Russland greift Ukraine an

@Joey , Peter Scholl Latour war ein viel gereister Mann und kannte die Verhältnisse vor Ort meist sehr genau. Er ist m. E. sehr hilfreich, wenn man die jeweils andere Seite in ihrer Sichtweise verstehen will.
Ein sehr altes Video, aber deswegen nicht weniger aktuell.

 
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Ah sorry, ich korrigiere und habe das später auch so geschrieben.

Ohne Waffengewalt ist seit Beginn des russischen Einfalls keine Lösung mehr möglich. Das entscheidende Wort „nur“ fehlt bei „erschossen werden kann“.

Und wie wäre die friedloiche Lösung vorher angestrebt werden sollen? Wie gesagt und wohl gemerkt: Die Ukraine sollte dabei ein souveräner und frei handlungsfähiger Staat bleiben. Auf z.B. EU-Annäherung zu verzichten, weil Putin droht, ist keine gute Option.

Seit Beginn des Einfalls ist kaum Spielraum. Es hilft nicht -nur- Waffengewalt, sondern durch diese eine Verhandlungsbasis herzustellen, wo dann -auch- beide Seiten Zugeständnisse machen müssen.

Verhandlungen machen für die Ukraine aber erst dann Sinn, wenn Putin sich mit weniger als der bedingungslosen Kapitulation zufrieden geben würde - wenn er also signalisieren würde, dass ER deutliche Zugeständnisse machen würde und bei weitem nicht die Erfüllungs seines ganzes Wunschzettels erwartet.

Und warum sollte die Ukraine Zugeständnisse machen? Sie ist nicht Schuld Schuld an dem Krieg. Sie macht nichts böses. Sie macht nur Dinge, die Putin nicht gefallen, die aber trotzdem ihr Recht sind und als freier souveräner Staat auch sein müssen.

Ein freier souveräner Staat genießt Bündnisfreiheit. Da gibt es zum Beispiel Wirtschaftsbündnisse, mit denen ein Staat dann auch wirtschaftlich mit-wachsen kann. Das wollte und will die Ukraine mit der EU eingehen. Das muss sie drüfen. Niemand darf ihr das verbieten.

Bzgl. dem NATO-Beitritt kann man zumindest halbwegs nachvollziehen, warum das Putin nicht gefällt. Aber dass die Ukraine auch ein Verteidigungsbündnis dringend braucht, wurde durch diesen Angriff gerade deutlich gezeigt - und das, obwohl es eigentlich ein Nichtangriffs-Versprechen von Russland an die Ukraine gab, im Gegenzug dazu, dass die Ukraine die Atomwaffen der zerfallenen Sowjetunion auf ihrem Staatsgebiet an Russland übergeben hat. Wenn so ein Versprechen offensichtlich so wenig Wert ist, dann ist es sowohl verständlich als auch notwendig, dass die Ukraine Verteidigungsbündnisse mit anderen Staaten als Russland sucht.

Welche Zugeständnisse sollte die Ukraine also machen sollen?

Diese Option war geplant für diesen Sommer, ist aber kläglich gescheitert….und wird 2024 ebenfalls nicht gelingen, scheint aber die einzige Möglichkeit zu sein. Diese Möglichkeit wird aber unmöglich, wenn Russland das Dreifache an Waffen produziert wie Deutschland und sich die USA aufgrund der Wahlen zurückziehen. Wenn da kein großes Bündnis mehr zustande kommt sieht das ganz ganz schlecht aus.

Wie schon gesgt: Verhandlungen sind erst dann sinnvoll möglich, wenn entweder Russland signalisiert, dass es von seinem Wunschzettel deutliche Abstriche macht, oder aber, wenn die Ukraine sich tatsächlich nicht mehr verteidigen kann, was dann die kapitulation bedeuten würde. Vorher kann es keine sinnvollen Verhandlungen geben.

