Politik-Sexismus-Journalismus

Vor allem andere Kinder. Erstens die Hierarchie zwischen Geschwistern und natürlich unter Freunden, in Schule etc. Ist ja nicht so, als ob Kinder immer nur respektvoll miteinander umgehen würden.

keineswegs, wird sogar gefördert als Übung für Erwachsenensein. Und heutzutage selten, aber immerhin auch vertreten: das Sandwichkind, zwischen älterem und jüngerem Geschwisterl gequetscht, oder in der Zange, je nach Charakterchen.

da muß unbedingt ot berichten, aus unserer Tierwelt:

wir haben Katzen und Hunde; von Zwischenkommunikation merken wir beim Tageslicht kaum etwas. Und wenn ein dominantes Tier in die ewigen Gründe sich begibt, beginnt der Reigentanz um Plätze: die eine Katze, der Ausseer Breitarschtiger, besetzte nach paar orientierungslosen Tagen den Sofaplatz vom Hund, saß da mit aufrechtem Kopf , Brust nach vorne und übernahm seine wesentlichen diktatorischen Charakterzüge. Als dieser Kater verschied passierte eine Wandlung bei roter Katze von meinem bb. Vorher fraß sie kein Rindfleisch, lehnte ihn immer ab, war stets um Sympathie von jedem WG-Mitglied bemüht, fast unterwürfig, das Fell war dürftig, einzelne Haare dünn, sie zupfte sich sogar noch welche büschelweise raus. Vor 5 Jahren ging dieser Breitarschtiger von uns, der Rote began zügig mit Umstellung, Rindfleisch wurde gefordert, Fell verdichtete sich, hinten wuchs sogar eine Art Röckchen, er besetzte zunehmend alle Flächen über 65 cm Höhe, und ging anders mit uns um. Er forderte Leckerlis, saß, sitzt noch immer, wenn ihm paßt, auf unserer Schulter, Nacken, oder ..., weckt uns unbarmherzig in der Früh, ein echtes Gfrastl ist das Schatzl geworden, aber lieb. Schnurren kann er noch immer, mitunter 1 Stunde am Stück, wie ein kleiner Schnurator.
 
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Es geht letztlich um Respekt... um das Abbauen von Unterschieden die da sind oder die man nur zu sehen glaubt oder sogar sehen will. In dem Moment wo einem klar ist, da steht einfach "nur" ein Mensch vor einem, mit all seinen Schwächen und Stärken, und letztlich verletzlich wie es jeder ist, geht man respektvoll mit jemandem um.

Was als respektvoll verstanden wird, unterliegt gesellschaftlichen Normen. Eine Anspielung auf erotische Attraktivität wird in unserer Gesellschaft i.d.R. (zu den Ausnahmen gleich) als respektlos aufgefasst - das liegt aber ursächlich an tausend Jahren christlichem Moralverständnis, nämlich, dass alles was mit dem Eros zu tun hat, versteckt und unterdrückt werden soll.

Heute ist zwar das christliche Moralverständnis praktisch aufgehoben (jedenfalls was Freiheiten für Frauen angeht) - aber diese Spielchen (die darauf zielen, Männer zu maßregeln) werden ganz unverändert weitergespielt.

Ja... und bei Männern ist es in der Regel Erfolg und Macht. Ist zwar etwas zu grob gezeichnet, weil sich da vieles überschneidet, aber für die Mehrheit aller Frauen und Männer trifft es sicherlich zu, zumindest vom Prinzip her.

Naja, mit dem kleinen Unterschied, dass vielleicht 5% Männer tatsächlich irgendwo Macht haben, die übrigen 95% machen einfach nur tagtäglich ihren Job - während wohl 95% Frauen wert auf ihre Attraktivität legen und 5% sich mit Jeans+Parka auf die Straße trauen.

Der Brüderle gehört halt zu den 5% - und das wird dann eifrig verallgemeinert.

Nein... sehe ich anders. Ich glaube, die meisten Frauen sind durchaus offen für nette Komplimente.

Genau, das wäre dann die obenerwähnte Ausnahme:"Nette Komplimente" - und bitteschön galant, unterhaltsam, intelligent, witzig, ... Ja, sonst noch was?
Das läßt sich auch gerade aus dem christlichen Moraldiktat und dem dadurch erforderlichen Versteckspiel herleiten. Und es hat eigentlich nichts mit Respekt zu tun (und gibt auch keinen Aufschluss über vorhandenen Respekt) sondern vielmehr mit Charme und Gewitzt-/Gewandtheit.
Mal abgesehen davon, dass Komplimente per definition Lügen sind: man sagt etwas, nicht weil man es so wahrnimmt oder empfindet, sondern weil man das Gefallen des Gegenüber bewirken will - man hält den Gegenüber also für leicht manipulierbar. Und das nennt man dann "Respekt"?

