Liebe ist kein Einheitsmodell – Eine Replik auf den Vatikan

Es mag sein, dass die Gesellschaft derart träge ist, dass diese Veränderungen Zeit brauchen. Aber warum muss worauf und für wen Rücksicht genommen werden?
Das lässt sich einfach beantworten.
Es muss Rücksicht auf das "Nicht-liberale Klientel" der Gesellschaft genommen werden. Denn, wenn der Druck von hier aus zu groß wird, erzeugt die Gegenseite auch mehr Druck, und jene Bereiche der Konservativen die dem Liberalen nicht abgeneigt wären driften zum Illiberalen.
Weil sich niemand gern zu etwas neuem zwingen lässt.

So ist aufgrund der linken Zwangsjacke der letzten Jahre plötzlich manches Programm der Diversität aus einigen globalen Unternehmen verschwunden, wie USA plötzlich extrem rechts wählte, Diversity zu Allem zu viel des Gutem war.

Da die Leut einfach gestrickt sind wird es genau hier zu kompliziert, da bleiben sie lieber beim Althergebrachten.
 
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Ich denke Kinder sind um einiges toleranter als viele Erwachsene bzw fragen einfach neugierig wenn etwas für sie unbekannt ist.

Denke ich auch.

Ich musste heut grinsen, als meine 9jährige einer Lehrerin erklärt hat dass ihre 13 jährige Schwester mit einem anderen Mädchen zusammen ist.
Die Lehrerin meinte zusammen in einer Klasse, ich hab sie dann aufgeklärt dass sie ein Paar sind. ^^

Wie kommst Du mit der Freundin Deiner Tochter zurecht, wenn ich so neugierig fragen darf?

Aber allgemein hab ich eh den Eindruck dass die Gesellschaft weniger ein Problem damit hat, wenn 2 Frauen sich küssen als wenn 2 Männer sich küssen.
Warum?

Ähm... ich habe da einen Verdacht darüber... und ihn zu äußern ist mir fast ein wenig peinlich... ich tus mal trotzdem:

Der deutlich überwiegende Großteil der aktuellen erotischen Kunst bishin zur legalen Pornografie stellt ja den weiblichen Körper in den Fokus. Der männliche Körper ist dabei meistens weniger interessant bzw. weniger im Fokus des Malers, des Bildhauers, der Fotografen oder des Kameramannes.

Wenn zwei Frauen nun lesbisch-intim werden, kann man das immernoch anhand dieser Ausrichtung der aktuellen erotischen Kunst irgendwie nachvollziehen. Diese beiden Frauen finden offensichtlich auch Frauenkörper ästhetisch anziehend, reizvoll und eben erotisch. So mancher Mann mag vielleicht auch geheime Phantasien über "flotte Dreier" dabei träumen. Also nichts, wovon sich jemand in der eigenen sexuellen Vorstellung, wie sie von der gesellschaft gespiegelt wird, bedroht fühlen würde.

Oder kurz: Dadurch also, dass aktuell popkulturell ohnehin deutlich mehr Frauen als Männer erotisch in Szene gesetzt werden, ist eine lesbische Beziehung näher an der "Norm" (und auch erotischen Phantasien von Männern) als eine intime Beziehung zwischen Männern.
 
Wie kommst Du mit der Freundin Deiner Tochter zurecht, wenn ich so neugierig fragen darf?

Sehr gut, sie ist ein nettes Mädchen und sie erzählt auch gern von ihren Katzen, ihren Eltern und ihrem Bruder.
Ich hab kein Problem damit ob meine Kids nen Partner oder ne Partnerin haben, Hauptsache sie sind glücklich. 🙂
 
Sehr gut, sie ist ein nettes Mädchen und sie erzählt auch gern von ihren Katzen, ihren Eltern und ihrem Bruder.
Ich hab kein Problem damit ob meine Kids nen Partner oder ne Partnerin haben, Hauptsache sie sind glücklich. 🙂

Ich meinte auch wegen dem Alter. Meine Tochter ist ja jetzt 8 Jahre alt bzw. sie wird bald 9. In meinem Umfeld ist ein 15-jähriger Junge, der jetzt seine erste Freundin hat, die 13 oder 14 ist. Ich habe mit der Mutter des Jungen etwas geklönt und auch gefragt, ob sie ein Problem damit hätte. Sie meinte wie Du, dass die Hauptsache sei, dass der Junge glücklich ist, und dass seine Freundin ein sehr nettes Mädchen sei. Sie fragte mich dann zurück, ab welchem Alter ich meiner Tochter denn eine Liebesbeziehung erlauben würde. Im Scherz habe ich geantwortet: "Ab 30." Aber ernsthaft betrachtet, werde ich wohl etwas über meinen Schatten springen müssen, das nicht zu unterbinden zu versuchen, wenn es bei ihr soweit ist und sie sich verliebt. Ich bemerke da durchaus auch in mir gewisse irrationale Widerstände, die mehr schaden als nutzen würden, wenn ich mich selbst da nicht zügeln würde.
 
