Das ist richtig. Nur wie fängt man damit an?
Am ehesten noch mit Russen, die im demokratischen Exil leben und aufwachsen.
Als Polen im letzten Weltkrieg besetzt wurde, floh die polnische Regierung ins Exil. Was spricht dagegen, eine russische Exil-Regierung zu bilden, die Putins Regierung für illegitim erklärt?
Natürlich setzt man sich einer gewissen Gefahr aus, der Arm des Kreml ist lang, aber je mehr sich offen gegen Putin positionieren, umso schwieriger wird es für ihn, diese Stimmen mundtot zu machen.
Ich frage mich, was würde denn dagegen sprechen, oppositionelle russ. Parteien im Ausland aufzustellen und im Ausland, in diversen EU-Städten, zu Wahlen solcher Parteien aufzurufen. Wenn derzeit Russen im Exil Putin wählen können, was spräche denn dagegen, auch andere Parteien zuzulassen? Putin könnte ja auf Anhieb nichts im Ausland ausrichten und dennoch könnten jene Russen, die zwangsläufig aus ihrer Heimat geflohen sind, etwas bewegen.
Exil-Russen könnten damit auch zu Hauf die Putin'schen Wahlen für null und nichtig erklären, und das über TikTok, Telegram oder sonstwie verbreiten.
Es gibt ja schon zig Millionen Exil-Russen und in den kommenden Monaten werden weitere aus Russland fliehen, denke ich.
Siehe auch:
Sie haben ihr Land verloren und leiden unter den aktuellen Zuständen. Für viele von ihnen war Kremlkritiker Nawalny ein Hoffnungsträger. Nun müssen sie ohne ihn auf ein besseres Russland hoffen.
www.rnd.de
Viele Russen, die ins Ausland geflohen sind, sind in großer Sorge: Wenn sie sich offen gegen Putin positionieren, drohen schlimme Konsequenzen. Denn der Arm des russischen Geheimdienstes FSB ist lang.
www.ardmediathek.de
Irina Dolinina und Roman Anin, russische Investigativjournalisten im Prager Exil, befürchten, dass Putin nach seiner Wiederwahl am 17. März eine neue Mobilisierungswelle lostritt. Gleichzeitig ist ihr eigenes Leben bedroht.
www.arte.tv
Erschwerend kommt noch dazu, dass Russland mit der Demokratie keine wirklich guten Erfahrungen gemacht hat wie
@FreeStar ja auch richtig anmerkte.
Man darf nicht vergessen, dass die Sowjetspitze das eigene Land in Grund und Boden gewirtschaftet und sich isoliert hatte.
So wie die DDR auch, lag auch die sowjetische Wirtschaft am Boden, und Jelzin war letztlich auch nur in Ansätzen Demokrat, als er die Macht im Land übernahm.
Die Umwandlung in einen demokratischen Staat wurde nur begonnen und konnte in wichtigen Bereichen noch nicht gänzlich umgesetzt werden, was auch z.T. an Jelzin selbst lag.
Nach zwei Putschversuchen, trieb Jelzin die Privatisierung staatlicher Unternehmen voran. Dabei setzten sich Oligarchen in Teilen durch und bereicherten sich an Russlands Unternehmen, während die übrige Bevölkerung dabei verarmte, was heftige Proteste mit Toten nach sich zog.
Und zeitgleich stieg Stück für Stück Putin im Kreml auf.
Siehe auch:
Liberalisierung, Institutionenentwicklung, Privatisierung und Stabilisierung: Nach dem Ende der Sowjetunion reformierte Präsident Boris Jelzin das Land. Die Transformation brachte aber nicht nur Demokratie hervor, auch bestimmte Eliten gewannen an Ma
www.bpb.de
Die KPdSU ermöglichte dem Bauernsohn eine ungeahnte Karriere. Als sich Boris Jelzin aber an die Spitze der Reformer stellte, wurde er abgesetzt – um als erster frei gewählter Präsident Russlands zurückzukehren. Seine letzte Amtshandlung war ein fataler Fehler.
www.welt.de