Und Deutschland macht den gleichen idiotischen Fehler wie die Ukaine damals, es hat keine nennenswerte Verteidigungsfähigkeit.

Das ist zwar schlecht, aber die Frage wäre: Wie schnell muss Deutschland verteidigungsfähig sein? Von wem droht in kurzfristiger Zukunft ein Angriff?

Es gibt ja manchmal die Befürchtung, dass Russland, wenn es die Ukraine unterjocht hat, dann anch Westen weiter treibt, was schlussendlich bedeutet, dass dann NATO-Staaten angegriffen würden. Ich persönlich glaube zwar nicht, dass Putin derart dumm ist, aber man kann es ja in Gedanken durchspielen:

Die russischen Truppen, die dann also ausgehend von der unterjochten Ukraine weiter nach Westen vordringen würden, sind umso stärker, je leichter es war, die Ukraine zu unterjochen. Wäre es da nicht besser und sinnvoller, die Waffen, die wir haben, da einsetzen zu lassen, lange BEVOR die Truppen uns erreichen könnten? Das würde u.U. einem Angriff auf uns mehr entgegenwirken als die direkte Verteidigung, sollten sie uns erreichen und angreifen.

Und falls Putin tatsächlich nicht vor hat, weiter nach Westen zu treiben - wovon ich eigentlich ausgehe - dann muss Deutschland auch nicht kurzfristig verteidigungsfähig sein, so dass es aus diesem Gesichtpunkt durchaus mit Waffenlieferungen die Ukraine weiter unterstützen kann.

Du siehst mir die NATO-Mitgliedschaften, wie viele andere auch, viel zu idealistisch.
Dieser Idealismus lässt sich gut „zwitschern“, kostet aber sehr viele Tote, weil er unter anderem ein Grund für diesen Krieg ist
Aber gut, da bin ich gemeinsam mit Merkel halt anderer Meinung und absolut nicht mehr hipp in der kollektiven Meinungswelle.

Es geht ja nicht nur um die NATO. Putin möchte auch verhindern, dass die Ukraine der EU beitritt. Ja sogar eine erste einfache Annäherung, die 2013/14 ausgehandelt wurde und unterschrieben werden sollte, war ihm ein Dorn im Auge.

Und der Idealismus ist nicht der Grund für dne Krieg. Der Grund des Krieges ist, dass es Putin ein Dorn im Auge war und ist, dass die Ukraine Bündnisse im Westen sucht, was ihr gutes Recht ist und auch weiter sein muss. Und das war und ist nicht nur Wille irgendwelcher Politiker, sondern auch des ukrainischen Volkes. Sonst wäre es nicht zu derartigen Aufständen gekommen, nachdem Putin den damaligen Präsidenten am Telefon davon abgebracht hat, den eigentlich schon ausgehandelten Annäherungsvertrag mit der EU doch nicht zu unterzeichnen.
 
putin will die Ukraine - immer noch. Ganz und gar mit Mann & Maus.

Zurück kann er nicht - dann verlöre er seine über Jahrzehnte auf brutalstem aller Wege an sich gerissene und stetig - mit den selben, sehr tödlichen Mitteln - erhaltene MACHT.

Der russische Präsident äusserte sich bei seiner Jahrespressekonferenz im Kreml am Donnerstag auch zur Strategie der «militärischen Spezialoperation». Putin betonte, dass ein «Frieden» in der Region erst dann Realität werde, wenn Russlands Ziele erreicht seien.
«Diese Ziele ändern sich nicht», sagte er und nannte die «Entnazifizierung, Entmilitarisierung und den neutralen Status des Landes».
Mehr Zynismus geht kaum.

 
Putin zementiert seine Macht einzig und allein durch Kriege.
Was anderes kann er gar nicht.
Friedliches Regieren ist nicht in seiner DNA.

