Ein Gedicht von Günter Grass

  • Ersteller Ersteller Greenorange
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Hallo Forum

die Frage lautet: Was ist das Beste, was wir beitragen können
um mehr und mehr Frieden zu schaffen?

Was ist das Beste, was wir als Völkerschaft beitragen können, ob das nun
Juden, Deutsche, Österreicher, Iraner oder Schweizer sind.

Was ist das Beste, was wir als Einzelperson beitragen können, real,
umsetzbar, erlebbar?

Andreas
 
Also, eines muss man hier schon mal sagen, und glaubt es oder nicht. Mir sind die Juden genau so wichtig oder egal, wie es z.B. die Chilenen oder sonst irgendwelche Völker sind. Ich seh den Menschen, nicht das Volk. Will damit sagen, dass ich wirklich neutral bin.
Aber ich kenne kein Volk auf der ganzen Welt, was sich so schnell auf den Slips getreten fühlt, wie das israelische.
Klar sind sie verfolgt worden, aber das sind die meisten der Völker zu irgendeiner Zeit.
Zur Zeit ist es einfach so, dass sobald jemand etwas negatives über Juden sagt, wird er auch gleich in eine rechte Ecke gestellt. Oder es wird im vorgehalten, dass er alle Juden hasst.
Schwachsinn, nenn ich das!
Man muss sich ja nur das Thema Jesus anschauen. Mel Gibson gilt mittlerweile als Antisemit, möglicherweise ist er das auch, ich kenn ihn nicht persönlich.
Tatsache ist nur, dass vor seinem Film "Die Passion Christi", dass keiner behauptet hat.
Nur weil er zeigt, filmisch, wie es damals laut Evangelien(ob man daran glaubt oder nicht)
abgelaufen ist, wurde er auf schlimmste verurteilt. Diskriminiert. Vom judendominierenden Hollywood als Aussätziger behandelt. Von da an gings bergab, karrieremäßig.
Selbst vor Gericht, weil er 2 Jahre nach diesem Film sich auf wirklich bescheurerte Art und Weise über Juden verbal ausgelassen hat, gegenüber einen Polizisten, unter Alkohol gab er dass übrigens auch aus Grund dafür an. Weil er eben seit der Passion, nur noch von Hollywood geschnitten wird. Da ist es mit ihm durchgegangen. Ist absolut nicht ok. Aber dass macht ihm noch nicht zum Antisemiten.
Haben sich die Italiener darüber aufgeregt, wie ihre Vorfahren, die Römer,barbarisch und unmenschlich in diesem Film dagestellt werden. NEIN, haben sie nicht.
Aber die Juden, prangern ihn an, nur weil er die Pharisärer als die Drahtzieher für die Kreuzigung Jesus sieht, was diese laut Evangelien auch sind.
Er geht weder auf das gesamte jüdische Volk los, noch verurteilt er jemanden damit.
Der, der Jesus im Film das Kreuz geholfen hat zu tragen und ihm verteidigt hat. Ein Jude.
Seine Jünger, die Jesus anfangs verteidigen, alles Juden. Und Jesus selbst ein Jude.
Aber eine kleine Gruppe von Juden, die Pharisärer kommen nicht gut in dem Film weg.
Und plötzlich gibt es einen öffentlichen Aufschrei, wie er (Gibson) es nur wagen kann. Ein Judenhasser, ein Nazi.
Tut mir leid, aber dass ist einfach nur heuchlerisch. Und wenn man erhlich ist, überrascht das auch keinen wirklich.
Aber vielleicht fühlt man sich als unantastbar, wenn man der Überzeugung ist, man ist DAS auserwählte Volk.
Damit stellen sich die Juden, so sehe ich das, doch selbst über alle anderen Völker!
Und wie sagt der Jude, den ich über alles verehre. "Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein"!
Wehe man traut sich mal was negatives über das Volk der Israeliten sagen.
 
Einen Beitrag, den wir als Deutsche leisten können ist
die Würde des Verlierers. Wir haben in den letzten hundert Jahren
viel ausgeteilt und viel einstecken müssen, wir haben erfahren, was es
heißt nicht rechtzeitig "Nein" zu sagen. Wir haben ertragen, dass wir völlig
falsch lagen, obwohl im Falschen noch vieles richtig war, bleibt es Falsch, falsch
weil es auch nur ein Menschenleben gekostet hat. Wir haben bei einem Null
anfangen müssen, das heute unvorstellbar erscheint und wir haben einen
äusseren Frieden gefunden, der es uns erlaubt uns jetzt um den inneren
Frieden zu kümmern.

