Politik-Sexismus-Journalismus

Interessant... Mir gefällt der sachliche Tonfall... nicht so hysterisch wie in D.

da waren zwei der besten TV-Journalisten des Landes am Werk:
Armin Wolf

http://de.wikipedia.org/wiki/Armin_Wolf_(Journalist)

und Peter Fritz (Korrespondent in Berlin).

in Printmedien geht es auch um Hausgemachtes:

http://www.welt.de/print/welt_kompa...aubt-Die-Diskussion-erreicht-Oesterreich.html

http://www.europeonline-magazine.eu...riam-bandar-dpa_261524.html?wpf_eol_country=2
 
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Möglicherweise knallt es für Brüderle noch mal richtig:

(...)

Jetzt aber melden sich weitere Hauptstadt-Journalistinnen zu Wort. Im NDR-Magazin "Panorama 3" erzählen sie, dass FDP-Mann Brüderle seit Jahren für anzügliche Bemerkungen und Annäherungsversuche bekannt und berüchtigt sei. "Popo-Grabscher" hätten einige Frauen Brüderle getauft, heißt es im Begleittext zur Sendung.

Und dann erzählen gestandene Frauen, wie sie den heute 67-Jährigen erlebten: Gesine Enwaldt war von 1998 bis 2000 als Korrespondentin im ARD-Hauptstadtstudio für die FDP zuständig. Auch sie berichtet in dem NDR-Beitrag über eine Begegnung mit Rainer Brüderle - nicht etwa abends, sondern vormittags um 11.

Hintergrundinformationen habe sie einsammeln wollen, erinnert sich die Journalistin. Doch "dieses Gespräch driftete relativ schnell ab in eine eher schlüpfrige, unangenehme Ebene, wo es von seiner Seite aus nur noch um Anmache ging", erzählt sie. Sie habe die Situation als "extrem unangenehm empfunden" - und deshalb "einfach verdrängt".


Auch Hanni Hüsch, Berlin-Korrespondentin für die ARD von 1998 bis 2005, berichtet, dass genau so etwas "immer mal wieder Thema zwischen uns Kolleginnen in Berlin gewesen" sei. Rainer Brüderle habe "durchaus bei uns den Ruf" gehabt, dass man als Frau nicht unbedingt alleine in einem Zimmer mit ihm sein wollte. "Und dass er schon ganz gerne mal verbal übergriffig sein konnte".

(...)

http://www.derwesten.de/politik/wei...eber-bruederles-anzueglichkeit-id7542936.html


Allerdings gehen diese Aussagen auf Interviews (von Panorama) vom 29.1. zurück und haben bisher so gut wie kein mediales Feedback bekommen.

Nicht mal der Stern scheint das bemerkt zu haben, dabei wäre es gut, um L. Himmelreich aus der Schusslinie zu bringen.
 
Ich sagte ja nicht das es verboten ist, sondern das man es ja durchaus so sehen kann.

Verstehe. Ich gehe davon aus, dass beide Reaktionen "erlaubt" sind und waren.

Ich würde schon sagen, dass es letztlich Sexismus ist, weil er eine Journalistin zu einem Sexobjekt erklärt hat

Was ist dann eine (sex.) Belästigung /ein Übergriff? Eine Beleidigung? Meiner Auffassung nach ist Sexismus eine Spielart der Diskriminierung und ich denke damit im Recht zu sein, einfachheitshalber weil in deinem Fall der Begriff zu schwammig wird und Bedeutungsanteile anderer Termini übernimmt. Das mag für den Sprachbenützer zwar fein sein, weil er weniger nachdenken muss welchen Begriff er zu benutzten hat, es stört aber die Verständigung aufgrund der unterschiedlichen Assoziationen, die mit jenem oder anderem Begriff einhergehen.

Rein psychologisch ist diese Reaktion aber nicht vollkommen unverständlich

Genau. Im Bereich der Sitten würde ich zur Meinung tendieren, dass Respektlosigkeit durchaus ebenso vergolten werden darf.
Höflichkeit ist nicht zwingend Respekt, wie ich den Begriff in diesem Kontext verstehe.

