Eros

@Jake:
Durchaus anregende Gedanken von dir, danke. Für Eros im 8. Haus in Wassermann habe ich jetzt ein zwar recht grobes aber ungefähres Bild. Aber Psyche in dieser Konstellation erschliesst sich mir dadurch noch nicht so ganz. (Und was, wenn beide dort stehen?) Wie würdest du denn Psyche in Wassermann im 8. Haus deuten?
 
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Ich glaube, Sex, Erotik (und Liebe) kann man allein aus der "Basis-Radix" (die 10 Planeten) herauslesen, da braucht es solche Sache wie den Asteoriden Eros gar nicht.
Ueberhaupt halte ich nix von den ganzen Asteoriden - der Doebereiner zb arbeitet (soweit ich weiss) auch "nur" mit dem "Basisradix" und man weiss ja was er alles damit zustande gebracht hat.
Will niemandem hier was unterstellen oder jemandem gar beleidigen, aber diese ganze Asteroiden-Deutungen sind von mir aus - allgemein gesprochen - ein Hinweis auf Schwaechen in der Grunddeutung, dh dass man nicht ueber gesicherte Faehigkeiten verfuegt, die Frage nach Sex und Erotik aus dem "Basisradix" herauszulesen. Und uebrigens finde ich es besser, ein Horoskop einfach zu halten, es nicht vollzuspicken mit Asteoriden, arabischen Punkten und weiss Gott was noch alles. Sonst riskiert man den Wald vor lauter Bauemen nicht mehr zu sehen.
Da ja ein Horoskop auch nicht zwingend ist, von mir aus, macht es auch keinen Sinn, jedes Detail eroertern zu wollen (angenommen, das ginge mit Hilfe von Asteoriden usw.). Die allgemeinen Leitlinien sollten genuegen.
Dies meine Meinung.

Gruesse,

Saturn return
 
Ich glaube, Sex, Erotik (und Liebe) kann man allein aus der "Basis-Radix" (die 10 Planeten) herauslesen, da braucht es solche Sache wie den Asteoriden Eros gar nicht.
Ueberhaupt halte ich nix von den ganzen Asteoriden - der Doebereiner zb arbeitet (soweit ich weiss) auch "nur" mit dem "Basisradix" und man weiss ja was er alles damit zustande gebracht hat.
Will niemandem hier was unterstellen oder jemandem gar beleidigen, aber diese ganze Asteroiden-Deutungen sind von mir aus - allgemein gesprochen - ein Hinweis auf Schwaechen in der Grunddeutung, dh dass man nicht ueber gesicherte Faehigkeiten verfuegt, die Frage nach Sex und Erotik aus dem "Basisradix" herauszulesen. Und uebrigens finde ich es besser, ein Horoskop einfach zu halten, es nicht vollzuspicken mit Asteoriden, arabischen Punkten und weiss Gott was noch alles. Sonst riskiert man den Wald vor lauter Bauemen nicht mehr zu sehen.
Da ja ein Horoskop auch nicht zwingend ist, von mir aus, macht es auch keinen Sinn, jedes Detail eroertern zu wollen (angenommen, das ginge mit Hilfe von Asteoriden usw.). Die allgemeinen Leitlinien sollten genuegen.
Dies meine Meinung.

Gruesse,

Saturn return
Doebereiner tut's nicht, Frank Felber tut's schon. Man kann relativ leicht für beides entsprechende Argumente finden. Aber grundsätzlich würde ich die Asteroiden auch eher nicht anschauen, sondern eher versuchen, erstmal mehr Informationen aus dem Radix herauszulesen.

Der Thread hat aber auch einen nicht-astrologischen Hintergrund. Es geht hier um diese archetypischen Bilder, Eros und Psyche, um den Mythos, die Geschichte usw. Unabhängig davon, ob wir nun Asteroiden zur Deutung heranziehen oder nicht, alleine schon die Beschäftigung mit diesen inneren Bildern kann sehr gewinnbringend und bewusstseinserweiternd wirken.
 
@saturn return: Vom Döbereiner stammt auch der Ausspruch, er würde an sich gar keine Gestirne für die Astrologie benötigen, aber sie bildeten eben eine objektive Basis (hinsichtlich ihrer Positionen, nicht hinsichtlich ihrer Bedeutung).

Bis ins 18. Jahrhundert sind die Astrologen auch ohne Uranus ausgekommen, bis ins 19. Jahrhundert ohne Neptun, bis ins 20. Jahrhundert ohne Pluto ... und irgendwann sind die dann doch einbezogen worden. Bei Pluto stimmt ja nicht einmal das Argument, dass er halt ein Planet im Sonnensystem sei ... das haben's ihm ja wieder aberkannt. Wer ein Planet ist und wer nicht, ist halt keine immanente Eigenschaft des Himmelskörpers, sondern eine willkürliche Zuschreibung (Fixsterne mal ausgenommen ...)

