Frage, Deutung zu einem mir extrem real erschienener Traum

warumnicht2010

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Hallo zusammen, Ich hoffe, ich darf hier auch ein Traum loswerden.
Ich bin jetzt niemand der an Esoterik und sowas glaubt. Nun sind Träume nichts Esoterisches, aber wird ja gerne in diese Ecke angesiedelt.

Vor ab als Info zu mir:
Bin nun 56 Jahre , hatte eine seelisch schwere Kindheit/Jugend, wegen Krankheiten, stehe aber, erfolgreich, selbstständig, gerngesehen im Job.
Seit 8 Jahren habe ich starke Probleme mit Depressionen. Wobei bei Beginn es Auseinandersetzungen mit einem Teamleiter gab aber sicher nur initial der Auslöser war nicht aber der wirklich der Grund, eher wurde durch diese Probleme alte, unterdrückte, Probleme aus der Kindheit in mir hochgepuscht.
Ich selber fühle mich so, dass ich mich selbst nicht erkenne.
Es gibt viele Positive Änderungen dadurch (Rauchen aufgehört, viel Sport), aber ich komme nicht klar mit meinem „neuen“ ich.
Eventuell kann mir dieser Traum hier was sagen wollen?

Vorab muss ich sagen, der Traum ist jetzt nicht so ungewöhnlich, aber ich habe schon über Monate/Jahre nicht mehr so geträumt, dass ich nach dem Aufwachen den Traum noch wusste, bzw. bin ich wahrscheinlich auf Grund des Traumes wach geworden.
Der Traum war für mich so real, dass ich sehr erschrocken bin.
Der Traum etwa wie folgt:
Ich gehe durch einen Wald. Der Wald ist nun nicht mit vielen großen Kiefern, die dort in Reihe stehen und es dunkel wirkt, sondern ein Mischwald, mit vielen verschiedenen Bäumen, große, kleine, Büsche etc.
Der Boden ist •überwiegend mit Grass bewachsen, das Tageslicht fällt teilweise bis auf den Boden. Schmale Wege, so „Trampel Wege“, führen durch die Gegend.

Ich gehe einen dieser Trampelpfade entlang, der Blick ist nicht auf mich, auf das Geschehen, sondern Blick ist der aus meinen Augen heraus in den Traum.
Ich kann nicht sagen wo diese Gegend ist, aber irgendwie vertraut kommt mir diese vor.
Nach einigen Metern sehe ich rechts von mir eine Art Hängebrücke;
Erst dann bemerke ich, dass diese Hängebrücke praktisch von oben links hinter mir, über mich hinweg führt und dann rechts entlang weiter geht.

Diese Hängebrücke ist beschädigt. Ein Pfeiler rechts von mir steht schräg, die ganze Hängebrücke ist in sich verdreht.

Ich gehe weiter und mein Blick bleibt dabei auf die Brücke, ich denke mir warum ist die Brücke beschädigt, warum sperrt niemand diese Brücke ab (anmerkend noch die Info, das die Brücke nicht über ein Tal oder Hindernis hinweg führt, sondern einfach in den Wald hinein und eigentlich dort keinen Sinn machte)

Während ich also weiter gehe und den Blick auf die Brücke halte, stehe ich plötzlich, schlagartig, vor einem Abgrund.
Der Abgrund ist sowas wie eine Senke im Wald, so ca. 10 - 15 Meter tief.
Ich kann auf Grund des plötzlichen Abgrundes nicht rechtzeitig stoppen, verliere am Abgrund das Gleichgewicht und stürze den Abgrund hinunter.
Wie das so oft in Träumen ist, ich kann trotz des 10-15 Meter tiefen Sturzes mich so abfangen, dass ich auf den Beinen lande ohne mir was zu brechen.
Erschrocken, aber gesund.
Meine sofortige Reaktion ist, „warum wurde der Abgrund nicht abgesperrt?“

Ich habe das Verlangen sofort die Polizei zu verständigen, das die dort den Abgrund absperren soll.

Was eventuell noch wichtig ist, da wo der Abgrund ist, über den Weg den ich gekommen bin, da war eine Brücke die nun nicht mehr da war. Am Abgrund und auf der gegenüberliegenden Seite, sind noch Reste der Brücke zu sehen.

Der Boden in der Senke und den Abgrund hinunter besteht aus Kohlenstaub, in den man Knöcheltief versinken kann.
Ich gehe nun in nur einem kleinen Bogen aus der Senke heraus; der Weg schein sich aber zu ziehen, und obwohl ich gefühlt wieder oben am Abgrund ankommen müsste, lande ich wieder an anderer Stelle im Wald.

Es sind weitere Wege zu sehen und einige nichts sagende Konstruktionen aus Holz stehen dort herum.
Ich denke mir, wo ist der Abgrund, ich muss doch der Polizei Bescheid geben und den Abgrund absperren, wer nicht sonst noch dort herunterstürzt. Der Abgrund ist nicht zu sehen!

