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Gefallene Engel sind systemrelevant für einen schizophrenen Gott

Dieses Thema im Forum "Magie" wurde erstellt von Diamantgeist, 5. Mai 2021.

  1. DruideMerlin

    DruideMerlin Sehr aktives Mitglied

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    Systemrelevant können die gefallenen Engel nur für jene sein, die daran glauben möchten. Es gibt halt Menschen, die in allem das Böse und Schlechte suchen – selbst im Guten. Soll heißen, dass wir nur das finden können, wonach wir suchen.

    Ich bin mir deshalb ziemlich sicher, dass ein Kind nicht nach den gefallenen Engeln fragen wird. Es sei denn, es wird ihm von jemand gesagt, der sein inneres Kind verloren hat.

    So muss ein Engel auch nicht zwangsweise mit dem biblischen Gott verbunden sein. Ist es nicht so, dass die Engel als Mittler nicht nur die Grenzen zwischen dieser und der anderen Welt überwinden können, sondern auch jene zwischen den Religionen?

    So sind die biblischen Engel als Sendboten des göttlichen Willens unterwegs und jene aus deren persischen Heimat, als die Sendboten des Guten und Reinen.

    Mancher hat wohl auch vergessen, das die Engel der Inbegriff des Friedens, der Selbstlosigkeit, Hoffnung, und des Trostes sind. Werte, an denen wir unseres Seelenheils wegen orientieren können.

    Es liegt also im Auge des Betrachters, von was er sich erfüllen lassen möchte. Gut, man muss nicht unbedingt an Engel glauben, sie zeigen uns jedoch einen Weg, den man gehen kann. Oft steckt im Einfachen die größte Kraft.

    Merlin
     
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  2. upgrade

    upgrade Sehr aktives Mitglied

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    diese Tatsache ist keine Glaubenssache, eher entstandene Notwendigkeit, aber hingegen ist es die ganze Existenz des Systems: Das System, wie es momentan besteht, existiert überhaupt nur aufgrund des Glaubens daran, den fast alle oder sogar bestimmt 99% der Menschen haben, dass es dieses System überhaupt gibt. Es ist ein sich selbst erhaltendes autopoietisches System, in dem Magier (oder auch andere...) den Kontext erfüllen, dass sie die verdrängten Projektionen der Menschen abbekommen und somit die schicke und gerade Norm der Normalgesellschaft (bride side of life) aufrechterhalten. Die Existenz der "weissen" Seite erzwingt diesen Verdrängungsmechanismus.
     
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  3. DruideMerlin

    DruideMerlin Sehr aktives Mitglied

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    Was für eine Tatsache sollte denn die gefallene Engel darstellen? Tatsache ist, dass der Kirchenvater Origenes (185- 254 n. Chr.), diese etwas merkwürdige Interpretation in das Christentum getragen hatte.

    Zunächst sollte man wissen, dass der Morgenstern (Lucifer) als Lichtbringer und Hoffnungsträger verstanden wurde. So hatte man auch Jesus mit dem Morgenstern verbunden:

    Offenbarung 2[28] wie ich (Jesus) von meinem Vater empfangen habe; und ich will ihm geben den Morgenstern.

    Offenbarung 22[16] Ich, Jesus, habe gesandt einen Engel, der bezeugen soll vor den Gemeinden: Ich bin die Wurzel des Geschlechts David, der helle Morgenstern.

    2. Petrus 1[19] Und wir desto fester, das prophetische Wort, und ihr tut wohl, dass ihr darauf achtet ein Licht, das scheint in einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in eurem Herzen.

    Origenes interpretierte nun aus verschieden Bibeltexten sein Konstrukt von den gefallenen Engeln. Dazu hatte er zunächst die Geschichte aus Lukas* mit der griechischen Geschichte von Phaethon verbunden. In dieser Geschichte fuhr Phaethon ohne Erlaubnis mit dem Feuerwagen seines Vaters Helios und stürzte dabei vom Himmel. Damit verlor die Welt ihre Ordnung und versank in einem Chaos.

    *Lukas 10 [17] Die Siebzig (Jünger) kamen wieder mit Freuden und sprachen: Herr, es sind uns auch die Teufel untertan in deinem Namen. [18] Er sprach aber zu ihnen: Ich sah Satanas vom Himmel fallen als einen Blitz.

    Das bedeutet jedoch, dass es da zunächst weder um den griechischen Posphóros (Morgenstern), noch um den römischen Luciferum (Morgenstern) ging, sondern um Phaethon. Der Name Phaethon lässt sich zwar auch als der Strahlende übersetzen, hat aber mit dem Morgenstern nur wenig gemein.

    So hatte dann Origenes auch noch Jesajas Spottlied mit einbezogen. Den Widerspruch zum Morgenstern hatte Origenes mit einer scheinbaren Verwechslung von Posphóros und Phaeton begründet.

    Bei dem Himmelsturz des Morgensternes bei Jesaja geht es jedoch nicht um den Morgenstern an sich, sondern um ein Schmählied auf den babylonischen König Nebukadnezar.

    Dazu sollte man wissen, dass es bei den Babyloniern den Gott Nebu (Berufener) gab, der als nächtliche Sonne der Unterwelt bezeichnet wurde und die Krone der Macht trug. Letzteres spielte dann auch eine wichtige Rolle für den irdischen König Babylons. Deshalb tauchte auch dieser Gott im Namen Nebukadnezar auf: „Nebu schütze meinen Sohn“.