Die Frage ist immer, ob da ein Machtspiel veranstaltet wird, eine Hierarchie hergestellt wird indem ein Mensch auf ein Thema reduziert wird.

Ich sehe kein Machtspiel, wenn einem Mann eine Frau gefällt - auch nicht wenn dieses Gefallen sich auf einer erotischen Ebene abspielt. Ich halte das vielmehr für etwas ganz natürliches.
Und dann ist es ja praktisch immer so, dass es der Mann ist der wirbt, und die Frau die ihn abweist. D.h. wenn da ein Machtspiel ist, dann liegt die Macht eh bei der Frau.

Aber so gründlich hat man uns dogmatisch das Hirn verknotet, dass wir jedes Verständnis für das natürlicherweise vorhandene Interesse, das Männer an Frauen haben mögen, verloren haben, und stattdessen irgendwie ganz selbstverständlich finden, wenn ein Mann sich für eine Frau interessiert und das etwas zu klar ausdrückt, dass das dann ein Machtspiel sei.

Wie gesagt... ich sehe das anders. Allerdings sehe ich es auch deshalb schon anders weil ich nicht den Eindruck habe, dass sich Frauen ständig übermäßig reizvoll geben. Bin wohl zu selten auf Partys...

Was glaubst Du wieviel Pornobildchen ich schon von Foren-Teilnehmerinnen gemailt gekriegt hab? Und selbstverständlich mit der Maßgabe, dass man sich auf keinen Fall persönlich treffen möchte. (Da sind hübsche Sachen dabei - zu zweit nackig in der Badewanne, oder mal mit Peitsche - eine hat mir glatt ihre Vergewaltigungs-Phantasien geschildert... und nein, ich meine keine Spam-Mails, sondern konkret an Forendiskussionen beteiligte Personen.)

Sexismus ist nicht, auf Reize zu reagieren. Sexismus ist "Objektisierung"... eine Frau (oder auch Mann) auf diese Reize zu reduzieren und ein Machtspiel zu spielen...

Das mag ja die Definition sein. Tatsächlich kommt aber bei jeglichem eindeutig erotischen Interesse von Männern (und eben fast nur bei Männern) der Sexismus-Vorwurf - und das obwohl die ganze Macht (nämlich ob sie sich anfassen läßt oder nicht) bei der Frau liegt.
Das Muster ist dabei ein moralisches, das genau der christlichen Lustfeindlichkeit entspricht - dabei aber nur Männer maßregeln will.

Okay... das ist wirklich eine beschissene Erfahrung. Aber ich würde Dir nicht raten daraus zu weitreichende Schlüsse abzuleiten was Frauen und Männer betrifft.

Alles was ich sage ist: Ich will mich in meinem täglichen Handeln nicht von solcher Art Ängste bestimmen lassen.

Tja. Und ich denke, dass die "Frauen-dürfen-alles" Mentalität sich inzwischen zu einem Ausmaß entwickelt hat, das man bei jeder anderen Betroffenengruppe als totalitär bezeichnen würde. Ich meine, was bleibt einem Mann denn noch groß im Leben, ausser schuften und zahlen und Haßobjekt sein?
 
Was als respektvoll verstanden wird, unterliegt gesellschaftlichen Normen. Eine Anspielung auf erotische Attraktivität wird in unserer Gesellschaft i.d.R. (zu den Ausnahmen gleich) als respektlos aufgefasst - das liegt aber ursächlich an tausend Jahren christlichem Moralverständnis, nämlich, dass alles was mit dem Eros zu tun hat, versteckt und unterdrückt werden soll.

Heute ist zwar das christliche Moralverständnis praktisch aufgehoben (jedenfalls was Freiheiten für Frauen angeht) - aber diese Spielchen (die darauf zielen, Männer zu maßregeln) werden ganz unverändert weitergespielt.
Weiß nicht... Ich glaube, es geht vor allem um die Art, Timing, Situation usw. Das muss zusammenpassen. Abgesehen davon ist es doch auch gar nicht nötig jeder Frau die man attraktiv findet das zu sagen. In der Regel sind das doch sowieso nur kurze Eindrücke... man sieht eine Frau die man vielleicht attraktiv findet... aber wenn man nicht mehr von ihr will, geht man weiter. Und wenn man mit ihr zusammenarbeitet ist es sicherlich möglich einfach mit ihr zusammenarbeiten.