Als Beispiel eines Beitrages.
Und Deiner?
 
putzig...es lebe der "kleine unterschid"

putzig, man sollte meinen das jemand in deinem Alter es gelernt hat, ohne polemik zu diskutieren.

israel hat das recht sich zu wehren... punkt.

dem hat auch keiner widersprochen, es wäre nur hilfreich wenn Israel warten würde auch wirklich angegriffen zu werden, bevor sie sich "verteidigen":rolleyes: und damit sind keine Angriffe von palästinensischen Terroristen gemeint, auf die man natürlich angemessen reagieren muss, sondern irgendwelche Atomreaktoren in fremden Ländern , das Geschwafel von einem offensichtlichen geistig verwirrten Irren oder einem Gedicht.
 
putzig, man sollte meinen das jemand in deinem Alter es gelernt hat, ohne polemik zu diskutieren.



dem hat auch keiner widersprochen, es wäre nur hilfreich wenn Israel warten würde auch wirklich angegriffen zu werden, bevor sie sich "verteidigen":rolleyes: und damit sind keine Angriffe von palästinensischen Terroristen gemeint, auf die man natürlich angemessen reagieren muss, sondern irgendwelche Atomreaktoren in fremden Ländern , das Geschwafel von einem offensichtlichen geistig verwirrten Irren oder einem Gedicht.

So ist es. Die Vertreter der Kitsch-Idylle "Israel will doch nur Frieden, Israel will nur, daß es endlich in Ruhe gelassen wird, schluchz schluchz, alle hacken auf Israel rum", vergessen immer wieder, daß Natanjahu alles andere als Frieden will, sondern auf Provokastion und Spannung aus ist. Die israelische Regierung hat mehrfach und unmißverständlich angekündigt, daß sie die Atomanlagen Irans angreifen werde, und ein solcher Angriff wäre identisch mit einer förmlichen Kriegserklärung. Noch einen Tag vor der Veröffentlichung des Grass-Gedichts machte Netanjahu & Co eine makabere Rechnung auf:

"Höchstens 300 Tote" - Israel glaubt an leichten Krieg

Militärexperten aus Israel üben sich wieder einmal in Kriegsrhethorik: Ihrer Überzeugung nach würde ein Krieg gegen Erzfeind Iran nur wenige Hundert Menschenleben auf ihrer Seite kosten. Ein Bericht mit der geschätzen Opferzahl und dem erwarteten Sachschaden liegt nun dem Kabinett vor. (...)

Israel warnt seit langem, dass es das iranische Atomprogramm notfalls auch im Alleingang militärisch stoppen oder zumindest verzögern werde.

http://www.n-tv.de/politik/Israel-glaubt-an-leichten-Krieg-article5939851.html

Abgesehen davon, daß diese Rechnung völlig idiotisch ist, weil sie nicht den Flächenbrand mit einbezieht, der durch diesen Angriffskrieg Israels nachfolgen könnte, zeigt es deutlich den Geist, von dem die israelische Regierung durchdrungen ist. Viele von Netanjahus Ministern würden hierzulange als Rassisten und Faschisten einsortiert, entsprechende Links sind hier bereits gegeben worden, gern wiederhole ich das, falls auch dieses Faktum inzwischen der Vergessenheit anheim gefallen ist.

Auf diesem Hintergrund ist es nahezu eine Ehre, vom israelischen Innenminister zur "Unperson" erklärt zu werden, wie es Günter Grass geschah- meint Megget:

Besonders unter israelischen Kulturschaffenden lösten diese Äußerungen und das Einreiseverbot harsche Kritik aus. Ausgerechnet Ejal Megged, einer der wenigen politisch rechts stehenden israelischen Autoren, kritisierte Jischai äußerst deutlich: Es sei eine Ehre, von diesem Innenminister zur Unperson erklärt zu werden, schreibt Megged auf dem Nachrichtenportal "Ynet". Jischai wisse wohl gar nicht, wer Grass sei, habe keine einziges Wort des Autors gelesen, kenne "Die Blechtrommel" nicht und sei ein "dummer, rassistischer, unaufgeklärter Mann", der Israel Schande mache.

http://www.welt.de/print/die_welt/article106165596/Nobelpreistraeger-non-grata.html

Ich finde, es besteht eine historische Verpflichtung von Deutschland, gerade weil es in seiner Vergangenheit so fürchterliche Erfahrung mit gemeingefährlichen Geistesgestörten gemacht hat, sich jeder Waffenlieferung in Spannungsgebiete zu enthalten, besonders aber in solche, wo ein paar Durchgeknallte Angriffskriege rhetorisch vorbereiten.
 
Shimon Dirk Niebel war viel zu oft am reden und halt leider in typischer Politikerart, zu viel Worte. Michael Wolfssohn mit klaren Worten pro Israel. Michael Degen sehr persönlich und zurückhaltend. Heide Simonis sehr milde ohne klare Kante. Jakob Augstein als einziger eindeutig pro Gedichtsinhalt positioniert, aber ohne Biss.

Augstein bekam zu wenig Redezeit und die hat er nicht gut genutzt. Er stellte zu viele Fragen anstatt Position zu beziehen. Lüders saß im Publikum, den hätte man in die Runde nehmen sollen, anstatt dem Herrn Degen. Simonis und vor allem Augstein wurde zu oft von Wolfssohn und Niebel unterbrochen, das hätte klarer Worte bedurft.
Und natürlich wie überall, es ging zu viel um Günther Grass, anstatt um den Gedichtsinhalt.

