Und wenn man einerseits darauf pocht, dass man jeden Wal individuell behandeln sollte und bemängelt, wenn Leute sich auf Statistiken zur Entscheindungsfindung stützen, weil man dabei ja viel falsch machen kann, ist es nicht gerade konsequent, wenn man danach dann wieder meint, Erfahrungen mit Orcas wären sicherlich brauchbar, um einen Buckelwal zu retten.
Vorsicht, Joey, Du vermischst hier zwei Ebenen ...
Das eine ist, dass man den Gesundheitszustand eines Patienten nicht aus der Ferne beurteilen kann.
Und wer das macht, weil er Statistiken von sterbenden Walen im Hinterkopf hat, der tut so manchem Wal unrecht, der eigentlich leben will. Selbst Jenna Wallace hat mehrfach darauf hingewiesen, dass Buckelwal Timmy Kraft und Lebenswillen zeigt, und stabil genug sei, eine Rettung zu überstehen. Und sie war ja als erfahrene Tierärztin für Meeressäuger vor Ort!
Insofern sieht sie die negative Haltung mancher Wissenschaftler da eben auch kritisch.
Dabei, eine wie sie muss es letztlich wirklich wissen, denn sie lebt und arbeitet seit Jahren als Tierärztin auf Hawaii und kennt sich ganz offensichtlich sehr gut mit kleinen und großen Meeressäugern aus.
Übrigens, vorgestern teilte Pedro Baranda nach der Rückkehr mit der Arne Tiselius mit, es seien keine Netzreste mehr in Timmys Maul bzw. Schlund! Sie hätten ihn untersucht.
Doch bis heute redet man davon, dass er nicht überlebensfähig sein kann, weil da ja noch Netzreste in seinem Schlund seien.
Das ist das, was mehrfach zu Recht kritisiert wurde und wird: Statt zu sagen, man kann den Gesundheitszustand nur durch eine Untersuchung des Tieres feststellen, erstellen irgendwelche Wissenschaftler Fern-Diagnosen und Fern-Prognosen, ohne je beim Wal gewesen zu sein!
Würde bei menschlichen Patienten so vorgegangen, würden Ärzte reihenweise die Hände über den Kopf zusammenschlagen.
Oder nicht?
Das zweite ist, es macht einen Unterschied, ob jemand schon mal (und wenn ja, wie oft) aktiv an einer Walrettung beteiligt war.
Besser ein bisschen Erfahrung als gar keine.