Ukraine-Krieg: Putin isoliert sich zunehmend – Ungewissheit über Gesundheitszustand
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron teilt die Einschätzung, dass mit Putin etwas nicht stimme. Nach einem fünf Stunden langen Gespräch mit Putin im Kreml Anfang Februar sagte Macron laut The Guardian, Putin habe anders als früher gewirkt, „steifer und isolierter“. Nach dem Beginn der Militärinvasion sagte der französische Europaabgeordnete Bernard Guetta dem Radiosender France Inter: „Ich glaube, dieser Mann verliert den Sinn für die Realität, um es höflich auszudrücken.“ Auf die Frage, ob er glaube, dass Putin verrückt geworden sei, antwortete er „ja“.
Dass Wladimir Putin sich immer weiter isoliert hat, betont auch CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen bei „Hart aber fair“. Es gebe keine wirkliche Kenntnis und Einschätzung des innersten Machtzirkels, so Röttgen. „Das hört irgendwann mal auf.“ Selbst die Geheimdienste könnten keine adäquaten Informationen liefern. Die Einschätzung sei, dass Putin sich vor allem in letzter Zeit „immer mehr abgeschottet“ habe und sich als „historische Wirkmacht“ verstehe, so Röttgen.
Wie es um den Gesundheitszustand von Wladimir Putin tatsächlich steht und ob an den Spekulationen etwas dran ist, kann mit Gewissheit nicht gesagt werden. Gerüchte über den Gesundheitszustand von Putin gibt es in regelmäßigen Abständen. Eine schwere
Krebserkrankung von Wladimir Putin wies der Kreml Ende 2020 als unwahr zurück*. „Das ist das Problem unserer Debatte hier. Das System ist so intransparent, dass wir da einfach nur spekulieren können und so kleine Anzeichen heraussuchen. Aber wir kommen nicht wirklich ganz nah ran“, sagte der Russland-Experte Udo Lielischkies bei „Hart aber fair“. (sne)
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