das Spiel der Hoffnung ist der Vorgänger für manche Bilder bei den Lenormand-karten.
So ist es.
Das "
Spiel der Hoffnung" wurde erstmals bereits im Jahre 1799 in Nürnberg verlegt und war damals ein Gesellschaftsspiel, das aber schon alle Symbole der späteren Lenormand-Karten beinhaltete, so die folgende Quelle:
Deshalb ist in Bezug auf dieses "
Spiel der Hoffnung" auch von dem sogenannten "Ur-Lenormand" die Rede.
Da also dieses „
Spiel der Hoffnung“ erstmals schon im Jahre 1799 in Nürnberg verlegt worden ist, war es damit zugleich auch rund 44 Jahre
vor dem Tod von Marie Anne Lenormand im Jahre 1843 bereits erhältlich.
Von diesen Zeitschienen her wäre es also sehr wohl sehr gut denkbar, dass Marie Anne Lenormand bereits zu ihren Lebzeiten ebenfalls im Besitz dieses Kartendecks gewesen sein könnte, zumal sie selbst – für ihre Generation und noch zudem als Frau sehr ungewöhnlich – ja ebenfalls viele eigene Bücher noch zu ihren Lebzeiten veröffentlicht hat und sich demnach ganz offensichtlich im Buch- und Verlagswesen sehr gut ausgekannt hat.
Dies erhöht meines Erachtens die Wahrscheinlichkeit, dass ihr das bereits rund 44 Jahre vor ihrem Tod veröffentlichte „
Spiel der Hoffnung“ mit allen Symbolen der späteren Lenormand-Karten bekannt gewesen sein dürfte.
Hierfür spricht des Weiteren, dass ich in der Literatur Hinweise darauf gefunden habe, dass in ihrem Nachlass ein Kartendeck genau jenes Spiels gefunden worden sein soll, weshalb ich es zumindest nicht für ausgeschlossen halte, dass auch schon Marie Anne Lenormand zu ihren Lebzeiten mit dem „
Spiel der Hoffnung“ gelegt und gedeutet haben könnte.
Dafür, dass Marie Anne Lenormand – entgegen den bisherigen Annahmen – möglicherweise wohl doch schon zu ihren Lebzeiten die sog. 36 „kleinen“ Lenormandkarten gekannt haben dürfte, spricht meines Erachtens z. B. auch eine Bekanntmachung aus dem Jahre 1846 in der Zeitung namens „
Kourier an der Donau: Zeitung für Niederbayern“ von 1846, und dort in der Ausgabe Nr. 46 vom 15. Februar 1846, wo es auf Seite 4 in der rechten Spalte unter der großen Überschrift „
Bekanntmachungen.“ und der weiteren Überschrift: „
Karten der Wahrsagerin Mlle. Lenormand aus Paris“ heißt, dass bei August Reiff in Koblenz die Karten der Mlle. Lenormand erschienen seien. Der dortige Originalwortlaut lautet wie folgt:
„
Diese Karten sind von dem Erben der Lenormand, Hrn. Chator, herausgegeben, fein colorirt und in netten Etuis, versehen mit einer leichtfaßlichen Anleitung, wodurch jeder in dem Stande sein wird, sich die Karten selbst zu legen, um so sein Geschick kennen zu lernen.“
Hier mal der zu dieser Zeitung von 1846 führende Link (bitte tief herunterscrollen):
https://books.google.de/books?id=sEFDAAAAcAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false
Wenn es also wirklich der Erbe von Marie Anne Lenormand gewesen ist, der die kleinen 36-er Lenormandkarten herausgegeben hat, spricht ja doch schon einiges dafür, dass der Erbe diese eben im Nachlass von Marie Anne Lenormand gefunden haben dürfte, und ihr diese damit möglicherweise also doch schon bekannt gewesen sein dürften.