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Wellenspiel
Guest
Beides. Das Verlangen nach Sühne entsteht erst durch den Glauben an die Schuld.Müsste man erst das konzept von schuld oder das von sühne verwerfen um in frieden sein zu können?
Wie stellst du dir das vor? So ein Konzept kann man nicht einfach "vergessen". Auch ich nicht, solange jeder andere ihm nachhängt wie ein Hund an der Leine. Denn ich werde von anderen ja unterschiedslos ebenfalls in ihr Raster von Konzepten gesteckt, ob ich das nun will oder nicht.Für dich kannst du das konzept von schuld ja vergessen, das ist für denjenigen der sühne sucht allenfalls gut und schön.
Und genau das ist es, was ich anprangere.
Ein Beispiel:
Wenn ich nun einen Fehler begehe, wodurch ein anderer leiden muss, dann gibt er mir die Schuld. Was hat derjenige davon, außer dass er nun "Rachegedanken" hegt, für die ich büßen muss?
Und was habe ich davon? Hilft mir die Buße etwa, aus meinem Fehler zu lernen?
Nein!
Denn entweder ich habe den Willen (aus mir selbst heraus), aus meinen Fehlern zu lernen oder eben nicht. Wenn ich dann noch aufgrund meines Fehlers angegriffen werde, gehe ich doch erst recht in den Widerstand.
So oder so bleibt es meine eigene Verantwortung und nur weil ein anderer leiden musste, muss ich nicht dafür geradestehen, wenn ich das nicht will. Denn schließlich konnte ich ja nicht in die Zukunft sehen.
Und derjenige, der Rachegedanken hegt, wird niemals Frieden finden, solange er nicht verzeiht.
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