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Justiz zu lasch?

Dieses Thema im Forum "Gesellschaft und Politik" wurde erstellt von Lotusz, 2. September 2005.

  1. Crowley

    Crowley Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    26. Januar 2005
    Beiträge:
    5.482
    Ort:
    Abyss
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    Das hat sicher auch der Richter gedacht, als er den Jugendlichen wieder laufen liess.
    Sorry wenn das jetzt etwas polemisch rüberkommt, aber den Täter zum Opfer zu machen, ergibt meines Erachtens nicht viel Sinn, auch dem Täter hilft man damit nicht, sich mit seinem Verhalten auseinanderzusetzen, und das ist die Grundlage für die innere Umkehr.

    Wie ich schon sagte, muss die Hilfe zuerst akzeptiert werden, sonst bleibt alles vergebliche Liebesmüh.
    Teils, teils. Strafe ja, sie kann, richtig angewandt, bei der Verwirklichung der Haltung der Selbstverantwortlichkeit bei den Taten eine Hilfe sein.
    Vergeltung keinesfalls, Rachegefühle dürfen in einer Gesellschaft keine Rolle spielen.
     
  2. Lotusz

    Lotusz Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    10. Oktober 2002
    Beiträge:
    3.338
    Hallo

    Ich möchte einmal auf die Frage der Schuldfähigkeit zu sprechen kommen. Dabei möchte ich von einem Fall berichten, der mir gerade vor zwei Tagen passiert ist. Dabei geht es nicht einmal um einen Jugendlichen, sondern um einen Erwachsenen.

    Ich führ mit einem Freund mit den Fahrrad spazieren. Mein Freund hatte ein Tshirt an, wie es unten auf dem Bild zu sehen ist (Zahme Vögel singen von der Freiheit...). Dann kam uns ein Jogger, etwa Ende 20, Anfang 30, entgegen, sah wohl dass Tshirt und rief uns zu: "... hat man wohl vergessen zu vergasen....Dreck..."

    Ich stelle einmal die Frage und die trifft wohl auf die meisten Nazis zu, sind diese Leute wirklich für ihr Denken, für ihr Handeln verantwortlich? Einerseits sind sie natürlich für ihr Handeln verantwortlich. Andererseits sind sie in ihrem Leben so sehr in ihrer Seele verletzt worden, dass sie mitunter gar nicht mehr in der Lage sind, vernünftig zu reagieren. Der Verstand schaltet aus und dann bricht nur noch der Hass aus ihnen heraus.

    Und wenn schon solche Erwachsenen nur bedingt für ihr Handeln verantwortlich zu machen sind, und zwar wegen des enormen Leidensdruckes unter dem sie stehen, so sollte man bei Jugendlichen einen anderen Maßstab ansetzen. Man sollte ihnen aber auch deutlich ihre Grenzen aufzeigen.

    Bild: Zahme Vögel singen von Freiheit...

    Alles Liebe. Gerrit
     
  3. Lotusz

    Lotusz Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    10. Oktober 2002
    Beiträge:
    3.338
    ...und ihnen Hilfe anbieten, aus diesem kriminellen Kreislauf heraus zu kommen.
     
  4. WyrmCaya

    WyrmCaya Neues Mitglied

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    Caya und Wyrm wohnen in Wien
    zitat lotusz:

    Angesichts des Mordes in Berlin an einem 7-jährigem Kind, begangen von einem 16-jährigem jungen Mann aus der Nachbarschaft, möchte ich einmal die Frage stellen, ob die Bestrafung für Jugendliche, und zwar bevor es zu solchen grausigen Verbrechen kommt, denn die Jugendlichen haben meistens ein langes Vorstrafenregister, nicht zu lasch ist?



    zitat lotusz:

    Keiner denkt über höhere Strafen nach
    . Darum geht es nicht. Es geht darum, dass man jugendlichen Intensivtätern Einhalt gebieten muss. Die Frage ist, wie das zu geschehen hat. Oder muss es erst zum Schlimmsten kommen, bevor man sich den Kopf zerbricht? Nein, man sollte so früh wie möglich eingreifen, um Schlimmeres zu verhindern.


    ? :rolleyes: ?
     
  5. Lotusz

    Lotusz Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    3.338
    Hallo Wyrm

    Deine Kritik ist berechtigt. Leider gelingt es einem nicht immer, etwas so auszudrücken, wie man es vielleicht sagen möchte. Dadurch bekommt der Leser vielleicht einen falschen Eindruck. Andererseits solltest du den ganzen Eingangsthreat berücksichtigen und nicht nur Teile daraus und vielleicht hättest du auch die angegebenen Spiegelartikel berücksichtigen sollen, auf die ich verwiesen habe. Dann wäre wohl etwas deutlicher geworden, worum es mir geht. Ausserdem hoffe ich, dass es in den darauffolgenden Beiträgen etwas deutlicher geworden ist, dass es mir nicht um Bestrafung, sondern um Hilfe geht. Andererseits dient ein solcher Threat auch immer der Meinungsfindung.

