Gestrandeter Wal in der Ostsee

Es wurde nun sehr viel geschrieben über diesen Wal, jede Handlung akribisch durchleuchtet, abgewägt ob es richtig war den Wal zu retten, ihm diese Tortour zuzumuten, diesen oder jenen selbsternannten Fachleuten zu folgen, oder ihn jämmerlich sterben zu lassen.
Tracker nicht richtig angebracht, na und? Wozu? Es ist nicht wichtig für mich.

Wenn ich davon ausgehe wie sich wohl der Wal fühlte, als er für sich realisierte, dass es für ihn eventuell das Ende sein könnte, dann öffnen sich für mich ganz andere Gedanken.

Ich möchte dem Wal nicht absprechen das er ein inteligentes empathisches Wesen ist, welches sich seiner ausweglosen Situation sehr bewusst war.
Eingepfercht im Schlick, schmerzende Blasen von der Sonne und zudem die Angst vom eigenen Gewicht erdrückt zu werden. Wen sollte er rufen, wer könnte ihm helfen?

Ja natürlich war er ein Wildtier und doch liess er es zu, dass Menschen ihm näher kamen, denn er fühlte wie sie sich um ihn sorgten, seine Wunden erträglicher machten.

In diesen Momenten war es dem Wal egal, ob ein Arzt, ein Schiff oder ein Paddler in seiner Nähe war, er baute einfach nur vertrauensvoll auf die Nähe der Menschen.

Freiwillig schwamm er in die Barge und hoffte wie millionen Menschen mit ihm auf die Freiheit, endlich wieder ungezwungen im Meer zu schwimmen.
Seine letzten Fontänen die ich sehen durfte, waren ein wundervoller Abschiedsgruß.

Ich hoffe sehr, er findet zurück zu seiner Route und darf die absolute Freiheit noch viele Jahre erleben.
 
Werbung:
Alle Ärzte dürften wissen, was im Körper geschieht, wenn er mit seinem ganzen Gewicht lange liegt. Die Lunge kann sich nicht mehr entfalten, wird nicht ausreichend durchlüftet und durchblutet, die Gefahr einer Lungenentzündung und von Nekrose und damit einer Sepsis usw steigt, das Herz ist überlastet, wird beengt und es wird zunehmend schwächer, entzündliche offene Liegestellen bilden sich ... Es ist keine Zauberei und erfordert kein spezielles Buckelwal-Studium mit Zertifikat, dies zu wissen, denn es ist bei allen Wesen mit solchem Körperaufbau das Gleiche, also auch beim Menschen. Reminder: aus dem Grund wurden bewußtlose Covid-Patienten mit schwerem Verlauf (grad wenn sie an einer ECMO-Maschine hingen), oft stundenlang auf den Bauch gelegt und immer wieder mal aufwändig (wegen all der Schläuche) gewendet, um die Lunge zu entlasten usw..
 
Das hatten wir (nicht nur) gestern alles schon,

Schon richtig, dass diese Punkte gestern schon genannt wurden. Aber wie realsitisch sind sie? Was davon wäre in welchem Zeitrahmen realistisch möglich gewesen?

Tierärzte ranlassen, nicht Meeresbiologen, die "nur" forschen.
Die können kein Tier untersuchen und seinen individuellen Gesundheitszustand sicher feststellen.

Wen hat man denn ran gelassen?

Jemanden wie Jenna Wallace viel früher suchen und finden, das kann man, Tierärzte suchen weltweit, die Experten für große Meeressäuger sind, und da stößt man fast unweigerlich auf sie.

In welchem Zeitrahmen hätte sie kommen können? Was glaubst Du, wie schnell kriegt man einen entsprechend erfahrenen Retter vor Ort? Der muss ja angerufen werden, die Lage erklärt etc. Dann muss er sich entscheiden, ob er helfen will, muss seine Angelegenheiten für die Abwesenheit zuhause klären und schlussendlich in ein Flugzeug gesetzt werden. Wie schnell kann also so jemand da sein?
Wie stark lohnt sich diese Suche, wenn man hofft, dass der Wal innerhalb der nächsten 24 Stunden doch wieder freikommt?

