Ein weiterer Schritt Richtung Diktatur

Nochmal: Tarbagan hat NICHT für den Gesetzentwurf argumentiert. Er hat nur beschrieben, dass er evtl. nicht ganz so böse ist, wie er hier dargestellt wird.
Aber Du sagtest doch, dass er darauf hindeutet, "dass es durchaus auch bedenkenswerte Vorteile haben könnte."

Ich habe die einfache Frage gestellt, wie diese Vorteile denn aussehen...


Die von Tarbagan schon monierten Suggestivfragen. Welcher Beitrag von ihm deutete Deiner Anicht nach darauf hin, er würde das Gesetz in der Form gutheißen, dass diese Fragen gerechtfertigt wären? Soweit ich es geloesen und verfolgt habe, konnte ich da keinen "Jippie, ich unterstütze dieses Gesetz!!!!!" finden, sondern nur eine Art "Vorsicht..."
Ich verstehe seine gesamte Argumentation ja gar nicht. Noch mal:
Wenn jemand sagt, es sei doch ebenso undemokratisch, wenn jemand gegen die Parteilinie arbeite, die von denen die etwas zu sagen haben vorgegeben ist, und dann noch der Ansicht ist, jemand der mit dieser Linie nicht einverstanden sei, solle doch die Partei verlassen... Dann frage ich nach worauf er damit eigentlich hinauswill und wie sein Verständnis von Demokratie eigentlich aussieht.

Ich habe im Gegenzug sehr viel dazu erklärt. Denn gerade DAS ist Demokratie, wenn auch Minderheiten zu Wort kommen dürfen, wenn auch gegen die vorgegebene Parteilinie argumentiert werden darf. Das habe ich alles erklärt. Ich bin auch ausführlich auf den Kontext eingegangen um klarzumachen, warum ich den Titel "...weiterer Schritt Richtung Diktatur" wählte.



Dem kann ich einige Empfehlungen entgegensetzen: Lies ordentlich! Kritisiere für das, was gesagt wurde und nicht für die Karikatur der vertretenen Meinung, die in Deinem Kopf entstehen mag (was dann zu den absurden "Fragen" führte). Dann klappts auch mit 'ner Diskussion.
Ich lese sorgfältig. Und genau deshalb stelle ich Fragen.

Findest Du diese Frage schwer zu beantworten? Versuchs mal.. ich finde das nicht schwer. ;)

"Ist es nicht undemokratisch, wenn ein Abgeordneter, der mit der Parteilinie nicht einverstanden ist, nicht mehr im Parlament reden darf?"
 
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Ich lese sorgfältig. Und genau deshalb stelle ich Fragen.

Findest Du diese Frage schwer zu beantworten? Versuchs mal.. ich finde das nicht schwer. ;)

"Ist es nicht undemokratisch, wenn ein Abgeordneter, der mit der Parteilinie nicht einverstanden ist, nicht mehr im Parlament reden darf?"

Ich heiße das vorgeschlagene Gesetz NICHT gut.

Aber es passt noch in mein Demokrate-Konzept, denn der besagte Abgeordnete hätte immernoch diverse Möglichkeiten, seine Ansichten an den Mann zu brngen. Zum einen kann er versuchen bei den entsprechenden Konferenzen die Parteilinie nach senem Geschmack mitzugestalten. Und das Stimmrecht bleibt ja ebenfalls erhalten. Notfalls kann er auch seiner Ansicht nach wichtige Disiussionspunkte einem Oppositionsabgeordneten Zuspielen. Und es wird ihm z. B. auch nicht verboten, seine Ansichten der Presse etc. mitzuteilen.

Lange Rede kurzer Sinn: Es ist meiner Ansicht nach durchas demokratisch - ich bin aber dagegen. Ganz einfach.
 
Eigentlich brauchen wir ein neues System, in dem die Bürger übers Internet alles entscheiden und die Politiker diese Entscheidungen nur noch ausführen dürfen.

