Immunsystem

Meine Gründe, Medikamente wegzulassen, sind meist einfach Faulheit. In den meisten Fällen bin ich nicht lange krank. Da führt dann eine Behandlung auch nicht zu einer so starken Beschleunigung der genesung, dass ich denke, dass es sich lohnt.

Z.B. eine Erkältung verläuft bei mir typischerweise so: Einen Tag, selten zwei Tage, fühle ich mich dreckig mit Kopf-, Hals und Gliederschmerzen. Danach geht es wieder, nur dass die Nase noch ein paar weitere Tage viel Auswurf produziert. Und dann ist es überstanden. Mit Medikamenten, die ich mir holen müsste, während es mir dreckig geht, mag es zwar besser gehen, aber nicht soviel ebsser, als dass ich im kranken Zustand denke, dass es sich lohnt, mich jetzt zur Apotheke zu schleppen.

Nun ja, Erkältungen lassen sich auch mit "Tee und Obst" gut überstehen. Und habe da meine individuellen Rezepte für herausbekommen.

Selbststudien. :D

LG
Any
 
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Ich will sicher nicht jemandem etwas Falsches unterstellen, aber ich bin skeptisch. Wissenschaft und Wissenschaft sind für mich zwei Paar Schuhe. Das eine Paar ist eine neutrale ohne ein finanzielles Interesse, das andere Paar wäre hier die Forschung (wissenschaftliche Arbeit) der Pharmazie. Und wer garantiert, dass hier keinerlei Gewinnstreben berüchsichtigt werden muss?

Mit diesem Misstrauen hast Du auch durchaus Recht, und es gibt einige Leute, die sich überlegen, wie man das besser regeln kann. Ben Goldacre, ein Arzt und Journalist, den ich schon einige Male erwähnt habe, schreibt da gute Bücher drüber: "Die Wissenschaftslüge" und zuletzt "Die Pharma-Lüge". Sehr lesenswert. Du würdest zumindest in letzterem Dein Misstrauen gegenüber der Pharmaindustrie bestätigt sehen.

Ändert nichts dran, dass wir jetzt schon mit unserem heuten - zugegeben fehleranfälligen - System und Regelungen besser dran sind als ohne.

Im Grunde hast du sicher recht. Der Unterschied für mich ist der, dass ich die Zwiebel ständig in Verwendung habe und sie mir daher vertraut ist. Wirkungsweisen kann ich im I-Net nachlesen bzw. sind sie als alte Hausmittelchen bekannt. Im Gegensatz zu Medikamenten, die künstlich erzeugt werden, von denen niemand, der nicht vom Fach ist, eine Ahnung hat, was da drinnen ist und was es im Körper tatsächlich bewirkt - auf lange Sicht gesehen. Nebenwirkungen, Abhängigkeiten etc. Beim Lesen mancher Beipackzetteln kann einem schlecht werden - inklusive Angst.

Dir ist klar, dass ein Symptom auch als nebenwirkung auf die beipackzettel aufgenommen wird, selbst, wenn der kausale Zusammenhang zwischen Medikament und Symptom nicht gegeben ist - das koinzidente Auftauchen reicht völlig aus.

Und wie gesagt: Auch für naturheilmittel gilt: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung.

Ich denke, dass ein intaktes Immunsystem generell verd. viel gute Arbeit leistet, um Krankheiten weitgehend zu verhindern. Und auch Fieber, wenn es nicht in schwindelerregende und damit gefährliche Höhen steigt, ist ein Zeichen der Selbstheilungsarbeit. Auf vielen "Grippe"-Medikamenten steht: Fiebersenkend. Damit wird die körpereigene Arbeit zurückgedrängt. Meiner Meinung nach.

Um mal klarzustellen, Joey... ich werfe gar nichts vor. Jeder soll das handhaben wie er möchte. Ich bin für mich selbst der Meinung, dass vieles, was heute durch künstliche Chemie "geheilt" wird, auch ohne Tabletten & Co. wieder verschwindet, nur dauert es halt mitunter etwas länger. Der Körper braucht Zeit, und die wird ihm verwehrt.