Ich stimme zu - auch ohne Asteroiden lässt sich mehr an Deutungen aus einem Horoskop herauspfriemeln, als im Sinne hilfreicher Orientierung überhaupt wünschenswert ist ... und dann noch die Asteroiden dazu ... na gut, aber warum sollte andererseits jemand sich nicht damit auseinandersetzen? Ich hätte keine Lust, jemand vorzuschreiben, was die "wahre" Astrologie ist und was besser untern Tisch fallen sollte. Ich halte es durchaus für möglich, auch mit Hilfe von Asteroiden nützliche Deutungen zu konstruieren bzw. die "Basisdeutungen" herkömmlicher Horoskopfaktoren dadurch zu ergänzen. Döbi hat halt seinerseits dann die Gruppenschicksalspunkte und dergl. mehr für seine Arbeit entwickelt ... ist ja nicht so, dass der nur mit Sonne, Mond und Sternen allein gearbeitet hätte, auch er hat sich sein eigenes Gerüst aus Deutungskonstrukten gebastelt, ein sehr eigenes ...

@fckw: Ich hab's eh schon angedeutet, wie man Psyche in 8/Wassermann betrachten könnte ... wenn Eros für die Qualität der Wahrnehmung genommen wird, dann mag Psyche für die Qualität des Wahrgenommenen stehen – wie in meinem Beispiel von oben: jemand wird für mich liebenswert, wenn ich ihn/sie liebevoll wahrnehme. Jetzt schau ich auf jemanden in der Qualität meiner Eros-Konstellation, das ist sozusagen mein Input ins System, mein männlich-aktiver-extravertierter, so und so gefärbter Hingucker. Der Output, den ich zurückbekomme, ist Psyche in ihrer Konstellation, das, was sich ergibt, wenn es meinen Eros-Input weiblich-empfangend-introvertiert empfängt (nicht zu übersehen - das sind u.a. Obertöne von MA/VE und SO/MO). Psyche im Wassermann kann ich mir vorstellen als jemand/etwas, die/der eher im Unverbindlichen erlebt wird, im Virtuellen ... was im 8. Haus, das verbindlich machen möchte, zu Widersprüchen führen mag. Es sei denn, gerade die Unverbindlichkeit wird zum Leitbild. Tief verwurzelte, unbewusste Glaubenssätze zum Beispiel, aus der individuellen Geschichte heraus verständliche Bindungsverbote etc. ... nicht nur in persönlichen Beziehungen, sondern durchaus auch in intellektuellen Thematiken. Vielleicht auch gehemmte Leidenschaften mit der Option, lieber das kühle Unverbindliche zu suchen. Okay, aber da lehne ich mich jetzt schon sehr weit aus dem Fenster ...

LG, jake
 
@Jake: Thx!

@all:
Felber benutzt die Asteroiden übrigens u.a. so, dass er aus gewissen Konstellationen Fähigkeiten wie Hellsicht, Medialität, Begabung für Versenkung u.ä. ableitet. Er sagt aber auch, dass diese Fähigkeiten erst ab einer gewissen Reife bezüglich des eigenen Horoskops zum Tragen kommen können. Ist sicher eher ein Spezialfall, aber nichtsdestotrotz interessant.
 
Eros ist NICHT die göttliche Liebe. Das wäre die Agape...


Dass Eros nicht nur als sexuelle Begierde und Leidenschaft gedeutet werden sollte, das macht dieser Beitrag klar. Die sexuelle Anziehung zwischen Frau und Mann (die bisweilen in Schwüren der unsterblichen Liebe münden) widerspiegelt die unsterbliche Anziehung zwischen der menschlichen Psyche und dem Funken der göttlichen Liebe (Eros) in uns. Es ist somit sicher richtig, Eros in der Astrologie auf eine eher profane Weise als sexuelle Begierde zu deuten, aber aus Sicht des Bewusstseinspotentials dürfte damit auch eine tiefere esoterische Bedeutung mitschwingen. Es ist die zuerst noch vollständig mit dem menschlichen Ich identifizierte Seele, welche aus ihrem unbewussten Zustand, angestachelt (getroffen von einem Pfeil!) von einer höheren Liebe sich aufmacht, um zum Geliebten göttlichen Kern zurückzufinden und mit ihm gemeinsam eine zweite Hochzeit zu feiern.

Als Astrologen sind wir jedoch in Wahrheit sehr oft mit denselben Fragen konfrontiert: "Werde ich ihn/sie zurückgewinnen können?" "Hilfe, ich habe mich in einen verheirateten Mann/eine verheiratete Frau verliebt!" "Hat unsere Liebe überhaupt eine Chance?" All diese Fragen zeugen davon, dass der Bewusstseinsschwerpunkt der betroffenen Person weitgehend auf der Ich-Ebene angesiedelt ist. Daran, und das ist sehr wichtig, ist überhaupt nichts falsch. Nur ein Dummkopf beispielsweise glaubt, es sei nicht nötig, menschliche Begierde und Leidenschaft kennenzulernen, weil er quasi die Abkürzung zur göttlichen Heirat sofort nehmen könnte. Und trotzdem ist es hilfreich als Astrologen sich des Hintergrunds und tieferen Potentials bewusst zu bleiben. Eine menschliche Liebesgeschichte ist letztlich immer ein Sinnbild für die Liebe der Seele, und es wäre ein Zeichen von Armut, die eine oder andere Ebene aus der Deutung wegzulassen.
 