Naja, mit dem kleinen Unterschied, dass vielleicht 5% Männer tatsächlich irgendwo Macht haben, die übrigen 95% machen einfach nur tagtäglich ihren Job - während wohl 95% Frauen wert auf ihre Attraktivität legen und 5% sich mit Jeans+Parka auf die Straße trauen.

Der Brüderle gehört halt zu den 5% - und das wird dann eifrig verallgemeinert.
Da irrst Du Dich gewaltig. Machtspielchen laufen ständig und überall auf allen Ebenen. Und jeder hat ein gewisses Potential nach Macht, das sich ständig "verschiebt" (größer und wieder kleiner wird). Stell Dir folgende Situation vor: Mann und Frau, verheiratet... Er verdient das Geld, sie ist bei den Kindern. Das Geld geht auf ein gemeinsames Konto, aber trotzdem vermittelt er ihr subtil aber beständig das Gefühl das er es verdient und sie sozusagen nur "teilhaben" darf. Das ist schon ein Machtspiel und kann deutlich ausgebaut werden. Es gibt viel kleinere Situationen wo Machtspiele ablaufen... und natürlich gibt es auch Situationen die sehr weitreichend sind, wenn etwa der Chef den Daumen heben oder senken kann was Gehalt und Karriere und ev. Jobverlust seiner Angestellten betrifft.

Es gibt Milliarden Beispiele für Macht und Machtspielchen. Und in guten Beziehungen laufen die möglichst wenig ab... was nicht bedeutet das kein Potential an Macht da ist, aber sie wird eben nicht missbraucht.

Genau, das wäre dann die obenerwähnte Ausnahme:"Nette Komplimente" - und bitteschön galant, unterhaltsam, intelligent, witzig, ... Ja, sonst noch was?
Es zwingt Dich doch niemand überhaupt Komplimente oder was auch immer zu machen.


Das läßt sich auch gerade aus dem christlichen Moraldiktat und dem dadurch erforderlichen Versteckspiel herleiten. Und es hat eigentlich nichts mit Respekt zu tun (und gibt auch keinen Aufschluss über vorhandenen Respekt) sondern vielmehr mit Charme und Gewitzt-/Gewandtheit.
Mal abgesehen davon, dass Komplimente per definition Lügen sind: man sagt etwas, nicht weil man es so wahrnimmt oder empfindet, sondern weil man das Gefallen des Gegenüber bewirken will - man hält den Gegenüber also für leicht manipulierbar. Und das nennt man dann "Respekt"?
Ach Du meine Güte... Du theoretisierst Dir da vielleicht etwas zusammen. Was Du da schreibst ist definitiv unwahr. Ich bin niemand der Frauen ständig Komplimente macht, aber wenn... dann meine ich es auch so und es entsteht einfach aus einem Moment heraus. Vor ein paar Wochen traf ich eine Freundin die ich lange nicht gesehen hatte. Sie hatte auf einmal eine rote Färbung in den Haaren und ich war überrascht wie gut ihr das stand und genau das habe ich ihr gesagt... und ich will nix von ihr und sie nicht von mir. Mit Manipulation und/oder Lüge hatte das absolut nichts zu tun.



Ich sehe kein Machtspiel, wenn einem Mann eine Frau gefällt - auch nicht wenn dieses Gefallen sich auf einer erotischen Ebene abspielt. Ich halte das vielmehr für etwas ganz natürliches.
Und dann ist es ja praktisch immer so, dass es der Mann ist der wirbt, und die Frau die ihn abweist. D.h. wenn da ein Machtspiel ist, dann liegt die Macht eh bei der Frau.
Mit Machtspiel wollte ich den Unterschied deutlich machen. Ich behaupte oben das man ganz einfach auch Komplimente machen kann ohne Hintergedanken... und natürlich kann man sie auch ganz lassen. Du behauptest hingegen Komplimente seien immer Lügen und Manipulation - DAS sind dann Machtspiele. Im Grunde denkst Du schon im Machtspiel-Universum...

Abgesehen davon... normalerweise laufen "Annäherungen" zwischen Mann und Frau doch eh viel subtiler ab, zumindest anfangs.