    Alles Liebe. Gerrit
     
  6. WyrmCaya

    WyrmCaya Neues Mitglied

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    25. März 2004
    Beiträge:
    12.932
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    Caya und Wyrm wohnen in Wien
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    jaja, der leser kriegt einen falschen eindruck :)

    (mir hat der thread schon gereicht hehe)
     
  7. Lotusz

    Lotusz Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    10. Oktober 2002
    Beiträge:
    3.338
    Hallo Wyrm

    Wenn ich sage, dass Verhalten der Justiz den Jugendlichen gegenüber ist zu lasch, so wollte ich damit zum Ausdruck bringen, dass es oftmals keine vernünftige Reaktion der Justiz den Jugendlichen gegenüber gibt. Die Jugendlichen werden einfach sich selbst überlassen und es wird ihnen oftmals keinerlei Hilfe angeboten. Und das halte ich für verantwortungslos.

    In dem einen oder anderen Fall muss auch über weitergehende Maßnahmen nachgedacht werden, neben einem Anti-Agressions-Training auch über die Einschaltung des Jugendamtes oder über einen Platz in einer betreuten Jugendeinrichtung.

    Alles Liebe. Gerrit
     
  8. Ramar

    Ramar Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    12. August 2005
    Beiträge:
    1.257
    Das eigentliche Problem liegt schlichtweg an unserer Rachegesellschaft und fehlenden Strukturen, wie es etwa ein starker Familienverband usw. wäre.

    Die Aufgabe von uns, unserer Gesellschaft müsste sein, solche Auswüchse gar nicht entstehen zu lassen und nicht diese primitiv zu rächen, strafen wegsperren.....Unrecht mit Unrecht vergelten. Das brachte noch nie etwas, bringt nichts und wird nie etwas bringen.

    Es gab Naturvölker, welche so ein perfektes Gesellschaftssystem entwickelten, dass für Diebstahl oder Mord in deren Sprache nicht einmal ein Wort vorhanden war - das gab es schlichtweg nicht. (das kommt nicht von irgendwelchen Sehern oder von anderen Planeten, das ist jene Realität auf unserer Erde)

    Eine lebenswerte Gesellschaft müsste das fehlgeleitete Potential dieses armen Jungen rechtzeitig erkennen und reagieren. Ein bisschen Therapie hätte da wahrscheinlich schon gereicht, rechtzeitig. Und wenn nicht, darf es mehr Therapie sein .....

    Natürlich kann in unserem System das alles nicht funktionieren und Kinder aus sozial schwachen Familien müssen schon recht viel aushalten. Etwa tagtäglich die illusionäre TV-Welt, in welcher uns ja vorgegauckelt wird, dass jeder normale Mensch mindestens drei Autos, eine elegante Villa und zwei Pools haben muss. Und wie soll sich das jetzt auf jemanden auswirken, dessen Vater/Mutter mühsam und nicht immer, gerade dafür Sorge trägt, dass genug Brot auf den Tisch kommt.
    New Orleans gerade diese Tage ist ein ebenfalls schönes Beispiel, wie unsere Gesellschaft reagiert. Da haben doch die Amis die Evakuierung unterbrochen, um das materielle Gut vor den "Räuberbanden" zu schützen, die durch die Stadt ziehen. Genau so ist sie, unsere Gesellschaft, dass so ein armer Schwarzer aus den New Orleans Slums drei Tomaten klauen könnte, ist viel wichtiger, als dass noch Zehntausende ohne genügend Wasser, Nahrung und Hygiene darben. Und aus der Sicht der Armen in New Orleans habe ich sogar Verständnis fürs Stehlen: Muss ein erhebendes Gefühl sein, einmal im Supermarkt einfach zugreifen zu können, was immer man will und braucht, anstelle von Essensgutscheine (die gibt es in den USA für Sozialfälle) umdrehen und herumrechnen, ob noch eine Kartoffel ausgeht.
    Glaubt aber ja nicht, dass das bei uns differenziert ablaufen würde.

    Unser Rechtssystem ist auf "Erfolg" ausgelegt. Es gibt da ein wunderbares Beispiel, dies zu veranschaulichen: Wenn jemand bei Rot über eine Kreuzung rast und nicht erwischt wird, geschieht gar nichts. Wenn er bei Rot über die Kreuzung rast und wird erwischt, zahlt er irgendeine kleinere Geldstrafe. Wenn er bei Rot über eine Kreuzung rast und erwischt ein anderes Auto (Blechschaden), ist es neben einer Strafe ein Versicherungsfall. Wenn er bei Rot über eine Kreuzung rast, erwischt ein anderes Auto und darin sterben Menschen, marschiert er ins Gefängnis.