Das stimmt schon. Nur ist diese Geisteshaltung einem Anderen gegenüber, so wie du sie als respektvoll definierst, sehr idealisiert. Von außen betrachtet würde man wohl aber eine höfliche ( kommt von Hof -Ritterzeit) Geste als angemessene und respektvolle Handlung sehen. Sollte man sich mehr erwarten dürfen?

Brüderle war ja nicht wirklich unhöflich..

Er hätte seinen Modetipp wahrlich unfreundlicher verpacken können ;)
Da er aber die Frage der Journalistin nicht beantwortete, war er unhöflich, wenn auch mMn berechtigterweise.

Kenne mehrere Frauen die behaupten, dass Frauen untereinander schlimmer sind als Männer untereinander und Männer gegenüber Frauen.

Dazu kann ich wenig sagen. Bis jetzt sehe ich den Umgang unter den Menschen als Ergebnis der Sozialisationsphase. Ausgenommen sind davon Menschen mit traumatischen Erfahrungen, Autismen, etc.


Ich bezweifle aber, dass er rechtliche Möglichkeiten hätte.

Ja. Das habe ich nicht bedacht.

Aber schon weit davor kann sich eine Person diskriminiert ( ich lese beleidigt/belästigt)fühlen.

Ich stimme dir schon zu, dass das möglich ist. Aber ist es auch wichtig? Ich/du, jeder könnte aus einer Konversation Worte picken, die aus dem Zusammenhang gerissen beleidigend wären, oder triggern. Selbst müsste ich gewaltig aufpassen, um nicht theoretisch jemandem, beispielsweise mit mimöschenhaften Charakterzügen, auf die Füße zu treten, weil ja sein könnte, dass ... .

Es wäre aber definitiv möglich, als Ziel nicht nur zu haben die eigene Ansicht möglichst deutlich zu vertreten, sondern das ein Ziel auch ist, dass sie der andere auf keinen Fall in irgendeiner Hinsicht gedemütigt fühlt.

Einverstanden - (Einschränkung: in irgendeiner angemessenen Hinsicht, dh Spezialfälle werden ignoriert). Ich würde es mit der Spieltheorie Tit for tat kombinieren.

http://de.wikipedia.org/wiki/Tit_for_tat_(Spieltheorie)
 
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Möglicherweise knallt es für Brüderle noch mal richtig:




Allerdings gehen diese Aussagen auf Interviews (von Panorama) vom 29.1. zurück und haben bisher so gut wie kein mediales Feedback bekommen.

Nicht mal der Stern scheint das bemerkt zu haben, dabei wäre es gut, um L. Himmelreich aus der Schusslinie zu bringen.

Brüderle befindet sich da offensichtlich in bester Gesellschaft.

Bei Anne Will wurde gestern ein Bericht eingespielt, wo eine junge Mitarbeiterin eines Abgeordneten inkognito berichtete, wie es im deutschen Bundestag so zugeht.....ein ziemlich grausiges Sittenbild ....und bezeichnend ist auch, dass sich diese Frau nicht traute, ihre Identität preiszugeben, da sie Repressalien fürchtet.

:rolleyes:
 
Brüderle befindet sich da offensichtlich in bester Gesellschaft.

Bei Anne Will wurde gestern ein Bericht eingespielt, wo eine junge Mitarbeiterin eines Abgeordneten inkognito berichtete, wie es im deutschen Bundestag so zugeht.....ein ziemlich grausiges Sittenbild ....und bezeichnend ist auch, dass sich diese Frau nicht traute, ihre Identität preiszugeben, da sie Repressalien fürchtet.

:rolleyes:

Ja, ich habe gestern nicht alles von Anne Will gesehen, aber das schon noch. Ich denke, der Bundestag ist sogar ein härteres Pflaster als viele andere Bereiche.
 
Was ist dann eine (sex.) Belästigung /ein Übergriff? Eine Beleidigung? Meiner Auffassung nach ist Sexismus eine Spielart der Diskriminierung und ich denke damit im Recht zu sein, einfachheitshalber weil in deinem Fall der Begriff zu schwammig wird und Bedeutungsanteile anderer Termini übernimmt. Das mag für den Sprachbenützer zwar fein sein, weil er weniger nachdenken muss welchen Begriff er zu benutzten hat, es stört aber die Verständigung aufgrund der unterschiedlichen Assoziationen, die mit jenem oder anderem Begriff einhergehen.
Ich stimmt Dir da schon zu. Aber das Problem der Subjektivität bei dem gesamten Thema bleibt. Ein und derselbe Spruch kann in unterschiedlichen Situationen und je nach Person/en diskriminierend sein oder nicht. Und vor allem kann es unterschiedlich wahrgenommen werden.