Aber so gründlich hat man uns dogmatisch das Hirn verknotet, dass wir jedes Verständnis für das natürlicherweise vorhandene Interesse, das Männer an Frauen haben mögen, verloren haben, und stattdessen irgendwie ganz selbstverständlich finden, wenn ein Mann sich für eine Frau interessiert und das etwas zu klar ausdrückt, dass das dann ein Machtspiel sei.
Nein... Du solltest das nicht von "uns" sprechen. Die ganze Welt ist voll von Frauen und Männern die sich vollkommen natürlich kennenlernen, sich toll finden, sich verlieben... oder vielleicht auch nur einen One-Night-Stand haben oder auch nur flirten. Es gibt natürlich auch das Gegenteil... aber ersteres ist doch nun nicht selten und auch nicht seltener.


Was glaubst Du wieviel Pornobildchen ich schon von Foren-Teilnehmerinnen gemailt gekriegt hab? Und selbstverständlich mit der Maßgabe, dass man sich auf keinen Fall persönlich treffen möchte. (Da sind hübsche Sachen dabei - zu zweit nackig in der Badewanne, oder mal mit Peitsche - eine hat mir glatt ihre Vergewaltigungs-Phantasien geschildert... und nein, ich meine keine Spam-Mails, sondern konkret an Forendiskussionen beteiligte Personen.)
Kannste mal sehen... sowas hab ich noch nie bekommen. :D

Aber ernsthaft: Ich glaube wirklich das es sehr darauf ankommt wie man selbst so drauf ist. Ich war immer der zurückhaltende Typ und Frauen merken das... so billig wurde ich in meinem ganzen Leben noch nicht "angemacht". Und wenn... dann würde ich so eine eh nicht treffen wollen. ;)


Das mag ja die Definition sein. Tatsächlich kommt aber bei jeglichem eindeutig erotischen Interesse von Männern (und eben fast nur bei Männern) der Sexismus-Vorwurf - und das obwohl die ganze Macht (nämlich ob sie sich anfassen läßt oder nicht) bei der Frau liegt.
Das Muster ist dabei ein moralisches, das genau der christlichen Lustfeindlichkeit entspricht - dabei aber nur Männer maßregeln will.
Ich glaube, das Du und ich in unterschiedlichen Universen leben. Da wo ich bin gibts die tollen Frauen. Da wo Du bist sind die echt bösen Biester. :D

Wirklich... ich kenne das so nicht.

Tja. Und ich denke, dass die "Frauen-dürfen-alles" Mentalität sich inzwischen zu einem Ausmaß entwickelt hat, das man bei jeder anderen Betroffenengruppe als totalitär bezeichnen würde. Ich meine, was bleibt einem Mann denn noch groß im Leben, ausser schuften und zahlen und Haßobjekt sein?
Möglicherweise wäre ein erster Schritt das eigene Frauenbild zu hinterfragen und mit einer anderen Einstellung an das Thema heranzugehen. Mein erster Ratschlag wäre, dass Du die alle Frauen so behandelst wie Du gute Freunde behandelst... der Rest kommt dann wenn er kommt.
 
keineswegs, wird sogar gefördert als Übung für Erwachsenensein. Und heutzutage selten, aber immerhin auch vertreten: das Sandwichkind, zwischen älterem und jüngerem Geschwisterl gequetscht, oder in der Zange, je nach Charakterchen.

da muß unbedingt ot berichten, aus unserer Tierwelt:

wir haben Katzen und Hunde; von Zwischenkommunikation merken wir beim Tageslicht kaum etwas. Und wenn ein dominantes Tier in die ewigen Gründe sich begibt, beginnt der Reigentanz um Plätze: die eine Katze, der Ausseer Breitarschtiger, besetzte nach paar orientierungslosen Tagen den Sofaplatz vom Hund, saß da mit aufrechtem Kopf , Brust nach vorne und übernahm seine wesentlichen diktatorischen Charakterzüge. Als dieser Kater verschied passierte eine Wandlung bei roter Katze von meinem bb. Vorher fraß sie kein Rindfleisch, lehnte ihn immer ab, war stets um Sympathie von jedem WG-Mitglied bemüht, fast unterwürfig, das Fell war dürftig, einzelne Haare dünn, sie zupfte sich sogar noch welche büschelweise raus. Vor 5 Jahren ging dieser Breitarschtiger von uns, der Rote began zügig mit Umstellung, Rindfleisch wurde gefordert, Fell verdichtete sich, hinten wuchs sogar eine Art Röckchen, er besetzte zunehmend alle Flächen über 65 cm Höhe, und ging anders mit uns um. Er forderte Leckerlis, saß, sitzt noch immer, wenn ihm paßt, auf unserer Schulter, Nacken, oder ..., weckt uns unbarmherzig in der Früh, ein echtes Gfrastl ist das Schatzl geworden, aber lieb. Schnurren kann er noch immer, mitunter 1 Stunde am Stück, wie ein kleiner Schnurator.

