Das dürfte auch sehr unterschiedlich sein. Denn man kann nicht bestreiten, dass viele Menschen die sehr fähig sind trotzdem Führung brauchen
Ja, das ist mir auch schon aufgefallen. Wenn man sich auskennt, ist es zuweilen nötig, auch deutlich zu sagen wo es langgeht - interessanterweise wird das dann auch akzeptiert; viele Leute scheinen sich durchaus wohlzufühlen wenn ihnen jemand eine Orientierung gibt.
Das nenne ich
Führung - ich würde es nicht unbedingt mit Macht in Zusammenhang bringen, weil es den Betroffenen genaugenommen freigestellt bleibt ob sie sich darauf einlassen.
Stell Dir mal kurz vor, dass Du eine Firma gründest oder an der Gründung beteiligt bist. Und jetzt möchtest Du Deine Ideen von "Keine Hierarchie" durchsetzen... Du argumentierst und nimmst in der Situation eine Führungsrolle ein. In dem Moment hast Du Dich an die Spitze gesetzt. Will sagen: Es entsteht so oder so eine Hierarchie... ob man das so nennt oder nicht ist egal.
Ja, das ist ein valider Punkt. Natürlich braucht es Führung - wenn zwanzig Leute rumstehen und keiner was koordiniert, kommt erfahrungsgemäß nur Chaos raus.
Nach Deinen Verständnis entsteht dann Hierarchie quasi automatisch, wenn man irgendwas geregelt kriegen will.
Ich wiederum sehe da ein großes Problem: sobald sich Hierarchie etabliert, wollen die Leute gegenüber dem der "oben" ist "gut dastehen". D.h. Probleme werden dann nicht mehr offen angesprochen, und man läuft in ein Informations-Defizit. Es ist sehr viel wichtiger, zu wissen was schiefgeht, als zu wissen was gut läuft - genau das erfährt man dann aber nicht mehr.
Das ist ein Problem was viele Unternehmen haben: dass die Führungsriege in einer Phantasie-Welt lebt, die nur noch wenig mit dem Betriebs-Alltag zu tun hat.
Und das ist der Grund, warum ich Hierarchien nicht mag.
Wobei das alles schon leicht OT ist. Aufs Thema bezogen wollte ich eigentlich nur sagen: Sexismus ist u.a. eine Strategie um eine Hierarchie herzustellen oder um darauf "hinzuweisen", im Sinne von "Ich bin der Boss und Du bist nur ne kleine Journalistin/Sekräterin ....etc.".
Und genau da möchte ich fragen: wo steht geschrieben dass der Mann der Boss ist?
Hierarchien sind entweder festgeschrieben (beim Militär, oder in einer Firma gemäß den Funktionsbeschreibungen) oder sie entstehen dynamisch, Du nennst es "fliessend", indem ein Bedarf an Führung besteht und jemand diese Führung übernimmt.
Das zweitere funktioniert nur, wenn
beide seiten sich drauf einlassen: einer muss führen, einer muss folgen.
Und es ist nirgens festgeschrieben, dass ein Mann gegenüber einer Frau hierarchisch höher steht - wenn dem also so ist, dann deshalb, weil
beide, Mann und Frau, damit einverstanden sind.
Ich würde zB niemandem erlauben, mich einfach so zu "führen" oder Macht über mich zu haben - und das ist ganz unabhängig von irgendeiner beruflichen oder gesellschaftlichen Position, sondern hängt nur von der eigenen Einstellung ab: ein Chef zB hat ein genau definiertes Recht, mir in einem bestimmten Rahmen zu sagen was ich tun soll - und das ist auch alles. Wenn ich mir von jemand etwas sagen lasse, dann immer aus Wertschätzung für denjenigen, nicht wegen einer Hierarchie.
Vielleicht sollte man mit solchen Komplimenten auch eher warten bis es "an der Zeit ist"... das sind in der Regel Situationen wo sie schon "ja gesagt" hat.
Oh je - ich hab ein- oder zweimal erlebt dass eine Frau "ja" gesagt hat. Und dann - wird sie zu einem anhänglichen, unterwürfigen Ding ohne eigenen Willen, und es ist völlig wurscht was man dann sagt, weil man dann erst recht keinen Gegenüber auf gleicher Augenhöhe hat. Das ist ganz schrecklich, zum davonlaufen.
Du willst alles auf "darf man das oder darf man das nicht sagen" reduzieren und willst Dich kein bisschen damit befassen auf welche Art man etwas sagt, in welcher Situation, zu welchem Zeitpunkt und zu wem. Das sind aber nun mal die wesentlichen Punkte.
Was heisst, das sind die wesentlichen Punkte? Und ich sage auch nur, dass erotische Inhalte, obwohl die meisten Menschen sie wahrnehmen und auch bedeutsam finden, eben nicht angesprochen werden dürfen, egal in welcher Situation oder zu welchem Zeitpunkt. Das ist etwas, was ich ganz sachlich feststelle, weil ich es ja nicht ändern kann.
Was ich dann aber ganz unkorrekt finde, ist, dass es als "Sexismus" ausgelegt wird, wenn jemand das dennoch tut. Oben schreibst Du, Sexismus hätte mit einem Machtverhältnis zu tun - da ein solches Machtverhältnis aber nirgens festgeschrieben ist, kann es nur existieren, wenn
beide Seiten damit einverstanden sind.
