Gestrandeter Wal in der Ostsee

Es ist nicht ruhigeren bedachteren (aber dafür leider weniger sichtbaren) Stimmen anzulasten, dass sie wieder abreiste, sondern auch ihre Vorwürfe richten sich mehr gegen gerade auch besagten lauten Instagram-Aktivisten.
Der Hauptgrund, weshalb sie abreiste, war, dass sie nur wenige Tage Urlaub nehmen konnte.
Sie befürchtete, ihren Job zu verlieren.

Sie hat aber wohl auch nicht damit gerechnet, dass es so lange dauert, bis endlich etwas Sinnvolles für den Wal getan wird.
Sie wollte helfen, schnell helfen, aber das war nicht möglich.

Ich hab jetzt aber wenigstens ihren 8-seitigen Instagram-Post gefunden.
In dem Statement schreibt sie, dass der Minister bzw. das Ministerium offenbar keine Änderungen des "Plans" zulassen wollte:

 
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Das Blöde ist, sie hat die meisten dieser Kommentare auf ihrem Instagram-Kanal leider wieder gelöscht.

Auf die Schnelle finde bloß solche Hinweise mit ner KI:

Zitat (da Zitate aus Deinem Post in meiner Box nicht mit zitiert werden):
Begründung des Ministeriums: Das Ministerium betrachtete den Zustand des Wals als schwerstkrank (ulzerative Dermatitis, osmotischer Stress) und verglich die Situation mit einer palliativen Versorgung, bei der weitere Eingriffe als reine Quälerei angesehen wurden. Fachleute, wie vom Deutschen Meeresmuseum, warnten vor massivem Stress durch Rettungsversuche.

Ich finde das nach wie vor eine sehr gute Begründung, die man bei der ganzen Sache mit im Kopf behalten muss, bevor man Leute an den Wal ran lässt.

Zitat aus dem X-Post:
Es habe vom Team verlangt, sich jedes Mal zu melden, wenn jemand zum Wal hinausfahren wollte.

Auch das finde ich nicht kritikwürdig, sondern sinnvoll und auch wichtig. Wir hatten ja schon die Situation, dass da ein Haufen von selbsternannten oder auch tatsächlichen Experten vor Ort waren, und alle behaupteten sie zu wissen, was zu tun wäre. Daneben tat sich vorher auch schon mindestens einer hervor, der sehr viel mit dem Selfiestick herum spielte, sehr viel auf Instagram postete... aber nicht viel wirklich sinnvoll beigetragen hat. Da finde ich es nicht nur verständlich, sondern auch richtig, wenn das Ministerium da einen Riegel vorschieben will und genau bescheid wissen oder sieben will, wenn jemand nochmal zum Wal will.

Zitat:
Ein von internationalen Experten mit dem Team abgestimmter Vorschlag, Timmy mit Gurten zu transportieren (wie es die Sea World Foundation bereits erfolgreich praktiziert hat), wurde vom Ministerium aus tierschutzrechtlichen Gründen abgelehnt.

Diesbezüglich wäre es im Aftermath dieses Vorfalls sinnvoll, derartige Pläne zu erarbeiten und in die Schubladen der Ministerien zu legen für zukünftige Vorfälle, auf dass sowas dann schnell auch hier umsetzbar sein kann, falls es wirklich auch hier sinnvoll ist.

Und dann zitierte noch News5 diee Tierärztin Wallace:

Zitat:
Betreffend dem zuständigen Umweltminister Dr. Till Backhaus sagte die Ärztin im NEWS5 Gespräch: „Der Minister ist nicht das größte Übel des Problems, aber auch mit ihm war die Zusammenarbeit sehr schwierig.“ Die Vorwürfe richten sich vielmehr auch gegen die operative Leitung und die internen Entscheidungsprozesse des privaten Teams.

...
was sich dann also doch wieder mit dem deckt, was ich vorher schrieb.
 
Ich finde das nach wie vor eine sehr gute Begründung, die man bei der ganzen Sache mit im Kopf behalten muss, bevor man Leute an den Wal ran lässt.
Ich finde, das ist ineffizient.

Viel besser wäre:
Man spricht ein allgemeines Verbot aus, sich dem Wal zu nähern, sperrt - wenn nötig - Teile des Gebietes um den gestrandeten Wal ab, und dann haben z.B. nur 2-4 Tierärzte, 2-4 Meeresbiologen und ein paar Mitarbeiter der DLRG die Befugnis, jederzeit nach dem Wal zu schauen, in Absprache untereinander, damit das Tier nicht zu sehr gestresst wird.
Und wer dagegen verstößt, kriegt Ärger mit der Polizei. Fertig.

Und schon ist die bürokratische Hürde genommen und man hätte nicht jeden Besuch beim Wal mit Backhaus abstimmen müssen.
Es hätte doch gereicht, wenn das Ärzte-/Biologen-Team dann einfach am Abend eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse erstellt und ans Umweltministerium schickt.

Dass der Wal sehr krank war, war doch allen klar, aber Tierärzte und erfahrene Meeresbiologen wissen am besten, wie man einem kranken, gestrandeten Wal hilft und mit ihm umgeht. Backhaus weiß sowas sicher nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde, das ist ineffizient.