Keine Ahnung inwiefern man die Machtspielchen unter Tieren mit denen unter Menschen vergleichen kann... Aber ich glaube, bei Tieren und Menschen läuft das allermeiste auf einer subtilen Ebene. Bei Menschen macht doch schon der Tonfall einen großen Unterschied... ein Satz kann derselbe sein, aber je nach Tonfall ein aufrichtiges Kompliment sein, oder eine ironische Beleidigung. Dazu kommt dann noch die Interpretation... eine Frau die es vielleicht eher gewohnt ist, dass man ihr vergiftete Komplimente macht wird ein aufrichtiges Kompliment möglicherweise gar nicht als solches erkennen.

Deshalb habe ich auch wenig Hoffnung, dass diese Sexismus-Debatte wirklich etwas verändern wird... Es gibt tausend Möglichkeiten der Herabsetzung und Menschen waren immer schon kreativ darin sie möglichst alle zu finden. :D
 
Mittlerweile kann man die Erziehung eines Menschen schon recht gut einschätzen, wenn man darauf achtet, was bei ihm alles unter Sexismus läuft.

Ich meine, was bleibt einem Mann denn noch groß im Leben, ausser schuften und zahlen und Haßobjekt sein?

Übrigens: Man kann sich auch ganz gut selbst zum Opfer machen, wenn man möchte.
 
Erstens sage ich nicht, diese Debatte sei überflüssig. Und ich sage auch nicht "Männer sind eben so". Ich sage: Sexismus ist eine Art Macht-Strategie um eine Hierarchie herzustellen. Derer gibt es viele und in vielen verschiedenen Intensitäten. Du und ich können z.B. auf sachlicher Ebene diskutieren und unterschiedlicher Meinung sein, und trotzdem Respekt voreinander haben, wir können uns aber auch mehr oder weniger subtil selbst zum Thema machen bzw. den jeweils anderen. Dazu könnte man dann im Forum-Kontext "Intellektualismus" sagen (im Sinne von "Ach Jungchen... Du bist eben noch nicht so weit, aber irgendwann checkst Du es auch noch" usw. War jetzt wirklich nur als Beispiel gedacht, um das gleich dazuzusagen... ) Das ist vom Prinzip her nichts anderes.

Ich kann für mich sagen, dass ich es zumindest unterscheiden kann wann ich in solche Kisten greife, aber ich glaube nicht das es viele Menschen gibt, die NIE Hierarchien herstellen und immer sachlich-respektvoll sind.

Was ich sage ist nicht, "Männer sind eben so". Ich sage auch nicht, das ein Mensch sich nicht verändern und in der Hinsicht reifer werden kann. Aber grundlegend sage ich: Menschen sind eben so. Das ist Teil unserer Kommunikation weil es ein Teil des menschlichen Bedürfnisses ist in verschiedenen Situationen Hierarchien herzustellen oder zu verfestigen. Grundlegend hat das mit einem Bedürfnis nach Sicherheit zu tun.

Sexismus ist eine eher schmutzige Kiste, aber es gibt noch andere die nicht weniger schmutzig sind. Und letztlich werden alle Kisten weiterhin benutzt werden. Es wird weiterhin höhnische Bemerkungen geben wenn einer nicht ganz so schnell tickt. Es wird weiterhin Menschen geben, die sich daran aufrichten das jemand anderes nix verdient oder zu wenig. Es wird weiterhin Kinder geben, die sich gegenseitig nicht zuletzt durch Markenklamotten definieren und andere ausgrenzen die die falschen Klamotten haben usw. Es gibt hunderte oder auch tausende von Themen die auf diese Art verwandt werden... verschiedene Ansichten, Hautfarben, Herkunft, Intellekt, Aussehen, Kleidung, Stil, Geschlecht etc.