Aber ich sehe plötzlich ein Eisenbahngleis in einer langgestreckten Kurve durch den Wald verlaufen. Ich gehe dort hin und sehe dem Verlauf des Gleises entlang, der durch den Wald eher recht dunkel ist.
Dann sehe ich eine Diesellok mit Personenwagen auf dem Gleis ankommen und, warum auch immer, wusste ich, dass ich selber schon mit diesem Zug gefahren bin und diesen Wald schon aus dem Zuge gesehen habe.

An dieser Stelle bin ich aufgewacht. Der Traum war extrem real. Nicht das was ich dort erlebt habe, sondern die extreme Realität hat mich total aufgewühlt und wachwerden lassen.

Zu der Umgebung, mit dem Kohlenstaub und den Wegen im Wald.
Das erinnert mich an den Ort, wo meine Großmutter wohnte.
Sie wohnte in Hanglage an einem, ja nicht Berg, aber Hügel. Dort gab es so einen „ähnlichen Wald, mit Wegen/Trampelpfaden, mit Steinbrüchen, bzw. alten zugewachsenen Steinbrüchen.
Auch lag dort viel Kohlenstaub herum, da früher oben am Hang Kohle in Loren verladen wurde, die den Berg/Hügel herunter führten und an einem Bahnhof endeten. Dabei wurde immer Kohlenstaub verloren, der sich überall ansammelte.

Meine Oma ist seit 20 Jahren Tod, das Haus, in dem sie lebte, gibt es schon nicht mehr und ich selber lebe seit 25 Jahren nicht mehr in dieser Stadt. Auch gibt es nichts Besonderes, warum mir diese Gegend oder die Oma plötzlich wichtig erscheint.

Was will mir dieser so extrem reale Traum Sagen?
 
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Hallo warumnicht2010, willkommen im Forum!
Bin nun 56 Jahre , hatte eine seelisch schwere Kindheit/Jugend, wegen Krankheiten, stehe aber, erfolgreich, selbstständig, gerngesehen im Job.
Seit 8 Jahren habe ich starke Probleme mit Depressionen.
Dein Traum entspricht dieser Kurzfassung deines Lebens. Du schaust dir deinen Lebensweg an, halt aus höherer Sicht. Vor allem emotionslos, einfach nur in Bildersprache.

Der Wald steht ganz klassisch für das, was allgemein das Unterbewusstsein genannt wird, den innerseelischen Bereich, den wir alle haben und der tatsächlich mehr ist als das bekannte Unterbewusstsein.
Schau dir deinen friedlichen und schönen Wald an, so sieht es tatsächlich aus in den Tiefen deiner Seele. Der Wald kommt dir vertraut vor. Ja natürlich ist er dir vertraut, auch wenn das nicht unbedingt für dein wachbewusstes Ich gilt.

Mehrere Trampelwege symbolisieren deine Wege bzw. deine Erfahrungen, die du hier und da gesammelt hast.
der Blick ist nicht auf mich, auf das Geschehen, sondern Blick ist der aus meinen Augen heraus in den Traum.
Du bist ein Mensch, der gelernt hat, sich selbst nüchtern zu analysieren.
diese Hängebrücke praktisch von oben links hinter mir, über mich hinweg führt und dann rechts entlang weiter geht.
Brücken verbinden. In der Realität verbinden sie Bereiche, die ohne Brücke nicht zu erreichen wären. Eine Hängebrücke, die von oben herab „hängt“ und dann über deinen Kopf hinweg in den Wald führt, das ist die Verbindung vom höher-geistigen Ursprung zu dir und deinem gegenwärtigen realen Leben ... und macht damit sehr wohl Sinn (ganz gleich, was du dir vorstellst über das Leben als solches).

Die Hängebrücke ist beschädigt. Ja, das meint deine Depressionen. Deine innerseelische Verbindung zu dem, was dich leben lässt, die ist verdreht, wie du es nennst.

Prompt folgt der Abgrund, dem du nicht ausweichen konntest. Du landest sicher auf deinen Beinen. Schön, das spricht dafür, dass egal was kommt, du kannst damit umgehen, es abfangen, weil, das hast du gelernt. Und zwar in der Zeit, als du als Kind die Oma besuchen konntest.

Du verlangst nach der Polizei. Die symbolisiert die äußere Ordnung im Leben, u.a. Ärzte und Therapeuten, die zuständig sind für eine Krankheit wie die Depressionen. Therapeuten beseitigen die Depression nicht, sie sorgen dafür, dass man sie unbeschadet hinter sich lassen kann.
Das ist zumindest die allgeimen vorherrschende Vorstellung. Tatsächlich kann das ein Arzt oder Therapeut gar nicht. Tatsächlich muss der Patient runter bis in den tiefsten Grund. Erst dann erkennt er den Weg aus seinem seelischen Tief heraus.

Trampelpfade oder auch Fahrrad und Auto sind das Symbol für den ganz eigenen Lebensweg. Busse und Bahnen stehen aber für den Weg, den wir als Gesellschaft gehen, denn das Leben ist ein Gemeinschaftsunternehmen.

