Frage zu einer Familienaufstellung

Hallo rosenduft,

Ich habe zu meinem Vater ein super tolldes Verhältnis...ich komme toll mit ihm aus und genieße auch jede Minute, die ich mit ihm verbringen kann. Da ich ein Männerthema habe hat meine Therapeutin mir geraten, meinen Vater mal aufzustellen...was kam dabei heraus: er war extrem autoritär, hat mit dem Zeigefinger gedroht und spürte den Drang mich zu schlagen.
Mein Vater hat mich in meinem ganzen Leben lang noch nie ein einziges geschlagen. Und autoritär ist er keine Spur.

das ist ja echt krass. :tomate:
Dazu habe ich eine ganz blöde Frage: Hast du selbst den Vater aufgestellt, oder wurde er von der Therapeutin dazu gestellt? Hierin könnte die Ursache begründet sein - könnte!

Denn ich gehe davon aus, dass hier die die tiefen Hintergründe, das unbewusste und die Wahrheit aufgezeigt wird und nicht die Alltagslaunen.

Es wird die Sicht deiner Seele aufgezeigt, alles geht um dich, wie du bzw. deine Seele deine Familie wahrnimmt. Jedoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass der "rechte Zeitpunkt" eine wichtige Rolle spielt. Beim "falschen Zeitpunkt" ist die Aufstellung eher oberflächlich oder es wird abgebrochen oder es kommt zu einer Aufstellung, die man sich anders vorgestellt hat und dann entsprechend nicht annehmen kann. Hat man diesen Widerspruchsgeist in sich aufgelöst kann man auch das gute in der verkorksten Aufstellung sehen.

Kennst du dich Geschichte vom Indianer, der mit einem Auto verreist war? Er hielt in regelmäßigen Abständen an, damit ihn seine Seele wieder einholen konnte. So ähnlich ist das auch bei den Aufstellungen. Tun wir zuviel des "Guten" werden wir verwirrt oder können das sich gezeigte nicht integrieren.

Wenn sich nach einer Aufstellung die gestellten Personen auch real verändern, dann ist das eine Ausnahme und sollte nicht als normal betrachtet werden. (so meine bisherige Erfahrung, aber die kann sich auch wieder ändern).

Dass sich bei einer Aufstellung, die ja in einem fast meditaiv konzentrierten Zustand durchgeführt wird oder erlebt wird, Alltagslaunen zeigen, das kenne ich nur vom Ausgangsbild. Denn das entspricht der Realität, wie sie gerade ist. Hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Aufstellungen am besten gelingen, wenn man dort das aufstellt, womit man gerade konkret und aktuell zu tun hat. Dann hat man genau die Energie, die es auch zum Auflösen des Dilemmas braucht. Und diese Energie ist nicht zu unterschätzen. In ihr ist eine Menge an Information enthalten. Diese kann nicht genutzt werden, wenn du zwar ein Problem mit deinem Bruder hast, aber es aktuell nicht so arg von Bedeutung ist.

LG Micha
 
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Hallo!

Nein ich habe den Vater dazugestellt. Ich habe einfach mit meiner Therapeutin ausgemacht, mal meinen Vater und mich aufzustellen und dann habe ich den Stellvertreter meines Vaters hingestellt und mich und was da rauskam, hat mich eben ziemlich schockiert. Ich habe auch einen unheimlichen Weinkrampf bekommen...
war sehr verwirrend.

Das mit der Sicht der Seele ist mir neu, danke für den Denkanstoß. Das heißt, ich sehe das, wie es meine Seele oder ich unbewusst wahrnehme und nicht das, wie es wirklich ist. Das würde dann wieder einiges erklären.

ja das mit den aktuellen themen ist auch wahr...vielleicht sollte ich nicht ständig was aufstellen, was eh gar nicht mehr soo wichtig ist.

danke dir!
 
Das mit der Sicht der Seele ist mir neu, danke für den Denkanstoß. Das heißt, ich sehe das, wie es meine Seele oder ich unbewusst wahrnehme und nicht das, wie es wirklich ist. Das würde dann wieder einiges erklären.

Es ist deine Wirklichkeit, also schon was wirklich ist, und zwar in deinem Inneren.

Trotzdem verstehe ich nicht, was du über deinen Vater und dich erzählt hast, wie es zu solch krassen Differenzen kommen kann.

