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Finanzsystem

Dieses Thema im Forum "Gesellschaft und Politik" wurde erstellt von dura, 6. September 2007.

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Wie stehts mit den finanzen

  1. Geld ist sinnvoll - unser Finanzsystem ist sinnvoll

    5 Stimme(n)
    17,2%
  2. Geld is schlecht - unser Finanzsystem ist sinnvoll

    0 Stimme(n)
    0,0%
  3. Geld ist sinnvoll - unser Finanzsystem ist schlecht

    18 Stimme(n)
    62,1%
  4. Geld is schlecht - unser Finanzsystem ist schlecht

    6 Stimme(n)
    20,7%
  1. herzverstand

    herzverstand Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. November 2006
    Beiträge:
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    Hallo Leute,

    Ich denke, das Geld wird benötigt aber das derzeitige Finanzsystem ist schlecht.
    Es leidet schlicht an einem Konstruktionsfehler: den Zinsen. Diese bewirken, dass sich Jahr für Jahr die Schulden und Vermögen automatisch erhöhen. Um diese Schulden aber zu bezahlen, müsste jedes Jahr das Wirtschaftswachstum ebenfalls so hoch steigen. Das ist aber unmöglich, da die Zinsen automatisch steigen, während das Wirtschaftswachstum an natürliche Grenzen gerät. Die Zinsen fordern ein exponentielles (!!!) Wachstum, welches die Realwirtschaft aber nicht leisten kann.

    Das Beispiel des "Josefspfennig" zeigt deutlich die Unmöglichkeit eines dauernden Fortbestehens des derzeitigen Zinssystems ohne Krisen: Hätte Josef, der Vater von Jesus, zu Christi Geburt einen Pfennig zu 5 % Zinsen angelegt, hätte sich dieser im Jahr 2000 so weit verzinst, dass er einen Wert hätte von ÜBER 100 MILLIARDEN GOLDKUGELN VOM GEWICHT DER ERDE!!!!!! Natürlich haben Wirtschaftskrisen und Revolutionen verhindert, dass eine derartige Kontinuität im Finanzsystem bestehen konnte - eben weil die Überschuldung und Überkapitalbildung an natürliche Grenzen stoßen musste, welche sich in gesellschaftlichen Krisen entluden.

    Was aber ist zu tun, um diese Effekte zu vermeiden? Ja, es gibt eine Möglichkeit: Silvio Gesell zeigte, dass die Zinsen nur deswegen bestehen, weil eine Geldzurückhaltung und Geldhortung unvermeidlich zu einer Stockung im Wirtschaftskreislauf und somit zu einer extrem schädlichen Deflation führen musste (der einzige, aber sehr wichtige Grund für die Zinsen!!!). Gesell zeigte auch, dass man den Wirtschaftskreislauf auch auf eine andere Art und Weise sicherstellen könnte: durch eine Geldumlaufgebühr. Diese bedeutet, dass man auf alles umlaufende Bargeld (mit dem höchsten Satz), Girogelder (mit dem zweithöchsten Satz) und Spargelder (mit dem niedrigsten Satz) versteuern sollte, und zwar pro Jahr und pro Geldeinheit (ca. 5 % werden vorgeschlagen). Die Wirkung dieser Reform wäre, dass die Zinsen augenblicklich fallen würden, da die Geldbesitzer froh wären, wenigstens keine Geldumlaufgebühr zahlen zu müssen, wenn sie ihr Geld herleihen und Zinsen erst gar nicht verlangen.

    Diese Reform wäre relativ einfach durchzuführen, Bargeld müsste abgestempelt werden, Giro- und Spargelder könnten computertechnisch abgezogen werden. Es wäre auch nicht zu befürchten, dass die Geldumlaufgebühr bloß eine zusätzliche Steuer ist, da andere Steuern dafür entfallen könnten. Die Vorteile dieser Reform sind ohnehin viel, viel bedeutender als etwaige Probleme: Die automatische (!!!) Umverteilung von unten nach oben durch den Zins würde entfallen. Ebenso würde die Umwelt entlastet, da der Wachstumszwang entfiele. Die Wirtschaft würde durch die Zinssenkung angekurbelt, da das Geld rasch umlaufen würde, weil niemand das Geld behalten will, welches relativ rasch an Wert verliert, und jeder versucht, es schnell auszugeben. Arbeitslosigkeit würde es auch nicht mehr geben, da sich Projekte nicht mehr beweisen müssen, indem sie eine bestimmte Mindestrendite liefern oder erst gar nicht begonnen werden. Auf den Zusammenhang von Zinsen und Krieg wurde schon mehrmals hingewiesen, hierfür fehlt jedoch der Platz.