Mit dem fettgedruckten Satz hast Du durchaus Recht - die allermeisten krankheiten, mit denen wir tagtäglich konfrontiert werden, gehen von selbst wieder weg, und da leistet unser Immunsystem - bzw. die "Selbstheilungskräfte" - großartige Arbeit. Na und?

Wechselwirkungen, Nebenwirkungen, Spätfolgen etc.pp. Wer weiss das schon? Je schwerer die Krankheit umso heftiger die "Keule". Und je schwächer/überlasteter ein Körper, umso schwerer wird er damit fertig. Eigentlich logisch. Bissel Hausverstand tut auch einem Wissenschaftler gut. ;) (nicht böse gemeint)

Wechselwirkungen, nebenwirkungen etc. hast Du auch bei Naturheilmitteln. Und dass die Medikamente den Körper mehr überlasten als ein Naturheilmittel, halte ich für ein Gerücht.

Offenbar hat man mit Migräneprobanden und Placebos probiert. Placebos "heilen" nicht nur, wenn der Patient nichts davon weiss, dass er ein Placebo schluckt, sondern auch, wenn der Patient es weiss. Allein das Ritual des "Pillenschluckens" hilft schon.

Ja, der Placebo-Effekt ist mächtig. Man erforscht auch schon, wie man ihn z.B. dazu einsetzen kann, die mange der Immunsuppressiva nach Organtransplantationen zu reduzieren. Alles wunderbar.
 
Menschen erkranken leider nicht immer nur an Erkältungen! Nur so ein Denkanstoß. Stärkung des Immunsystems, fein, bin ich für, ist jeder Arzt für, usw. ABER: So wie sich das nicht wenige in der Esoterikgemeinde eben vorstellen wollen, eine Utopie davon dass alle Erkrankungen präventiv vereitelt werden können, das spielt es eben leider nicht!
 
Zuletzt bearbeitet:
Babylon schrieb:
ABER: So wie sich das nicht wenige in der Esoterikgemeinde eben vorstellen wollen, eine Utopie davon dass alle Erkrankungen präventiv vereitelt werden können, das spielt es eben leider nicht!

Das hat hier auch niemand behauptet.
 
Und was soll an "denaturierten Präperaten" soviel schlechter sein als an Naturheilverfahren?

Weil die Heilkräuter von einer höheren Intelligenz, nennen wir sie Natur oder Gott, zusammen mit dem Menschen geschaffen wurden. So wie Äpfel und Birnen in idealer Weise für die menschliche Ernährung geschaffen wurden, so gibt es auch Heilkräuter für Kranheitssituationen. Das gibt es auch bei Tieren, daß sie bei Krankheiten bestimmte Kräuter fressen. Solche Kräuter enthalten auch Wirkstoffe (z.B. Weidenrinde den Wirkstoff der bei Aspirin isoliert wurde) doch in Kombination mit anderen Bestandteilen, der es für das Verdauungssytem natürlicher zu verarbeiten macht.

Im Gegensatz dazu sind Präparate der Pharmaindustrie von Menschen geschaffene Produkte. Dabei versucht man durch "Versuch und Irrtum" (trial and error) allmählich herauszubekommen welche Kombinationen wo helfen, was allerdings mitunter zu eigenartigen Ergebnissen führt, etwa Contergan usw.


Und ab wann ist ein Präperat denaturiert? Ein schönes Brot - mit den Zutaten Vollkornmehl, Wasser, Getreide, Hefe ... - kommt in der Natur nicht vor, und muss auch mühsam hergestellt werden. Ist das auch denaturiert?

Ja, Brot ist auch bereits denaturiert, darum empfiehlt Dr. Bruker rohes Getreide, wie es in der Antike und vorher viel gegessen wurde.


Und was heißt "unbedingt nötig"? Wann ist ein Medikament unnötig verschrieben? Muss der Arzt erst vermuten, dass der patient sterben wird, wenn da nicht schnell geholfen wird, ehe er Deiner Ansicht nach ein "denaturiertes Medikament" verschreiben darf?