@ElaFie Du hast soeben auf einen 8 Jahre alten Thread geantwortet. Das ist natürlich nicht verboten, aber du musst dir im Klaren sein, dass - was auch immer ich damals geschrieben habe - ich heute möglicherweise nicht mehr so sehe oder ausdrücken würde. Nicht zuletzt habe ich erst in den letzten 2 Jahren wirklich Astrologie benutzen gelernt, da darf man durchaus die Frage aufwerfen, ob der Thread überhaupt noch Gültigkeit hat.

Um auf deinen Beitrag einzugehen - Agape versus Eros.

Es gibt ja diese seltsame Vorstellung, dass göttliche Liebe irgendwie asexuell sein soll. Die Lenden sozusagen ausschliessend. Nicht zufällig ist der Himmel "oben" (Kopf) und die Hölle "unten" (bei den Lenden bzw. Füssen). Ich persönlihc - Venus in Fische (siderischer TKZ) - empfinde religiöse Gefühle, wenn ich eine besonders erotische Frau sehe. Das passt nun nicht so gut in die christliche Weltanschauung, einige wenige Sufi-Poeten haben diese Art erotischer Verehrung des Göttlichen in dichterische Weise verpackt. Unser Bild von Gottesverehrung ist im Westen stark geprägt von Menschen, die ihre Sexualität nicht offen ausleben können/wollen/dürfen, nicht zuletzt haben wir eine jahrhundertelange katholsche und ostorthodoxe Tradition von (männlichen) Pfarrern und Popen, die keine Frau nehmen durften. Erst die Reformation hat da ein paar Zöpfe durchtrennt, die Sexualität als solche aber auch nicht wirklich rehabilitiert.

Vielleicht kann ich mich darauf festlegen, dass Agape die herabsteigende göttliche Liebe darstellt, Eros die aufsteigende göttliche Liebe. Aber selbst das überzeugt mich noch nicht so ganz als Gedanke.
 
Popen, die keine Frau nehmen durften

Popen bzw. Pophy (also, die einfachen Priester der östlichen Kirche) sind meist verheiratet,
die Anwärter für höhere Ämter dürfen verheiratet bleiben, wenn sie die Ehe
vor dem Antreten des Amtes abgeschlossen haben, und können auch
später mit Erlaubnis des Episkops heiraten

unverheiratet bleiben nur die ganz oberen (episkopalen) Ämter,
die aus den im Zölibat lebenden Mönchen gewählt werden

 
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ist ok für mich.

göttliche Liebeist - im Gegensatz zur Erotischen ("eros") nicht polar. Sexualität hingegen, lebt von der Polarität. Wo ich mitgehen kann ist, dass man möglicherweise eine Annöherung an das göttliche Erfahren könnte, wenn man so weit geht, dass sich die polaritäten Vereinen, die ja gerade die menschliche Liebe ausmachen. könnte schon klappen.





@ElaFie Du hast soeben auf einen 8 Jahre alten Thread geantwortet. Das ist natürlich nicht verboten, aber du musst dir im Klaren sein, dass - was auch immer ich damals geschrieben habe - ich heute möglicherweise nicht mehr so sehe oder ausdrücken würde. Nicht zuletzt habe ich erst in den letzten 2 Jahren wirklich Astrologie benutzen gelernt, da darf man durchaus die Frage aufwerfen, ob der Thread überhaupt noch Gültigkeit hat.

Um auf deinen Beitrag einzugehen - Agape versus Eros.

Es gibt ja diese seltsame Vorstellung, dass göttliche Liebe irgendwie asexuell sein soll. Die Lenden sozusagen ausschliessend. Nicht zufällig ist der Himmel "oben" (Kopf) und die Hölle "unten" (bei den Lenden bzw. Füssen). Ich persönlihc - Venus in Fische (siderischer TKZ) - empfinde religiöse Gefühle, wenn ich eine besonders erotische Frau sehe. Das passt nun nicht so gut in die christliche Weltanschauung, einige wenige Sufi-Poeten haben diese Art erotischer Verehrung des Göttlichen in dichterische Weise verpackt. Unser Bild von Gottesverehrung ist im Westen stark geprägt von Menschen, die ihre Sexualität nicht offen ausleben können/wollen/dürfen, nicht zuletzt haben wir eine jahrhundertelange katholsche und ostorthodoxe Tradition von (männlichen) Pfarrern und Popen, die keine Frau nehmen durften. Erst die Reformation hat da ein paar Zöpfe durchtrennt, die Sexualität als solche aber auch nicht wirklich rehabilitiert.

Vielleicht kann ich mich darauf festlegen, dass Agape die herabsteigende göttliche Liebe darstellt, Eros die aufsteigende göttliche Liebe. Aber selbst das überzeugt mich noch nicht so ganz als Gedanke.
 
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