Die Kriegswirtschaft erlaubt ihm uneingeschränkt, seine Pläne vom russischen Grossreich weiter zu verfolgen und die Russen begrüßen es auch mit großer Mehrheit.
Viele leben auch sehr gut davon.

Leider werden auch nach Putin wahrscheinlich noch viele Generationen lang Leute mit derselben toxischen Männlichkeit in Führungspositionen kommen, wenn nicht ein Wunder geschieht....
 
Das waren durchweg Unterstellungen, weil ich am Anfang schrieb, ich rechtfertige diesen Angriff nicht, aber ich sehe den Westen, namentlich die USA als nicht unschuldig in dieser Vorgeschichte von Verrat und unwiderruflich vergebenen Chancen auf Weltfrieden zu Gorbatschows Amtszeiten und teils auch noch zu Jelzins, nur um als Sieger des KK dazustehen.
Da war schon immer alles zu spät- Klappe zu, Stempel drauf, Affe tot, Putin-Freund.
Naja, gehen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens, was soll man dazu sagen..

Und ich hatte Dich mal gebeten, Dir anzuschauen, was echte Putin-Freunde so von sich geben. Ich glaube Dir wirklich, dass Du keiner bist, aber ich erkenne auch, wieso dieser Eindruck sich manchmal aufdrängen kann.

Tatsächlich ist die Sachlage, wie Du sie beschreibst, einigermaßen unstrittig. Niemand behauptet, dass die Ukraine sicher und schnell siegen wird. Niemand ist sich nicht bewusst, dass ein langer Zermürbungskrieg droht, sofern die Unterstützung nicht stark zunimmt, oder gar die schnelle komplette Niederlage der Ukraine, falls die Unterstützung weitgehend ausfällt, falls Trump in den USA wider das Zepter übernimmt. Dass die westlichen Staaten in ihrer Unterstützung vorsichtig sein wollen, um zu vermeiden, dass der Krieg eskaliert, ist auch kein Geheimnis, sondern wurde u.a. von Olaf Scholz schon genau so geäußert.

Die schlichte Formulierung dieser Sachlage hat noch niemanden zum Putin-Freund gemacht. Du wirst auch Beiträge von mir hier im Thread finden, in denen ich auch all das beschreibe... und ich wurde noch nicht Putin-Freund genannt dafür.

Schau Dir aber mal an, wie echte Putin-Trolle ausgehend von dieser Sachlage den Spieß umzudrehen versuchen. Da wird dann z.B. dem Westen die volle Schuld zugeschoben und basierend auf diesem angeblich so starken Mobbing teilweise die Kriegsziele Putins als legitim dargestellt. Weil die Situation ausweglos wäre, das Ergebnis eh schon feststünde und die Ukraine eh nicht siegen kann, schließen echte Putin-Freunde, dass es doch das kleinere Übel wäre, die Ukraine würde jetzt schon kapitulieren. Teilweise werden dann auch Verschwörungsmythen darüber gesponnen, dass das ukrainische Volk eh lieber zu Russland gehören wollte, und die Maidan-Proteste 2014, weil der ausgehandelte Annäherungsvertrag mit der EU auf Eis gelegt wurde, werden von diesen echten Putin-Trollen als False-Flag-Operation deklariert.

So weit bist Du in Deinen Beiträgen soweit ich sehen kann nie gegangen. Deswegen glaube ich Dir auch, dass Du tatsächlich kein Putin-Freund bist. Aber es finden sich Parallelen in der Darstellungsweise, die dann eben dazu führen, dass der Eindruck doch manchmal aufkommt. Vielleicht wirst Du es verstehen, wenn Du Dir mal Beiträge von echten Putin-Freunden anschaust - gab und gibt es auch hier in diesem Thread... aber auf Twitter wird man mittlerweilse auch recht schnell fündig...