Frage: Was glaubst Du, wie perfekt Menschen werden müssten, um solche Spielchen ganz zu lassen? Und denkst Du, dass Du solche Spiele absolut gar nicht spielst? Denn meine Erfahrung ist, dass wir alle die ein oder andere Kiste haben in die wir ab und zu mal greifen. Und teilweise geht das so verdammt subtil dass es fast nicht bemerkt wird. Dazu kommt noch, das je nachdem wie Aussagen aufgefasst werden ein großer Interpretationsspielraum besteht. Dann können sogar Aussagen als verletzend aufgefasst werden die so gar nicht gemeint waren.

Das ist also ein weites Feld und die aktuelle Debatte kratzt da sehr an der Oberfläche. Sie wird sicherlich einiges verändern, aber sie wird die Dinge nicht nur verbessern... es wird eine andere Seite der Medaille geben weil an die Stelle von Sexismus in vielen Fällen lediglich "kontrolliertes Verhalten" treten wird. Und Sexismus kann sich auch leicht verlagern. Der Macho-Politiker quatscht dann eine Journalistin nicht mehr auf die Art an wie Brüderle es tat, sondern sagt vielleicht augenzwinkernd "Oh... Jungs... Frau im Anmarsch... ab jetzt vorsicht bitte!"... das ist dann nur eine andere Art.

Das ist nicht die andere Art, sondern exakt Sexismus im klassischen Sinn der Definition. Wenn du so argumentierst, legt das die Vermutung nahe, daß du "Sexismus" im eng eingegrenzten Sinne von sexueller Anmache siehst. Sexismus definiert sich aber viel weiter im Sinne von aufs Geschlecht reduzieren und dem Geschlecht dann bestimmte Eigenschaft, Fähigkeiten, Rechte und Pflichten zuweisen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sexismus

Der Spruch "Oh... Jungs... Frau im Anmarsch... ab jetzt vorsicht bitte!" erfüllt exakt diese Kriterien. Er reduziert den Menschen aufs Geschlecht ("Oh... Jungs... Frau im Anmarsch") und schreibt dieser auf solche Weise reduzierten Person bestimmte Eigenarten zu (in diesem Falle Unfähigkeit und Gefährlickeit auf Grund dieser Unfähigkeit "ab jetzt Vorsicht bitte!")

Bewegt sich auf der Ebene von "Frau am Steuer, das wird teuer" und ist ein klassischer Sexismus.
 
Das ist nicht die andere Art, sondern exakt Sexismus im klassischen Sinn der Definition. Wenn du so argumentierst, legt das die Vermutung nahe, daß du "Sexismus" im eng eingegrenzten Sinne von sexueller Anmache siehst. Sexismus definiert sich aber viel weiter im Sinne von aufs Geschlecht reduzieren und dem Geschlecht dann bestimmte Eigenschaft, Fähigkeiten, Rechte und Pflichten zuweisen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sexismus

Der Spruch "Oh... Jungs... Frau im Anmarsch... ab jetzt vorsicht bitte!" erfüllt exakt diese Kriterien. Er reduziert den Menschen aufs Geschlecht ("Oh... Jungs... Frau im Anmarsch") und schreibt dieser auf solche Weise reduzierten Person bestimmte Eigenarten zu (in diesem Falle Unfähigkeit und Gefährlickeit auf Grund dieser Unfähigkeit "ab jetzt Vorsicht bitte!")

Bewegt sich auf der Ebene von "Frau am Steuer, das wird teuer" und ist ein klassischer Sexismus.

Ich verwandte die Brüderle-Situation als Beispiel für "eine Art" und das "Oh Jungs....." als eine "andere Art"... Das beides Sexismus ist sagte ich selbst.
 
Eine Frau auch nur anzuschauen gilt als Belästigung.

das und deine Aufzugstory, Straßenseite wechseln müssen, wenn einem ne Frau entgegen kommt usw...

geh mal in ein Frauenhaus, vielleicht bekommst du dann mal ne klitzekleine Verbindung zur Realität.

Die Chance ist allerdings angesichts deiner zahlreichen Kommentare zum Thema Frauen eher bei Null einzustufen.
 
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Wenn Frauen gleiche Gehälter wie Männer bekommen, gibts automatisch Schluß mit Sexismus. Wenn Männer wie Frauen in Kinderkarenz gehen können, und keine Benachteiligung im Berufsleben erleiden, wirds noch eine Spur schneller Schluß mit Sexismus. Wenn die Quote für leitende Positionen für Frauen umgesetzt wird, wirds noch gemütlicher.

Engagement von Männern für diese Anliegen bringt effiziente Resultate - auf zum Twitter mit dieser Botschaft.
 

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