vom Prinzip geht natürlich ein Leben ohne Geld, doch auch Geld ist nur ein Tauschmittel. Und Bezahlung für etwas ist eben auch Tausch.
Da gehe ich einerseits mit Dir konform, ja, Geld ist auch "nur" ein Tauschmittel. Mit einer besonderen Besonderheit: Es kommt aus nur einer Richtung - dem Bankensystem. Ich könnte jetzt viel schreiben, was das Geld an negativen Auswirkungen hat, Stichwort "es gibt mehr Geld als Tauschgüter" bzw. es wird mehr Geld auf Knopfdruck gedruckt, als man dafür kaufen könnte etc. Das würde in diesem Faden aber den Rahmen sprengen.
Hier ein Videolink, der ganz nett und anschaulich erklärt, in welchem Dilemma wir mit dem Geld hängen:
Wichtig wäre, dass es viele verschiedene Tauschmittel gäbe, damit niemand durch Geld die "Oberhand" über den Rest der Menschen hätte, wie es derzeit der Fall ist.
Ansonsten ist es schwer in der Gegenwart, denn wo kannst du leben, auf freien Grund und Boden, zumindest in D nicht vorhanden, entweder ist er Privatbesitz oder gehört der Stadt.
Der Witz an der Sache ist: Nur weil jemand auf ein Papier schreibt "dieses Land gehört der Stadt" - glaubst Du das? Kann Land wirklich jemandem gehören? Ich könnte auch hier nebenan ein Schild auf die derzeit freistehende Grünfläche stellen und draufschreiben "dieses Grundstück gehört Frau Blumenfreundin".
So lange Du Regeln befolgst, die von
anderen aufgestellt wurden, sei es das Zahlen von Rundfunkgebühren etc., solange ist nichts und niemand frei. ABER: Wie Du siehst, begibt sich mehr oder weniger jeder freiwillig in diese Abhängigkeit, ohne Nachzudenken.
Kann mein Nachbar mir befehlen, dass ich ab sofort sein Grundstück mitreinige, nur weil er das sagt oder das auf Papier geschrieben hat? Nein, natürlich nicht. ICH entscheide, was ich tue oder lasse. Aber warum machen wir dann alles, was die Politik sagt, nur weil sie es auf Papier geschrieben hat?
Ich will keine Anarchie hierzulande mit brennenden Autos etc., aber wenn jeder von uns erkennen würde, was da getrieben wird - dann hätten "die da oben" ganz ganz schnell keine Oberhand mehr. Gut, dann gäbe es noch das Problem, dass man ggf. Waffen oder Gefängnisaufenthalt gegen uns einsetzen würde. Das wäre die Konsequenz aus Gehorsamsverweigerung. Aber man wäre trotzdem freier, als das, was wir jetzt leben.
Ich denke auch viele Menschen könnten was geben? Von sich aus, ohne Arbeitsplatz? Oder was sollte jemand bekommen für eine tägliche Arbeit?Vielleicht Äpfel, Brot und Kartoffeln? Selbst Wasser ist nicht umsonst, naja, in manchen Gegenden schon wo es Quellen gibt.
Natürlich kann jeder geben. Dafür ist kein regulärer "Arbeitsplatz" nötig. Der eine kann Brot backen, der andere kann nähen, um Bekleidung zu flicken, wieder ein anderer kennt sich mit Kräutern und Pflanzen aus, dann hat jemand anderes wiederum einfach "nur" gute Muskelkraft, um damit den anderen bei Transport, Bau von Behausungen etc. zu helfen oder um "mitanzupacken".
Man kann sich abwechseln mit diesen einfachen Arbeiten, so dass niemand 40 Stunden pro Woche arbeiten müsste, wie man es uns suggeriert. Nochmals Hinweis auf die Kogi-Indianer. Schau Dir Videos von denen an. Die arbeiten nur in den Sommermonaten relativ viel auf den Feldern und weben Kleidung und reparieren oder bauen ihre Hütten, ansonsten beobachten sie die Natur, leben mit der Natur. Es ist ein Irrglaube, dass man im Leben 12 Monate im Jahr hauptsächlich nur arbeiten müsste. Das war früher auch nicht so.
Was meinst du machen dann die die nichts geben können,wollen? Bekommen also nichts, lässt du diesen dann neben dir verhungern?
Die, die nichts geben können, gibt es meiner Meinung nach nicht. JEDER kann in irgend einer Art und Weise etwas geben. Die, die nicht geben wollen - die würden auch nicht überleben können. Mit Egoismus käme man meiner Meinung nach in solchen Gemeinschaften nicht weit.
Wie sähe dann der Sozialstaat aus?
Anders als heute sähe er aus. Oder findest Du den heutigen Sozialstaat besser, in dem viele Menschen arbeitslos dahinvegetieren, da man "aus Kostengründen" auch einfachste Arbeitsplätze ins Ausland verlegt hat und den Menschen hier im Land lieber Sozialhilfe zahlt, als dass man sie einen einfachen Job machen ließe?
Gut, leider gibt es kaum noch einfache Jobs, das ist dann das nächste Problem, man müsste sie wieder schaffen und viele, viele Maschinen verschrotten und die maschinelle Arbeit wieder durch Menschen verrichten lassen (z.B. Kühe melken, um ein einfachstes Beispiel zu nennen).
Nun, ist Sozialhilfe wirklich so toll? Ist es toll, bei einer Behörde ständig Rechenschaft ablegen zu müssen, warum man noch immer keine Arbeit gefunden hat oder warum die "Wohnung zu teuer ist"? Ist es toll, irgendwann Rente zu bekommen, die nochmals besteuert wird und die einen hinterher zwingen wird, in Mülltonnen nach Pfandflaschen zu suchen, da diese tolle, soziale Rente nicht ausreicht? Ist es toll, viel Geld für Krankenversicherung vom monatlichen Lohn zahlen zu müssen, nur um im Ernstfall von der "Versicherung" zu hören zu bekommen, dass man nun 80% der Behandlungskosten selber tragen muss? Ist es toll, die christlich-soziale Kirchensteuer zu zahlen, nur um dann als Katholikin zu hören zu bekommen, dass man als geschiedene katholische Frau niemals mehr in einer katholischen Einrichtung arbeiten kann?
Ist das ein toller Sozialstaat? Alles ist im Endeffekt bis zum kaputtwerden durchorganisiert, man zahlt Sozialabgaben wo es nur geht, aber wenn man wirklich mal in einer Notlage ist - siehe oben.
Nein, ich finde den jetzigen Sozialstaat keine Idee besser als das, was sein könnte. Im Gegenteil.
Ich glaube in Richtung Selbstversorger kann gelebt werden, aber eben trotzdem im Geldsystem.Aber wie viele wollen das überhaupt?
Vielleicht kann man am Anfang im Geldsystem als Selbstversorger leben, um dann später, wenn genug andere ebenfalls diesen Weg beschreiten, genug Tauschgüter zu haben, dass man das Geldsystem nur noch gelegentlich oder gar nicht mehr benötigt.
Wie viele das wollen? Also ich würde nicht Nein sagen