    Diese Geldreform hat sich auch schon in der Praxis bewährt und blendend funktioniert: Erstens zur Brakteatenzeit im Mitteleuropa des Hochmittelalters. Damals verfiel das Geld, indem es vom Bischof oftmals eingezogen und mit Abschlag wieder ausgegeben wurde. Ergebnis war eine wirtschaftliche, soziale und kulturelle Blüte (die gotischen Kathedralen wurden errichtet). Die Freiwirtschaft (so heißt das System) fördert die Bildung von Sachkapital und kulturellen Schätzen, da jetzt nicht mehr in Geld (welches verfällt) sondern ich Sachwerten angelegt wird (Diese Reform bedeutet grundsätzlich eine Gleichstellung von Geld und Sachwerten, da Sachwerte durch Zeit und Wetter vom Verfall bedroht sind - die Geldreform beraubt das Geld seines "Jokervorteils".) In der Geldreform müsste auch der Boden verstaatlicht werden und an Menschen, welche den Boden auch wirklich nutzen, verpachtet werden. Die Bodenreform stellt die zweite wichtige Säule der Gesellschen Reformen dar. Auch zur Brakteatenzeit war der Boden Staats- bzw. Gemeineigentum. Hervorzuheben ist bei der Brakteatenzeit, dass Arme sehr großzügig behandelt wurden, selbst Arbeiter so reich waren, dass sie sich mit Gold schmückten und dass die soziale Lage der Arbeiter sehr gut war, auch bezüglich Entlohnung, Arbeitszeiten und Ausbildung.

    Der zweite geschichtliche Abschnitt, in dem die "Freiwirtschaft" erprobt wurde, war der kleine Ort Wörgl in Tirol zur Zwischenkriegszeit. Überall war Wirtschaftskrise und der Bürgermeister von Wörgl gab ein eigenes Geld heraus, welches verfiel. Ergebnis war eine sehr erstaunliche Wirtschaftsblüte inmitten von Krise und Elend. Erst die Nationalbank würgte das Projekt ab, da es gegen deren Währungshoheit verstieß - welch Schande.

    Wahrscheinlich habe ich noch nicht die meisten überzeugt, sodass ich euch rate, euch genauer mit dem Thema zu beschäftigen. Ich rate es euch, denn auch ich bin eher zufällig an das Thema geraten und habe es nicht bereut!!!

    Wer mehr erfahren will, soll doch Bücher lesen, wie:
    Margrit Kennedy: Geld ohne Zinsen und Inflation
    Silvio Gesell: Die natürliche Wirtschaftsordnung
    Helmut Creutz: Das Geldsyndrom
    Gero Jenner: Das Ende des Kapitalismus
    Bernd Senf: Die blinden Flecken der Ökonomie

    SEID NICHT DUMM. SEID NICHT IGNORANT. SPRINGT ÜBER DEN SCHATTEN DER ENGSTIRNIGKEIT. ES LOHNT SICH NEUGIERIG UND INTERESSIERT ZU SEIN, DAS GARANTIERE ICH EUCH.

    Mit einer Empfehlung von Günter.
     
  2. Waju

    Waju Sehr aktives Mitglied

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    ...wo ich zuhause bin........
    Wird es sehr finster werden und ich wünsche mir dann nicht mehr präsent zu sein, nicht aus Feigheit, sondern im Sinn immer diese Zeitverschwendung und Lästigkeit, der Menschen, dessen Lieblingsthema Nummer eins es ständug ist.
    Dem Vater Staat zu vertrauen ist vergleichbar sich freiwillig in eine Schlangegrube zu werfen.

    lg
     
  3. Allegrah

    Allegrah Guest

    Das würde bedeuten, dass das Volk die falschen Vertreter an die Spitze gewählt hat. ;)
    Man muss sich wohl auch fragen, wer diese Volks-Vertreter finanziell und tatkräftig unterstützt.
    Wie kommt ein Mächtiger zur Macht?
    Kann auch Herbert von nebenan sich zur Wahl aufstellen lassen?

    P.S.: Die Zeiten möchte ich auch nicht erleben. ;)
     
  4. Waju

    Waju Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    ...wo ich zuhause bin........
    Ja mit Sicherheit läuft da etwas gewalitig neben der Spur.
    Einen Mächtigen zu finden in dieser Verfahrenheit auf dieser Welt, wird sehr schwer sein oder eine fast Unmöglichkeit, vielleicht einen aus der Erde stampfenden, aber keinen heiligen Führer.
    Ein totaler Neubeginn könnte die Menschheit retten politisch gesehen.

    lg
     
  5. Allegrah

    Allegrah Guest

    Vertrauen ist was Feines, Kontrolle ist jedoch viel besser.

    Vor allen Dingen sollten keine Staatsausgaben ohne Volksabstimmung getätigt werden.
    Wenn ein Politiker sich also für irgend welche dubiosen Ausgaben entscheidet, soll er selbst dafür gerade stehen.
    Ich werde sicherlich nicht für seine Kredite die Finger krumm machen, erst recht nicht für seine mysteriösen Kreditgeber. Die sollen ihr Geld von den Politikern, die sie selbst bestimmen und aufstellen, wieder einholen.
    Wo mein Otto nicht drunter steht, da zahle ich keinen Cent.
     