Dem kann ich mich nur anschließen, indem ich ebenfalls für die Einführung plebiszitärer Elemente in unsere Demokratie plädiere. Zumindest bei Fragen, welche die Bevölkerung direkt tangieren, sollte man die Menschen auch nach ihrem Willen fragen. Alles andere trägt scheindemokratische Züge. Fakt bleibt beispielsweise, dass sich 80% aller deutschen Bundesbürger gegen die militärisch-humanitären Auslandseinsätze im nahen Osten aussprechen. Dennoch werden selbige permanent staatlich finanziert. Entspricht dies etwa einer Volksherrschaft? Bei der Währungsreform dürfte es eine ähnliche Situation im deutschen Lande gegeben haben, denn sehr viele beklagen sich auch heute noch darüber...

Teilweise ist unser politisches System in der Tat lobbyistisch ausgerichtet. Das kann man nicht negieren. Es gefährdet unsere "Demokratie".
 
Nochmal: Was macht dich glauben, ICH sei dieser Ansicht? Genau darum gings in den letzten 20 Beiträgen dieses Threads.

Wenn er sich nicht mehr mit der Parteilinie identifizieren kann - was tut er dann noch in der Partei? Ist ja nicht so, als könne man seine Partei nicht wechseln. Weiter noch; man kann offensichtlich (siehe PsiSnakes Beispiel von Pia Döring) sogar die Partei wechseln, wenn man schon im Amt ist.

Bist Du also nicht dieser Ansicht?


Hast du schonmal Protokolle von Diskussionen im BT gelesen? Und für was für einen Schwachsinn die Redezeit da teilweise draufgeht? Wie manche Abgeordnete die Zeit nur für ein gegenseitiges Hick-Hack oder zur Selbstdarstellung verwenden? Eine größere Fraktionsdisziplin und damit eine bessere und überlegtere Auswahl der Redner ist etwas, das in Anbetracht dieser Tatsachen durchaus eine Rolle spielt. Wir bezahlen diese Leute, und zwar nicht zu knapp.
Bei dem was Du da aufzählst... wo geht es da um Abgeordnete, die begründen, warum die gegen die eigene Partei stimmen? Wenn Du BT-Protokolle liest, dann reicht mir nur ein Beispiel.


Ein weiterer Vorteil wären klarere Entscheidungen. Wenn eine Partei einen Vorschlag einbringt, ist es wichtig, dass sich die einzelnen Abgeordneten auf ihre Partei verlassen kann und umgekehrt - das führt zu klareren Fronten und zu einer effizienteren Entscheidungsbildung als wenn sich Dutzende kleine Splittergruppen ergeben, die auf "zwar finde ich ... aber ich finde auch, dass ..." argumentieren und am Ende kommt nix bei raus.
Es geht hier doch darum, dass ein Abgeordneter begründen können soll (oder eben nicht mehr), warum er stimmt wie er stimmt. Und es geht v.a. um die Diskussionen im Vorfeld der Rettungsschirm-Abstimmung. Und noch mal: Der Rettungsschirm war da schon mehrfach GEGEN die vorher dargestellte Parteilinie. Er ist gegen EU-Recht und eigentlich auch gegen das Grundgesetz. Aber sowohl Parlament als auch Karlsruhe haben ihn durchgewunken. Und die wenigen Stimmen, die auf diese Missstände aufmerksam machen wollen, sollen jetzt nur noch zu Wort kommen, wenn die Fraktionschefs ALLER Parteien das okay dazu geben. Und das ist nicht mehr demokratisch.

Und klar: Es ist sehr effektiv... Diktatur ist deutlich effektiver als Demokratie wenn es um die Ziele von einigen wenigen geht, die über die Masse entscheiden.


Ein dritter Vorteil wurde schon genannt - das Volk wählt Parteien als Bündel von verschiedenen Punkten einer Parteilinie. Eine schwache Fraktionsdisziplin löst so etwas wieder auf und im Endeffekt setzt man sich der Willkür einzelner Abgeordneter aus.
Wenn das Gesetz zu diesem Zeitpunkt in Kraft gewesen wäre, hätte trotzdem ein Großteil der oppositionellen Redner Stellung beziehen dürfen, da sich das Gesetz nur auf fraktionsinterne Opposition bezieht.
Es gibt doch hier nur noch eine wirkliche Oppositionspartei (Linke). Wo ist noch eine wirkliche Opposition, wenn CDU/CSU, FDP, SPD, GRÜNE eine breite Mehrheit dafür zusammenholen, Rechtsbruch zu begehen?

