Politisch korrekt - Willkommen in Absurdistan oder (un)nötige Bevormundung?

  • Ersteller Ersteller Shania
  • Erstellt am Erstellt am
Das erinnert ich daran, wie man mal versucht hat, Shakespaeares Werke von allen erotischen Stellen zu "befreien".

Da waren ähnlich "wohlmeinende" kleinkariere Kleingeister am Werk wie jene, die am liebsten alle Bücher von Mohrenköpfen und Zigeunerbaronen befreien wollten.

Das sind geistige Blockwarte.

Sowas ist es, was mir Sorgen macht, das ist Fälschung, hab darüber schon in meinem Kinderbuch-Thread geschrieben, es ist wie bei dem einen Kaiser von China, der wollte, daß die Geschichtsschreibung bei ihm beginnt, und der alle Schriften vernichten lassen wollte, die auf eine Vergangenheit vor ihm hingedeutet haben. Oder wie bei 1984.
Veränderung von alten Schriften, Vergangenheitsfälschung, ich finde das gefährlich, wenn es einmal normal geworden ist, Bücher nach belieben zu verändern, dann wird es auch bei anderen politisch unliebsamen Informationen nicht ausbleiben.
 
Werbung:
Das hängt davon ab, wie wir uns entwickeln. Momentan gibt es wenig Hoffnung. Die vermeintlich Aufgeklärten sind viel zu selbstgerecht, um auch nur zu versuchen, das Volk in seiner eigenen Sprache aufzuklären, und überziehen es lieber mit Verboten, die es nicht versteht. Dass sie es damit erst recht zur Renitenz anstacheln, nehmen sie nicht als Zeichen eigener Fehler wahr, sondern als Bestätigung ihrer arroganten Distanziertheit. Sie versuchen, Rassisten zu Demokraten zu erziehen, gehen dabei aber faschistisch vor und richten mehr Schaden an, als sie Nutzen bringen. Es wäre wesentlich besser, einfacher und zielführender, dem Volk zu erklären, dass der Neger ein ganz normaler Mensch ist, als dem Volk mit dem üblichen ekelhaft moralinsauren Pathos der Linken bei Strafe zu verbieten, "Neger" zu sagen.

Meiner Meinung nach kann das auch das Gegenteil bewirken, zum Beispiel bei Pippi Langstrumpf, da ist ihr Vater ja nicht mehr Negerkönig. In dem Buch ist es aber wichtig, da werden die Unterschiede zwischen den Kindern thematisiert, am Anfang will jeder die Hautfarbe der anderen, und dann werden sie Freunde und halten zusammen, auch gegen Gefahren. Ich finde es wichtig für Kinder, daß über sowas geschrieben wird, daß die verschiedenen Menschen eben unterschiedlich aussehen, aber das ist nur äußerlich, innerlich sind sie gleich und können gute Freunde werden. Wenn man das den Kindern nimmt, was bleibt ihnen als Gegengewicht zu alltäglichen Vorurteilen und Rassismus?
 
Oder wie bei 1984.
Veränderung von alten Schriften, Vergangenheitsfälschung, ich finde das gefährlich, wenn es einmal normal geworden ist, Bücher nach belieben zu verändern, dann wird es auch bei anderen politisch unliebsamen Informationen nicht ausbleiben.

Genau!

1984 lässt grüßen!
 
Sowas ist es, was mir Sorgen macht, das ist Fälschung, hab darüber schon in meinem Kinderbuch-Thread geschrieben, es ist wie bei dem einen Kaiser von China, der wollte, daß die Geschichtsschreibung bei ihm beginnt, und der alle Schriften vernichten lassen wollte, die auf eine Vergangenheit vor ihm hingedeutet haben. Oder wie bei 1984.
Veränderung von alten Schriften, Vergangenheitsfälschung, ich finde das gefährlich, wenn es einmal normal geworden ist, Bücher nach belieben zu verändern, dann wird es auch bei anderen politisch unliebsamen Informationen nicht ausbleiben.

Eine Fußnote drunter und fertig. Bzw. im Falle des umformulierten Langstrumpf-Buches sehe ich da kein Problem, solange es das Original auch zu kaufen gibt. Zudem sollte man sich vielleicht aber mal von der Vorstellung trennen, dass Pippi Langstrumpf ein unbefangenes Kinderbuch ist, nur weil die letzten drei Generationen damit aufgewachsen sind.
 