    Was soll daran logisch oder gerecht sein - die eigentliche Tat ist in allen Fällen die Gleiche: ER IST BEI ROT ÜBER EINE KREUZUNG GERAST.
    In unserem System aber zählt der Erfolg und zudem auch noch das Kapital (wie soll es anders sein in einer Kapitalgesellschaft) Stirbt im anderen Auto ein sozial schwacher Familienvater mit seinen Kindern, kommte er besser weg, als wenn da ausgerechnet ein Politiker oder anderer Prominenter oder Firmenchef starb. Meist wird viel höher bestraft, wenn es um mehr Geld ging oder überhaupt um Geld geht, als wenn es um Gewalt geht. In der Regel kommt so ein Schwein, welches ein Kleinkind vergewaltigt besser weg, als einer, der seinem Chef eine anständige Summe unterschlägt.
    Zurück zum Unfall. Wem hilft nun das Wegsperren dieses Autofahrers, ausser dass die Angehörigen der Toten vielleicht primitive Rachegefühle befriedigen können. Kann es deswegen einem anderen oder selbst ihm nicht mehr passieren, eine Ampel zu übersehen ? Ändert es etwas am Unfall oder dem Tod der Opfer ? Es bringt niemandem etwas, ausser dem Industriezweig Justiz (Anwälte usw.), wofür aber dann der Steuerzahler den Aufenthalt des Autofahrers bezahlen muss und dieser u. U. aus der Bahn gerät und selbst zu einem Sozialfall wird, also nochmals kostet.

    Wie auch immer, ohne dass wir eine soziale Gerechtigkeit ins System bringen, wird es nie funktionieren und der jetztige Extremkapitalismus wird uns alle umbringen, so oder so.(gleich vorneweg ich bin kein Sozialist - es hat sich bisher kein System wirklich bewährt)

    Und zur Justiz selbst lasse ich besser Bundesverfassungsrichter a.D. Prof. Willi Geiger aus Karlsruhe zu Wort kommen:

    "Ich wage nach einem langen Berufsleben in der Justiz, wenn ich gefragt werde, den Ausgang eines Prozesses nur noch nachdem im ganzen System angelegten Grundsatz vorauszusagen: Nach der Regel müßte er so entschieden werden; aber nach einer der vielen unbestimmten Ausnahmen und Einschränkungen, die das Recht kennt, kann er auch anders entschieden werden. Das genaue Ergebnis ist schlechthin unberechenbar geworden. Allenfalls kann man mit einiger Sicherheit sagen: Wenn du meinst, du bekommst alles, was dir nach deiner Überzeugungzusteht, irrst du dich. Ein der Entlastung der Gerichte dienlicher Rat könnte bei dieser Lage der Dinge sein: Führe möglichst keinen Prozeß; der außergerichtliche Vergleich oder das Knobeln erledigt den Streit allemal rascher, billiger und im Zweifel ebenso gerecht wie ein Urteil. Das heisst in allem Ernst: Unter den in der Bundesrepublik obwaltenden Verhältnissen von den Gerichten Gerechtigkeit zu fordern, ist illusionär."

    "Daß in Lehre und Rechtsprechung ständig gegen die Grundregeln des Denkens verstoßen wird, ließe sich ohne weiteres durch die Tag für Tag erscheinenden Veröffentlichungen belegen. so kommt es auch, daß zahlreiche juristische Kontroversen und Diskussionen nur auf Definitionsfehlern, Begriffsvertauschungen, Schlußfehlern und Trugschlüssen beruhen"
    Diese Einschätzung stammt von einem Mann, der es wissen muß, dem ehemaligen OLG-Richter Dr. Egon Schneider, Autor des Buchs Logik für Juristen und Herausgeber des ZAP-Justizspiegel, in welchem er die schwarzen Schafe der Justiz knapp aber zutreffend beschreibt:

    "Unfähig, schamlos - aber unabhängig"


    L. G.

    Ramar
     
  9. Raeubertochter

    Raeubertochter Sehr aktives Mitglied

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    1.008
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    Bad Meinberg
    Blau,
    Ja. Angst ist sicher die Grundlage dieses Systems. Ich wehre mich nur dagegen, dass bestimmte Menschen da hinterstehen und wie Marionettenspieler die anderen lenken. Ich glaube eben, dass auch diese Wirtschaftsbosse, die Menschen, die mit der Angst Geschäfte machen (und dazu gehören auch Polizei und Bundeswehr, auch Herr Schily und die Rüstungsindustrie) selber auch angstbesetzt sind. Wir alle sind es, die einen mehr die anderen weniger. Aber einige von uns nutzen es, um Geld zu verdienen.

    Liebe Grüße

    Raeubertochter
     
  10. Raeubertochter

    Raeubertochter Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    21. Juni 2005
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    Ja. Angst ist sicher die Grundlage dieses Systems. Ich wehre mich nur dagegen, dass bestimmte Menschen da hinterstehen und wie Marionettenspieler die anderen lenken. Ich glaube eben, dass auch diese Wirtschaftsbosse, die Menschen, die mit der Angst Geschäfte machen (und dazu gehören auch Polizei und Bundeswehr, auch Herr Schily und die Rüstungsindustrie) selber auch angstbesetzt sind. Wir alle sind es, die einen mehr die anderen weniger. Aber einige von uns nutzen es, um Geld zu verdienen.

    Liebe Grüße

    Raeubertochter
     
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