Warum glaubst du, kommt dieser Vorschlag nach der EFSF-Debatte? Protip: Es geht nicht darum, die Opposition per se auszuschalten. Warum traue ich mich das so pauschal sagen? Weil kein kausaler Zusammenhang besteht. Die EFSF-Wahl führte zu einer ganz deutlichen Mehrheit, obwohl die Oppositionen aus allen Lagern sprechen durften.
Genau davon spreche ich. Eine breite Mehrheit zum Verfassungsbruch. Und nein... es durften 2 Abgeordnete von CDU und FDP nur deshalb sprechen, weil sie der Bundestagspräsident sprechen ließ. Die Fraktionen wollten es verhindern. Und der BtP kassierte eine Rüge.

Es geht dabei um einen breiten Kontext. Das muss man erkennen... ansonsten, zugegeben, ist dieses Gesetz (falls es kommt) eine Kleinigkeit.

Aber durch die verschiedenen innerparteilichen Streitereien kam einiges an Pressewirbel zusammen. Warum wollen die Parteien das durchboxen? Um ein starkes Bild nach außen zu liefern. Ein Bild von Einigkeit und Zusammenhalt, um am Ende die nächste Wahl dominieren zu können. Denn niemand wählt gern eine Partei, bei der eine starke Zersplitterung vorherrscht.
Ja... genau. Sie wollen die Öffentlichkeit täuschen, bzw. verheimlichen, dass es eben auch sehr viele in allen Parteien gibt, die mit diesen Entwicklungen absolut nicht einverstanden sind.
 
Dem kann ich mich nur anschließen, indem ich ebenfalls für die Einführung plebiszitärer Elemente in unsere Demokratie plädiere. Zumindest bei Fragen, welche die Bevölkerung direkt tangieren, sollte man die Menschen auch nach ihrem Willen fragen. Alles andere trägt scheindemokratische Züge. Fakt bleibt beispielsweise, dass sich 80% aller deutschen Bundesbürger gegen die militärisch-humanitären Auslandseinsätze im nahen Osten aussprechen. Dennoch werden selbige permanent staatlich finanziert. Entspricht dies etwa einer Volksherrschaft? Bei der Währungsreform dürfte es eine ähnliche Situation im deutschen Lande gegeben haben, denn sehr viele beklagen sich auch heute noch darüber...

Teilweise ist unser politisches System in der Tat lobbyistisch ausgerichtet. Das kann man nicht negieren. Es gefährdet unsere "Demokratie".

Ja, solch einevzumindest ansatzweise direkte Demonkratie hat was für sich. Man darf dabei abr nicht vergessen, dass die "Volksmeinung" gefährlich sein kann. Z.B. schießt die Beführwortuhg der Todessstrafe und anderer drakonischer Strafen bei diversen Verbrechen in die Höhe. Soll da dann immer das Volk gefragt werden? Oder sollten da nicht diverse festere Linien gelen?
 
Z.B. schießt die Beführwortuhg der Todessstrafe und anderer drakonischer Strafen bei diversen Verbrechen in die Höhe. Soll da dann immer das Volk gefragt werden? Oder sollten da nicht diverse festere Linien gelen?

Nein, alle politischen Entscheidungen müssen sich selbstverständlich am Grundgesetz und an den darin dokumentierten Menschenrechten orientieren. Eine Verletzung der grundgesetzlichen Bedingungen durch Volksentscheide wäre demnach ausgeschlossen. Ich halte Plebiszite auch nur dann für sinnvoll, wenn es um Themen geht, von denen das Volk in direkter Weise betroffen ist.
 
Ich heiße das vorgeschlagene Gesetz NICHT gut.

Aber es passt noch in mein Demokrate-Konzept, denn der besagte Abgeordnete hätte immernoch diverse Möglichkeiten, seine Ansichten an den Mann zu brngen. Zum einen kann er versuchen bei den entsprechenden Konferenzen die Parteilinie nach senem Geschmack mitzugestalten. Und das Stimmrecht bleibt ja ebenfalls erhalten. Notfalls kann er auch seiner Ansicht nach wichtige Disiussionspunkte einem Oppositionsabgeordneten Zuspielen. Und es wird ihm z. B. auch nicht verboten, seine Ansichten der Presse etc. mitzuteilen.

