Nun, vielleicht versteh ich Hierarchie auch falsch - ich dachte das würde bedeuten dass einer über dem anderen steht oder wichtiger ist oder dgl.
Das kann es auch bedeuten. Beim Militär z.B. sind die Hierarchien ja sehr präzise und offiziell. Aber auch in einer Familie entsteht eine Art psychologische Hierarchie. Die kann sehr fest sein, im Sinne von "Mann ist Chef, ältste Sohn ist Chef wenn er nicht da ist, dann kommen die Frauen und Kinder" und sie können fließend sein, wie das was ich beschrieb... das mal der eine und dann die andere die Führungsrolle übernimmt, je nach Situation.
Und das kann ich nicht brauchen. Was dagegen ganz normal ist: wenn jemand grad mehr weiss oder mehr erfahrung hat oder sich irgendwie besser zurechtfindet, dann wird er die anderen sinnvollerweise anleiten.
Ich kenne aus dem Projektgeschäft sowohl Projektleiter die ihre Leute haben arbeiten lassen, als auch welche die meinten alleweil kontrollieren und ermahnen zu müssen und mithin die Hierarchie zu leben (ohne freilich inhaltlich viel sinnvolles einzubringen), und die waren eigentlich überflüssig.
Das dürfte auch sehr unterschiedlich sein. Denn man kann nicht bestreiten, dass viele Menschen die sehr fähig sind trotzdem Führung brauchen, schon deshalb damit sie nicht auf eigene Rechnung agieren. Würde ich eine Firma gründen, in sie investieren, Menschen anstellen die m.A.n. diese Firma nach vorne bringen, müsste ich die ja auch irgendwie kontrollieren um sicher zu sein das sie mich nicht bescheißen.
Also mit reiner Hierarchie (ohne entsprechende Erfahrung/Sicherheit/Wissen) kann ich nix anfangen. Ich bin auch der Auffassung, dass ein Mächtiger (Chef, Familienoberhaupt, König,...) seinen Leuten dienen sollte, und nicht umgekehrt.
Stell Dir mal kurz vor, dass Du eine Firma gründest oder an der Gründung beteiligt bist. Und jetzt möchtest Du Deine Ideen von "Keine Hierarchie" durchsetzen... Du argumentierst und nimmst in der Situation eine Führungsrolle ein. In dem Moment hast Du Dich an die Spitze gesetzt. Will sagen: Es entsteht so oder so eine Hierarchie... ob man das so nennt oder nicht ist egal. Es gibt natürlich Unterschiede wie geführt wird, aber es gibt in einer Gemeinschaft immer Personen die eher führen und andere die eher folgen. Aber wie gesagt: Das kann auch fließend sein.
Wobei das alles schon leicht OT ist. Aufs Thema bezogen wollte ich eigentlich nur sagen: Sexismus ist u.a. eine Strategie um eine Hierarchie herzustellen oder um darauf "hinzuweisen", im Sinne von "Ich bin der Boss und Du bist nur ne kleine Journalistin/Sekräterin ....etc.".
Völlig andere Baustelle. Betimmte Dinge darf man halt einer Frau überhaupt nie sagen. ZB eben, dass man ihre Oberweite faszinierend findet.
Vielleicht sollte man mit solchen Komplimenten auch eher warten bis es "an der Zeit ist"... das sind in der Regel Situationen wo sie schon "ja gesagt" hat.
Wenn zwei Leute sich begegnen, dann kommt es halt vor, dass es einen Interessenkonflikt gibt - zB einer möchte sich lieber unterhalten, der andere liebe fernsehschauen - normalerweise ist das kein thema, sondern man einigt sich sich dann halt, oder auch nicht. Und so auch hier: sie wollte sich über Politik unterhalten, er fand ihre Oberweite in dem Moment grad interessanter. Sehe ich als normalen Interessenkonflikt, und sollte eigentlich kein Thema sein. Zumal nachts an der Bar (bei einem offiziellen Interview-Termin könnte man sagen, Thema verfehlt/deplaziert).
Warum wirds also ein Thema: weil man bestimmte Dinge einer Frau nicht sagen darf.