Jenna Wallace nicht daran hindern, dem Wal Medikamente zu verabreichen, sie nicht zwingen, für jede Fahrt zum Wal eine Genehmigung holen zu müssen, sondern, wenn ich sie schon habe, ihr zu vetrauen, dass sie das macht und anleitet, dass es dem Wal besser geht,

Um den Wal herum wuselten schon viele Leute, die behaupteten zu wissen, was zu tun wäre. Warum sollte Backhaus ihr von vorn herein mehr vertrauen als den anderen?

frühere Gewichtsentlastung (die viel zu spät gebaggerte Kuhle) Hautbdeckung und -behandlung etc.

Könnte man ja in ein Protokoll aufnehmen: Schnell eine Kuhle für den Wal baggern etc.

Verantwortung an die Richtiger übertragen.

:thumbup:Bin ich sehr dafür, und habe ich gestern ja auch schon vorgeschlagen. Aber wer sind die Richtigen? Woher soll Herr Backhaus wissen, wer da richtig ist? Vor allem, wenn dann schon so einige Richtige vor Ort sind?

Leiden minimieren in erster Linie, darum geht es, wenn es über länger als 2-3 Tage geht, in denen andere Großwale bei richtigen Strandungen allermeisten bereits sterben.

Damit gibst Du schonmal einen Zeitrahmen vor. Was Deiner Wünsche hier wären realistisch in diesem Zeitrahmen erfüllbar gewesen? Hätte z.B. Jenna Wallace schon innerhalb von 2-3 Tagen in Timmendorf sein können? Wer garantiert, dass sie ihren Job nicht verloren hätte - weswegen sie ja früher als ihr lieb war wieder abgereist ist?

Welche Länder haben Protokolle, wie sehen die aus, das prüfen.

Und wie lange dauert eine solche Prüfung?

Und angenommen, man hätte sich zur Euthanasie entschieden - dem niederländischen Protokoll mit den 12 Stunden folgend hätte das schon in Timmendorf gegriffen. Tja, wer macht es? Wer injiziert das Gift oder wer bringt den Sprengstoff an? Woher kommt der Sprengstoff? Wer kann sicher damit umgehen?

Es sagt sich leicht, dass man das doch einfach prüfen und umsetzen sollte. An solchen Fragen scheitert die schnelle Umsetzung aber sehr oft. Und das wissen auch die, die darüber die echte Verantwortung haben.

Wenn ich das Rettungskonzept zugelassen hätte, das weiß ich so nicht, dann immer mit der Massgabe, dass Tierärzte immer das letzte Wort haben, sonst hätte ich das nicht geduldet.
Backhaus hätte das alles so handhaben können, er kann entscheiden, was er duldet und wann er diese Duldung zurückzieht.

Durchaus. Hängt aber auch davon ab, welchen Beratern er da traut. Und beratende Leute mit Meinung hatte er jede Menge um sich.

Ich habe nichts gegen Meeresbiologen, aber sie sind keine Tierärzte und sie haben meistens keine praktischer Erfahrung mit Walrettungen nebenbei. Ein Experte ist für mich auch einer, der weiß, was er nicht kann und wann er eine andere Meinung dazuholen muss.

Ist Robert Lehmann ein solcher Experte?

Anhand einiger meiner Ansicht nach ziemlich steiler Thesen von ihm, an die ich mich dunkel erinnere, eher nicht.

"In Würde sterben lassen" und gar nichts tun, das war das Argument der Meeresbiologen und es war nichts als Unwissen nach so langer Leidenszeit nach Meinung der Tierärzte. Die haben Tiermedizin studiert, Meeresbiologen nicht.

Es war das Argument der Meeresbiologen, u.a. auch weil sie gesehen haben, welch unwürdiges Theater da aktuell um den Wal herum stattfand.

Und ja, es ärgert mich, dass die Meeresbiologen damit durchkommen werden.

Was haben sie böses/falsches gemacht?
 