So ungefähr. Wenn nach den gegenwärtigen Kenntnissen des Arztes ein Medikament erforderlich ist um Schaden abzuwenden, dann muß er es geben.


Wer behauptet, ist in der Belegpflicht. Es steht den Leuten, die Naturheilkunde propagieren, frei, Ihre behauptungen mit guter methodik zu testen.

Du wirst sicher nicht von mir erwarten, daß ich jetzt solche Untersuchungen finanziere. Das kann ich natürlich nicht. Das müssen die zuständigen Stellen machen.
 
Es stimmt schon, die mentale Verfassung/Psyche/Geist, wie immer man es nennen will, hat einen nicht zu verachtenden Effekt auf den Körper - Stichwort Placebo-/Noceboeffekt, Optimismus, angenehme soziale Interaktion ect.- alles, was der "Seele" gut tut, kann und wird auch meist dem Körper gut tun.

Allerdings denke ich, nein ich bin überzeugt, dem sind Grenzen gesetzt - schneide ich mir den Finger ab, kann ich noch so dolle positiv denken, er wird nicht nachwachsen. Aber ich will auch niemandem hier unterstellen, das behauptet wurde, es ließe sich alles restlos ohne Schulmedizin und in jeglicher Situation heilen. Ich vermute, die meisten Aussagen entspringen der Ansicht, die ich selbst teile - unterstützend kann bei schweren Krankheiten auch sicherlich Energetisches oder Naturheilkundliches wirken.

Nun gibt es natürlich auch Spontanheilungen oder - remissionen oder jemand doktert fröhlich an sich herum und hat damit Erfolg. Hier würde ich aber abraten, dies zu verallgemeinern - denn einen kausalen Zusammenhang muß es nicht unbedingt geben; die Wahrscheinlichkeit, dass eben die mentalen Mechanismen den Ausschlag gaben, ist hoch. Aber ebenso die Wahrscheinlichkeit, das es - man halte sich fest - Zufall war. Denn wir wollen nicht vergessen, so empfindlich der menschliche Körper ab einem gewissen Punkt sein mag, so zäh kann er sich zeigen. Deswegen rate ich davon ab, Kausalitäten herzustellen, wo u.U. keine sind - hier im Gesundheitsbereich war das ja schon öfter Thema.
 
Zuletzt bearbeitet:
Joey schrieb:
Mit diesem Misstrauen hast Du auch durchaus Recht, und es gibt einige Leute, die sich überlegen, wie man das besser regeln kann. Ben Goldacre, ein Arzt und Journalist, den ich schon einige Male erwähnt habe, schreibt da gute Bücher drüber: "Die Wissenschaftslüge" und zuletzt "Die Pharma-Lüge". Sehr lesenswert. Du würdest zumindest in letzterem Dein Misstrauen gegenüber der Pharmaindustrie bestätigt sehen.

Hm, ich will es gar nicht bestätigt sehen, sondern ich will für mich persönlich aus beiden Bereichen (Wissenschaft und Hausmittelchen) für mich das Beste rausholen. Und ich möchte - trotz aller Kritik - im Ernstfall der Medizin, Pharmazie (Wissenschaft) vertrauen können. Liest sich jetzt vermutlich verd. naiv....... :rolleyes:

Joey schrieb:
Ändert nichts dran, dass wir jetzt schon mit unserem heuten - zugegeben fehleranfälligen - System und Regelungen besser dran sind als ohne.

Das steht ausser Frage.

Joey schrieb:
Dir ist klar, dass ein Symptom auch als nebenwirkung auf die beipackzettel aufgenommen wird, selbst, wenn der kausale Zusammenhang zwischen Medikament und Symptom nicht gegeben ist - das koinzidente Auftauchen reicht völlig aus.
Und wie gesagt: Auch für naturheilmittel gilt: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung.