Aber trotzdem etwas interessanter als bei Maybrit Illner, dort hatte Friedmann einfach nur geäzt.

LGInti

Hab nach etwa 20 Minuten abgeschaltet, weil mir die Psychologisierung von Grass auf den Keks geht. Mir ist komplett schnuppe, ob er ein Antisemit ist oder nicht, ob er unbedingt noch nen großen Wurf kreieren wollte bevor er begraben wird usw. Mich interessiert der Iran-Israel-Konflikt. Und da gibts eines was m.A.n. bisher so gut wie gar nicht zur Sprache kam. Oft wird gesagt, die Zeile wo Grass vor der Auslöschung des iranischen Volkes warnt sei extrem übertrieben, da Israel ja nicht Atombomben werfen würde...

Aber: Wenn AKWs bombardiert werden... würde das Resultat dessen sicherlich eine Art Fukushima bei jedem einzelnen sein, oder? Sicher nicht vergleichbar mit der Atombombe, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass mehrere AKWs auf ein ganzes Land verteilt in die Luft gejagt werden, ohne dass es dadurch zu einer gewaltigen Katastrophe kommt.

Das würde zwar auch nicht die Auslöschung des iranischen Volkes bedeuten, aber im schlimmsten Fall sicherlich zu einer Unbewohnbarkeit großer Gebiete und der Verseuchung von Trinkwasser etc. führen.

Vielleicht weiß ja jemand etwas genauer wie ein AKW reagiert, wenn es bombardiert wird... (?)
 
Na dann schaun mer (noch) mal...

Zu Beginn der Sendung gab jede(r) sein Statement über Grass ab.
heide Simonis warf ihm Ungenauigkeit in der Wortwahl vor, zumal er sie immer korrigierte, wenn sie bei ihrer Kritik nur von "Kirche" anstelle von "Amtskirche" sprach (Israel vs. israelische Regierung).

Michael Degen war über Grass' Ansichten nicht verwundert, weil dieser seinen Beobachtungen nach seit je her ein Problem mit Israel hat.

Jakob Augstein stellte eine "VErgangenheitsbewältigungsschleife" von Grass fest, fand seine Zeilen teilweise irre und warf ihm vor, nicht richtig nachgedacht zu haben - wenngleich es gut ist,in die Diskussion über den machtpolitischen Konflikt im Nahen Osten zu gehen.

Michel Wolffsohn konnte mit Fakten klar belegen, dass Grass ein Problem mit Juden hat, obwohl er nach 45 als ein "Hoffnungsbringer" galt. Seiner Meinung nach ist Grass kein Antisemit, bewirkt aber Antisemitismus.

Dirk Nebel fand Applaus im Publikum, als er feststellte, dass Grass Ursache und Wirkung verdreht. Seiner Meinung nach war Grass schon immer ein Antisemit. Es kann nicht sein, dass "um des lieben Friedens willen Israel ausgelöscht werden soll."

Spannend wurde die Sendung im letzten Drittel, als der Politwissenschaftler Michael Lüders dem Ganzen eine Wende gab: Wenn IL den ERstschlag ausführen wird, bekommt Grass ein Lob von allen, weil er als einer der WEnigen den Mut hatte, Dinge beim Namen zu nennen...

DAmit regte er eine sehr spannende Debatte zwischen ihm, Wolffsohn und Niebels über die momentane Nahostpolitik an - auch in Bezug auf D.
Von daher ist das Nachschauen dieser Sendung lohnenswert:

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=10142888

(Ich hoffe, diesmal klappt's mit dem Link.)

Uta
 
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no, ich bin mir zunächst sicher, daß die Reaktion nicht der eines Placebo gleicht. Ähnlich einem Erdbeben? gesteigert in der Explosionsheftigkeit? Muß man denn alles ausprobieren?

Israel hat mal ein irakisches AKW bombardiert. Osirak... Bei Wiki steht dazu:

Da eine Zerstörung des Reaktors vor der Befüllung mit dem Uran geschehen musste, um einen Fallout zu vermeiden, standen beide Regierungen unter Zeitdruck.
http://de.wikipedia.org/wiki/Osirak

Im Irak wurde dieses Problem also gesehen, bei nur einem einzigen AKW. Das hier ist die Karte der wichtigsten AKWs des Iran:

330px-Atomprogramm_des_Iran_2.png


Ich glaube nicht, dass die alle bombardiert werden würden, aber selbst wenn es "nur" zwei oder drei sind... dürfte es zu einem Szenario kommen das überall gefürchtet ist.

Während ganz Deutschland Angst davor hat, dass ne Cessna in ein AKW stürzen könnte, wird über eine mögliche Katastrophe bei einer Bombardierung von iranischen AKWs kein bisschen gesprochen... seltsam irgendwie.
 
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