Kornkreise fördern in Schweden die Imaginationskraft... so der Titel einer Arbeit von Clas Svahn auf der Internet-Homepage von UFO SWEDEN. Die Kornkreis-Piktogramme zogen im Sommer 1993 in Schweden ein, und zwar mit einem lauten Knall. Es war für die erfahrenen UFO-Forscher auch gar kein Wunder, da bereits vorher in verschiedenen Vorträgen, Artikeln und TV-Sendungen die allgemeine Öffentlichkeit über diese besondere Phänomene in England aufgeklärt wurde. Channel 4 zeigte bereits im März eine zum Quoten-Hit gewordene Dokumentation zur besten Sendezeit und der öffentlich-rechtliche Kanal TV2 hatte in seiner beliebten Talksendung "Night Cafe" am 29.Juli 1993 dieses Thema drauf gehabt - ganz klar, dass nach dieser öffentlichen Konfrontation kaum noch ein Schwede unterwegs war, der von diesem Phänomen nichts wußte. Und schon gab es als direkte Folge gleich ein Dutzend Kreisfälle im Land, während Norwegen und Dänemark davon völlig 'unbelastet' blieb. In Finnland gab es nahe Luumäki gerade einen Kornkreis Anfang August, interessanter Weise gerade an jenem Punkt, wohin das schwedische Fernsehen ins Nachbarland gerade noch hineinstrahlt, was kaum jemand niemand an, dass die Fernsehwellen selbst die Formation erzeugte... Und genauso wie in anderen Ländern, konnten auch in Schweden Kornkreis-Trampler erwischt werden, UFO Sweden selbst erwischte einen 18-jährigen Studenten, der in der Nacht des 4.September 1993 zusammen mit zwei Freunden ein gewaltiges Pitkrogramm außerhalb von Orsa anlegte. Sie hatten vorher bereits in Mora den Bauern Erik Sundin mit einem ähnlichen Kreis genarrt. Er und seine Freunde waren verwundert, wie die Leute auf ihre "land art" reagierten, da gab es doch tatsächlich erwachsene Menschen, die sich in ihre bäuerliches Kunstwerk sich setzten, darin beteten und 'meditierten'. Andere standen davor und sprachen erstaunt davon, dass diese Zeichen nur Außerirdische hervorgerufen haben könnten, da Menschen soetwas nie tun könnten. "Als wir das sahen, wußten wir zunächst gar nicht, wie wir darauf reagieren und was wir hierzu uns denken sollten, dann packte uns aber die Faszination, uns ins Zeug zu legen und weiter zu machen - es ist es gewaltiger Spaß", erklärte der 18-Jährige gegenüber Svahn. Die erste Inspiration erhielten der Spaßvogel und seine Freunde durch Sendungen über englische Kornkreise auf den Satelliten-TV-Kanälen, da dachten sie sich, "soetwas können wir auch und dann legten wir los". Verblüfft waren sie schließlich doch über ihr Ergebnis und wie plötzlich sich erwachsene Menschen kindlich-naiv zeigten, und sogar totale Spinnereien einbrachten, wenn z.B. Wünschelrutengeher auftauchten und andere Leute plötzlich in den Kreisen "kosmische Energien" spürten. Aufgrund ihrer 'Experimente' haben die drei Studenten nun "eine Menge über Psychologie gelernt". Natürlich wäre es wünschenswert, wenn auch die Kornkreis-Enthusiasten und UFO-Fans daraus einiges gelernt hätten, was aber weitgehendst nicht der Fall ist, da hier einmal mehr nur der pure "Wille-zum-Glauben" bestimmend ist.
In Schweden meldete sich damals sofort Bertil Kuhlemann in den Medien zu Wort und erklärte die von dem 18-Jährigen ins Korn gesetzten Kreise sofort als "Botschaften aus dem Weltraum". Kuhleman, der jahrelang an der Seite des Kontaktlerns Sten Lindgren arbeitete, glaubt, dass die Kornkreise den "absoluten Beweis für Außerirdische auf der Erde darstellen". UFO-Gruppen in Stockholm und Gothenburg klopften in die selbe Kerbe und hielten Vorträge in denen sie sich öffentlich positiv zur außerirdischen Natur der Kreise aussprachen. Selbsr Richard Andrews fand dann den Weg, auf Einladung verschiedener Enthusiasten, nach Schweden und erklärte sich in diversen öffentlichen Auftritten die Kreise so: "Sie stehen in direkter Verbindung mit den Feldlinien der Erdenergie und prähistorischer Stellen."