    So bekommen dann auch die Verse aus Jesaja ihren Sinn:

    Jesaja 14[1] Denn der Herr wird sich wieder Jakob wieder erbarmen und Israel nochmals erwählen und sie in ihr Land zurückführen. Und Fremdlinge werden sich zu ihnen und dem Hause Jakob anschließen ...

    [3] Und zur Zeit, wenn dir (Israel) der Herr Ruhe geben wird von deinem Jammer und harten Dienst, in dem du gewesen warst, [4] so wirst du ein Lied anheben wider den König von Babel und sagen: Ist's mit dem Dränger aus, so hat der Zins ein Ende!

    [5] Der Herr hat die Rute des Gottlosen zerbrochen, die Rute der Herrscher [6] welche die Völker schlug mit Grimm und ohne Aufhören und mit Wüten herrscht über die Heiden und verfolgt ohne Barmherzigkeit. [7] Nun ruht die Welt und ist still und jauchzt fröhlich ...

    [9] Die Hölle da unten zittert vor dir (Babylon), der du ihr entgegenkommst. Sie erweckt dir die Toten, alle Gewaltigen der Welt, und heißt alle Könige der Heiden sich zu erheben [10] dass all diese untereinander reden und sagen: „Du bist auch geschlagen, wie wir, und es geht dir wie uns.“

    [11] Deine Pracht ist herunter in die Hölle gefahren samt Klang deiner Harfe. Maden werden dein Bett sein und Würmer deine Decke. [12] Wie bist Du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie bist du zur Erde gefallen, der du die Heiden schwächst!

    Ja und so rundete Origenes dann seine Geschichte von den gefallenen Engeln mit der Offenbarung ab:

    Offenbarung 9[1] Und der fünfte Engel (Abbadon*) posaunte und ich (Johannes) sah einen Stern, gefallen vom Himmel herab auf die Erde; und ihm war der Schlüssel zum Brunnen des Abgrunds gegeben.

    *Abbadon war in der jüdischen Tradition kein Engel, sondern ein Dämon. Er wachte im Auftrag Gottes über das Totenreich und bestrafte auch die Seelen der sündigen Menschen nach deren Tod in der Gehenna.

    Ein gutes Beispiel also für die außerbiblischen Verfälschungen der Bibeltexte. Man könnte sich jetzt also noch fragen, was Origenes zu seinem Tun bewegte – wohl nichts Gutes.


    Merlin
     
    Flavia gefällt das.
  4. Pure

    Pure Aktives Mitglied

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    Es gibt halt Kräfte die einem zur Bewegung verhelfen und andere die umgekehrt festhalten. Der Magier kann sich von Anhaftungen befreien, los lassen und zwischen all diesen Kräften manevrieren. Der Mensch im Gegenteil dazu sucht nach Halt und die Rolle des wirklich bösen ist dabei ihm diesen Halt anzubieten und mit der Angst vor dem los lassen zu spielen. Überwindet man die Angst, spielt auch das Böse keine Rolle mehr, erreicht man die Freiheit.
     
  5. Xonolil

    Xonolil Sehr aktives Mitglied

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    Wien
    Es muss immer eine Dichotomie herrschen.

    Gott muss im Laufe der Zeit einen Luzifer hervorbringen.

    So, wie die Juden die Schlange.

    Und die Nazis die Roma und Sintis und die indischen Unberührbaren.

    Oder umgekehrt besser, meine ich.
     
  6. DruideMerlin

    DruideMerlin Sehr aktives Mitglied

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    Ist Lucifer nicht der Morgenstern, als der Lichtträger die Hoffnung in den neuen Tag trägt. Deshalb wird auch in der Offenbarung Jesus als der Morgenstern Gottes bezeichnet.

    Offenbarung 22[16] Ich, Jesus, habe gesandt einen Engel, der bezeugen soll vor den Gemeinden: Ich bin die Wurzel des Geschlechts David, der helle Morgenstern.
    So ließen sich noch viele andere Verse über diesen Morgenstern zitieren.

    Es kann natürlich auch sein, dass Du mehr den Lucifer des Origenes meinst, der vom Himmel gefallen sei?

    Welche Dichotomie soll ich da also mit Gott verbinden? :D


    Merlin
     
  7. Diamantgeist

    Diamantgeist Sehr aktives Mitglied

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    Nee, die Dichotomie muss eben nicht herrschen und in diesem Kontext schon gar nicht. „Gefallen“ ist hier nur ein unglücklicher Ausdruck für Schöpfung (und selbst dieses Wort wirkt trennend von „Gott“, so wie Gott selbst. Gefallen ist auch Jesus Christus, der historische Buddha oder Mohammed, mein Hund, Du und ich ebenfalls - schlicht weil es sich mehr oder weniger begrenzt erlebt. Das begrenzte Erleben ist der not-wendige „Teufel“ und der Teufel ist die „Schöpfung“ Hier macht es Sinn, sich mit Gnosis zu beschäftigen, wo der Schöpfer als Demiurg sich als Problem darstellt.
    Der Thread hat genau das gegenteilige Anliegen einer Dichotomie, das wäre religiös formuliert: sich mit Gott zu vereinen, magisch formuliert, Gott zu sein. Beide Methoden sind nur unterschiedliche Perspektiven mit dem gleichen Ziel und lassen sich nicht absolut trennen. Wobei wir wieder bei dem Begriff „Dichotomie“ sind. Den gibts bei „Gott“ nicht.
     
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