Das ist so ein Beispiel einer Iranerin (Journalistin/Influencerin), der ich schon länger folge mit einem öffentlichen Teil-Zitat von ihr, da
@Siriuskind mich fragte, woher ich das alles wissen will. Genau weiß man es natürlich nie, aber man kann sich ein bißchen außerhalb des eigenen Propaganda Apparates informieren und die Nase über den Tellerrand bewegen.
"Nicht-Iraner:innen können sich nicht vorstellen, wie es uns ergeht und wie polarisiert die iranische Gesellschaft mittlerweile geworden ist. Seit Jahren sehen wir zu, wie Saudi Arabien, Israel und die USA Sender wie "Iran International" finanzieren, um die iranische Bevölkerung mit ihrer eigenen politischen Agenda zu indoktrinieren. Millionen und Abermillionen US-Dollar fließen seit Jahren rein in die Propaganda; die Figur Reza Pahlavi soll als einzige Alternative präsentiert werden und man muss sagen: Sehr viele Iraner:innen, gerade in der Diaspora, sind tatsächlich darauf reingefallen. Dies hat verschiedene Gründe; ein wesentlicher Grund ist eben, dass diese Sender mit ihrer Propaganda ohne Konkurrenz sind. Wir, linke, progressive Iraner:innen, haben keine mächtigen Staaten hinter uns, keine Millionen US-Dollar. Wir haben keine Sender, keine Stimme außer einigen sehr guten Influencern mit einer gewissen Reichweite. Unsere Stimmen, unsere Ideen haben sehr wenig Reichweite, im Vergleich zur Omnipräsenz der Gegenseite, der rechten und pro-zionistischen Monarchiebewegung. "
"Damit Nicht-Iraner einen Eindruck bekommen, wie schlimm es auch in den Familien aussieht: Es gibt nicht nur Streit bis hin zu Kontaktabbruch innerhalb von Familien; es gibt Chats, die als Selbsthilfegruppen für derartige Fälle fungieren, wie man also psychisch-emotional mit einer derartigen familiären Situation umgeht.
Daher möchte ich an dieser Stelle auch ganz deutlich sagen: Es ist für uns Iraner:innen unerträglich, dass andere Iraner, unsere eigenen Familienmitglieder sich für den Angriff der USA und Israels aussprechen und es kommt zu wirklich dramatischen Ereignissen. Was glaubt Ihr, wie tolerant wir gerade sind, wenn irgendwelche Nicht-Iraner damit kommen? Irgendwelche Leute, die meinen, sie hätten einen Plan über Iran, weil sie meinen, sie würden sich seit ein paar Jahren mit dem Iran beschäftigen. Und selbst wenn sie "Experten" wären: Den Preis für ihre Haltung zahlen nicht sie, sondern die iranische Bevölkerung. Es sind mittlerweile über 100 iranische Kinder getötet worden. Das ist der Preis. Den zahlt die iranische Bevölkerung innerhalb Irans. Also wagt es nicht, mit uns auch noch Diskussionen darüber zu führen, der Angriff sei der einzige Weg zur Befreiung. Es ekelt uns an, es macht uns wütend, wir sind alle, ähnlich wie im letzten Sommer, bei dem Israel den Iran ebenfalls völkerrechtswidrig angegriffen hatte, retraumatisiert. Die meisten von uns haben den schrecklichen Iran-Irak-Krieg immer noch in den Knochen; ich selbst bin in den ersten Tagen dieses Krieges auf die Welt gekommen und habe erst vor wenigen Jahren erfahren, dass diese Ereignisse psychologische Spuren bei mir hinterlassen haben.
Gestern war ich in den ersten Stunden nach dem Angriff komplett wie gelähmt, konnte nur mit Familie telefonieren und Nachrichten lesen/hören."