Und ich hatte Bedenken, was den möglichen begrenzten Einsatz von Atomwaffen (zunächste v.a. in der UA) angeht, wenn man zu scharf eingreift.
Wo sich immer genau die hohnlachend drüber amüsierten, was man für ein jämmerlicher, ängstlicher Feigling wäre, die für Waffenlieferungen ad infinitum plädieren, weil sie Putin komischerweise auf der anderen Seite in jeder Sekunde zutrauen, wenn er in der UA gewänne, morgen halb Europa anzugreifen.
Mir war es dann einfach zu blöd, mich da noch weiter abzulabern, wozu.

Schau Dir auch mal an, was echte Putin-Freund zu dem Thema sagen/schreiben.

Ich bin für die Taktik, die die NATO fährt, und die setzt, nach meiner Ansicht notgedrungen, auf Zermürbung beider Seiten und Zeit gewinnen.
Nicht, weil ich das gut finde, sondern weil ich glaube, dass nichts anderes bleibt.

In den Wunschträumen der echten Putin-Trolle bleibt sehr wohl was anderes: Sie wollen, dass die Waffenlieferungen gestoppt werden, und die Ukraine so genötigt wird, "Friedensgespräche" einzugehen, was hier nur ein versteckter bzw. ignorierter Euphemismus für Kapitulation ist, weil sie meinen, dass das Ergebnis ja eh schon feststünde und man die Verteidigungskraft des Westens nicht daran aufreiben und verschwenden sollte, der sich eigentlich für den kalten Krieg und Jahrzehnte langes Mobbing danach entschuldigen sollte. Dann wie gesagt noch diverse Verschwörungsmythen, in denen das eh dem Willen des Volkes näher kommen würde...

Ich denke nicht darüber nach, was ich gut finde, weil es keine Rolle spielt und weil ich keinen Königsweg weiß.

Einen Königsweg weiß niemand. Aber man kann in Gedanken verschiedene Szenarien durchgehen und schauen, welche evtl. die größte Chance auf den größt-möglichen Erfolg haben... was also den Wünschen/Zielen der Ukraine am wahrscheinlichsten nahe kommt. Es wäre wunderbar, wenn jemand da mal einen nachvollziehbaren Weg vorschlagen würde, der tatsächlich auf halbwegs friedliche Weise dazu führt, dass die Ukraine nicht komplett kapitulieren muss.

Es gibt keine Möglichkeiten, Verhandlungen anzustreben, weil es zur russischen Diplomatie per Staatsräson gehört, zu lügen und Veträge zu brechen, damit drücken sie ihre Verachtung dem Westen gegenüber aus.
Das finden sie männlich, stark und natürlich sozusagen.
Auf diese Art, der Zivilisation den Mittelfinger zu zeigen, sind sie stolz, wir sind die verweichlichten Schwächlinge, die labern und sie die starken Steppenmänner und Bärentöter mit dem Anarchiewimpel am Patronengürtel.
Putin ist der, der diese Verrohung und diesen Männlichkeits-Fetisch eingeführt hat, was sich u.a. darin äußert,dass es neuerdings nicht länger verboten ist in RU, Kinder zu schlagen, was es vorher aber war.(!)
Er redet, wenn er vor den restlichen Verbündeten redet, immer davon, dass sie auf der richtigen, der männlichen Seite stehen..
Habe ich mehrfach gesehen.
>Menschenrechte sind auch eine westliche Weichlings-Erfindung.
Usw usw.
Eine militärische Verschärfung, die RU wirklich besiegen könnte, steigert die Möglichkeit einer Eskalation so sehr, dass man das nicht wagen kann. RU wird sich niemals besiegen lassen und das sage ich auch nicht, weil ich das so heldenhaft und super finde, sondern weil ich die einfach so einschätze.

Putin macht eh gerade keinerlei Anzeichen dazu, dass er auch nur einen Hauch von seiner Wunschliste weglassen würde. Jede Forderug nach "Friedensgesprächen" sind nur eine versteckte Forderung nach kapitulation.