Du stellst die Situation echt verzerrt dar. Aber ich sehe schon... Du wirst da bei Deiner Ansicht bleiben. Ob das besonders klug ist, im Kontext all dessen was Du sonst so glaubst, bezweifle ich.
Dann wär diese ganze Diskussion doch eigentlich überflüssig.
Du willst alles auf "darf man das oder darf man das nicht sagen" reduzieren und willst Dich kein bisschen damit befassen auf welche Art man etwas sagt, in welcher Situation, zu welchem Zeitpunkt und zu wem. Das sind aber nun mal die wesentlichen Punkte.
Na, mir ist egal wer "falsch" tickt. Nur, wenn ich merke, dass ich die Schultern unbewusst hochgezogen hab weil ich befürchte irgendwas falsch zu machen, weil die Interaktion mit der Hälfte der Bevölkerung zu einem Spießrutenlaufen geworden ist (und das betrifft nicht den Job oder den Alltag oder Behörden oder sonstwas, sondern ausschliesslich den Männerhaß), dann hab ich ein Problem, auf einer Ebene, wo es mich stört.
Dir ist nicht egal wer "falsch tickt". Deine ganze Argumentation läuft doch darauf hinaus, das in dieser fiesen Welt die fiesen Frauen uns Männer erst heiß machen und dann die Bullen rufen wenn man sie nur ansieht. Damit läuft Deine Argumentation darauf hinaus, das die Frauen falsch ticken. Es könnte aber auch anders sein, zumindest deutlich komplexer und differenzierter und lange nicht so düster wie Du es zu glauben scheinst.
Ja warum denn das?? Warum sollten Menschen leiden? Ich leide doch auch nicht.
Mach Dir nix vor... Nimm doch nur dieses Thema. Ich will hier nicht zu persönlich werden und das sollte auch kein Selbsthilfe-Thread werden, aber es ist doch sehr offensichtlich dass Du in Sachen Beziehungen-zu-Frauen nicht gerade happy bist. Die haben es doch alle auf Dich abgesehen sobald Du sie nur anschaust.
Das ist genau der Punkt, den ich am Buddhismus nicht verstanden hab: da ist ein komplett schlüssiges System, das alles erklärt - aber es baut auf der Basis auf, dass man erstmal leiden muß - und wie man dahin kommt, wird nicht erklärt. Da hab ich dann die Buddhisten gefragt, wie man leiden lernt - aber die sind da nur ausfallend geworden.
Klar macht man hier und da mal eine leidvolle Erfahrung - aber das zu einem Imperativ hochzustilisieren oder zum Dauerzustand zu erklären, fände ich grotesk - das würde letztlich unsere göttliche Natur leugnen.
Im Buddhismus wird sinngemäß gesagt und das ist vom Prinzip her richtig, auch wenn es oft nicht so gedeutet wird: Bedürfnis ist Leid. Und zwar schon deshalb weil ein intensives Bedürfnis, das dauerhaft nicht gestillt wird, zu wirklich intensivem Leid führt. Wir müssen essen... Hunger erscheint uns nicht leidvoll wenn wir nur ein paar Schritte zum Kühlschrank machen müssen. Vom Prinzip her ist aber das schon Leid, denn es ist ein ungestilltes Bedürfnis bis der Hunger gestillt ist. Und dann gibt es noch viele andere Bedürfnisse und einige davon werden nie befriedigt. Nimm das stetige Streben nach Sicherheit... wir sind unwissend und zwar vollkommen... wir sind theoretisch in ständiger Gefahr und haben verdammt wenig unter Kontrolle. Die ganze Menschheit strebt nach Wissen, Sicherheit, Kontrolle und vielem was damit verbunden ist/wird... Das ist alles Leid. Der eine leidet mehr, der andere weniger. Aber alle leiden - außer vielleicht ein paar Erwachte. Und alle fürchten die Isolation... das Gegenmittel ist Beziehung...Gemeinschaft, das Gefühl so von anderen angenommen, wenn nicht sogar geliebt zu werden, wie man ist - ohne verurteilt zu werden. Das ist ne Formel und keine Theorie. Und daraus folgt, das alle leiden die sich isoliert fühlen. Und nach allem was Du über Beziehungen schreibst, über Menschen allgemein, nehme ich Dir nicht ab wenn Du behauptest, das Du nicht leidest.