, die Frau solle einfach den Wünschen des Mannes nachgeben und sich nicht mehr wehren, dann wäre schneller Frieden. Ebensowenoig werden Frau Schwarzer und Frau Wagenknecht niemals der Frau die Schuld dran zuschieben, weil sie sich irgendwie aufreizend/provozierend angezogen hätte. Im Gegenteil wehrte sich Frau Schwarzer in ihrer Tätigkeit als Feministin schon gegen derartige Narrative, die von Vergewaltigern gerne als angebliche Legitimation ihrer Tat aufgeführt werden.
Und nun die andere Situation: Putin überfällt mit der russischen Armee die Ukraine. Frau Schwarzer und Frau Wagenknecht fordern, dass die Ukraine doch einigen Wünschen Putins einfach nachgeben solle und erklären, dass die Ukraine ja Russland zum Angriff provoziert hätte.
Auf diesen Selbst-Widerspruch weist das Bild hin.
Die Vergewaltigungs-Allegorie für diesen Krieg kenne ich bereits seit Beginn.
Soweit ich diese Petition verstehe, setzen sich Wagenknecht und Schwarzer weiterhin lediglich für Friedensverhandlungen mit Putin ein, nicht einmal ausdrücklich für Gebietsabtritte, und weisen auf die Gefahr eines Atomkrieges hin.
Das ist zwar nebulös formuliert und entbehrt praktischen Vorschlägen.
Allein die Forderung aber wird gleichgesetzt damit, sich von Putin weiter vergewaltigen zu lassen.
Das ist populistisch, weil es gleichzeitig bedeutet, jeder Einsatz für eine diplomatische Verhandlungs-Lösung bedeutet
eben dies inzwischen, es bedeutet, einem Vergewaltiger beizustehen.
Das bedeutet ebenso, dass bald niemand mehr sowas sagen darf, obwohl gleichzietig jeder weiß, dass alle Kriege am Verhandlungstisch enden.
Man kann das sogar vertreten, völlig dagegen zu sein, weil Appeasement nicht mehr angesagt sein kann, aber diese Art ist es, v.a. Schwarzer hier gleich praktischerweise in ihrem jahrzehntelangen Kampf gegen sexuelle Gewalt an Frauen unglaubwürdig zu machen und vorzuführen, weil einem diese Zicke ja eh noch nie gepasst hat.
Die Gegenseite zieht genüßlich dieses seit Anfang an bekannte Bild hinzu, um SIE persönlich vorzuführen.