Also bleibt nur Stillstand, Zermürbung, Verbrauch von Ressourcen, Warten auf irgendeine Wendung von irgendwoher, und vor allem: Zeit gewinnen, sich selbst militärisch besser aufzustellen, in Europa vor allem.
Vllt verliert die UA darüber, das kann sein, das ist bitter, aber kommt vor in der Weltgeschichte.

Wie schon gesagt: Echte Putin-Trolle würden jetzt sagen, dass doch einfach "Friedensgespräche" angestrengt werden sollten, und Putin Zugeständnisse gemacht werden müssen, die Ukraine eh nicht siegen kann, so dass man Leben retten kann, indem man jetzt schon aufgibt ... etc.
 
Ah so - bezgl. "Friedensvertrag mit Putin"

Verträge - mit diesem Diktator - sind das Papier nicht wert, wie sich in der Vergangenheit gezeigt hat(te).
Der wannabeeZar hält sich genau so lange dran, wie es ihm in seine Pläne passt, ansonsten er sie nach seinen Belieben bricht.

Sprich
Selbst WENN es je mal iwann "Friedens"Verträge mit dem Ursurpator geben sollte - das Vertrauen auf das er seinen Part schon einhalten wird, ist - als sehr naiv zu bezeichnen.

Das wird nur mit der ihm vor die Nase gehaltenen Pistole klappen - analog zu bis an die Haarspitzen bewaffnete Nachbarländer.

PS.: Prinzip Abschreckung.
 
Ach guck. Ulrich Speck


Frieden in Europa für das nächste Jahrzehnt, die Regeln
1) Putin will Ost- und Mitteleuropa kontrollieren
2) Länder in der Region müssen in der Lage sein, sich zu verteidigen / Russland mit eigener militärischer Macht abzuschrecken
3) Oder auf glaubwürdige Verteidigung & Abschreckung durch eine andere Macht / ein Bündnis

Mit anderen Worten, Putin kann nur durch ein für ihn ungünstiges Gleichgewicht gestoppt werden. Er wird keine Vereinbarung unterzeichnen oder einen Auftrag akzeptieren, der nicht durch ein solches Machtgleichgewicht unterstützt wird.


Anstatt über einen "Deal" mit Russland oder eine "neue Sicherheitsordnung" nachzudenken, muss sich der Westen darauf konzentrieren, ein militärisches Machtgleichgewicht zu schaffen, das für Russland ungünstig ist.

Das heißt: eigene Verteidigungen aufbauen und Russlands Militärmacht schwächen.

Mit Ländern, die die liberale Ordnung ablehnen (Menge, Win-Win, regelbasierte Ordnung), müssen liberale Länder eine Beziehung aufbauen, die auf Realismus basiert, d. h. Machtgleichgewicht.

Der Fehler, den der Westen in den letzten Jahrzehnten mit Russland gemacht hat, bestand darin, davon auszugehen, dass er eine Beziehung zu Russland auf der Grundlage liberaler Prinzipien haben kann. Zeitenwende bedeutet, dass die Beziehung zu einem Kräfteverhältnis wechseln muss.

Die Frage ist, ob Berlin, Paris und andere das jetzt verstehen - und endlich damit beginnen, die Ukraine ernsthaft zu bewaffnen. Oder ob sie warten, bis die Situation viel dramatischer und gefährlicher wird; mit massiven Kosten, die sich anhäufen.
 
Und wie wäre die friedloiche Lösung vorher angestrebt werden sollen? Wie gesagt und wohl gemerkt: Die Ukraine sollte dabei ein souveräner und frei handlungsfähiger Staat bleiben. Auf z.B. EU-Annäherung zu verzichten, weil Putin droht, ist keine gute Option.



Verhandlungen machen für die Ukraine aber erst dann Sinn, wenn Putin sich mit weniger als der bedingungslosen Kapitulation zufrieden geben würde - wenn er also signalisieren würde, dass ER deutliche Zugeständnisse machen würde und bei weitem nicht die Erfüllungs seines ganzes Wunschzettels erwartet.

