Ich lese hauptsächlich englischsprachige Literatur zum Thema. Mein absoluter Favorit ist "Apophis" von Michael Kelly, der sich stark an den Lehren des Temple of Set orientiert. Ein packendes Buch mit initiatorischem Charakter drakonischer Natur. "Words of Power" vom selben Autor ist ein monumentales Grundlagenwerk zum magischen Gebrauch von Wörtern und Namen.
John Michael Kelly, Oberhaupt irgendeines amerikanischen Druidenordens, ist eine weitere Inspirationsquelle. Seine Herangehensweise ist sehr traditionell und naturbezogen und berührt auch den Sumpf der Volksmagie. Er hat u.a. umfangreiche Lexika zu magischen Themen verfasst. Buchtipps: "Monsters: An Investigator's Guide to Magical Beings", "The Druid Magic Handbook: Ritual Magic Rooted in the Living Earth" und die auf deutsch verfügbare "Enzyklopädie der Geheimlehren", dummerweise übersetzt von Herrn Tegtmeier, der sich nachträglich selbst mit eingetragen hat, um seinen Eismagiedreck zu bewerben.
Ramsey Dukes geht einen völlig anderen Weg. "The Little Book of Demons" ist schwer zu beschreiben, wenn man es nicht verreißen will, da seine Botschaft im Wesentlichen lautet: Dämonisiere deine Sorgen und verhandle mit ihnen. Es versprüht allerdings einen frischen, anarchischen Geist.
Patrick Harpur ("Daimonic Reality") und Stan Gooch ("The Origins of Psychic Phenomena: Poltergeists, Incubi, Succubi and the Unconscious Mind") schreiben zwar nicht über Magie im engeren Sinne, richten aber den Blick des Lesers auf Zustandekommen und Muster ungewöhnlicher Wahrnehmungen, was ihre Werke für magisch Interessierte m.E. zu wichtigeren Quellen als Magiebücher machen. Während Harpur auf erfreulich unpsychotische Art die Wiederverzauberung der Welt betreibt, legt Gooch den Fokus auf das menschliche Unbewusste und dessen Phänomene.