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Jetzt aber melden sich weitere Hauptstadt-Journalistinnen zu Wort. Im NDR-Magazin "Panorama 3" erzählen sie, dass FDP-Mann Brüderle seit Jahren für anzügliche Bemerkungen und Annäherungsversuche bekannt und berüchtigt sei. "Popo-Grabscher" hätten einige Frauen Brüderle getauft, heißt es im Begleittext zur Sendung.
Und dann erzählen gestandene Frauen, wie sie den heute 67-Jährigen erlebten: Gesine Enwaldt war von 1998 bis 2000 als Korrespondentin im ARD-Hauptstadtstudio für die FDP zuständig. Auch sie berichtet in dem NDR-Beitrag über eine Begegnung mit Rainer Brüderle - nicht etwa abends, sondern vormittags um 11.
Hintergrundinformationen habe sie einsammeln wollen, erinnert sich die Journalistin. Doch "dieses Gespräch driftete relativ schnell ab in eine eher schlüpfrige, unangenehme Ebene, wo es von seiner Seite aus nur noch um Anmache ging", erzählt sie. Sie habe die Situation als "extrem unangenehm empfunden" - und deshalb "einfach verdrängt".
Auch Hanni Hüsch, Berlin-Korrespondentin für die ARD von 1998 bis 2005, berichtet, dass genau so etwas "immer mal wieder Thema zwischen uns Kolleginnen in Berlin gewesen" sei. Rainer Brüderle habe "durchaus bei uns den Ruf" gehabt, dass man als Frau nicht unbedingt alleine in einem Zimmer mit ihm sein wollte. "Und dass er schon ganz gerne mal verbal übergriffig sein konnte".
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http://www.derwesten.de/politik/wei...eber-bruederles-anzueglichkeit-id7542936.html