Ja, ist schon klar, dass das, was da draufsteht nicht unbedingt eintreffen muss. Trotzdem - es kann möglich sein, sonst würde es nicht draufstehen.
Was Naturheilmittel angeht... Je nach Stärke der Beschwerden ist sowieso der Gang zum Arzt anzuraten, ob mit oder ohne Naturmittel.

Joey schrieb:
Mit dem fettgedruckten Satz hast Du durchaus Recht - die allermeisten krankheiten, mit denen wir tagtäglich konfrontiert werden, gehen von selbst wieder weg, und da leistet unser Immunsystem - bzw. die "Selbstheilungskräfte" - großartige Arbeit. Na und?

Nix "na und". Ich finde es schön, dass es so ist, also brauche ich mich nicht mit Medis "vollzustopfen". Darf doch jeder tun, wie er meint, dass es richtig ist für ihn.

Joey schrieb:
Wechselwirkungen, nebenwirkungen etc. hast Du auch bei Naturheilmitteln. Und dass die Medikamente den Körper mehr überlasten als ein Naturheilmittel, halte ich für ein Gerücht.

Das bleibt dir unbenommen, ich sehe es anders.
 
Weil die Heilkräuter von einer höheren Intelligenz, nennen wir sie Natur oder Gott, zusammen mit dem Menschen geschaffen wurden. So wie Äpfel und Birnen in idealer Weise für die menschliche Ernährung geschaffen wurden, so gibt es auch Heilkräuter für Kranheitssituationen. Das gibt es auch bei Tieren, daß sie bei Krankheiten bestimmte Kräuter fressen. Solche Kräuter enthalten auch Wirkstoffe (z.B. Weidenrinde den Wirkstoff der bei Aspirin isoliert wurde) doch in Kombination mit anderen Bestandteilen, der es für das Verdauungssytem natürlicher zu verarbeiten macht.

Im Gegensatz dazu sind Präparate der Pharmaindustrie von Menschen geschaffene Produkte. Dabei versucht man durch "Versuch und Irrtum" (trial and error) allmählich herauszubekommen welche Kombinationen wo helfen, was allerdings mitunter zu eigenartigen Ergebnissen führt, etwa Contergan usw.




Ja, Brot ist auch bereits denaturiert, darum empfiehlt Dr. Bruker rohes Getreide, wie es in der Antike und vorher viel gegessen wurde.




So ungefähr. Wenn nach den gegenwärtigen Kenntnissen des Arztes ein Medikament erforderlich ist um Schaden abzuwenden, dann muß er es geben.




Du wirst sicher nicht von mir erwarten, daß ich jetzt solche Untersuchungen finanziere. Das kann ich natürlich nicht. Das müssen die zuständigen Stellen machen.

Nu ja, aber man sollte dabei nicht vergessen, dass auch Kräuterchen mitunter erhebliche NW haben können. Ungefährlich ist das nicht in allen Fällen. Salicylsäure z.B. aus der Weidenrinde kann Magenblutungen hervorrufen - also einfach am Baum knabbern würde ich nicht ;)

Das heisst nicht, dass ich Naturheilkunde grundsätzlich die Berechtigung abspreche - aber hier gilt, wie auch bei pharmazeutischen Produkten, Vorsicht vor blindem Aktionismus und Selbstmedikation. Sonst kann das Ganze schnell ins Gegenteil kippen.
 
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Zum Thema Influenza kann ich folgendes sagen - ich bin kein Mensch, der überall "böse Viren" sieht. Aber eines Tages erwischte mich die "richtige" Grippe - das erfuhr ich aber erst ein paar Tage später, als man mich zum Notarzt brachte mit über 40 ° Fieber und kaum noch ansprechbar.

Und das ist die eher harmlose Variante wenn man im Vergleich dazu die Mortalität anschaut. Durch die Exponentielle Vermehrung der Viren stellt sich meistens gar nicht mehr die Frage ob man zum Arzt gehen soll. Von einem Tag zum anderen liegt man flach. Wenn der Arzt schon hört das man schon ne Woche "schlecht fühlt" kann der ziemlich sicher von einem Schnupfen ausgehen.
 
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