"Rechtes Gedankengut nimmt zu"

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Nö, in der Regel landet er in der EM Rente. Wenn die Voraussetzungen dafür nicht erfüllt sind, kommt evtl. ALG I in Frage. Am Ende der Kette steht dann allerdings Hartz4.

Falsch.
Auch mit EM-Rente müssen die meisten aufstocken.
Guck mal, wie üppig die ist:
Bei der vollen Erwerbsminderungsrente gelten folgende Werte:
  • Bruttoeinkommen 2.041 Euro, 25 Beitragsjahre, EM-Rente West 511 Euro, Ost 473 Euro
  • Bruttoeinkommen 2.041 Euro, 45 Beitragsjahre, EM-Rente West 920 Euro, Ost 852 Euro
  • Bruttoeinkommen 2.917 Euro, 25 Beitragsjahre, EM-Rente West 730 Euro, Ost 676 Euro
  • Bruttoeinkommen 2.917 Euro, 45 Beitragsjahre, EM-Rente West 1.314 Euro, Ost 1.217 Euro
  • Bruttoeinkommen 3.791 Euro, 25 Beitragsjahre, EM-Rente West 949 Euro, Ost 879 Euro
  • Bruttoeinkommen 3.791 Euro, 45 Beitragsjahre, EM-Rente West 1.709 Euro, Ost 1.582 Euro
http://www.emrente.com/

Auf 45 Beitragsjahre kann man logischerweise wohl frühestens mit über 60 Lebensjahren kommen.
Und wer nun "nur" 24 Jahre gebuckelt und weniger als 2000€ verdient hat?
Und wer schon 25 Jahre buckelte, kriegt 511€ - dolle Sache, wenn die Miete schon über 300 beträgt - und essen muss man auch noch ;)

Mal davon abgesehen, dass die volle Erwerbsminderungsrente nur in so extrem seltenen Fällen gezahlt wird, dass es schon einem 6er im Lotto gleicht.
 
Doch, natürlich.
Wer längere Zeit krank/arbeitsunfähig ist, landet automatisch in Hartz4.
Logisch, wo auch sonst.

Nicht zwingend, man kann auch je nach Situation in den Zuständigkeitsbereich der Rententräger fallen. Oder noch in die klassische Sozialhilfe.

Für Hartz 4 muss eine grundsätzliche Vermittelbarkeit in den Arbeitsmarkt gegeben sein, wenn auch mit Vermittlungshemmnissen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wer in 18 Monaten keinen passenden Job oder Umschulung gefunden hat, obwohl Arbeitskräftemangel besteht, der muss nun mal an vorhandene Ersparnisse ran. Ich finde,das kann man als "hart arbeitender Steuerzahler" erwarten. Außerdem stimmt es einfach nicht, dass man sein sauer verdientes Häuschen oder Auto verkaufen muss. Das geschieht nur in ganz besonders gelagerten Fällen, z.b. wenn der Hartzler mit einer Luxuskarosse beim AA vorfährt. Ist klar, dass dann genuer hingeschaut wird.
Ich glaube auch kaum, dass jemand Erbe in Form von Schmuck oder Münzen dem AA mitteilt.
Das beste Mittel um sein Leben nicht total dem Staat unterzuordnen, ist Bildung, Bildung, Bildung.



Ja, es hat aber auch was mit Eigenverantwortung zu tun. Man kann sich in seinem Hartz-Leben einrichten nach dem Motto: "Lass den Staat mal kommen..." und darüber jammern, dass man sich nichts leisten kann und so arm ist, dass man Katzenfutter essen muss (ich glaubs einfach nicht). Man kann aber auch selbst aktiv daran arbeiten, raus aus dieser Hartz4-Misere zu kommen.
Letztlich ist es doch so, je wohler sich ein Hartz4-Bezieher in seiner Situation fühlt, je mehr Geld und Zuschüsse er bekommt, um so weniger besteht ein Anreiz sich eine Arbeit zu suchen.
Sollte „man“, Deiner Meinung (subjektiven Moral) nach, dann also seine Ersparnisse besser auf den Kopf hauen, bevor die 18 Monate um sind – und sich abzeichnet, dass kein subjektiv geeigneter/gewollter Job zu finden sein wird? Oder ist das gesetzlich verboten?

Ich fände es jedenfalls ungerecht, wenn sich jemand z.B. bewusst dafür entschieden hätte, sich was fürs Alter zurückzulegen und dafür vielleicht auf einige andere Dinge und Annehmlichkeiten verzichtet hätte – dafür dann gewissermaßen rückwirkend - „bestraft“ würde.

