Ich sage das nicht, es ist mir auch egal, was andere sagen oder was ein "echter Putin-Troll" sein soll.
Ein echter Putin-Troll ist jemand, der Putins Interessen teilweise durch die Hintertür umfänglich vertritt. Dazu muss man nicht unbedingt offen Putin huldigen; die Trolle gehen da geschickter vor. Sie drehen die Sachen so hin, dass am Schluss dann doch Putins Wünsche alle erfüllt wären... auch, wenn sie vordergründig den Angriff verurteilen.
Siehe z.B. der Vorschlag der AfD am Anfang dieses Jahres: Sie vschreiben, sie verurteilen den Angriff, aber ihr Vorschlag, was Russland nun angeboten werden sollte, erfüllt wirklich JEDEN von Putins Wünschen vollumfänglich.
Und natürlich kann Dir egal sein, was andere sagen. Falls es Dir nicht egal sein sollte, könntest Du aber vielleicht verstehen, wie gewisse Eindrücke entstehen, was Du hier bemängelst... was Dir also offensichtlich nicht egal ist. Und es ist nunmal so: Es gibt echte Putin-Trolle. Und die können sich auch über Seiten bzw. Stunden ausschließlich darüber ausgießen, wie böse der Westen doch Russland gemobbt hätte etc.
Ich hatte vielmehr gesagt, dass keine Gespräche mit ihm möglich sind, weil die Russen per Staatsräson lügen und Veträge brechen. Mit so jemandem kann man nicht verhandeln, das ist völlig unmöglich.
Das hast Du vor allem heute geschrieben. In den vergangenen Monaten kamen von Dir sehr viele Posts, in denen Du bemängelt hast, wie übel doch die USA und die NATO Russland gemobbt hätten, und dass der Putin von heute ein Produkt dieses Mobbings wäre. Ein Haufen Beiträge von Dir behandelt ausschließlich, was der Westen alles verbockt hätte Deiner Meinung nach.
Ich sagte außerdem, die NATO ist in erster Linie ein Verteidgungsbündnis für sich selbst,ihre eigenen Mitglieder, für deren Schutz sie in erster Linie verantwortlich ist. Diese Funktion scheinen viele zu vergessen, Zeit schaffen, um in Europa aufzurüsten. Also muss und wird sie
in dem von mir beschriebenen Spagat weitermachen, bis sich irgendwo was bewegt, woraufhin man neu denken kann oder wir alle in Europa stärker sind, und damit bin ich einverstanden.
Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis, dem die Ukraine (noch) nicht angehört. soweit richtig. Die Ukraine hat aber nicht die NATO um Hilfe gebeten, sondern diverse Staaten, die jeweils für sich auch NATO-Mitglieder sind. Mag nach Spitzfindigkeit klingen, ist meiner Meinung nach aber durchaus ein relevanter Unterschied.
Und dieser Spagat, wie Du es nennst, kann nicht lange aufrecht erhalten werden. Falls im nächsten Jahr Trump in den USA das Ruder wieder übernehmen sollte, wäre Schluss. Und Du schreibst ja auch sonst, dass die Unterstützung leider vielerorts auch noch zu bröckeln droht. Wie viel Zeit kann man also so verschaffen? Wieviel kann sich in der Zeit wo was bewegen, sofern es militärisch ein Patt bleibt? Wieviel kann Europa in der Zeit aufrüsten?
Insofern bin ich damit nicht vollumfänglich einverstanden und würde mir vom ganzen Westen - also nicht nur Deutschland - mehr Einsatz wünschen. Soviel, dass die Ukraine die russischen Truppen gut aus dem Land drängen kann.
Die von Dirbeschriebene aktuelle Taktik ist zwar deutlich besser, als es wäre, die Ukraine gar nicht mehr zu unterstützen, aber unterm Strich bedeutet es dann doch nur, die Ukraine verzögert ans Messer zu liefern.
Ich finde es immer toll, dass von denen die von "Friedens"Gespräche reden, gesagt wird, die Ukraine solle Putin doch Zugeständnisse machen, aber es wird Nie gesagt welche Zugeständnisse Putin der Ukraine machen soll
Sehr Einseitig das Ganze immer
Weil jeder weiß, dass Putin keine machen wird, wozu soll man das also sagen?
Um es mal gesagt zu haben? Wozu?
Nun, wenn man schon die Meinung vertritt, dass die Ukraine Zugeständnisse an Russland machen sollte, sollte man zumindest auch konkret überlegen, was das jeweils für die Ukraine bedeutet. Putins Wunschzettel enthält einige verschiedene Punkte, die jeweils die Ukraine bzw. ihre Handlungsfähigkeit unterschiedlich stark und auf unterschiedliche Weise einschränken. Da kann man zumindest mal konkret detailiert-differenzierter benennen, bei welchen der Punkte man der Meinung ist, dass die Ukraine das Russland zubilligt, und bei welchen Punkten man selber auch der Ukraine zugesteht, da sicher nicht nachzugeben. Sozusagen Prioritäten setzen.
Kurz nach dem Einmarsch hat Selenskyj selber skizziert, worüber man seiner Meinung nach zu dem damaligen Zeitpunkt - ich glaube zwei Monate nach dem ersten Einmarsch - durchaus reden hätte können. Da meinte er beispielsweise, dass er auf den NATO-Beitritt verzichten könnte, aber beispielsweise Gebietsabgaben (Krim, Ost-Ukraine ...) sind halt noch einschneidender und nicht so leicht verhandelbar. Mittlerweise ist er da nicht mehr so offen und ließe soweit ich weiß auch nicht mehr über den NATO-Beitritt verhandeln, was ich sehr gut nachvollziehen und ihm in keinster Weise irgendwie verübeln kann.
Die Strategie dahinter, die man durchaus kritisieren aber auch nachvollziehen kann ist die "Einer muss anfangen und ich spreche die Seite an, die ich überhaupt ansprechen kann, weil ich ihr noch Vernunft zutraue".
Ja, einer muss anfangen. Soweit richtig. Das ergibt aber nur dann Sinn, wenn die Chance da ist, dass Russland dann auch deutliche Zugeständnisse machen würde. Ist das realistisch? Nein. Die Forderung nach "Friedensgesprächen", bei denen beide Seiten Zugeständnisse machen - ein Euphemismus, als wenn Opfer und Täter irgendwie gleicherart Schuld am Konflikt wären - zeigt eigentlich nur, dass diese Personen entweder nicht realistisch nachgedacht haben, dass Putin eben keine Zugeständnisse machen wird, dass also der einzig wirklich friedliche Ausgang solcher Gespräche zum aktuellen Zeitpunkt die bedingungslose Kapitulation der Ukraine wäre, oder dass diese Menschen das wissen und geheim billigend in Kauf nehmen. Das würde sie dann zu Putin.Trollen machen.
Aber es wird nicht weitergedacht dabei, nämlich, s.o., dass man mit ihm nicht verhandeln kann, weil er sich auch bei Zugeständnissen nicht an die ausgehandelten Veträge halten wird.
Eben, das haben sie entweder nicht auf dem Schirm, oder sie nehmen es insgeheim billigend in Kauf. Aber die Forderung nach "Friedensgesprächen" klingt halt besser als die Forderung nach totaler Selbstaufgabe.