Ja, der Täter in Hanau war tatsächlich ein Rassist (und kein Amokläufer).
Schreibe ich, weil ich den Synagogenangreifer (der dann aber auf deutsche Passanten schoss) letztlich für einen Amokläufer hielt. Gibt keinen Grund ihn für verrückt (im Sinne von irrational in Bezug auf "Motivation -> darauf folgende Handlung") zu halten.
Wieder war er den Behörden bekannt (wie in anderen Fällen, egal ob NSU oder anderes Umfeld):
https://www.merkur.de/politik/hanau...entaeter-weggefaehrte-hessen-zr-13549464.html
"Tobias R. soll sich selbst in dem Schreiben als „normalen Bürger“ bezeichnet haben. Er sei weder Geheimdienstmitarbeiter, noch habe er jemals für eine Geheimdienstorganisation gearbeitet. Er verfüge aber über Informationen, so der Tatverdächtige laut Bild.de, wonach „Tausende deutsche Bürger von einem Geheimdienst überwacht“ würden. Weiter soll der mutmaßliche Täter behauptet haben, es gebe Menschen, „welche in der Lage sind, die Gedanken eines anderen Menschen zu lesen und darüber hinaus fähig sind, sich in diese einzuklinken und bis zu einem gewissen Grad eine Art Fernsteuerung vorzunehmen“.
"Tobias R. soll zudem eine Warnung an Generalbundesanwalt Frank gerichtet haben. Letzerer werde sich im Falle von Ermittlungen „höchstwahrscheinlich mit einer Organisation anlegen, welche die derzeit mächtigste auf dieser Welt ist. Ich habe sie darauf hingewiesen, mit welchen Manipulationsmethoden zu rechnen ist.“ Weiter sollen sich im Text der Strafanzeige, die laut Bild.de 19 Seiten umfasst, auch weite Passagen des Abschiedsmanifests befinden. Dieses Manifest soll Tobias R. vor seinem Terroranschlag im Internet veröffentlicht haben."
Weshalb kann so jemand im Schützenverein sein und eine Waffe besitzen?
Dass niemand mehr Merkels Politik kritisieren darf ist aber genauso lächerlich, wie wenn man wegen RAF jede linke Partei verbieten will. Ist eben logisch in einer existierenden Welt, dass irgendwer Kritik so auslegen kann, dass das bedeutet, dass man zur Waffe greifen soll um ein Problem zu "lösen" (aus Sicht des Angreifers). Und Probleme existieren zusätzlich auch, wenn keiner darüber redet (der Palästina-Konflikt geht nicht davon weg, dass man nichts dazu sagt, irgendwer kann leicht eine Ansicht dazu entwickeln, für Israel, für Palästina, relativ neutral usw.) Jemand wie dieser Terrorist kann sich zuletzt selbst angesprochen fühlen, wenn in der Schule die Nazi-Zeit behandelt (und verurteilt) wird. Allein dadurch, dass er die Gesellschaft hasst und sich entsprechend mit denen identifiziert, die von der Gesellschaft auch gehasst werden.
Möglicherweise wurde ihm der Rassismus aber schon in der Jugend so beigebracht:
https://www.merkur.de/politik/hanau...entaeter-weggefaehrte-hessen-zr-13549464.html
"Ein früherer Freund von Tobias R. habe berichtet, dass er dem Sohn zu Schulzeiten verboten habe, sich mit Migranten anzufreunden."
"In dieser Zeit habe Tobias R. begonnen sich zu verändern. „Er ist mit dem Auto durch Hanau gerast, hat eine Schreckschusspistole aus dem Handschuhfach geholt, auf Leute gezielt und gesagt: ,Die kriegen wir alle‘“, zitiert die „Bild“ einen Jugendfreund."
Geht allerdings nicht aus dem Artikel hervor, ob da mit "alle" explizit Leute mit Migrationshintergrund gemeint waren.