  6. herzverstand

    herzverstand Aktives Mitglied

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    Staatsschulden sind vor allem deshalb schlecht, weil Zinsen auf sie zu zahlen sind.
    Wenn man sie nicht tilgt, werden die Schulden zu einer Lawine, die alle anderen (großteils sinnvollen) Staatsausgaben erdrückt, mit der Folge Sparpakete usw. Wenn die Staatsschulden 60 % des BIP betragen, wie die Verschuldungsgrenze des Maastricht-Vertrags lautet, kann man sich ausrechnen, wie hoch die Zinszahlungen und ihr Anteil am Staatshaushalt sind.

    Deshalb: Zinsen mittels Gesellscher Geldreform beseitigen, sodass die Sinnlosigkeit von staatlichen Zinslasten und Sparpaketen aufhört.

    Die derzeitige Sparpolitik ist nur das geringere Übel in der derzeitigen Lage, mit der Folge, dass die staatlichen Zinszahlungen seit 1995 immerhin rückläufig sind, wie auf der Homepage des Bundes der Steuerzahler nachzulesen ist. Wenigstens sind heute die gewöhnlichen Leute so mündig, dass sie sich gegen überzogene Staatsausgaben wehren (auch Politiker: siehe Eurofighter). Nichtsdestotrotz wäre die Geldreform die mit Abstand bessere Alternative.
     
  7. Allegrah

    Allegrah Guest

    Wer sind diese Kreditgeber, die die sog. mächtigen Staaten mit hohen Krediten beehren und sie damit Stück für Stück unter ihre Fittiche bringen?
     
  8. dura

    dura Aktives Mitglied

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    naja das mit den zinsen hat doch den riesen vorteil, dass man motiviert wird als sparer zu fungieren, der sein geld anderen zu verfügung stellt.
    auf diese weise (und nur auf diese weise, soweit ich das sehe) sind große investitionen möglich. zb forschungseinrichtungen
    wer würde schon anleihen, aktien oder sonstwas kaufen, wenn es keine aussicht auf gewinn gäbe?
    und wie könnten große firmen bestehen ohne das kapital, dass durch aktien, anleihen usw zu verfügung steht?
    wie soll der durchschnittsmensch ein eigenes haus bauen können, wenn er keinen kredit nehmen kann?

    ausserdem denke ich, dass es wichtig ist zu erkennen, dass zb in der börse auch die möglichkeit liegt, den eigenen moralisch und ethischen ansprüchen gerecht zu werden.
     
  9. Sitanka

    Sitanka Guest

    naja in unserer heutigen gesellschaft gehört geld einfach dazu. bezahlt hat man ja immer schon, wenn früher auch in naturalien, oder tauschgeschäfte, aber wir haben uns eben für münzen entschieden.

    naja das finanzsystem ist denk ich nicht besonders, aber man kann nicht nur das finanzsystem hier mehr oder weniger schlecht da stehn lassen.

    da spielen schon noch mehrere faktoren mit. wer verdient was, wieviiel kostet das leben, was ist mit der wohnsituation usw...............naja und bei all diesen dingen zusammen, muss man eben oft sehen wo man bleibt.

    da ist es gut, sich nicht immer auf die bank zu verlassen, oder auf das system, sondern welche einstellung ich dazu habe und wie ich damit umgehe. vielleicht ist ja der sparstrumpf "ala matratze" doch nicht das schlechteste ;)
     
  10. herzverstand

    herzverstand Aktives Mitglied

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    Zinsen sind ein leistungsloses Einkommen, dienen nur der Umverteilung von denen, die wenig haben zu denen, die viel haben und es gibt sie nur deswegen, damit die Geldbesitzer ihr Geld in den Wirtschaftskreislauf zurückschleusen, sodass Deflationskrisen verhindert werden (alle anderen Zinsentstehungstheorien sind falsch).

    In einem freiwirtschaftlichen System würde das Kapital quasi zwangsweise bereitgestellt, sodass dann Firmen oder der Staat damit arbeiten können oder damit Private etwa damit Haus bauen. In einer Freiwirtschaft ist nicht zu befürchten, dass das Geld nicht in Umlauf gerät - das Gegenteil ist der Fall.

    Zinsen haben so gravierende Nachteile für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt, dass diese die Vorteile für eine Bevölkerungsminderheit locker aufwiegen. (Nur etwa 15 % der Bevölkerung erhalten mehr Zinsen als sie bezahlen - vor allem deshalb, weil in den Preisen die Zinszahlungen der Unternehmen eingerechnet sind und in den Steuern die Zinszahlungen des Staates.)
     
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