Alle Ärzte dürften wissen, was im Körper geschieht, wenn er mit seinem ganzen Gewicht lange liegt. Die Lunge kann sich nicht mehr entfalten, wird nicht ausreichend durchlüftet und durchblutet, die Gefahr einer Lungenentzündung und von Nekrose und damit einer Sepsis usw steigt, das Herz ist überlastet, wird beengt und es wird zunehmend schwächer, entzündliche offene Liegestellen bilden sich ... Es ist keine Zauberei und erfordert kein spezielles Buckelwal-Studium mit Zertifikat, dies zu wissen, denn es ist bei allen Wesen mit solchem Körperaufbau das Gleiche, also auch beim Menschen. Reminder: aus dem Grund wurden bewußtlose Covid-Patienten mit schwerem Verlauf (grad wenn sie an einer ECMO-Maschine hingen), oft stundenlang auf den Bauch gelegt und immer wieder mal aufwändig (wegen all der Schläuche) gewendet, um die Lunge zu entlasten usw..
Natürlich ist das so, jeder Humanmediziner und jede Krankenschwester weiß, was das bedeutet und sogar denen würde was einfallen..
 
Es wurde nun sehr viel geschrieben über diesen Wal, jede Handlung akribisch durchleuchtet, abgewägt ob es richtig war den Wal zu retten, ihm diese Tortour zuzumuten, diesen oder jenen selbsternannten Fachleuten zu folgen, oder ihn jämmerlich sterben zu lassen.
Tracker nicht richtig angebracht, na und? Wozu? Es ist nicht wichtig für mich.

Das liest sich so, als hätte die fragwürdige "Rettungsgruppe" in jedem Fall eine Verbesserung erzielt. Tatsächlich herrscht weitestgehend Einigkeit darüber, dass die "Rettungstour" sein Leid massiv verschlimmerte, bevor er mit hoher Wahrscheinlichkeit nach seiner Freilassung ertrank. Da ist es natürlich von Vorteil, wenn der Sender nicht funktioniert...

Ja natürlich war er ein Wildtier und doch liess er es zu, dass Menschen ihm näher kamen, denn er fühlte wie sie sich um ihn sorgten, seine Wunden erträglicher machten.

Das ist Wunschdenken. Schmerzerfüllte Laute lassen sich zu "fröhlichem Gesang" erklären, das Tolerieren von Menschen in der Nähe zeigt eher wie schlecht es dem Tier geht, da sonst deutliche Abwehrzeichen normal wären.

Freiwillig schwamm er in die Barge und hoffte wie millionen Menschen mit ihm auf die Freiheit, endlich wieder ungezwungen im Meer zu schwimmen.

Er weiß überhaupt nicht was eine Barge ist. Natürlich ist der Gedanke schön, dass er "endlich ungezwungen im Meer schwimmen" wollte - es klingt viel netter, als wenn man sagt, er habe versucht dem Trubel zu entkommen, unter dem er sicher sehr gelitten hat.

Seine letzten Fontänen die ich sehen durfte, waren ein wundervoller Abschiedsgruß.

Klingt sehr romantisiert, aber alles andere als realistisch. Wenngleich es im Netz mittlerweile Briefe gibt, die angeblich aus Walsicht geschrieben worden sind.
 
Alle Ärzte dürften wissen, was im Körper geschieht, wenn er mit seinem ganzen Gewicht lange liegt. (...)

Ja, und ich sehe hier niemanden, der das nicht auch wüsste.

Und auch während der Wal noch in der Ostsee festsaß wurde genau DAS immer wieder klargestellt, warum man annahm, dass das Tier wahrscheinlich bald sterben würde.

Ob man früher eine Kuhle hätte baggern können oder ähnliches zur Entlastung hätte machen können, ist eine andere Frage.
 