Lange Rede kurzer Sinn: Es ist meiner Ansicht nach durchas demokratisch - ich bin aber dagegen. Ganz einfach.

Um mehr geht es mir gar nicht. Es ist nicht demokratisch... das ist nicht mal nur eine Ansichtssache, da es dem Wesen von Demokratie komplett widerspricht. Und sicher, es ist für sich genommen eine Kleinigkeit. Aber wenn man sich die Motive dafür anschaut, dann geht es da definitiv auch um Effizienz wie Tarbagan sagt... aber es ist eine undemokratische Effizienz. Was von ganz oben kommt soll von den Abgeordneten durchgewunken werden, und wenn nicht sollen die Abweichler zumindest nicht argumentieren dürfen.

Wir leben in einer Zeit wo die deutsche Bank Gesetze ins Finanzamt schickt, die Schäuble dann durchsetzt (Ackermanns Marionette: Wolfgang Schäuble macht, was die Deutsche Bank vorschlägt). Wir leben in einer Zeit in der Banken zuerst Gewinne auf Kosten Vieler machen, und wenn sie sich dann verspekulieren, soll die Masse noch mal zahlen. Denn hier geht es nicht um die Rettung von Ländern. Es geht um Rettung von Banken, die für Staatsanleihen KEIN Eigenkapital hinterlegen müssen, weil einfach gesagt wird: Staaten können nicht pleite gehen... und die Geschichte sagt schon immer etwas anderes.

Die Finanzwirtschaft hat die Gesetze gemacht um die Bevölkerungen auszubeuten und sie macht sie jetzt, um sie noch mal bluten zu lassen. Und es werden laufend Gesetze gebrochen. Auf Ebene der Staaten und auf Ebene der EU. Es werden völkerrechtswidrige Kriege geführt, und es werden Waffen an Staaten geliefert, die das eigene Volk zusammenschießen (z.B. Saudi-Arabien), oder an Atommächte die den Sperrvertrag nicht unterzeichnen. Nichts davon ist gesetzmäßig. Griechenland wird schon jetzt maßgeblich von außen geführt. Das Volk und die von ihnen gewählte Regierung hat nicht mehr viel zu sagen. Übrigens ist dort die Selbstmordrate um ca 40% gestiegen, wie auch in einigen anderen Ländern. (Meldung von heute: Wenn die Krise tötet)

Zu diesen ganzen Entwicklungen könnte man mehr als nur ein Buch schreiben. Und ich persönlich glaube, dass die Tragweite von den meisten gar nicht wirklich erkannt wird.
 
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Ja, solch einevzumindest ansatzweise direkte Demonkratie hat was für sich. Man darf dabei abr nicht vergessen, dass die "Volksmeinung" gefährlich sein kann. Z.B. schießt die Beführwortuhg der Todessstrafe und anderer drakonischer Strafen bei diversen Verbrechen in die Höhe. Soll da dann immer das Volk gefragt werden? Oder sollten da nicht diverse festere Linien gelen?

Warum bist du der Meinung, die Mehrheit der Menschen würde sich für die Todesstrafe entscheiden?
Denkst du wirklich, die Meinung der Mehrheit zu kennen?

Ich z.B. als Einzelperson wäre in gewissen Fällen in der Tat für die Todesstrafe und zwar in solchen Fällen: http://www.focus.de/politik/ausland/nach-terroranschlag-in-norwegen-attentaeter-breivik-gilt-doch-als-zurechnungsfaehig_aid_735151.html
Kein Mensch hat das Recht, einen solchen Massaker zu veranstalten und dann auch noch auf Kosten der Leidtragenden so zu grinsen.
Natürlich unter der Bedingung, dass der Täter auch tatsächlich schuldig ist, was in diesem Fall eindeutig ist.
Der Mann hat in Massen gemordet! Sollte man den in Watte packen und auf Wolke 7 erheben? Wer gibt einem solchen Menschen das Recht, anderen....so vielen anderen Menschen so sehr weh zu tun, wer???

Und trotzdem würde ich die Mehrheitsmeinung akzeptieren, wenn sie von meiner abweichend ist. Warum du nicht?
 
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