Eine Diesellok mit Personenwagen soll wohl das Bild sein für deinen Weg der Therapie, wie er gesellschaftlich üblich ist und auch so verlangt wird. Und ja, mit dieser „Lok“ bist du schon in deinem Wald gewesen.
Es gibt viele Positive Änderungen dadurch (Rauchen aufgehört, viel Sport), aber ich komme nicht klar mit meinem „neuen“ ich.
Du bist noch auf dem langen Weg nach oben heraus aus dem Abgrund. Der Weg zieht sich und du kommst auch nicht dort an, wo du meinst, ankommen zu müssen.
 
Du bist aufgefordert, das Glück und deine Kraft in dir zu suchen. Die Lösung liegt nicht im Außen.

Verletzungen, Schmerz, Trauer ... wollen angeschaut werden.
 
Hallo @warumnicht2010 und willkommen.

Verdrehte Hängebrücke und Abgrund, beide nicht abgesperrt worden, durch die noch laufende Lok noch immer in deinem Leben präsent. Sei es die Depression oder sonst etwas in deinem Leben, was dich schwer benachteiligt hat und durch die Lok noch immer tut.

Es gibt ein interview mit einem bekannten Hollywood Schauspieler, der darüber berichtet hat, einen wertvollen Tipp von einem Kollegen in seiner Phase der Depression bekommen zu haben :

"Erinnerst du dich noch an den Fluss und den Jungen, dessen Fuß im Zaun hängenblieb ? Das Wasser stieg immer weiter an und an und die Leute bekamen seinen Fuß nicht aus dem Zaun. Tom, erinnerst du dich, wie der Junge im Fluss dadurch ertrank ? Nun Tom, das wäre mir nicht passiert, weißt du wieso ? Ich hätte zu den Leuten gesagt, schneidet es ab ! Ja, schneidet es ab ! Manchmal Tom, musst du ein kleines Stück von dir abschneiden, um im Leben weiter voran zu kommen und dich zu entwickeln".

Genau die selbe Frage stellst du dir mehrfach im Traum. Warum wurde die Brücke nicht einfach abgesperrt ? Warum wurde der Abgrund, der nur aus Kohle besteht nicht einfach abgesperrt ? Wäre er abgesperrt gewesen, würde ich jetzt nicht hier reinfallen..

Ja genau, der Traum fragt dich, wieso du diesen Teil deiner Vergangenheit nicht einfach abschließt und abgrenzt ? Da ist Schaden entstanden, akzeptier es und konzentriere dich auf deinen restlichen Wald, der wunderschön ist, sperr den restlichen Teil ab und hak ihn ab. Du bist bereit loszulassen. der Abgrund kann keinen Einfluss mehr auf dich haben, außer du lässt es zu, denn du hast dich nicht verletzt und konntest von allein zum Wald zurückkehren. Schneid es ab und tue so, als ob nichts gewesen wäre. Du kannst es.
 
Moin Renate,

ja, mit dem was Du schreibst kann ich was anfangen. Besonders dein letzter Satz beschreibt es gut.

Ich bin auf der Suche nach Hilfe, aber wie es hier halt ist, keine Plätze bei den Psychologen.

Bei mir kommt noch hinzu das ich nur mit einer Psychologin arbeiten kann, ei Mann würde nicht funktionieren. Wahrscheinlich lässt sich daraus auch schon wieder einiges ableiten was bei mir falsch ist.

Bewusst wurde mir jetzt, Deine Ausführungen unterstreichen das, für mich nur eine Psychoanalyse in Frage kommt, keine TP.

Habe heute ein Termin für ein Erstgespräch, drück mir die Daumen
 
Moin Littleboy,



das was Du schreibst habe ich, auf mein ganzes Leben bezogen, schon vollzogen.

Habe quasi einiges „abgeschnitten“ und zugedeckt (abgeschlossen).

Problem ist, nun fliegt mir das ganze um die Ohren. Ich hätte es verarbeiten, nicht abschließen, müssen.

Als Logik, neben ertrinken und abschneiden, muss es noch einen Weg geben.

Ja, um aus meinen alten Problemen rauszukommen habe ich wohl den Fuß abgeschnitten, Problem ist aber das ich ihn nicht wieder annähen habe lassen, nachdem man auf dem neuen Weg war.
 
Ein Fuß oder Bein abschneiden bedeutet auch, das dich eine gewisse Beeinträchtigung im Leben verfolgen wird, da ist nix mehr mit zunähen - aber dein Leben geht weiter und der Abgrund raubt dir nicht alles. Man muss mit seinen Alter halt überlegen, auf was man sich konzentrieren möchte. Der Wald zeigt dein Potential und der Zug könnte auch als Einladung verstanden werden, raus in die Gesellschaft zu gehen. Drücke dir die Daumen.
 
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Bei mir kommt noch hinzu das ich nur mit einer Psychologin arbeiten kann, ei Mann würde nicht funktionieren. Wahrscheinlich lässt sich daraus auch schon wieder einiges ableiten was bei mir falsch ist.
Bist du männlich oder weiblich?

Und, warumnicht, bei dir ist nichts falsch. Bei niemand ist irgendwas falsch. Wir machen vielleicht Fehler, Denkfehler, das wars auch schon!
 
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