Und da finde ich es reichlich dreist und respektlos, dass dann den Männern die Schuld daran zugeschrieben wird. Denn behanntlich kann man niemandem seine Freiheit
geben, man kann sich seine Freiheit nur selber nehmen. Also, jemandem vorzuwerfen, er habe Macht über einen, ist ein Witz, wenn man selber nicht die erforderlich Souveränität aufbringt um eigenständig zu sein.
Und das sind Grundregeln, über die sich ansonsten die ganze Esoterik einig ist - nur wenn es um den Männerhaß geht, dann werden plötzlich die Regeln auf den Kopf gestellt, und die kosmischen Gesetze sind auf einmal nicht mehr wahr!
Dir ist nicht egal wer "falsch tickt". Deine ganze Argumentation läuft doch darauf hinaus, das in dieser fiesen Welt die fiesen Frauen uns Männer erst heiß machen und dann die Bullen rufen wenn man sie nur ansieht.
Ob das falsch ist oder nicht, liegt nicht in meiner Beurteilung. Ich bin ja nicht gefragt worden ob ich damit leben will.
Mach Dir nix vor... Nimm doch nur dieses Thema. Ich will hier nicht zu persönlich werden und das sollte auch kein Selbsthilfe-Thread werden, aber es ist doch sehr offensichtlich dass Du in Sachen Beziehungen-zu-Frauen nicht gerade happy bist. Die haben es doch alle auf Dich abgesehen sobald Du sie nur anschaust.
Ja und? Damit kann ich leben. Bestimmte Dinge sind halt so wie sie sind, und da bin ich über vieles "nicht happy" - aber das heisst ja nicht dass ich deswegen leide.
Im Buddhismus wird sinngemäß gesagt und das ist vom Prinzip her richtig, auch wenn es oft nicht so gedeutet wird: Bedürfnis ist Leid.
Es wird erstmal gesagt, Alle Existenz ist Leid. Und um das Leiden zu beenden, muss man den buddhistischen Lehren folgen. Im Grunde läuft es dann genau auf das hinaus, was Du sagst: dass das Leiden von der Anhaftung kommt - und das ist eben das was Du hier Bedürfnis nennst.
Aber: meine Bedürfnisse mach ich mir ja selber - an denen ist niemand "schuld", sondern das ist ein Bereich, in dem ich völlig frei bin selber zu bestimmen was meine Bedürfnisse sind - jedenfalls soweit es über die absoluten Grundbedürfnisse hinausgeht.
Wenn es mein Bedürfnis ist, meine private Gulfstream zu fliegen, und ich die 65 Mio. nicht habe, dann kann ich da entsprechend drunter leiden. Oder ich löse mich von dem Bedürfnis.
Und das ist mit allen Bedürfnissen (jenseits der Grundbedürfnisse) so.
Und dann gibt es noch viele andere Bedürfnisse und einige davon werden nie befriedigt. Nimm das stetige Streben nach Sicherheit... wir sind unwissend und zwar vollkommen... wir sind theoretisch in ständiger Gefahr und haben verdammt wenig unter Kontrolle.
Das ist aber auch ein mega-mega-überflüssiges Bedürfnis!! Ich wär so froh wenn ich diese scheiss allgegenwärtige sog. "Sicherheit" loswerden könnte!
Dieses ganze Tänzchen beruht auf der Angst vor dem Tod - und ich weiss genau dass ich jede Minute sterben kann, und ich fühl mich verdammt wohl bei dem Gedanken! Ich kann Dir sagen, ich freu mich drauf, mich nach getaner Arbeit schlafenzulegen und alles hinter mir zu lassen. Es gibt da nichts was man fürchten müsste.
Die ganze Menschheit strebt nach Wissen, Sicherheit, Kontrolle und vielem was damit verbunden ist/wird... Das ist alles Leid. Der eine leidet mehr, der andere weniger. Aber alle leiden
Ja, dann leiden sie halt. Ich hab ihnen nicht gesagt dass sie leiden sollen. Also erzähl auch mir nicht, dass ich leiden soll.
Und alle fürchten die Isolation... das Gegenmittel ist Beziehung...Gemeinschaft, das Gefühl so von anderen angenommen, wenn nicht sogar geliebt zu werden, wie man ist - ohne verurteilt zu werden. Das ist ne Formel und keine Theorie. Und daraus folgt, das alle leiden die sich isoliert fühlen. Und nach allem was Du über Beziehungen schreibst, über Menschen allgemein, nehme ich Dir nicht ab wenn Du behauptest, das Du nicht leidest.
Man kann sich auch an die Isolation gewöhnen. Das macht nicht unbedingt glücklich - aber es ist genauso wie mit allem anderen. Man kann sich ja auch an täglich Sahnetorte gewöhnen und dann leiden wenn man keine kriegt: leiden tut man nur dann, wenn man selber sich darauf versteift dass etwas anders sein müsse.
Wenn Du meinst, dass das nur "ein paar Erwachte" erkannt hätten, naja, dann ist es vielleicht wirklich so dass die ganze Welt "falsch" tickt.