Viel besser wäre:
Man spricht ein allgemeines Verbot aus, sich dem Wal zu nähern, sperrt - wenn nötig - Teile des Gebietes um den gestrandeten Wal ab, und dann haben z.B. nur 2-4 Tierärzte, 2-4 Meeresbiologen und ein paar Mitarbeiter der DLRG die Befugnis, jederzeit nach dem Wal zu schauen, in Absprache untereinander, damit das Tier nicht zu sehr gestresst wird.
Und wer dagegen verstößt, kriegt Ärger mit der Polizei. Fertig.

Und schon ist die bürokratische Hürde genommen und man hätte nicht jeden Besuch beim Wal mit Backhaus abstimmen müssen.
Es hätte doch gereicht, wenn das Ärzte-/Biologen-Team dann einfach am Abend eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse erstellt und ans Umweltministerium schickt.

Dass der Wal sehr krank war, war doch allen klar, aber Tierärzte und erfahrene Meeresbiologen wissen am besten, wie man einem kranken, gestrandeten Wal hilft und mit ihm umgeht. Backhaus sicher nicht.

Ja, oder so. Hauptsache, der Zugang zum Wal ist regelmentiert und stark eingeschränkt auf die wirklich sinnvollen Maßnahmen.

Und, wenn ich mir den Bericht von Jenna Wallace durchlese, verstärkt sich nur mein Eindruck: Die Panne lag nicht an mangelnder Expertiese oder daran, dass Experten geschwiegen hätten, sondern daran, dass das Ministerium den falschen Experten das Ruder überließ. Sie lässt kein gutes Haar an Sergio Bambaren und "Mr Firstclass", die sich mit ihrer medialen Lautstärke und Reichweite zu den Chefs machten, während bedachtere (und möglicherweise auch wirklich erfahrenere) Stimmen mitunter gerne leiser bleiben.
 
... sondern daran, dass das Ministerium den falschen Experten das Ruder überließ.
Ja, genau!
Am Ablauf merkt man, dass der Till Backhaus zwar sein Herz am rechten Fleck hat, Entscheidungen aber leider eher anderen überlässt, anstatt durchzugreifen. Wie ein Fähnchen im Wind eben.
Das ist auch das, was die Wallace am Backhaus kritisiert.

Und letztlich war es auch nicht wirklich gut, wie er über Robert Marc Lehmann geurteilt hat.
Ohne den Lehmann wäre der Wal noch nicht mal vom Timmendorfer Strand weggekommen ...
 
nd, wenn ich mir den Bericht von Jenna Wallace durchlese, verstärkt sich nur mein Eindruck: Die Panne lag nicht an mangelnder Expertiese oder daran, dass Experten geschwiegen hätten, sondern daran, dass das Ministerium den falschen Experten das Ruder überließ. Sie lässt kein gutes Haar an Sergio Bambaren und "Mr Firstclass", die sich mit ihrer medialen Lautstärke und Reichweite zu den Chefs machten, während bedachtere (und möglicherweise auch wirklich erfahrenere) Stimmen mitunter gerne leiser bleiben.

Soweit ich das verstanden habe, hatte das Ministerium keinen Einfluss auf die Zusammensetzung der Crew. Das ging von der Initiative aus.

Dass der Wal sehr krank war, war doch allen klar, aber Tierärzte und erfahrene Meeresbiologen wissen am besten, wie man einem kranken, gestrandeten Wal hilft und mit ihm umgeht. Backhaus weiß sowas sicher nicht.

Auch hier, möchte ich nochmals für Backhaus in die Bresche springen :D Er hatte ja seine Experten, die Leute von Greenpeace, ITAF und dem Meeresmuseum. Mit denen stand er schließlich vor der Presse. Und die hatten empfohlen nichts zu tun und den Wal in Ruhe sterben zu lassen.

Backhaus war / ist unwissend und hatte anfangs schließlich auch auf sie gehört. Man kann sich vorstellen, was sich intern abgespielt haben muss, nachdem das Ministerium die Angelegenheit der Initiative übergab.
 
Backhaus war / ist unwissend und hatte anfangs schließlich auch auf sie gehört.
Genau!
DAS ist auch sein Problem, dass er sich nur auf andere verlässt und nur auf die, die am lautesten schreien ...
Fähnchen im Wind halt ...
... zeigt sich auch jetzt wieder bei seiner Entscheidung zu den Stellnetzen, in denen sich Wale und Delfine verfangen. ...

EDIT:
Als Umweltminister sollte man sich aber auch soweit freimachen, dass man nicht immer nur auf bestimmte Leute hört.
 
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Genau!
DAS ist auch sein Problem, dass er sich nur auf andere verlässt und nur auf die, die am lautesten schreien ...
Fähnchen im Wind halt ..

Was hätte er denn machen sollen? Weiterhin auf seine fundierten Fachleute hören? Dann läge der Wal immer noch unter Beobachtung und dahinsiechend auf der Insel Poel.

Er wendete sich von den offiziellen Stellen ab und hat versucht Anderen zu vertrauen, eben der Initiative. Er sagte doch immer, bringt Vorschläge und wir lassen das prüfen.

Auf dem Schiff hatte das Ministerium keinen Einfluss mehr und man sieht ja, wie kontrovers die Freilassung vonstatten ging :(

Übrigens, es gibt immer noch keine Datenübermittlung...

 
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