Der alte geltungssüchtige Provokateur....
Ohne das jetzt moralisch werten zu wollen, sah Dali in seinem eigenwilligen Gedankengebäude in Hitler anscheinend sowas wie einen fleischgewordenen Maldoror, eine Verkörperung der eher radikalen frühen Thesen über das Wesen des Surrealismus.
Darauf hat Dali eine Argumentation in Bezug zu Hitler aufgebaut, wie sie hier ein wenig genauer beschrieben wird:
http://books.google.de/books?id=0kC_nuYe7YgC&pg=PA116&lpg=PA116&dq=dali+hitler&source=bl&ots=EUuwC_uLWH&sig=iPTFRindJWE76q_vH4hNCqVrlO8&hl=de&sa=X&ei=uDAhVPWHC-vnygOAtYC4Cg&ved=0CDwQ6AEwBDgK#v=onepage&q=dali%20hitler&f=false
Wobei mir nicht so ganz klar ist, wieviel davon später als mögliche Rechtfertigung dazugekommen ist (siehe erstes Zitat), denn man sollte auch nicht außer Acht lassen, dass Dali in all seiner Widersprüchlichkeit auch einen gewissen Opportunismus der Macht gegenüber zeigte, er hat ebenso schwülstige Lobeshymnen auf Franco verfasst, der ihn in späteren Jahren protegierte.
Die Forschung streitet bis heute darüber, inwieweit solche übertriebenen Lobeshymnen ironische Überspitzungen seitens Dalis waren.
Ich persönlich möchte mir dazu keine abschließende Meinung bilden.
Bei Antony hingegen fällt mir die Einschätzung der vermeintlichen Provokation erheblich leichter....