Es geht letztlich um Respekt... um das Abbauen von Unterschieden die da sind oder die man nur zu sehen glaubt oder sogar sehen will. In dem Moment wo einem klar ist, da steht einfach "nur" ein Mensch vor einem, mit all seinen Schwächen und Stärken, und letztlich verletzlich wie es jeder ist, geht man respektvoll mit jemandem um.
Was als respektvoll verstanden wird, unterliegt gesellschaftlichen Normen. Eine Anspielung auf erotische Attraktivität wird in unserer Gesellschaft i.d.R. (zu den Ausnahmen gleich) als respektlos aufgefasst - das liegt aber ursächlich an tausend Jahren christlichem Moralverständnis, nämlich, dass alles was mit dem Eros zu tun hat, versteckt und unterdrückt werden soll.
Heute ist zwar das christliche Moralverständnis praktisch aufgehoben (jedenfalls was Freiheiten für
Frauen angeht) - aber diese Spielchen (die darauf zielen,
Männer zu maßregeln) werden ganz unverändert weitergespielt.
Ja... und bei Männern ist es in der Regel Erfolg und Macht. Ist zwar etwas zu grob gezeichnet, weil sich da vieles überschneidet, aber für die Mehrheit aller Frauen und Männer trifft es sicherlich zu, zumindest vom Prinzip her.
Naja, mit dem kleinen Unterschied, dass vielleicht 5% Männer tatsächlich irgendwo Macht haben, die übrigen 95% machen einfach nur tagtäglich ihren Job - während wohl 95% Frauen wert auf ihre Attraktivität legen und 5% sich mit Jeans+Parka auf die Straße trauen.
Der Brüderle gehört halt zu den 5% - und das wird dann eifrig verallgemeinert.
Nein... sehe ich anders. Ich glaube, die meisten Frauen sind durchaus offen für nette Komplimente.
Genau, das wäre dann die obenerwähnte Ausnahme:"Nette Komplimente" - und bitteschön galant, unterhaltsam, intelligent, witzig, ... Ja, sonst noch was?
Das läßt sich auch gerade aus dem christlichen Moraldiktat und dem dadurch erforderlichen Versteckspiel herleiten. Und es hat eigentlich nichts mit Respekt zu tun (und gibt auch keinen Aufschluss über vorhandenen Respekt) sondern vielmehr mit Charme und Gewitzt-/Gewandtheit.
Mal abgesehen davon, dass Komplimente per definition Lügen sind: man sagt etwas, nicht weil man es so wahrnimmt oder empfindet, sondern weil man das Gefallen des Gegenüber bewirken will - man hält den Gegenüber also für leicht manipulierbar. Und das nennt man dann "Respekt"?
Die Frage ist immer, ob da ein Machtspiel veranstaltet wird, eine Hierarchie hergestellt wird indem ein Mensch auf ein Thema reduziert wird.
Ich sehe kein Machtspiel, wenn einem Mann eine Frau gefällt - auch nicht wenn dieses Gefallen sich auf einer erotischen Ebene abspielt. Ich halte das vielmehr für etwas ganz natürliches.
Und dann ist es ja praktisch immer so, dass es der Mann ist der wirbt, und die Frau die ihn abweist. D.h. wenn da ein Machtspiel ist, dann liegt die Macht eh bei der Frau.
Aber so gründlich hat man uns dogmatisch das Hirn verknotet, dass wir jedes Verständnis für das natürlicherweise vorhandene Interesse, das Männer an Frauen haben mögen, verloren haben, und stattdessen irgendwie ganz selbstverständlich finden, wenn ein Mann sich für eine Frau interessiert und das etwas zu klar ausdrückt, dass das dann ein Machtspiel sei.
Wie gesagt... ich sehe das anders. Allerdings sehe ich es auch deshalb schon anders weil ich nicht den Eindruck habe, dass sich Frauen ständig übermäßig reizvoll geben. Bin wohl zu selten auf Partys...
Was glaubst Du wieviel Pornobildchen ich schon von Foren-Teilnehmerinnen gemailt gekriegt hab? Und selbstverständlich mit der Maßgabe, dass man sich auf keinen Fall persönlich treffen möchte. (Da sind hübsche Sachen dabei - zu zweit nackig in der Badewanne, oder mal mit Peitsche - eine hat mir glatt ihre Vergewaltigungs-Phantasien geschildert... und nein, ich meine keine Spam-Mails, sondern konkret an Forendiskussionen beteiligte Personen.)
Sexismus ist nicht, auf Reize zu reagieren. Sexismus ist "Objektisierung"... eine Frau (oder auch Mann) auf diese Reize zu reduzieren und ein Machtspiel zu spielen...
Das mag ja die Definition sein. Tatsächlich kommt aber bei jeglichem eindeutig erotischen Interesse von Männern (und eben fast nur bei Männern) der Sexismus-Vorwurf - und das obwohl die ganze Macht (nämlich ob sie sich anfassen läßt oder nicht) bei der Frau liegt.
Das Muster ist dabei ein moralisches, das genau der christlichen Lustfeindlichkeit entspricht - dabei aber nur Männer maßregeln will.
Okay... das ist wirklich eine beschissene Erfahrung. Aber ich würde Dir nicht raten daraus zu weitreichende Schlüsse abzuleiten was Frauen und Männer betrifft.
Alles was ich sage ist: Ich will mich in meinem täglichen Handeln nicht von solcher Art Ängste bestimmen lassen.
Tja. Und ich denke, dass die "Frauen-dürfen-alles" Mentalität sich inzwischen zu einem Ausmaß entwickelt hat, das man bei jeder anderen Betroffenengruppe als totalitär bezeichnen würde. Ich meine, was bleibt einem Mann denn noch groß im Leben, ausser schuften und zahlen und Haßobjekt sein?