Eine Fußnote drunter und fertig. Bzw. im Falle des umformulierten Langstrumpf-Buches sehe ich da kein Problem, solange es das Original auch zu kaufen gibt. Zudem sollte man sich vielleicht aber mal von der Vorstellung trennen, dass Pippi Langstrumpf ein unbefangenes Kinderbuch ist, nur weil die letzten drei Generationen damit aufgewachsen sind.

Warum denn jenes?
Natürlich sind die Pippi-Bücher völlig unbefangen, aber natürlich in der damals üblichen Ausdrucksweise geschrieben, was soll daran verkehrt sein? Ein Buch ist in meinen Augen ein Kunstwerk, das nicht verändert und damit verfälscht werden sollte.

Und jetzt mal ehrlich, glaubt wirklich jemand, dass Kinder rassistisch werden, nur weil in den Geschichten ein paar mal das Wort "Negerkönig" vorkommt?
Auch ist mir nicht bekannt, dass der Ku-Klux-Klan dadurch massig Zulauf bekam.
Das alte Sprichwort "Mit Kanonen auf Spatzen schiessen" trifft es am ehesten, als ob es nicht genug wirklich wichtige Baustellen gegen Rassismus gäbe.
 
Vor 50 Jahren war der Begriff "Neger" noch eine völlig normale Bezeichnung für dunkelhäutige Menschen.
Und auch noch danach!
Es ist doch ein Witz seines gleichens wenn heute Schriftsteller als Rassisten bezeichnet werden welche früher diese damals völlig normale Bezeichnung benutzt haben.
Da ich ja auch schon etwas älter bin kann ich mich noch an den filmischen Mehrteiler "Roots" erinnern aus den späten 1970er Jahren in dem die "Schwarzen" Sklaven abfällig und diskriminierend als Nigger bezeichnet wurden.
Die abfällige und diskrimminiererende Bezeichnung "Nigger" in den USA hatte aber niemals die gleiche Bedeutung wie in Europa für den Begriff "Neger"
Der Begriff selbst kommt aus dem lateinischen und bedeutet schwarz.
Der heutige Staatsname des Balkanstaates "Montenegro" heisst nichts anderes als "Schwarze Berge"
Negro bzw. negrid ist also ein sehr alter lateinischer Begriff welcher erst durch die amerikanische Skalverei diesen negativen Aspekt und diese Dynamik bekommen hat.
Ok,man kann sich heute darauf einigen diesen Begriff nicht mehr zu verwenden,aber deshalb Autoren alter historischer Schriften wo der Begriff noch unschuldig verwendet wurde als Rassisten zu betiteln ist doch auch nichts anderes als eine in meinen Augen krankhaftes Verständnises der gegenwärtigen policell correctnis welche unter diesen Bedingungen in der Tat ein Absurdistan widerspiegelt.
 
Werbung:
Warum denn jenes?
Natürlich sind die Pippi-Bücher völlig unbefangen, aber natürlich in der damals üblichen Ausdrucksweise geschrieben, was soll daran verkehrt sein? Ein Buch ist in meinen Augen ein Kunstwerk, das nicht verändert und damit verfälscht werden sollte.

Und jetzt mal ehrlich, glaubt wirklich jemand, dass Kinder rassistisch werden, nur weil in den Geschichten ein paar mal das Wort "Negerkönig" vorkommt?
Auch ist mir nicht bekannt, dass der Ku-Klux-Klan dadurch massig Zulauf bekam.
Das alte Sprichwort "Mit Kanonen auf Spatzen schiessen" trifft es am ehesten, als ob es nicht genug wirklich wichtige Baustellen gegen Rassismus gäbe.

sie sind befangen in ihrer Zeit, was ja kein Problem ist. An manchen Punkten lässt sich das Alte mit dem Hier und Jetzt nicht mehr uneingeschränkt verbinden, was auch kein Problem ist. Wenn Kinder heute entsprechende Literatur aus einer anderen Zeit lesen, dann darf man sich doch zumindest erwarten - ohne gleich mit mühsamen 1984-Vergleichen konfrontiert zu werden und als Metternich der Pixi-Bücher hingestellt zu werden - dass die fragwürdigen Stellen mit einer Fußnote versehen sind. Wenn damit irgendein Bewusstsein in Kindern geweckt wird mit Begriffen sorgfältig umzugehen, dann ist das doch gut bitte. Es geht einzig und allein darum, dass z.B. das Wort "Negerkönig" oder wenn behauptet wird, dass man im Kongo nicht die Wahrheit sagt, nicht in dieser Beiläufigkeit und scheinbaren Alltäglichkeit und Zeitlosigkeit stehen bleibt.
 
Zurück
Oben