Ein Gedicht von Günter Grass

  • Ersteller Ersteller Greenorange
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Weil die aktuelle Kriegspolitik nicht der einzige Kritikpunkt an Israel bleiben würde, wenn die Diskussion erstmal gestartet wird und das ist den Meisten auch klar. Innenpolitisch läufts auch nicht gerade besonders, der arabische Frühling hat ironischerweise auch vor Israel keinen Halt gemacht. Die Siedlungspolitik ist ein Horror für jeden Menschenrechtler. Deswegen kommt als erstes die Antisemiten-Keule um jegliche Kritik großflächig zum schweigen zu bringen. Allerdings ist der Bogen langsam überspannt und das ist auch die wirklich einzige Gefahr die Israel droht, nämlich das der Staat irgendwann nicht mehr ernst genommen wird und die ganzen Partner sich langsam zurück ziehen, weil sie keine Lust mehr haben jedes mal den Kopf hinzuhalten. Die Amis werden es sich auch nicht mehr ewig erlauben können den Arabern und den Israelis zu erzählen dass sie ganz "besondere" Partner sind. Und spätestens wenn das Öl ausgeht wird das richtig eng werden.


olga,


deine "kenntnisse" israel betreffend, sind eher einseitig und wenn du gestern in der sendung von maybritt illner primor zugehört hättest, wüsstest du, dass auch. in israel die ganze "debatte" eher als überzogen betrachtet und als lächerlich abgetan wird. neben die wohnungsproblem im jerusalem erlebt israel gerade ein wirtschaftlichen aufschwung, wie seit jahren nichtt mehr...das volk hat sehr berechtigte angst von der iranische führung, aber angst ist ihre begleiter seit jeher...


shimon
 
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Mir ist in Erinnerung geblieben die Aussage von ehemaligem israelischem Botschafter in Deutschland, Avi Primor: Grass hat Einladungen von allen Botschaftern aus Israel ignoriert.
Hat Grass Einladungen aller Botschafter aus der ganzen Welt prinzipiell ignoriert?

Sonst eine der schwächsten Maybritt Illner. Friedman wie immer nur überschreiend. Scholl-Latour machte den Eindruck: wozu muß ich denn hier sein, zu diesem unwichtigen Thema?;)
 
Mir ist in Erinnerung geblieben die Aussage von ehemaligem israelischem Botschafter in Deutschland, Avi Primor: Grass hat Einladungen von allen Botschaftern aus Israel ignoriert.
Hat Grass Einladungen aller Botschafter aus der ganzen Welt ignoriert?

Sonst eine der schwächsten Maybritt Illner. Friedman wie immer nur überschreiend.

prior hat gesagt, dass grass seine einladung ignoriert hat... das lässt schon tief blicken...ist aber im prinzipp auch egal - ich kann g. g in zukunft sowieso nicht mehr erns nehmen.


shimon
 
Weil die aktuelle Kriegspolitik nicht der einzige Kritikpunkt an Israel bleiben würde, wenn die Diskussion erstmal gestartet wird und das ist den Meisten auch klar. Innenpolitisch läufts auch nicht gerade besonders, der arabische Frühling hat ironischerweise auch vor Israel keinen Halt gemacht. Die Siedlungspolitik ist ein Horror für jeden Menschenrechtler. Deswegen kommt als erstes die Antisemiten-Keule um jegliche Kritik großflächig zum schweigen zu bringen. Allerdings ist der Bogen langsam überspannt und das ist auch die wirklich einzige Gefahr die Israel droht, nämlich das der Staat irgendwann nicht mehr ernst genommen wird und die ganzen Partner sich langsam zurück ziehen, weil sie keine Lust mehr haben jedes mal den Kopf hinzuhalten. Die Amis werden es sich auch nicht mehr ewig erlauben können den Arabern und den Israelis zu erzählen dass sie ganz "besondere" Partner sind. Und spätestens wenn das Öl ausgeht wird das richtig eng werden.

Der "arabische Frühling" ist sowieso kein arabisches Phänomen. Die Bevölkerungen in allen Teilen der Welt fangen an sich gegen die Führung zu stellen. Das hat man ansatzweise in den USA und auch in Europa. Das ist in Russland so und auch China brodelt. Ich glaube, dass das die wirklichen Konflikte der Zukunft sein werden: Innere Konflikte... und zwar harte.

Aber der Westen wird sich nicht von Israel abwenden. Denn es sind lange nicht nur israelische Interessen die da verfolgt werden. Israel benutzt den Westen, aber umgekehrt ist es gar nicht anders. Der Westen, allen voran die USA, benutzen das Argument "Schutz für Israel" für knallharte machtpolitische Ziele.