Ich meinte auch wegen dem Alter. Meine Tochter ist ja jetzt 8 Jahre alt bzw. sie wird bald 9. In meinem Umfeld ist ein 15-jähriger Junge, der jetzt seine erste Freundin hat, die 13 oder 14 ist. Ich habe mit der Mutter des Jungen etwas geklönt und auch gefragt, ob sie ein Problem damit hätte. Sie meinte wie Du, dass die Hauptsache sei, dass der Junge glücklich ist, und dass seine Freundin ein sehr nettes Mädchen sei. Sie fragte mich dann zurück, ab welchem Alter ich meiner Tochter denn eine Liebesbeziehung erlauben würde. Im Scherz habe ich geantwortet: "Ab 30." Aber ernsthaft betrachtet, werde ich wohl etwas über meinen Schatten springen müssen, das nicht zu unterbinden zu versuchen, wenn es bei ihr soweit ist und sie sich verliebt. Ich bemerke da durchaus auch in mir gewisse irrationale Widerstände, die mehr schaden als nutzen würden, wenn ich mich selbst da nicht zügeln würde.

Ich denke so 13/14 ist ein relativ normales Alter für die erste Beziehung, aber eigentlich ist mir das Alter egal.
Ich finde es schön wenn meine Mädels das Vertrauen zu mir haben und mir ihre Partner vorstellen und auch so alles mit mir bereden können.
 
Einen Freund zu verbieten geht meist nach hinten los. Dann hat man nämlich Romeo und Julia.

Ein Bekannter von mir war vor einigen Jahren entsetzt, dass seine vierzehnjährige Tochter einen Freund mit nach Hause brachte. Allerdings sah er ein, dass es besser war, dass seine Tochter ihn vorstellte - und er ganz selbstverständlich mit der Familie Abendbrot aß, bevor er den Rückzug antrat.

Zwar stellte er, nicht nur er sich selber, die Frage, "Was kann da nicht alles passieren?" - aber nüchtern betrachtet, haben die beiden vermutlich eher händchenhaltend vor dem Musiksender sitzend Popcorn zerkrümelt.

Wobei es ihn nicht gerade getröstet haben dürfte, als ich ihm sagte, um schwanger zu werden, bräuchte es schließlich kein Bett.

Weit wichtiger finde ich es, dass Mädchen schon lange vorher gut aufgeklärt werden. Und wissen, dass sie keine "Liebesbeweise" erbringen müssen - und man Typen vergessen kann, die einen bedrängen.
 
Jain. Es gehört zum Selbstverständnis des Vatikan und anderer Glaubensgemeinschaften, eine Moral/Ethik zu definieren. Insofern ist es durchaus folgerichtig, dass sie sichzu diesen Fragen auch äußern. Ob die resultierende Moral/Ethik wirklich sinnvoll ist und den Job macht, den eine Moral/Ethik machen soll... das ist eine andere Frage.

Alles verändert sich irgendwann. Auch Religionen, davor kann sich die katholische Kirche nicht verstecken. Es gibt nunmal Paare die hätten gerne den Segen ihrer Kirche, sind trotz allem Gläubige Menschen, aber es wird ihnen verwehrt.
Wandel ist jedoch kein Verrat an der Wahrheit, sondern Ausdruck einer Verantwortung, die Religionen ungern nachkommen. Weil sie dadurch auch ein großes Stück Macht verlieren.
Die katholische Kirche segnet ansonsten nämlich alles mögliche, Tiere, Häuser Autos, WAFFEN 😵‍💫....

Eine Kirche, die Menschen ausschließt, weil ihre Liebe nicht ins Dogma passt, verliert den Kern dessen, was sie eigentlich verkünden will: Nächstenliebe.
 
Das ist diese über Jahrhunderte durch eine bestimmte Moral geprägte Erziehung, und diese ist vermutlich irgendwie gekoppelt an unsere Instinkte, die uns letztlich sagen, dass bestimmte "Dinge", die weniger häufig in der Gesellschaft vorkommen, nicht normal sind.
Vermutlich ist dieser "Instinkt" dann bei mir nur sehr schwach bis gar nicht ausgeprägt.

Vorbehalte sind letztlich oft auf Instinkten beruhende Komplexe, die man sich als Mensch nur mit genügend Bewusstsein und durch das Gewöhnen an ungewohnte Situationen und Menschen abtrainieren kann.
Die Bigotterie meines stark katholischen Umfelds habe ich (vielleicht unbewusst) schon als Kind erfasst.
 
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Das ist diese über Jahrhunderte durch eine bestimmte Moral geprägte Erziehung, und diese ist vermutlich irgendwie gekoppelt an unsere Instinkte, die uns letztlich sagen, dass bestimmte "Dinge", die weniger häufig in der Gesellschaft vorkommen, nicht normal sind.
Da stimme ich Dir nicht zu.
Ich las mal, dass Homosexualität bei indigenen Völkern Amerikas durchaus ok war, da lebte halt dann ein Paar zusammen.
Von Tibet (glaube ich) gibt es Nachweise, dass ein in einem Frauenkörper geborener Mann als Mann leben konnte, Männerarbeit verrichtet wie andere Männer auch - er durfte halt nur nie schwanger werden
Das Allermeiste, das man nicht kennt, lehnt man ja erst mal ab, weil das Vertrauen fehlt.
Wir hier bei uns schon. War aber nicht immer so.
 
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