Weil die Leute , die von etwas richtig Ahnung haben, ie sich da hineinknien und jede Minute nutzen, um sich zu informieren, weil es ihr Beruf ist, wenig Zeit haben, bunte Bilder auf Instagram zu posten oder irgendwelche Videos auf TikTok/YouTube hochzuladen. Und den Meisten dürfte es ehrlich gesagt auch einfach zu anstrengend und kompliziert sein, wenn jemand, der sich in der Materie auskennt, das ausführlich erklärt und darlegt. Und da sich nicht alles in leichter Sprache, bunten Bildern und Bausteinen erklären lässt. Bei allen Vorteilen des Internets: Dank des Internets ist jetzt jeder Experte für alles . Auch die , die mit wehenden Fahnen bei Delfin 4 durchgefallen sind. Und weil Lesen nicht deren Stärke ist, müssen halt 10‑Minuten-Videos auf YouTube reichen. Und bei dem, der sie erstellt, reicht es häufig auch nicht für mehr. Dazu kommt, dass viele YT‑Universitätsbesucher nicht verstehen is, dass Likes, Fames, Bekanntheit sich in purem Geld auszahlen lassen und Leute alless dafür tun würden..

Ja, das hast du gut dargestellt ...
 
Und angenommen, man hätte sich zur Euthanasie entschieden - dem niederländischen Protokoll mit den 12 Stunden folgend hätte das schon in Timmendorf gegriffen. Tja, wer macht es? Wer injiziert das Gift oder wer bringt den Sprengstoff an? Woher kommt der Sprengstoff? Wer kann sicher damit umgehen?

Nachdem in D ein ausgeprägter Hang zu Verschwörungstheorien den Wal betreffend aufkam (Einigkeit herrschte lediglich darin, dass "die da oben" es nicht gut mit dem Tier meinen), Zaungäste pöbelten, der Livestream Zuschauerrekorde brach, Drohmails geschrieben wurden usw. müsste derjenige, der den Wal erlöst schon ziemlich lebensmüde sein. Egal wie sanft der Vorgang vonstatten gehen würde: Jemand der das hier tut, müsste danach wahrscheinlich in eine Art Zeugenschutzprogramm aufgenommen werden.
 
Damit gibst Du schonmal einen Zeitrahmen vor. Was Deiner Wünsche hier wären realistisch in diesem Zeitrahmen erfüllbar gewesen? Hätte z.B. Jenna Wallace schon innerhalb von 2-3 Tagen in Timmendorf sein können? Wer garantiert, dass sie ihren Job nicht verloren hätte - weswegen sie ja früher als ihr lieb war wieder abgereist ist?
Selbst eine Woche wäre besser gewesen als 3 Wochen und die Hautbehandlung, die gelaufen ist, und Gewichtsentlastung kann man vorab per Videoschalte durchsagen, das ist kein Hexenwerk und das geht sofort. Das geht alles heutzutage.
Jenna Wallace hat gesagt, es hat alles viel zu lange gedauert.
Sie har mit Großwalen medizinisch gearbeitet und schon Wale operiert.

Wenn er entlastet gewesen wäre, hätte man mehr Zeit gehabt, bessere Leute für einen Transport zu finden, Wallace hätte dabei helfen können, ganz sicher. Der ganze öffentliche Wahnsinn wäre nicht so hochgekocht, wenn er weniger gelitten hätte, wenn man gesehen hätte, es wird sich bemüht, ihn zu entlasten und es passiert da auch etwas.
Nachher wurde es im Prinzip auch so gemacht, wie sie es bereits vorgeschlagen hatte, nämlich Transport wie die Sea World Foundation in Australien. Die haben Gurte und Matten, um Wale zu ziehen, Katamarane glaube ich für den Transport, die SWF hätte parallel beraten. Als sie da war, wurde ALLES abgeschmettert, was sie vorschlug, dies ging nicht, das nicht, jenes nicht, keine Medikamente, nichts.
Plötzlich wurden doch Gurte erlaubt, doch Matten, wenn auch Barge statt Katamaran.
Nur waren wieder 2 Wochen länger rum oder 10 Tage oder in dem Dreh.

Hätte hätte Fahrradkette.
Du hast deine Meinung, ich meine.
Gute Nacht.
 
Werbung:
Zurück
Oben