Einem anderen, mit unterm Strich dem gleichen bisherigen Einkommen, der bisher aber lediglich in Wein, Weib und Gesang „investiert“ hatte – stellen sich solche Fragen aber natürlich erst gar nicht.:cautious:
 
Ja klar, du kannst jetzt auch noch den letzten Einzelfall hervorkramen, wo Jemand eine Ungerechtigkeit erleidet.

Es handelt sich nicht um Einzelfälle. Es ist einfach Realität: Wenn Du älter bist, wirst Du weniger gerne wieder von neuen Arbeitgebern eingestellt.

Oftmals geht der Trend dahin, dass Firmen grad das Wissen und die Erfahrung der "Alten" schätzen und sie eben nicht loswerden wollen.

Ich sprach auch nicht von "loswerden wollen", sondern von neu einstellen, wenn jemand älter als sagen wir 45 arbeitslos geworden ist. Für solche Menschen sind 18 Monate extrem knapp bemessen. DAS ist Realität.

Ach komm, die Arbeitslosenquote liegt unter 5%.
Die Quote bei den arbeitslosen Akademikern liegt bei 2,2%, quasi Vollbeschäftigung.
Auf jeden Fall haben Arbeitslose mit einer qualifizierten Ausbildung größere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Das widerspricht nicht dem, was ich geschrieben habe. Ich habe NICHT gesagt, dass Bildung egal wäre - im Gegenteil habe ich geschrieben, es sei wichtig, aber eben KEIN Garant. Diese Zahlen ergeben damit eine prima Bestätigung meiner Aussage.

Es geht nicht um Neid, sondern um Gerechtigkeit.

Gerechtigkeit, die es nicht geben kann bzw. in der Form nicht geben sollte mMn. Denn alleine die Startbedingungen sind ungerecht verteilt. Die Fähigkeiten sind unterschiedlich verteilt, wie auch die Vorlieben etc.

Hinzu kommt: Mit dem Alter wird man auch weniger flexibel. Für einen 25 - 35 jährigen Menschen ist es meist kein großes Problem für eine neue Arbeit in eine neue Stadt zu ziehen. Vor allem, wenn man Single ist. Mit Familie und Partner(in), der/die arbeitet und vielleicht am Arbeitsplatz gut eingebunden ist... tja, da wird das schon fast unmöglich, was dann einen sehr großen Anteil der passenden Jobangebote mit einem Schlag unpassend macht.

Wieviel fändest du denn angemessen für einen Hartz4-Empfänger?

Soviel, dass er/sie einigermaßen gut über die Runden kommt. Und auch soviel, dass die Verwaltung nicht überhand nimmt: https://www.n-tv.de/politik/Hartz-IV-Rueckforderungen-kosten-Millionen-article20877766.html Ein großer Anteil der Kosten für Harz 4 kommt nämlich nicht den Arbeitslosen zu Gute, sondern dient dazu, Menschen dafür zu bezahlen, den Agenturkunden so wenig Geld wie möglich zu geben bzw. ihre Gelder zu verwalten und zu schauen, wo gekürzt werden kann. Da käme der Staat mitunter billiger weg, wenn den Arbeitslosen mit weniger Verwaltungsaufwand mehr Geld zugebilligt werden würde.

Kapierst du eigentlich nicht, dass es politisch genau so gewollt ist, damit Arbeitslosigkeit nicht zu einer bevorzugten Möglichkeit wird, sein Leben zu gestalten.

Das Problem ist, dass diese Möglichkeit bald immer stärker in Betracht gezogen werden muss. Durch die Automatisierung wird es mitunter nicht immer ausreichend Arbeit geben, die eben alle abdecken könnten. Da muss den Menschen auch zugebilligt werden mitunter längere Zeit arbeitslos zu sein. Und es muss auch der Realität ins Auge geschaut werden, dass ältere Menschen - je nach Berufsfeld - nur noch sehr schwer neue Arbeit finden, sollten sie einen alten Job verlieren.
 
..........Das Problem ist, dass diese Möglichkeit bald immer stärker in Betracht gezogen werden muss. Durch die Automatisierung wird es mitunter nicht immer ausreichend Arbeit geben, die eben alle abdecken könnten. Da muss den Menschen auch zugebilligt werden mitunter längere Zeit arbeitslos zu sein. Und es muss auch der Realität ins Auge geschaut werden, dass ältere Menschen - je nach Berufsfeld - nur noch sehr schwer neue Arbeit finden, sollten sie einen alten Job verlieren.
Womit wir, sehr OT, jetzt beim bedingungslosen Grundeinkommen wären......
 
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