Und warum sollte die Ukraine Zugeständnisse machen? Sie ist nicht Schuld Schuld an dem Krieg. Sie macht nichts böses. Sie macht nur Dinge, die Putin nicht gefallen, die aber trotzdem ihr Recht sind und als freier souveräner Staat auch sein müssen.

Ein freier souveräner Staat genießt Bündnisfreiheit. Da gibt es zum Beispiel Wirtschaftsbündnisse, mit denen ein Staat dann auch wirtschaftlich mit-wachsen kann. Das wollte und will die Ukraine mit der EU eingehen. Das muss sie drüfen. Niemand darf ihr das verbieten.

Bzgl. dem NATO-Beitritt kann man zumindest halbwegs nachvollziehen, warum das Putin nicht gefällt. Aber dass die Ukraine auch ein Verteidigungsbündnis dringend braucht, wurde durch diesen Angriff gerade deutlich gezeigt - und das, obwohl es eigentlich ein Nichtangriffs-Versprechen von Russland an die Ukraine gab, im Gegenzug dazu, dass die Ukraine die Atomwaffen der zerfallenen Sowjetunion auf ihrem Staatsgebiet an Russland übergeben hat. Wenn so ein Versprechen offensichtlich so wenig Wert ist, dann ist es sowohl verständlich als auch notwendig, dass die Ukraine Verteidigungsbündnisse mit anderen Staaten als Russland sucht.

Welche Zugeständnisse sollte die Ukraine also machen sollen?



Wie schon gesgt: Verhandlungen sind erst dann sinnvoll möglich, wenn entweder Russland signalisiert, dass es von seinem Wunschzettel deutliche Abstriche macht, oder aber, wenn die Ukraine sich tatsächlich nicht mehr verteidigen kann, was dann die kapitulation bedeuten würde. Vorher kann es keine sinnvollen Verhandlungen geben.



Das ist zwar schlecht, aber die Frage wäre: Wie schnell muss Deutschland verteidigungsfähig sein? Von wem droht in kurzfristiger Zukunft ein Angriff?

Es gibt ja manchmal die Befürchtung, dass Russland, wenn es die Ukraine unterjocht hat, dann anch Westen weiter treibt, was schlussendlich bedeutet, dass dann NATO-Staaten angegriffen würden. Ich persönlich glaube zwar nicht, dass Putin derart dumm ist, aber man kann es ja in Gedanken durchspielen:

Die russischen Truppen, die dann also ausgehend von der unterjochten Ukraine weiter nach Westen vordringen würden, sind umso stärker, je leichter es war, die Ukraine zu unterjochen. Wäre es da nicht besser und sinnvoller, die Waffen, die wir haben, da einsetzen zu lassen, lange BEVOR die Truppen uns erreichen könnten? Das würde u.U. einem Angriff auf uns mehr entgegenwirken als die direkte Verteidigung, sollten sie uns erreichen und angreifen.

Und falls Putin tatsächlich nicht vor hat, weiter nach Westen zu treiben - wovon ich eigentlich ausgehe - dann muss Deutschland auch nicht kurzfristig verteidigungsfähig sein, so dass es aus diesem Gesichtpunkt durchaus mit Waffenlieferungen die Ukraine weiter unterstützen kann.



Es geht ja nicht nur um die NATO. Putin möchte auch verhindern, dass die Ukraine der EU beitritt. Ja sogar eine erste einfache Annäherung, die 2013/14 ausgehandelt wurde und unterschrieben werden sollte, war ihm ein Dorn im Auge.