:confused: Pluto
 
Kann man das ganze auch in einfachen worten erklären?:D
Ich kann mich bemühen, wenn Du mir sagst, was genau Du an meinem Posting nicht verstanden hast. Sollte es inhaltlich nicht Deinen Erwartungen entsprechen, dann liegt das vielleicht nicht nur am sprachlichen Ausdruck. Ich könnte das noch in vielen Worten beschreiben, aber die inhaltliche Aussage bliebe die gleiche.
mich interessiert: WAS bringt eine Aufstellung, wenn ich darin eh nichts konkretes sehen kann, weil da soooo komplexe systeme sind:confused:
Eine ganzheitliche Erfahrung, die diese Komplexität insgesamt aufnimmt und Bewegungen innerhalb des komplexen Systems aufgreifen und auslösen kann. Das ist absolut konkret - es sei denn, Du betrachtest nur das als konkret, was Du gleichzeitig auch in Worten formulieren kannst. Ich sehe das umgekehrt - jedes Wort, jeder Erklärungsversuch ist bereits eine Abstraktion von dem, was in den konkreten Verkörperungen einer Aufstellung erfahren werden kann.
wegen meinem bruder: ich komme mit ihm nicht klar, es gibt spannungen und schwierigkeiten, die man auf einer Gesprächsbasis einfach nicht ausreden kann. dieses thema habe ich aufgestellt. die lösung sah eben so aus, dass wir uns den armen hielten und die verstrickungen was zwischen uns waren quasi auflösten.
nun da sich innerhalb einiger monate das verhältnis zwischen meinem bruder und mir aber nicht mal irgendwie verändert hat, weder besser noch schlechter, habe ich das ganz nochmal aufgestellt.
Weißt Du, ich halte Aufstellungen nicht für ein Allheilmittel. Zum einen mag es sein, dass das jeweilige Anliegen auf andere Weise vielleicht besser bearbeitet werden kann, zum anderen hab ich den (an sich gar nicht so überraschenden) Eindruck, dass Aufstellungen nicht von jedermann/frau in gleicher Weise "genommen" werden. Konkret kann ich zu Deinem Bruder-Thema hier wenig sagen, weil ich hier davon ja nur die Oberfläche sehe.
und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Launen der Menschen da aufgezeigt werden...also dass mein Bruder zur Zeit der zweiten Aufstellung einfach grantig war und sich das deswegen so gezeigt hat... Denn ich gehe davon aus, dass hier die die tiefen Hintergründe, das unbewusste und die Wahrheit aufgezeigt wird und nicht die Alltagslaunen.
Ja, mit Alltagslaunen hat das nichts zu tun. Wenn Du selbst beschreibst, dass die Beziehung zu Deinem Bruder belastet ist, dann ist es kein Wunder, wenn sich das in einer Aufstellung so zeigt. Und ich halte es nicht für unvereinbar, wenn sich vorher gezeigt hat, dass er Dich liebt. Beides kann auf unterschiedlichen Ebenen durchaus nebeneinander Platz haben, und gerade das Aufstellen zeigt ja auch, welch eigenartige, bis weit ins Destruktive reichende Wirkungen die Liebe haben kann (kann!!!), die systemisch verstrickte Bindungsliebe überhaupt. Ich seh da nicht mal Widersprüche, sondern vor allem vielleicht unterschiedliche Fokussierungen. In welcher Weise dann in der Aufstellung Lösungen gesucht/gefunden wurden, weiß ich nicht, war ja nicht dabei.
Naja wie auch immer...ich habe oft aufgestellt, über einen Jahreszeitraum und MIR geht es daduch gar nicht besser. Für mich ist Aufstellung keine Hilfe geworden, Zusammenhänge oder Gründe oder was auch immer zu finden.
Im Gegenteil, mich hat es nur verwirrt...weil das was in den Aufstellungen gezeigt wurde wirklich widersprüchlich war...
Steve de Shazer sagte über wirksame und unwirksame Strategien lapidar: "If it works - more of it. If it doesn't - try something else." Kann gut sein, dass die Aufstellungen, wie Du sie erlebt hast (oder Aufstellungen überhaupt) nichts für Dich sind. Hellinger wird vorgeworfen, dass er Aufstellungen immer wieder mal abgebrochen hat ... und die paar Mal, die ich erlebt habe, tat er es mit den Worten: "Ich kann Dir nicht helfen." Das ist etwas Anderes, als wenn einer sagt: "Dir ist nicht zu helfen!" Was auch immer die Gründe sein mögen ... vielleicht sind Aufstellungen einfach nichts für Dich?
Ich habe zu meinem Vater ein super tolldes Verhältnis...ich komme toll mit ihm aus und genieße auch jede Minute, die ich mit ihm verbringen kann. Da ich ein Männerthema habe hat meine Therapeutin mir geraten, meinen Vater mal aufzustellen...was kam dabei heraus: er war extrem autoritär, hat mit dem Zeigefinger gedroht und spürte den Drang mich zu schlagen.
Mein Vater hat mich in meinem ganzen Leben lang noch nie ein einziges geschlagen. Und autoritär ist er keine Spur.
Auch da - ohne diese Aufstellung gesehen zu haben, kann ich nicht dazu sagen. Außer das, was ich bereits oben gesagt habe: Eine Aufstellung ist kein Doku-Film realen Verhaltens. Und Zweck einer Aufstellung ist es ja geradezu, Dinge ins Sichtbare zu stellen, die sich bislang dem Hinschauen entzogen haben. Was der Repräsentant in der Rolle Deines Vaters ausdrückt, hat mit unbewussten Hinter- und Untergründen zu tun, mit systemischen Loyalitäten, und wenn Dein Vater Dir gegenüber das Autoritäre nicht gezeigt hat, Dich nicht geschlagen hat, dann heißt das nicht, dass das für ihn kein Thema gewesen wäre, sondern es weist darauf hin, dass er offenbar mit diesen Aspekten gut für sich und für Dich umgegangen ist. Wenn es im System dennoch aufscheint (und womöglich ja auch weiter hinten in der Vaterlinie ankern mag...), dann kann es über Deinen Vater auch für Dich und Dein "Männerthema" relevant sein, ohne dass Dein Vater selbst zum autoritären Prügelvater werden muss. Hat es denn kein Bild gegeben, das Deine Wahrnehmung dieses Rollenverhaltens in Beziehung zu Deinem Männerthema gestellt hat?