Man kann sich dieses Spiel klarer machen, wenn man nicht in Ländern denkt, sondern in Interessengruppen. Es gibt sehr mächtige religiöse Interessen... auf Israelischer Seite, auf muslimischer Seite, auch christliche Fanatiker sind stärker (oder waren es zumindest unter Bush) als viele glauben würden.

Aber es gibt v.a. auch finanzielle Interessen. Das wird sich oft zu rational vorgestellt, aber die Hochfinanz funktioniert nicht rational. Geld ist ein Gott... und so wird das Thema behandelt. Die Währungen sind wie Götter deren Anhänger nicht nur Wirtschaftskriege anzetteln, sondern auch reale militärische Konflikte... um eine Währung zu verteidigen (Dollar), um am Krieg zu verdienen, um am Öl zu verdienen... kurzgesagt: Um die eigene Macht zu erweitern.

Und so wie die Hochfinanz religiöse Fanatiker benutzt, ist es umgekehrt kein bisschen anders. Religiöse Fanatiker sehen im Geld den Mittel zu Zweck für die Macht. Religiöser und finanzieller Fanatismus spielt sich gegenseitig also extrem in die Hände... jubelt sich gegenseitig hoch. Deshalb die ständigen Eskalationen.
 
Mir ist in Erinnerung geblieben die Aussage von ehemaligem israelischem Botschafter in Deutschland, Avi Primor: Grass hat Einladungen von allen Botschaftern aus Israel ignoriert.
Hat Grass Einladungen aller Botschafter aus der ganzen Welt prinzipiell ignoriert?

Selbst wenn Grass ein wirkliches Problem mit Israel haben sollte, sogar dann wenn er tatsächlich ein verkappter Antisemit wäre, ist es im Grunde schnuppe... Die psychologischen Probleme von Grass können so klein nicht sein, was ja auch durch das Verschweigen seiner SS-Vergangenheit deutlich wurde, aber sie sind ja letztlich irrelevant. Ändert nix daran, dass er wichtige Punkte angesprochen hat.

Sonst eine der schwächsten Maybritt Illner. Friedman wie immer nur überschreiend. Scholl-Latour machte den Eindruck: wozu muß ich denn hier sein, zu diesem unwichtigen Thema?;)
Scholl-Latour ist ein zurückhaltender Mann. Wäre ich Maybrit Illner hätte ich den deutlich öfter eingebunden. Denn er hat wirklich Ahnung und ist weit entfernt einfach nur in irgendeine Richtung einseitig zu urteilen.
 
@Shimmon

deine Lieblingszeitung ist die TAZ?

Dann lies dir mal diesen Beitrag von Moshe Zuckermann zu Grass durch. Ich denke, der könnte höchst interessant für dich sein:

http://www.taz.de/!91171/

Zuckermann geht darin insbesondere auf den inflationären Gebrauch des Wortes *Antisemitismus* ein und zeigt auch das enorm Gefährliche daran, diese Keule oft und gern als Instrument politischer Schmähpraxis zu schwingen:

Der inflationäre Gebrauch des Begriffs hat bereits dermaßen zu seiner Banalisierung beigetragen, dass er sein ursprüngliches emanzipatives Aufklärungspotenzial nahezu vollends zugunsten interessengeleiteter, perfider Diffamierungstaktiken und -strategien eingebüßt hat. Nichts schadet der Bekämpfung des realen Antisemitismus mehr als diese entstellt-entstellende Nomenklaturorgie. In Deutschland ist sie mittlerweile zum zentralen Faktor der Degeneration der öffentlichen Debatte im Hinblick auf alles, was „Juden“, „Israel“ und den „Zionismus“ belangt, avanciert.

So ist es. Es könnte sein, daß man vor lauter Antisemiten, die man hinter jeder Ecke und hinter jeder israelkritischen Äußerung entdeckt haben will, die wahren Antisemiten überhaupt nicht mehr ausmachen kann, weil das begriffliche Instrument stumpf geworden ist.

Außerdem befindet man sich bei dieser ausufernden Diffamierungspraxis in einem Boot

mit israelischen Alltagsrassisten, die jede Verurteilung ihres menschenverachtenden Denkens und Handelns „von außen“ mit dem Antisemitismus-Vorwurf parieren; mit dem gegenwärtigen Premierminister Israels, der wie wenige in letzter Zeit dazu beigetragen hat, die Schoah-Erinnerung instrumentalisierend zu besudeln, um seine Okkupationspolitik umso ungehinderter betreiben zu können; mit Ariel Scharon, einem seiner Vorgänger, der schon vor Jahren postulieren zu dürfen meinte, dass alle aus Europa kommende Kritik an der von ihm mit besonders schädlicher Emphase betriebenen Siedlungspolitik im Westjordanland zwangsläufig antisemitisch sei.

http://www.taz.de/!91171/

Falls es dich jetzt überkommt, Moshe Zuckermann einen Antisemiten zu nennen, weil er solche Dinge schreibt, nur zur Information, er ist selbst Jude und zugleich Professor für Soziologie in Tel Aviv.