Und der Idealismus ist nicht der Grund für dne Krieg. Der Grund des Krieges ist, dass es Putin ein Dorn im Auge war und ist, dass die Ukraine Bündnisse im Westen sucht, was ihr gutes Recht ist und auch weiter sein muss. Und das war und ist nicht nur Wille irgendwelcher Politiker, sondern auch des ukrainischen Volkes. Sonst wäre es nicht zu derartigen Aufständen gekommen, nachdem Putin den damaligen Präsidenten am Telefon davon abgebracht hat, den eigentlich schon ausgehandelten Annäherungsvertrag mit der EU doch nicht zu unterzeichnen.
Die gleiche Frage nach einer friedlichen Lösung wurde Peter Scholl Latour in dem von mir verlinkten Film auch gefragt… und ich würde die gleiche Antwort geben.

Was „die Ukrainer“ wollen und was sie deutlich vor dem Einfall der Russen wollten ist keineswegs so eindeutig, wie Du hier glauben machen willst die Waage Richtung EU verschob sich erst nach ihren reingebutterten Milliarden.
Du suggerierst hier ein freies demokratisches Land was völlig frei wählen dürfe, wo es Mitglied werden dürfe. Das sind mindestens so lupenreine Demokraten wie Putin, die noch nicht einmal vor Sprengsätzen gegenüber dem Land halt macht, das sie mit Geld und Waffen füttert.
Aber das ist alles Vergangenheit und kann nichts mehr ändern.

Schau Dir mal das Video mit Scholl-Latour an. Es sei denn, dem wurde inzwischen ein Aluhut aufgesetzt, dann lass es😁
Dort wird die Verdrehung von Tatsachen ein wenig gerade gerückt…oder er war ein AFDler, wer weiß, wer weiß, vielleicht wird da schon was gezwitschert.

Zutrauen würde ich es den Verschwörern.
 
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Wie schon gesagt: Echte Putin-Trolle würden jetzt sagen, dass doch einfach "Friedensgespräche" angestrengt werden sollten, und Putin Zugeständnisse gemacht werden müssen, die Ukraine eh nicht siegen kann, so dass man Leben retten kann, indem man jetzt schon aufgibt ... etc.
Ich sage das nicht, es ist mir auch egal, was andere sagen oder was ein "echter Putin-Troll" sein soll.
Ich hatte vielmehr gesagt, dass keine Gespräche mit ihm möglich sind, weil die Russen per Staatsräson lügen und Verträge brechen. Mit so jemandem kann man nicht verhandeln, das ist völlig unmöglich.
Ich sagte außerdem, die NATO ist in erster Linie ein Verteidigungsbündnis für sich selbst,ihre eigenen Mitglieder, für deren Schutz sie in erster Linie verantwortlich ist. Nicht für die Ukraine, sondern für die Sicherheit der eigenen Leute.
Diese Funktion scheinen viele zu vergessen, Zeit schaffen, um in Europa aufzurüsten. Also muss und wird sie
in dem von mir beschriebenen Spagat weitermachen, denke ich, bis sich irgendwo was bewegt, woraufhin man neu denken kann oder wir alle in Europa stärker sind, und damit bin ich einverstanden.

Ich finde es immer toll, dass von denen die von "Friedens"Gespräche reden, gesagt wird, die Ukraine solle Putin doch Zugeständnisse machen, aber es wird Nie gesagt welche Zugeständnisse Putin der Ukraine machen soll

Sehr Einseitig das Ganze immer
Weil jeder weiß, dass Putin keine machen wird, wozu soll man das also sagen?
Um es mal gesagt zu haben? Wozu?
Die Strategie dahinter, die man durchaus kritisieren aber auch nachvollziehen kann ist die "Einer muss anfangen und ich spreche die Seite an, die ich überhaupt ansprechen kann, weil ich ihr noch Vernunft zutraue".
Aber es wird nicht weitergedacht dabei, nämlich, s.o., dass man mit ihm nicht verhandeln kann, weil er sich auch bei Zugeständnissen nicht an die ausgehandelten Veträge halten wird.
 
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