Nochmal zusammengefasst: Was sich in Aufstellungen zeigt und vor allem ganzheitlich erfahren werden kann, sind (oft zunächst verborgene) Dynamiken in Systemen. Es sind keine Dokusoaps über die Spitzen von Eisbergen, sondern Tiefenlote, die unter die Oberfläche reichen und die Bewegung des gesamten Eisbergs betrachten. Und da kann es schon mal überraschend, herausfordernd und widersprüchlich sein, was aus den Tiefen aufsteigt. Oft finden sich gerade dort die Schnittstellen, an denen sich entscheidet, ob eine Aufstellung genommen werden kann oder nicht. Und wenn sie nicht genommen werden kann, bedeutet das weder ein negatives Urteil über den Anliegenbringer noch über den Aufsteller - sondern einfach das, was es ist: kann nicht genommen werden. Try something else. Es gibt jede Menge Welt jenseits von Aufstellungen ;-)

Alles Liebe,
Jake
 
Ich bin immer noch da, lese interessiert, möchte euren Fluss aber nicht stören, klasse!!!:umarmen:.

Vielen Dank erst mal, kann nichts dazu sagen, verstehe aber was ihr sagt!

Liebe Grüße Pia:umarmen:
 
Zur Zeit mache ich eine Ausbildung zur systemischen Aufstellung.
Anders als nach Hellinger beziehen wir die geistige Welt mit ein und
es gibt evt. Nachbehandlungen mit Bachblüten.

Seit Jahren arbeite ich schon als Statist, in über 90 % der Aufstellungen
wurden Lösungen und damit Veränderungen des Klienten gebracht.
Ganz klar sieht man es bei Tieraufstellungen (ich habe schon öfter
Hunde als Statist gestellt).
Mein Leben, mein Ich hat sich geändert, ich verstehe jetzt manchmal
sofort gefühlsmäßig andere Menschen ohne dabei (sorry) wie Therapeuten
das mit dem Kopf einzuordnen.
Meine beiden Ausbilderinnen sind sehr hellfühlig, während der Aufstellung
spüren sie sofort welche Richtung es geht, sehen manchmal Bilder.
Sicherlich gibt es einige Statisten (habe ich früher bei einer der ersten
Aufstellung erlebt) die "etwas schauspielern". Fast immer kam irgendetwas
hochexplosives bei den Aufstellungen heraus, ein "Familiengeheimnis".
Bei meiner eigenen Aufstellung sollte sogar mein verstorbener Bruder
umgebracht worden sein, ich weiß 100%ig dass es nicht so ist.
Lange Zeit war ich dann von dieser Arbeit nicht so angetan, es kam mir
vor wie eine Laiengruppe beim Theater.

Man kann sehr vieles lösen, wichtig ist die richtige Gruppe für sich zu finden.
LG Baerchen
 
Anders als nach Hellinger beziehen wir die geistige Welt mit ein und
es gibt evt. Nachbehandlungen mit Bachblüten.

...

