Wenige Tage nach Kriegsbeginn meldet sich der Whistleblower zum ersten Mal. "Ich bin wütend über die Invasion der Ukraine und die schrecklichen Dinge, die dort geschehen", schreibt er. Russische Panzer rücken gerade weiter in Richtung Kiew vor, etliche Städte sind bereits in russischer Hand, hunderte Raketen sind schon auf ukrainischem Staatsgebiet eingeschlagen. Die Lage scheint aussichtslos, hunderttausende Menschen flüchten, im Gepäck der russischen Invasoren sind derweil angeblich sogar die Paradeuniformen für die erwartete Siegesparade in Kiew.
In dieser Zeit also fasst jemand einen folgenreichen Entschluss und übermittelt strenggeheime Dokumente, die den bislang tiefsten Einblick in den russischen Cyberkrieg bieten. Es geht um eine Tarnoperation, um Russlands Krieg im Netz – und da vor allem um eine Firma, die
russische NTC Vulkan mit Sitz in Moskau. "Das Unternehmen tut falsche Dinge, und die russische Regierung ist feige und im Unrecht", schreibt der Whistleblower. Die Menschen sollten wissen, welche Gefahren das birgt: "Ich hoffe, dass Sie diese Informationen nutzen können, um zu zeigen, was hinter verschlossenen Türen geschieht."