Genau. Im Bereich der Sitten würde ich zur Meinung tendieren, dass Respektlosigkeit durchaus ebenso vergolten werden darf.
Logisch... Ich denke aber bei fast allem in der Frage, ob etwas sinnvoll ist oder nicht. Und das ist m.A.n. je nach Situation verschieden.


Das stimmt schon. Nur ist diese Geisteshaltung einem Anderen gegenüber, so wie du sie als respektvoll definierst, sehr idealisiert. Von außen betrachtet würde man wohl aber eine höfliche ( kommt von Hof -Ritterzeit) Geste als angemessene und respektvolle Handlung sehen. Sollte man sich mehr erwarten dürfen?
Ja, ich spreche wirklich von einem Ideal. Aber das ist fast ein bisschen paradox. Denn meiner Erfahrung nach kann ich durchaus auch dann Respekt vor jemandem haben der davon vielleicht wegen einer harten Diskussion oder sogar eines Streits nix mitbekommt, weil er sich sogar respektlos behandelt fühlt. Das bedeutet nicht unbedingt das ich keinerlei Respekt habe. Umgekehrt gibt es das aber durchaus auch... ich kann mich z.B. an einen Lehrer erinnern den ich absolut gar nicht respektieren konnte, aber ich behandelte ihn höflich, weil der jeden mies benotete den er nicht leiden konnte. Höflichkeit aus Strategie sozusagen... ohne Respekt. Auch da verwischen also die Grenzen bzw. man kann sich jeweils nur selbst fragen wie man gerade drauf ist. Andere können das nicht immer einschätzen und man kann es natürlich bei anderen ebenfalls nicht unbedingt einschätzen.


Er hätte seinen Modetipp wahrlich unfreundlicher verpacken können ;)
Da er aber die Frage der Journalistin nicht beantwortete, war er unhöflich, wenn auch mMn berechtigterweise.
Das er ihre Frage nicht beantworten wollte finde ich nicht mal das Problem. Denn er hätte beides respektvoll hinbekommen können, wenn er diesen Respekt hätte. Und er hätte zumindest so tun können wenn er sich unter Kontrolle gehabt hätte. Das wundert mich eigentlich am meisten.. das Profis so etwas passiert.


Dazu kann ich wenig sagen. Bis jetzt sehe ich den Umgang unter den Menschen als Ergebnis der Sozialisationsphase. Ausgenommen sind davon Menschen mit traumatischen Erfahrungen, Autismen, etc.
Ich sehe das nicht anders. Und der Umgang untereinander ist ja auch das Ergebnis von Sozialisation. Menschen werden erwachsen und je nachdem welche Erfahrungen sie machen, sind sie überzeugt davon wehrhaft sein zu müssen. Das geht bei vielen schon in der Schule los. Welches Kind bleibt da noch offen und unbeschwert? Die ersten Herabsetzungen erfahren die meisten schon sehr früh im Leben und ziehen mehr oder weniger hilfreiche Schlüsse daraus.



Ich stimme dir schon zu, dass das möglich ist. Aber ist es auch wichtig? Ich/du, jeder könnte aus einer Konversation Worte picken, die aus dem Zusammenhang gerissen beleidigend wären, oder triggern. Selbst müsste ich gewaltig aufpassen, um nicht theoretisch jemandem, beispielsweise mit mimöschenhaften Charakterzügen, auf die Füße zu treten, weil ja sein könnte, dass ... .
Ich denke, es ist zumindest nicht unwichtig das im Blick zu haben. So oder so macht es Sinn aufmerksam zu sein.

Einverstanden - (Einschränkung: in irgendeiner angemessenen Hinsicht, dh Spezialfälle werden ignoriert). Ich würde es mit der Spieltheorie Tit for tat kombinieren.

http://de.wikipedia.org/wiki/Tit_for_tat_(Spieltheorie)

Ja.. dieses Tit for tat ist ein gutes Beispiel für das Prinzip.
 
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