Pech für alle *Antisemitismus-Keulen*-Schwinger.
 
@Shimmon

deine Lieblingszeitung ist die TAZ?

Dann lies dir m al diesen Beitrag von M oshe Zuckermann zu Grass durch. Ich denke, der könnte höchstinteressant für dich sein:

http://www.taz.de/!91171/

Zuckermann geht darin insbesondere auf den inflationären Gebrauch des Wortes *Antisemistismus* und zeigt auch das enorm Gefährliche daran, diese Keule oft und gern als Instrument politischer Schmähpraxis anzuwenden:



So ist es. Es könnte sein, daß man vor lauter Antisemiten, die man hinter jeder Ecke und hinter jeder israelkritischen Äußerung entdeckt haben will, die wahren Antisemiten überhaupt nichjt mehr ausmachen kann, weil das begriffliche Instrument stumpf geworden ist.

Außerdem befindet man sich bei dieser ausufernden Diffamierungspraxis in einem Boot



http://www.taz.de/!91171/

Falls es dich jetzt überkommt, Moshe Zuckermann einen Antisemiten zu nennen, weil er solche Dinge schreibt, nur zur Information, er ist selbst Jude und zugleich Professor für Soziologie in Tel Aviv.

Pech für alle *Antisemitismus-Keulen*-Schwinger.

Ja... das ist ein sehr interessantes Phänomen. Denn ein Grund diese Keule zu schwingen ist ja z.B. auch Relativierung, z.B. Einzigartigkeit des Holocaust.

Das Paradoxe ist: Der inflationäre Einsatz dieses Vorwurfs ist selbst relativierend. Im Grunde könnte man jedem der diesen Begriff so leichtfertig einsetzt ihn sofort zurückgeben mit dem Hinweis: Relativierung des wirklichen Antisemitismus.
 
Iran hat die Atombombe

(...)

Der Mullah-Staat verschaffte sich unbemerkt von aller Welt Atomwaffen und bemüht sich derzeit um die Entwicklung von Trägerraketen.

Einsatzbereit sind nach Informationen amerikanischer Geheimdienstkreise im Iran zwei nukleare Gefechtsköpfe von jeweils 40 Kilotonnen TNT-Sprengkraft (Hiroshima: 21 Kilotonnen). Sie können auf eine Trägerrakete vom Typ Scud montiert werden.

Einsatzbereit ist eine Atombombe, die von einem Flugzeug vom Typ MiG 27 abgeworfen werden kann.

Die vierte Atomwaffe, über die Teheran verfügt, ist ein nukleares Artilleriegeschoß mit der Wirkung von 0,1 Kilotonnen TNT. Unbekannt ist, ob dieses Geschoß schon einsatzbereit ist.

Die Waffen stammen aus zentralasiatischen Republiken der Ex-Sowjetunion. Die in Paris erscheinende arabische Wochenzeitung „Al-Watan al-Arabi“: Neben Nordkorea und China sind auch deutsche Firmen beteiligt.

Die wichtigsten Bauteile der Gefechtsköpfe – einschließlich des spaltbaren Materials – kommen nach den Informationen vom amerikanischen Geheimdienst nahestehenden Kongreßpolitikern aus Kasachstan. Weitere Teile schickten andere zentralasiatische Republiken. An den Iran geliefert wurde über Turkmenistan.
(...)

Ausland: Iran hat die Atombombe - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/politik/ausland/ausland-iran-hat-die-atombombe_aid_140210.html

Zu erwähnen ist noch: Montag, 25.01.1993
 
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Falls es dich jetzt überkommt, Moshe Zuckermann einen Antisemiten zu nennen, weil er solche Dinge schreibt, nur zur Information, er ist selbst Jude und zugleich Professor für Soziologie in Tel Aviv.

Pech für alle *Antisemitismus-Keulen*-Schwinger.

Es mag alles stimmen, Tommy, nur die Art, wie du argumentierst, ist geradezu im schlechten Sinne provinziell. In Sowjet Union, Polen, Österreich, Deutschland....beliebig fortsetzbar , gabs, gibts Juden, die sich verkaufen, in Österreich z.B. ein bekannter jüdischer Journalist an die FPÖ. Jude sein heißt nicht heilig zu sein. Jude ist ein Mensch wie du und ich.
 
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