Meine beiden Ausbilderinnen sind sehr hellfühlig, ..., sehen manchmal Bilder.
Sicherlich gibt es einige Statisten (habe ich früher bei einer der ersten
Aufstellung erlebt) die "etwas schauspielern". Fast immer kam irgendetwas
hochexplosives bei den Aufstellungen heraus, ein "Familiengeheimnis".
Bei meiner eigenen Aufstellung sollte sogar mein verstorbener Bruder
umgebracht worden sein, ich weiß 100%ig dass es nicht so ist.
Lange Zeit war ich dann von dieser Arbeit nicht so angetan, es kam mir
vor wie eine Laiengruppe beim Theater.

Hallo Baerchen,

das wundert mich nicht, wenn ich das so lese. Es gibt immer wieder Aufsteller, die meinen, sich "gegen" Hellinger abgrenzen zu müssen und seinen Methoden und Erkenntnissen unbedingt (zwecks der Abgrenzung) noch etwas "Besonderes" hinzufügen zu müssen. Ganz schlimm wirds dann, wenn jemand seine Aufstellungen (aus gutem Grunde) noch irgendwie zusätzlich "nennen" muss: "Spirituelle", "feministische" (besonders furchtbar!) oder sonstwelche Zusatzbezeichnungen gibt's dann da, die nichts anderes sind, als eine Einschränkung und ein Ausschluss des Wesentlichen. Derjenige hat sich sozusagen shcon aufs Firmenschild geschrieben: "hier wird gewaschen ohne nass zu machen".

Wer "besondere" Aufstellungen machen will, hat schon vorbei geschaut. Und das ländliche Laientheater (sicher mit Unterhaltungswert) ist nicht mehr fern.

Na wer's mag... Mir reichen einfach Aufstellungen, bei denen hingeschaut wird auf das, was ist.

Ich durfte neulich wieder den krassen Unterschied am eigenen Leib erleben, wie es ist, wenn so ein "besonderer" Aufsteller mit "eigener Methode" mit Unterstützung einer kompetenten und nicht-ausschließenden Aufstellerin arbeitet und sie fast jede Aufstellung übernimmt und mal zeigt, wo der Hammer wirklich hängt. Ich fand das sehr beeindruckend! Immerhin hatte der Aufsteller die Größe, es dann auch ihr zu überlassen und seine Grenzen zu nehmen, wie sie derzeit sind. Da steckt Entwicklung drin!

Gruß
A.
 
Ich sehe es genauso, die Gefahr besteht doch, dass
eine Marktlücke im Unterhaltungsprogramm gefüllt wird.

Anstatt vorm Fernseher oder Computer zu sitzen kann jeder
mitspielen, diese Gefühlswelt die sich offenbart ist für manche
wie Magie. Ich erlebe es sehr oft wenn Menschen zum Aufstellen
kommen die das noch nie gemacht haben.
Plötzlich reden und handeln die Statisten genau wie die jeweiligen
Personen, es ist eine andere Welt die für jeden offen ist.
Das ist gut, nur sollte man bedenken,dass Statistenarbeit sehr
hart sein kann und nicht aus Langeweile oder Ego-Laune gemacht
werden sollte.

Ich hoffe nur, dass die Leiter sich der Verantwortung bewußt
sind, so wie es bei meinen Ausbilderinnen ist.
Sie sind immer kostenlos für Nachgespräche da. (Da kenne ich
andere Fälle)
LG Baerchen
 
Hallo!

Eine Aufstellung dient zur Klärung von Verstrickungen.

Wenn du du ein Thema vorher suchst, dann ist es meist nicht das Richtige!

Spüre in dich rein , und frage dich, was derzeit nicht stimmig ist.
Wenn du das einen Tag vor der Aufstellung machst ist das besser als wenn du mit ner vorgefertigten "Sache" aufstellen willst.

Gute Leiter spüren an der Energie ob es passt oder wo dein "echtes" Problem liegt.

Die meisten Aufstellungen drehen sich immer wieder um die gleichen Themen.
(Schuld, Achtung, Ego)

Meine Empfehlung: Fang mit deiner Herkunftsfamilie an. Vater Mutter, Geschwister.

Da liegt oft der "Hase im Pfeffer" und alle Probleme deines derzeigen Lebens resultieren aus einer Verstickung der Herkunftsfamilie.
 
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Da liegt oft der "Hase im Pfeffer" und alle Probleme deines derzeigen Lebens resultieren aus einer Verstickung der Herkunftsfamilie.

Hallo,

bei den Fällen, die ich im Hinblick auf familiensystemische Verstrickungen ausgetestet habe, war es IMMER einer der Großeltern.
Zufall?
Ideen dazu?
 
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