Macht das Antworten schwerer, bzw. das zitieren.
Hatte ja auch nicht damit gerechnet, dass die antworten so lang ausfallen würden
Ich checke nach wie vor nicht, wie Du dabei bleiben kannst, die Folterungen der USA seien ungeplant...? Natürlich gibt es im Krieg auch Folterungen, Vergewaltigungen, und jede Menge anderer Menschenrechtsverletzungen durch Soldaten, die sozusagen außer Kontrolle geraten. Der wesentliche Punkt bleibt aber: Es gab und gibt systematische Folter. Gerade Abu-Ghraib als ein Beispiel für "ungeplante Folter" zu bringen ist vollkommen daneben, weil dieses Beispiel systematische Folter nicht nur in Bildern zeigte, sondern auf vielfältige Art und Weise belegte. Da waren sogar ÄRZTE involviert. Es geht um eine Vielzahl ausgeklügelter Foltermethoden, die übrigens nicht nur dort Anwendung fanden.
Systemisch wäre es gewesen, wenn ein System, ein Plan, dahinter gewesen wäre. Ein System wäre ohne Ziel nutzlos und beinhaltet dadurch mehr als nur die Befriedigung des persönlichen Sadismus. Systematische Folter müsste - offiziel oder inofiziel - von der Führung an die Truppen weiter gegeben werden, in den meisten Fällen zur Demoralisierung des Gegners oder als ein Element einer grausamen Taktik, die Unterworfenen nicht nur ihre Identität, sondern Würde und jegliche Rechte zu nehmen. Im Krieg geschieht dies auch nicht primär zur Informationsbeschaffung und die Greueltaten sollten vom Gegner wahrgenommen werden.
Im aktuellen Fall geschahen die Folterungen im Rahmen einer fatalen Gruppendynamik, wie zB gezeig in dem auf wahren Begebenheiten beruhenden Film "Das Experiment", fals dir das was sagt - eine geschlossene Gruppe, deren Vorgesetzten sich "höchstens" der Duldung strafbar machtem, was schlimm genug ist. Systematisch in diesem Sinn ist nicht synonym zu regelmässig gemeint, auch macht es keine Aussage ob die Gefangenen nach bestimmten Regeln oder Muster ausgewählt werden oder nicht. Oder trenne ich systemisch und systematisch zu unscharf? Aber ich denke auch systematisch würde man keine Einzelfälle so bezeichnen, auch wenn die Einzelfälle eine ganze Gruppe darstellen.
Außerdem bleibt für mich unverständlich, wo Du nun die Grenze ziehst, zwischen "Krieg" und "nicht Krieg"...
Genfer Konventionen... Diese Unterscheidung ist wichtig und definiert, sobald etwas unter Krieg fällt und nicht etwa bloss ein Scharmützel ist oder so, kommen die GK zum tragen, die ua die Behandlung von Kriegsgefangenen regelt, es besteht unter anderem ein klarer Folterverbot. Die Amerikaner halten sich daran und verurteilen Verstösse...
Die USA selbst haben es Krieg gegen den Terror genannt. Und warum zählt das nicht zu "Krieg"?
Weil Krieg als solcher definiert ist, und dieser Ausdruck als Rechtfertigungsgrund gemeint ist, da der Präsident erweiterte Vollmachten im Kriegsfall bekommt, zB um Telefonabhörungen ohne Gerichtsbeschluss zu ermöglichen. "Krieg gegen den Terror" umfasste ja sämtliche Aktionen gegen ihn, auch solche die nichts mit Kampfhandlungen zu tun hatten.
Das sind echt seltsame Mutmaßungen. Egal, ob auf Deinem Mist gewachsen oder nicht. Wo siehst Du den großen Einfluss von Schmidt auf die USA im Zusammenhang mit heutiger Folter? Und wo siehst Du auch nur Ansatzweise diese vermeintliche Heiligkeit der Europäer (Schmidt ist ja übrigens auch einer), die sich in ihren Handlungen vom kategorischen Imparativ leiten lassen?
Nene, keine Mutmassungen. Wenn dus nicht verstehst, kannst ja mir die Schuld dafür geben

Wieso Heiligkeit? Ist nur ein anderes ethisches Grundprinzip, was in Europa nicht ganz so stark nachhalt wie Schmidt in Amerika und GB. (GB gehört doch auch zu Europa). Aber es führt doch zu einem ganz anderem Verhalten, ob man das "Richtige" am Ziel festmacht oder der Weg zum Ziel "Richtig" sein muss, also was von beidem entscheiden tut, ob man moralisch richtig handelt. Und jetzt wird deutlich, wahrum Guantanamo und Abu-Ghraib scharf auseinander zu halten sind, denn meine Aussage gillt nur für die staatlich befohlene Folter, die wodurch gerechtfertigt wird? Durch den an und für sich guten Zweck... Die wurden ja nicht zum Spass auf Guantanomo gebracht oder weil sie Muslime wären oä.
Noch was anderes: das schlimme an den Folterung ist der Fakt das Amerika so die Glaubwürdigkeit und Legitimation für den "gerechten" Krieg und als "Vorbild" verloren hat, und nicht etwa der Schwerengrad der Folterung, denn sonst wäre schwer zu begreifen, wieso im internationalen Vergleich ausgerechnet diese solche Kritik erntet (nicht an dich gerichtet, Condemn)
Irgendwie wirken wenige Sätze von Dir in Folge schon wieder so, als ob Du Dir ständig selbst widersprichst. Erklär mir mal bitte, was Du damit genau meinst...
Das ist kein Widerspruch. Ich müsste die genaue Definition von Krieg nochmals nachschlagen, aber eine 1tägige einseitige Offensivaktion wird höchstens als kriegerische Handlung klassiviziert. Neben zeitlicher und räumlicher Dimension ist für die klassifizierung auch eine Strategie nötig, also ein klares Ziel das erreicht werden will. Ob "den Rebellen helfen" schon dazu zählt? Also das mit der Desertierung ist eine reale Möglichkeit, die die militärischen Aktionen begrenzen würde und ein Idealfall darstellen würde, da Bodentruppen überflüssig bleiben würden und Verluste auf jeder Seite in Grenzen gehalten würden...
In Afghanistan wurde hier auch lange nicht von Krieg gesprochen. Das sind juristische Spitzfindigkeiten, die die Realität leider nicht anders aussehen lassen. Und heute sind "wir" am zweiten Tag von Luftangriffen. Frag Dich, wie es nur weitergehen kann...
Ja es geht um mehr, zB GK. Aber hoffen wir das Beste!
Du siehst da Trennungen wo keine sind. Ob USA oder England/Frankreich... das sind dieselben Interessengruppen. Und klar passt denen das nicht. Es würde ihnen weit besser passen, wenn Gaddafi noch 20 Jahre weitermachen könnte wie bisher. Denen/uns hat auch Ägypten nicht gepasst. Denk mal nicht, dass die USA und die EU etwas gegen Diktatoren hätte... Die haben Panik, dass sich da jetzt Machtstrukturen herausbilden könnten, die sie nicht kontrollieren können.
Und ich dachte schon, du siehst das ganze differenzierter, da auch das Vorgehen induviduell ist
Das ist einer der Gründe, warum ich von "Flächenbrand" spreche. Und weißt Du auch, auf wen sie da alles setzen?
Warum schreibst Du fremde Ansichten, die nicht Deiner Meinung entsprechen?
Rasch zum letzten: Natürlich ist das Erzählen anderer Meinungen etwas total anderes als die eigene Meinung wiedergeben!