UFO Sweden registrierte danach einen Ausbruch von Kornkreis-Musterfällen in ganz Schweden, aber nur ein Kornkreis in Sala erwies sich schließlich als vertrauenswürdig - vertrauenswürdig dahingehend, dass das Werk perfekt aussah und es keine verdächtige Stellen der Manipulation gab, so wie man sie ansonsten überall gefunden hatte. Das Gebilde wurde unterhalb einer Hochspannungsleitung von zwei Buben entdeckt, von denen einer vorher in der Gegend einen merkwürdigen Lichtstrahl vom Himmel hat kommen sehen... Auch in Säve, nördlich von Gothenburg, war ein Kreis-Piktogramm aufgetaucht, in dessen Nähe am abend zuvor seltsame Lichter kreisend am Himmel ausgemacht worden waren. Doch der Kreis war eindeutig gefälscht und die Lichter stammten von einer outdoor-Discotheken-Scheinwerferanlage. Dies zeigt einmal mehr auf, dass die UFO-Connection nur schwerlich herzustellen ist - und wenn man es dennoch tut, sehr schnell auf den Bauch fallen kann. UFO Sweden machte aber eine erstaunliche Feststellung bei den im Land auftauchenden Kreisen über die Jahre hinweg: Es scheinen immer wieder die selben Personen zu sein, die seit 1993 Sommer für Sommer selbst weiträumig durch das Land fahren, um die Kreise flachzulegen. Deshalb warnt Svahn: "Der einzige Zweck der Kornkreise ist es, dass Menschen andere Menschen damit hereinlegen wollen. Ursprünglich war ich auch bereit, zumindest bei einigen dieser Kreise zunächst eine neue Art von Naturphänomen zu sehen, aber nach all den Jahren bin ich davon weggekommen."
Trotz all dem, es gibt immer wieder Menschen, die sich irritiert fühlen. Wie die britische Zeitung LONDON EVENING STANDARD vom 22.Mai 1999 unter der Schlagzeile "Crackling the crop circle mystery" in einem Bericht von Julian Champkin zu melden wußte, hat nun die neue Saison der Kornmuster-Leger begonnen und Laurence Rockefeller, der schon der Sturrock-UFO-Studie Mittel zur Hand gab, finanziert jetzt auch die "wissenschaftliche Erforschung" der Kornkreise und Piktogramme. Die Landart-Künstler, die hinter diesem Spuk stehen haben auch dieses Jahr ihren Fun, so legten sie bereits die ersten 12 Piktogramme in Hampshire und am Milk Hill, Wiltshire, diese Woche. Rockefeller finanziert Colin Andrews nun eine Studie, die aus regelmäßigen Überwachungsflügen über Wiltshire und Hampshire besteht, um vielleicht einmal das "natürliche Entstehen" beobachten und filmen zu können. Dies alles freilich mit dem Ziel zu beweisen, das eine nicht-menschliche Intelligenz hinter ihnen steht und nicht all jene Scherzbolde die als Crop Circle-Hoaxers neben Doug Bower und Dave Chorley auftreten alleinig für diese wunderbaren und symbolträchtigen UFO-Betten im Kornfeld verantwortlich sind. Na dann, viel Glück! Andererseits hätte sich Rockefeller vielleicht das Geld sparen und damit die Kosovo-Flüchtlinge unterstützen können, wenn er wüßte, dass es da ein überaus bemerkenswertes Video namens "Cropcircle Communique II" von BBC-Mann John MacNish bereits seit 1994 gibt, welches man bei der Firma "Circlevision Produkctions, P.O.Box 36, Ludlow, Shropshire SY8 3ZZ", bestellen kann. Hier kann man schön sehen, wie die Piktogramme durch Menschenhand in der Nacht entstehen und welche IFOs für die UFO-Sichtungen verantwortlich sind.
Wie bei der Macht und Wirkung von Fliegenden Untertassen-Fotos ist es mit den "Symbolnachrichten" im Kornfeld - ihr unterschwelliger suggestiver Einfluß ist gewaltig und fördert den Mythos, wenn der Schwindel erfolgreich ist und die wahre Natur der "Wunder" nicht erkannt wird, aus welchen Gründen auch immer. In beiden Fälle versuchen die Schwindler ihren Werken mittels der Symbolik eine höhere "Echtheit" zu verschaffen, im Fall der Fliegenden Untertassen-Bilder ist dies die fotopsychologische Wirkung der Aufnahme-Perspektive sowie die richtige Größe des Modells und die wirkungsvollste Distanz zur Kameralinse, um eine Fliegende Untertasse "authentisch" wirken zu lassen, bei den Piktogrammen ist es ihre raffinierte Auslegung der Landschaftskünstler ohne Grobheiten und angereichert mit feiner Ästhetik. In beiden Fällen gibt es keine Bilder von Untertassen/Formationen im Kornfeld, die nicht auch von Menschen gefertigt werden könnten. Zweifelsfrei aber steckt hinter den Piktogrammen mehr 'man-power' als bei der Trickserei um UFO-Fotos und Videos.
LG, Gono38